Fan-Ausschreitungen

Geldstrafen gegen Nürnberg und Frankfurt

08. April 2008 Mit Geldstrafen hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auf die Fan-Ausschreitungen beim Bundesligaspiel am vergangenen Samstag zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Nürnberg (1:3) reagiert. Wegen „mangelnden Schutzes des Schiedsrichters, der Schiedsrichter-Assistenten und des Gegners in Tateinheit mit einem unsportlichen Verhalten“ muss der Club 50.000 Euro und die Eintracht 25.000 Euro zahlen.

Den Franken, deren Anhänger Feuerwerkskörper auf das Spielfeld geschossen hatten, wurde in der Urteilsbegründung bei einem erneut gravierenden Vorfall bei einem Heimspiel „eine Platzsperre, ein Teilausschluss der Öffentlichkeit oder eine Spielansetzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ angedroht. Bei der Urteilsfindung wirkte sich straferschwerend aus, dass beide Klubs vorbestraft waren und ein Stadionmitarbeiter durch die Detonation der Feuerwerkskörper einen Hörsturz erlitten hatte und ärztlich betreut werden musste.

Besondere Sicherheitsvorkehrungen beim nächsten Club-Auswärtsspiel

Strafmildernd wirkten sich die Reaktionen der beiden Klubs aus, indem unter anderem Club-Präsident Michael A. Roth spontan versuchte, über das Stadionmikrofon beruhigend auf die Fans einzuwirken. Außerdem hatten sich die Nürnberger bereits am Sonntag beim Schiedsrichter-Gespann sowie den Verantwortlichen der Eintracht für die Vorkommnisse entschuldigt. Auf besonderen Wunsch des Clubs wird das nächste Auswärtsspiel am 16. April beim VfB Stuttgart unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen ausgetragen.

Der 1. FC Nürnberg hat die Strafe von 50.000 Euro nach Fan-Ausschreitungen beim Spiel in Frankfurt angenommen. „Wir akzeptieren das Urteil und hoffen, dass so was nicht mehr vorkommt“, sagte Nürnbergs Manager Martin Bader. Nach der „sehr hohen Geldstrafe“ hofft der „Club“ weiterhin darauf, die Täter haftbar zu machen. „Das ist klar mit dem DFB und der Polizei besprochen“, sagte Bader. „Das Urteil entspricht der Schwere des Delikts und den Bestimmungen. Dass ich darüber nicht begeistert bin, ist klar. Aber wir haben eine Veranstaltungspflicht, von der wir nicht entbunden werden können. Die haben alle 18 Bundesligaclubs“, meinte Frankfurts Vorstandschef Bruchhagen.

Bader: Fanverhalten „grundsätzliches Problem“

Das Bildmaterial werde gesichtet; sollte dabei ein Übeltäter identifiziert werden, soll er auch zur Kasse gebeten werden. Bader will mit dem 1. FC Nürnberg weiter auf das Verhalten der Fans einwirken. „Wir haben viel getan und werden auch in Zukunft viel dafür tun, das einzudämmen. Aber dass Vereine machtlos sind, hat man auch gesehen, bei Köln gegen Gladbach“, sagte der Manager.

In der Zweitliga-Partie hatten FC-Fans eine vor gut drei Wochen gestohlene Mönchengladbacher Fan-Fahne in ihrem Block präsentierten und zerrissen. Von Gladbacher Seite war eine Leuchtrakete abgefeuert worden. Bader sieht in dem Fan-Verhalten ein „grundsätzliches Problem“ und will „noch mehr auf die vernünftigen Fans“ einwirken, damit es bei den Anhängern einen Selbstreinigungsprozess gibt.



Text: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
Bildmaterial: dpa

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