1:1 gegen Schalke

Bayern München tritt auf der Stelle

Von Elisabeth Schlammerl, München

Die Königsblauen jubeln in Weiß: Joel Matip (irgendwo in der Mitte) hatte getroffen

Die Königsblauen jubeln in Weiß: Joel Matip (irgendwo in der Mitte) hatte getroffen

07. November 2009 Ganz so schlecht, wie es in den vergangenen Tagen aussah, ist es um den Patienten FC Bayern München nicht oder nicht mehr bestellt. Der deutsche Rekordmeister ist auf dem Weg der Besserung, das hat er beim 1:1 gegen den FC Schalke 04 gezeigt. Aber er ist sicher noch nicht so weit, um gefeit zu sein vor Rückschlägen. Die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal war in der Münchner Arena am Samstag die bessere und aktive Mannschaft, schaffte es nur wieder nicht, beste Torchancen zu verwerten. Nach der Führung der Bayern durch Daniel van Buyten (31. Minute) gelang den arg defensiven Schalkern noch vor der Pause der Ausgleich durch Joel Matip (42.). „Wir spielen dominant, aber uns fehlen die Tore. Es ist fast unglaublich, was wir an Chancen vergeben“, sagte van Gaal.

Die Bayern hatten harte Tage hinter sich, das bevorstehende Aus in der Chanpions League. In die Kritik stimmte nun vor dem Spiel auch noch Philipp Lahm ein, der stellvertretende Kapitän, mahnte falsche Transferpolitik an und ließ sich in der „Süddeutschen Zeitung“ über ein fehlendes System aus. Folgen hatte dieses Interview zunächst keines, der durfte spielen, war aber wie die Kollegen in der Anfangsphase arg nervös und unsicher.

Zuerst feierten die Bayern, und wieder mal war Daniel van Buyten (M.) der Torschütze

Zuerst feierten die Bayern, und wieder mal war Daniel van Buyten (M.) der Torschütze

Louis van Gaal besetzte die linke Seite neu, verzichtete auf Edson Braafheid und Daniel Pranjic, die am Dienstag gegen Bordeaux vom Publikum heftig ausgepfiffen worden waren, und schickte Holger Badstuber nach außen. Davor sollte Bastian Schweinsteiger für ein wenig mehr Ideen sorgen. Zunächst setzten sich aber die Schalker in Szene. Kuranyi setzte sich in der fünften Minute im Laufduell mit Demichelis durch, seinen Schuss aus halblinker Position lenkte Bayern-Torwart Butt jedoch zur Ecke. Kurz danach ließen die Münchner auf der linken Seite Sanchez ziehen, aber die Flanke in den Strafraum war zu weit für Farfan.

Nach der mutigen Anfangsphase zog sich Schalke überraschend zurück, überließ das Mittelfeld mehr und mehr den Bayern, die ballsicherer und zweikampfstärker wurden. Die erste Idee, wie die gut gestaffelte Defensive zu überlisten sein könnte, hatte nach einer Viertelstunde Mark van Bommel. Der lange Ball des Bayern-Kapitäns auf den aufgerückten Badstuber konnte Farfan nur noch zur Ecke abwehren. Drei Minuten später war es wieder van Bommel, der mit seinem Zuspiel für Gefahr sorgte, dieses Mal hieß der Adressat Toni, der Italiener aber konnte sich nicht durchsetzen gegen seine Bewacher.

Ein Münchner Abwehrfehler führt zum Schalker Tor

Die Bayern bestimmten die Partie, wussten auch ein paar Mal gefällig in den gegnerischen Strafraum vorzudringen, ohne allerdings mit jener furchteinflößende Präsenz früherer Jahre aufzutreten. Ein Freistoß führte nach einer halben Stunde zur verdienten Bayern-Führung. Badstuber spielte aus 35 Metern in den Strafraum, Klose schoss aus kurzer Distanz Kuranyi an, und der Abpraller landete bei Daniel van Buyten. Im Stile eines klassischen Mittelstürmers staubte der Innenverteidiger zum 1:0 (31.) ab. Kurz danach versuchte sich Toni mit einem Fallrückzieher, mit dem er sich zwar eine glänzende B-Note verdiente, aber der Ball blieb im dichten Abwehr-Geflecht der Schalker hängen.

Die Mannschaft von Trainer Felix Magath gab nur zaghaft ihre arg defensive Haltung auf, und dass die Schalker doch noch mit einem 1:1 in die Kabine gingen, hatten sie weniger der eigenen Spielkunst zu verdanken, sondern einem Münchner Abwehrfehler nach einem Freistoß. Müller und Badstuber störten Joel Matip nicht energisch genug beim Luftduell und so flog der Ball in der 42. Minute an Butt vorbei ins Netz.

Magath muss über einen Punkt froh sein

Nach der Pause brachte van Gaal Robben für den dieses Mal schwachen Toni. Der Italiener soll daraufhin das Stadion mit dem Privatwagen vorzeitig verlassen haben. Das Angriffsspiel der Münchner auf dem Platz bekam aber neuen Schwung. Der Holländer hatte allerdings Glück, dass ihn Schiedsrichter Florian Meyer nach zehn Minuten nicht schon wieder vom Feld schickte. Nach einem Foul von Schmitz revanchierte er sich und sah dafür Gelb. Der FC Bayern machte mächtig Druck in der zweiten Hälfte, nur ein Tor wollte einfach nicht fallen. Schweinsteiger vergab nach feinem Zuspiel von van Buyten (60.), Klose köpft nach Schweinsteigers Flanke am Tor vorbei (62.), Robben scheiterte an Neuer (66.), Timoschtschuks Schuss landete knapp neben dem Pfosten (76.).

Die Sphinx des Fußballs: Schalkes Trainer Felix Magath

Die Sphinx des Fußballs: Schalkes Trainer Felix Magath

Magath tobte am Spielfeldrand, ihm gefiel die defensive Haltung seiner Mannschaft nicht. Er wollte wohl den Sieg gegen München, so wie Anfang April mit Wolfsburg. Damals hatte er mit dem 5:1 den Anfang vom Ende für Jürgen Klinsmann eingeläutet. Dieses musste er froh sein, einen Punkt gewonnen zu haben.

Bayern München - Schalke 04 1:1 (1:1)
München: Butt - Lahm, van Buyten, Demichelis, Badstuber (64. Hamit Altintop) - Timoschtschuk, van Bommel, Schweinsteiger - Müller - Toni (46. Robben), Klose (75. Gomez)
Schalke:
Neuer - Höwedes (46. Zambrano), Westermann, Bordon, Schmitz - Rafinha (70. Mineiro), Matip, Moritz - Farfan, Kuranyi, Sanchez (54. Pliatsikas)
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Tore: 1:0 van Buyten (31.), 1:1 Matip (43.)
Zuschauer:
69.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Robben, Schweinsteiger (4) - Sanchez, Kuranyi, Zambrano (5), Schmitz



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa

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