FAZ.NET-Spezial: Der 30. Spieltag

Der FC Bayern ist Meister - zu 99,9 Prozent

27. April 2008 Der FC Bayern München ist nur noch einen Punkt vom 21. Meistertitel entfernt. Das Team von Trainer Ottmar Hitzfeld präsentierte sich am Sonntag beim 4:1 (1:1) über den VfB Stuttgart in meisterlicher Form, musste die große Titel-Sause aber noch verschieben. Am 30. Spieltag ließen sich die nunmehr zwölf Zähler entfernten Verfolger noch nicht endgültig abschütteln.

Vor allem der FC Schalke 04 konnte seine Ambitionen auf die Teilnahme an der internationalen Königsklasse durch den 1:0-Erfolg beim Konkurrenten Hamburger SV untermauern und wetteifert mit dem punktgleichen SV Werder Bremen um die direkte Champions-League-Qualifikation (Siehe auch: Bundesliga in Zahlen - Ergebnisse, Tabelle, Torschützen).

Die Champagnerflaschen bleiben noch ungeöffnet

Die Bremer verpassten beim 3:3 in Karlsruhe einen möglichen Erfolg, sorgten aber mit ihrem Punktgewinn ebenso wie die Schalker dafür, dass die Champagnerflaschen beim FC Bayern ungeöffnet blieben. Dennoch steuern die Münchner weiter unbeirrt auf Titelkurs. Luca Toni (8.), Mark van Bommel (55.) und Franck Ribéry (75./76.) sorgten im Duell der besten Rückrundenteams für den Erfolg des DFB-Pokalsiegers, der nun am kommenden Wochenende im Spiel beim VfL Wolfsburg die Meisterschaft klar machen kann.

Im zweiten Sonntagsspiel musste sich Bayer Leverkusen vor heimischer Kulisse mit einem 2:2 (1:2) gegen den VfL Wolfsburg begnügen. Dennoch gelang der Werkself damit der Sprung auf den vierten Rang.

„Mehr Großchancen kann sich niemand erarbeiten“

Obwohl der viermaligen Meister von der Weser den zweiten Rang erfolgreich verteidigte, war der Ärger groß. „Mir fallen auf Anhieb fünf oder sechs oder sieben Spiele ein, in denen wir auf diese Art Punkte abgegeben haben. Wir müssen noch hart an uns arbeiten“, sagte Werder-Manager Klaus Allofs.

Zwar rettete Boubacar Sanogo den Bremern in der Schlussphase einen Punkt, doch zuvor vergab das Team Torchancen in Hülle und Fülle und damit einen möglichen Sieg. „Mehr Großchancen als wir heute kann sich niemand erarbeiten“, befand Werder-Profi Per Mertesacker. Beim KSC durfte sich neben Doppel-Torschütze Sebastian Freis auch Edmond Kapllani über seinen ersten Bundesliga-Treffer freuen.

Marcelo Bordon: „Wir sind auf einem guten Weg“

Der Hamburger SV hingegen muss nach sechs sieglosen Spielen in Serie und 368 torlosen Minuten um einen internationalen Startplatz bangen. Der Rückstand auf die Champions-League-Plätze beträgt nach dem 0:1 gegen Schalke schon sechs Punkte. „Das ist ein Rückschlag“, bekannte HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer.

Kevin Kuranyi sicherte den Schalkern den zweiten Sieg unter dem Interims-Trainerduo Mike Büskens und Youri Mulder. „Wir sind auf einem guten Weg und müssen Schritt für Schritt nach vorne tun. Das war heute der erste“, meinte Kapitän Marcelo Bordon.

„Wir brauchen noch einen Sieg, um drinzubleiben“

Im Abstiegskampf hat der FC Energie Cottbus durch den Last-Minute-Treffer von Dimitar Rangelow zum 2:1-Erfolg gegen Hansa Rostock die besten Chancen auf den Klassenverbleib. „Wir brauchen noch einen Sieg, um ganz sicher drinzubleiben“, befand Energie-Torhüter Gerhard Tremmel angesichts des Fünf-Punkte-Vorsprungs auf Rang 16.

Doppeltes Pech für den Tabellenvorletzten aus Rostock: Torhüter Stefan Wächter, der sich in der Schlussphase verletzte und trotzdem weiterspielte, konnte beim Siegtreffer von Rangelow nicht mehr richtig eingreifen.

Von Heesen:„Wir sind keinen Meter weiter“

Auch der 1. FC Nürnberg kommt im Existenzkampf nicht von der Stelle. Trotz einer 2:0-Führung gegen Mitkonkurrent Arminia Bielefeld mussten sich die Franken am Ende nach den Treffern von Artur Wichniarek und Markus Bollmann mit einem 2:2 begnügen. „Wir sind keinen Meter weiter“, meinte „Club“-Coach Thomas von Heesen.

Die um zwei Punkte auf Rang 15 besser plazierten Bielefelder haben alles selbst in der Hand. „Wenn wir die Heimspiele gegen Bochum und Dortmund gewinnen, haben wir gute Chancen auf den Klassenverbleib“, sagte Bielefelds Geschäftsführer Roland Kentsch.

„Beim BVB wird keine Trainer-Diskussion geführt“

Davon ist der MSV Duisburg als Tabellenletzter mit drei Punkten Rückstand zum rettenden Ufer weit entfernt. In der Schlussphase der Partie beim VfL Bochum raubte Stanislav Sestak mit seinem Ausgleichstreffer zum 1:1 den Gästen den Sieg. Daher sprach MSV-Coach Rudi Bommer hinterher auch von einer „gefühlten Niederlage“. „Noch haben wir vier Spiele. Wir geben nicht auf“, sagte Bommer.

Zwei Tage nach der „Wutrede“ von Trainer Thomas Doll kam Borussia Dortmund in Frankfurt zu einem 1:1. „Man hat gesehen, dass die Jungs gewillt sind, aus der brenzligen Situation herauszukommen und wir nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Ich hoffe, dass die nächste Woche normal abläuft“, meinte Doll nach der Punkteteilung. Hans-Joachim Watzke dementierte, dass eine Ablösung von Doll bevorstehe. „Beim BVB wird keine Trainer-Diskussion geführt“, sagte der BVB-Geschäftsführer am Sonntag im „DSF-Doppelpass“.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, ddp, dpa, REUTERS

 
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