
Wo das Problem ist? Genau bei solchen Meinungen, wie sie von Ihnen vertreten werden. Stellen Sie sich nur mal vor, es gibt Homosexuelle, die nicht jede Gelegenheit (z.B. duschen) nutzen, um ihren sexuellen Neigungen nach zu gehen. Es gibt auch solche, die ebensowenig triebgesteuert sind wie viele Heterosexuelle, und den Sport des Sportes wegen betreiben. Überrascht? Ich hoffe, Ihr Sohn wird ein paar dieser homosexuellen, nicht genitalgesteuerten, Menschen kennen lernen. Irgendwie wünsche ich Ihnen das auch...

Dass in der FAS dieser Artikel erschien erfreut zwar, jedoch muss festgestellt werden, dass das Thema bereits seit Monaten in anderen Zeitungen und Zeitschriften lebhaft diskutiert wird. Dass Herr Wittershagen erst jetzt für die FAS darüber schreibt, ist nicht so problematisch, als vielmehr die Tatsache, dass er zu der Diksussion keine neue Erkenntnisse berichten kann. Dennoch ist es lobenswert, dass die Thematik weiter in der Diskussion bleibt und der Ratschlag, dass sich kein aktiver Bundesligaspieler derzeit outen sollte ist umso mehr berechtigt, wenn man den ersten Kommentar zu diesem Artikel von Herrn Norbert Czech, der fragt, wo das Problem sei, liest. In eben der Äußerung von Herrn Czech liegt das Problem selbst. Wenn er Angst hat, sein Sohn könnte "Annäherungsversuchen" seiner Mannschaftskameraden beim Duschen ausgesetzt sein, dann liegt das Problem sicher bei Herrn Czech, der offenbar selbst mit dem Thema Homosexualität ein Problem hat!

"Das letzte heterosexuelle Milieu..."? Gott sei Dank nicht, es gibt noch andere. Ich bin jedenfalls froh, daß mein fußballspielender Sohn mit seinen Mannschaftskameraden duschen gehen kann, ohne irgendwelchen Annäherungsversuchen ausgesetzt zu sein.

... beim Fußball angekommen. Wenn es allerdings, wie beschrieben, dem DFB-Präsidenten aktuell noch nicht ganz gelingt, diese Themen so einzubringen wie er es gerne möchte, darf dennoch nicht übersehen werden, dass der Zeitgeist auch im DFB über kurz oder lang unweigerlich seine Spuren hinterlassen wird. Notfalls wird der Staat über eine Verschärfung der 'Antidiskriminierungsgesetze' nachhelfen, bis auch der letzte harte Fußballer weichgekocht ist.