06. Mai 2008 Nach 170 Tagen deutet sich ein Ende der Trainersuche beim Hamburger SV an: Nach übereinstimmenden Medienberichten könnte der Niederländer Martin Jol in den nächsten Tagen als neuer Übungsleiter für die neue Spielzeit vorgestellt werden. Der Vorstand des Bundesligaklubs soll sich auf den 52 Jahre alten Coach, der bis Oktober 2007 den englischen Premier-League-Club Tottenham Hotspur trainierte hatte, als Nachfolger von Huub Stevens geeinigt haben. Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer wollte den Kandidaten Jol nicht bestätigen, deutete aber ein baldiges Ende der in Hamburg viel kritisierten Suche nach einem neuen Fußball-Lehrer an.
Bundesligaerfahrung aus neun Spielen für den FC Bayern
Jol, der sich am Freitag zu seiner Zukunft äußern will und zuletzt auch beim niederländischen Ehrendivisionär FC Twente Enschede als potenzieller Nachfolger des zu Schalke 04 wechselnden Fred Rutten gehandelt wurde, ist derzeit ohne Verein und hatte zuletzt Tottenham Hotspur aus der englischen Premier League betreut. In seiner aktiven Karriere bestritt der dreimalige Nationalspieler 1978/1979 neun Bundesligapartien für den deutschen Rekordmeister Bayern München. Bei Tottenham war Jol im Oktober vergangenen Jahres beurlaubt worden. Jol selbst gab an, sich am Freitag zu seiner Zukunft äußern zu wollen.
Unterschiedliche Meinungen zu Jol
Der aktuelle HSV-Coach Stevens äußerte sich unterdessen sehr zurückhaltend über seinen Landsmann, der ihn vor zehn Jahren schon einmal in Krerkrade beerbt hatte. Er war mein Nachfolger bei Kerkrade, aber das nicht sehr erfolgreich, sagte Stevens über seinen Landsmann, der im Jahr nach dem Pokalsieg wieder entlassen wurde. Voll des Lobes für Jol ist Tottenhams Kevin-Prince Boateng, der Bruder von HSV-Abwehrspieler Jerome Boateng: Disziplin ist ihm wichtig, aber in erster Linie war er wie ein Vater zu uns Profis. Das Menschliche steht bei ihm ganz weit vorn, sagte der 21-Jährige der Hamburger Morgenpost. Wenn er will, kann er ein harter Hund sein, betonte der ehemalige Berliner Boateng, der sich mit Jol auf Deutsch verständigt hat.
Atouba floh schon einmal vor Jol
Schlechtere Erfahrungen machte Thimothee Atouba mit dem ehemaligen Trainer des Jahres in den Niederlanden: Die oft sehenswerte, aber risikofreudige Spielweise des Kameruners stieß auf wenig Gegenliebe bei Jol. In Tottenham hieß es, ich spiele zu gefährlich, sagte Atouba, der Tottenham wegen Jol in Richtung Hamburg verließ. Ob es überhaupt zu einem Wiedersehen mit dem ehemaligen Coach kommt, ist allerdings zweifelhaft. Denn Atouba könnte nach den schlechten Leistungen der vergangenen Wochen im Sommer verkauft werden.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa
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