Von Werner Mussler
11. April 2008 Ob die laufenden Kartellverfahren gegen den Deutschen Fußballbund ihre Berechtigung haben oder nicht, ist für die Beurteilung des jüngsten Verhaltens von Kartellamtschef Bernhard Heitzer völlig unerheblich. Juristisch mag die von ihm angeordnete Zwangsversetzung des für das Verfahren zuständigen Beamten in Ordnung sein. Doch das ist zweitrangig.
Es zählt etwas anderes: Heitzer setzt die Unabhängigkeit des Amtes aufs Spiel. Was noch schlimmer ist: Er tut es offenbar ohne Not. Es gibt keine Belege dafür, dass der Amtschef direkten Druck aus der Politik erhalten hätte. Die historisch beispiellose Versetzung in einem laufenden Verfahren bringt nicht nur die heikle gerichtsähnliche Konstruktion des Amtes ins Wackeln, auf der dessen (auch innere) Unabhängigkeit beruht. Sie ist auch ein klassisches Eigentor des Präsidenten.
Wie will er sich künftig gegen Druck von außen, komme er von den Verbänden oder aus der Politik, noch wehren? Der Flurschaden, den Heitzer damit schon im ersten Amtsjahr in seiner Behörde angerichtet hat, ist unermesslich. Dass er selbst unbeschädigt bleibt, ist mehr als unwahrscheinlich.
Text: F.A.Z.