Kritik am „Kaiser“

Beckenbauer lässt sich nicht bremsen

20. Februar 2008 Philipp Lahm krittelt, Willy Sagnol stichelt, und Mark van Bommel macht aus seiner Meinung auch keinen Hehl. Aber Franz Beckenbauer wäre nicht der "Kaiser", wenn er sich allzu lange damit beschäftigte, wie einzelne Bayern-Spieler auf seine Kritik an ihren Leistungen reagieren.

"Das, was ich öffentlich schreibe und sage, ist das, was ich sehe", sagte Beckenbauer gegenüber der F.A.Z.. Als Präsident des FC Bayern München habe er "wenig Kontakt" zur Mannschaft, sagte Beckenbauer am Rande des Champions-League-Hinspiels zwischen dem FC Schalke 04 und dem FC Porto, das er als Experte des Bezahlsenders Premiere begleitete. Sich aus dieser Distanz ein Urteil zu bilden, das will sich der "Bild"-Kolumnist auch mit Jürgen Klinsmann als künftigem Bayern-Trainer nicht verkneifen. "Ich kann ja aus einem schlechten Spiel kein gutes machen", sagte Beckenbauer.

Verständnis zeigte der "Kaiser" für die dürftigen Darbietungen der Bayern-Spieler beim Uefa-Pokal-Hinspiel in Aberdeen: "Die haben jetzt drei, vier Jahre nacheinander Champions League gespielt, auf wunderbaren Teppichen und bei wunderbarer Atmosphäre, und jetzt plötzlich spielen sie auf einem holprigen Untergrund." Dass die Fußballprofis den Uefa-Cup anscheinend nicht allzu ernst nähmen, sagte Beckenbauer, daraus "kann man ihnen noch nicht mal einen Vorwurf machen".



Text: kle., F.A.Z.
Bildmaterial: dpa