2:0 gegen Wolfsburg

Leverkusen schießt sich wieder an die Spitze

Von Peter Penders, Leverkusen

Schon wieder gewonnen: Kießling (l.) und Helmes freuen sich über Leverkusens Höhenflug

Schon wieder gewonnen: Kießling (l.) und Helmes freuen sich über Leverkusens Höhenflug

31. Oktober 2008 Das Wechselspielchen an der Tabellenspitze geht weiter. Zumindest für 24 Stunden ist Bayer Leverkusen wieder das Maß aller Dinge in der Bundesliga und hat den Aufsteiger TSG Hoffenheim nach dem 2:0-Erfolg über den VfL Wolfsburg vom Platz an der Spitze verdrängt. Die jüngste Mannschaft der Liga bewies dabei, dass sie in ihrem Entwicklungsprozess rasch voranschreitet.

Gegen die lange sehr defensiv agierenden Wolfsburger bewahrte Bayer Geduld, kam erst nach der Pause zu den Toren von Barnetta (57.) und Kießling (65.) und brachte den verdienten Erfolg danach ohne große Mühe unter Dach und Fach. In der ersten Halbzeit hatte sich zunächst ein zähes Ringen um jeden kleinen Vorteil entwickelt. Das sehenswerte Leverkusener Direktspiel versuchte Wolfsburg mit einer defensiven Grundtaktik zu unterbinden, stoppte so immer wieder den Leverkusener Spielfluss und setzte ganz auf Konter.

Kaum ein Durchkommen gegen Wolfsburgs Verbund

Doch ehe diese Grundtendenz der ersten Halbzeit sichtbar geworden war, hätten die Norddeutschen schon spielend leicht führen können. Noch nicht einmal zwei Minuten waren gespielt, als Grafite die größte Chance der ersten Halbzeit vergeben sollte. Freigespielt im Strafraum, ließ der wuchtige Wolfsburger Stürmer den Ball durch, weil er einen noch besser positionierten Mitspieler neben sich wähnte, was sich aber als Trugschluss erwies.

Ein früher Rückstand hätte den Leverkusenern das Leben noch mehr erschwert. Denn obwohl die Bayer-Profis jederzeit bemüht waren, sehenswerten und technisch hochwertigen Fußball zu bieten, hatten sie auch so schon in der Folge kaum ein Durchkommen gegen den dichten Wolfsburger Abwehrverbund gefunden.

Der VfL muss schon früh auf Misimovic verzichten

Erst nach einer halben Stunde erspielte sich Leverkusen tatsächlich den Ansatz einer Chance. Helmes scheiterte aber mit seinem Schuss aus spitzem Winkel am Wolfsburger Torhüter Benaglio, der beim folgenden Eckball einige Mühe hatte, den Kopfball von Henrique abzuwehren. Kurz danach hatte der Schweizer Nationaltorwart das Glück auf seiner Seite, als ein abfälschter Schuss von Rolfes auf der Latte tanzte.

Mehr aber ließ Wolfsburg nicht zu, das schon nach 19 Minuten auf seinen verletzten Spielgestalter Misimovic verzichten musste. Trotzdem aber blieb der VfL vor der Pause gefährlich, auch wenn er seine Konter nicht mit der letzten Entschlossenheit zu Ende spielte. Grafite verpasste eine weitere gute Möglichkeit, als er im letzten Moment bei einem Überzahlangriff von Castro gestoppt wurde.

Manchmal helfen Brechstange oder Standardsituation

Steter Tropfen aber höhlt den Stein. Leverkusen blieb auch nach dem Wechsel bei seiner Spielphilosophie und erhöhte den Druck. Kießling vergab die erste Chance (50.), als er einen Nachschuss um Zentimeter neben das Tor setzte.

Wenn Spielkunst allein aber nicht reicht, hilft manchmal die Brechstange oder eine Standardsituation oder beides: Barnetta traf nach 57 Minuten mit seinem Flachschuss aus 20 Metern unhaltbar zur 1:0-Führung, Kießling erhöhte acht Minuten später per Kopf nach einem Eckball auf 2:0. Einem Gegentreffer kam Wolfsburg danach erst kurz vor Schluss nahe, als ein Kopfball von Dzeko an den Pfosten prallte.

Bayer Leverkusen - VfL Wolfsburg 2:0 (0:0)
Leverkusen:
Adler - Castro, Friedrich, Henrique, Kadlec - Rolfes - Vidal, Renato Augusto (83. Schwegler), Barnetta (89. Haggui) - Helmes, Kießling (83. Gekas). - Trainer: Labbadia
Wolfsburg: Benaglio - Zaccardo (69. Dejagah), Madlung, Barzagli, Schäfer - Josue - Riether, Gentner - Misimovic (19. Hasebe) - Dzeko, Grafite (69. Caiuby). - Trainer: Magath
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Landshut)
Tore: 1:0 Barnetta (57.), 2:0 Kießling (65.)
Zuschauer: 22.500
Gelbe Karte: - Zaccardo



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: ddp, dpa, REUTERS

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