02. März 2008 Klassenneuling 1899 Hoffenheim ist in der zweiten Fußball-Bundesliga die Mannschaft der Stunde. Am 22. Spieltag setzte der Dorfklub mit dem 3:0 am Sonntag beim VfL Osnabrück seinen Höhenflug fort und übernahm erstmals in dieser Saison hinter Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach und der Spielvereinigung Greuther Fürth einen Aufstiegsplatz (Siehe auch: Fußball: Ergebnisse 2. Liga).
Der SC Freiburg oder Mainz 05, die sich an diesem Montag (20.15 Uhr / Live im FAZ.NET-Liveticker) gegenüberstehen, können die Weltauswahl aus der nordbadischen Provinz wieder vom dritten Platz verdrängen, doch Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick will den Durchmarsch in die Bundesliga nicht mehr aus den Augen verlieren: Wenn wir am Ende der Saison in akute Aufstiegsgefahr geraten, hat niemand etwas dagegen. So, wie wir heute gespielt haben, spielt ein Aufsteiger.
Paderborn reicht die Rote Laterne an Jena weiter
Mit dem fünften Sieg in Serie nutzte Hoffenheim die Gunst der Stunde und ließ die Aufstiegsfavoriten wie den 1. FC Köln, der am Freitag im Spitzenspiel in Fürth nur ein 2:2 erreichte, und den TSV 1860 München hinter sich. Vier Tage nach dem Pokal-K.o. gegen den FC Bayern verloren die Löwen mit dem torlosen Remis gegen Bundesliga- Absteiger Alemannia Aachen wertvollen Boden im Aufstiegsrennen.
Im Abstiegskampf dürften der SC Paderborn und Carl Zeiss Jena kaum noch zu retten sein. Paderborn erreichte im Kellerderby gegen den 1. FC Kaiserslautern nur ein torloses Remis, reichte die Rote Laterne aber an die Pokalhelden aus Jena weiter, die bei TuS Koblenz mit 0:2 verloren. Beim Torfestival in Offenbach verschafften sich die mit 1:3 hinten liegenden Kickers durch das 4:3 Luft im Abstiegskampf.
Eine ganz enttäuchende Nullnummer in München
Auch die heimstarken Osnabrücker konnten Hoffenheims Siegeszug nicht stoppen. An der Bremer Brücke trafen der Nigerianer Chinedu Obasi (16.), der acht Millionen Euro teure Brasilianer Carlos Eduardo (20.) und der Franzose Demba Ba (86.). Wir haben nach vorne verteidigt, verriet Rangnick das Erfolgsrezept seiner Mannschaft. Eine einzige Enttäuschung war die Nullnummer vor 21.800 Zuschauern in der Münchner Allianz Arena, wo 1860 München auf den ersten Heimpunkt und das erste Heimtor im neuen Jahr wartet. Unser Aufwand war enorm, aber die Durchschlagskraft fehlte, um ein Tor zu erzielen, stellte Münchens Trainer Marco Kurz enttäuscht fest.
Sieben Tore gab es am Bieberer Berg, wo die Kickers nach einem 1:3-Rückstand ihre Negativserie von drei sieglosen Spielen stoppten. Vier Minuten vor Spielende erzielte Ricardo Sousa den Siegtreffer für die Hessen und stoppte den Vormarsch der zuvor in sechs Spielen ungeschlagenen Hamburger. Alarmstufe eins herrscht bei Jena, dem bei zehn Punkten Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz der Gang in die Regionalliga droht. Koblenz feierte dank der Tore von Ardian Djokaj und Tayfun Pektürk den ersten Heimsieg nach zuletzt fünf Unentschieden im eigenen Stadion.
Es war zu sehen, warum wir da oben stehen
Das Topspiel am Freitag in Fürth endete Unentschieden, doch der Verlierer war der 1. FC Köln. Fußball ist ein Ergebnis-Sport, und da fehlen uns zwei Punkte, stellte FC-Trainer Christoph Daum nach dem 2:2 ernüchtert fest. Fürths Ausgleich durch Stefan Reisinger (85.) bestrafte die Fahrlässigkeit der Kölner, die schon mit 2:0 geführt hatten. Fürth konnte mit dem einen Punkt leben. Es war zu sehen, warum wir da oben stehen, meinte Trainer Bruno Labbadia.
Tabellenführer Gladbach meisterte dank Nationalspieler Oliver Neuville, der seine 715-minütige Torflaute aus dem Feld heraus beendete, und Rob Friend seine Krise von zuletzt fünf sieglosen Spielen. Eines der besten Sturmduos der zweiten Liga, adelte Trainer Jos Luhukay nach dem 2:0 gegen Erzgebirge Aue seine Torfabrik, sie passen perfekt zueinander und harmonieren sehr gut.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa