08. März 2008 Bayern München steuert in der Fußball-Bundesliga weiter auf Titelkurs. Nur zwei Tage nach der 5:0-Gala im Uefa-Cup beim RSC Anderlecht bezwang der Rekordmeister Aufsteiger Karlsruher SC mit 2:0 (1:0), feierte damit seinen ersten Rückrunden-Heimsieg und baute seinen Vorsprung auf Verfolger Werder Bremen auf sieben Punkte aus.
Das ist eine vernünftige Distanz auf Platz zwei, frohlockte Manager Uli Hoeneß. Auch Trainer Ottmar Hitzfeld sprach von einem gelungenen Nachmittag und übermittelte eine Dank-Botschaft an den deutschen Meister VfB Stuttgart, der gegen Bayern-Jäger Bremen hoch mit 6:3 gewann: Die Entwicklung in Stuttgart haben wir mit einem strahlenden Lächeln verfolgt, gestand der Bayern-Coach.
Wir wussten, dass es ein Laufspiel wird
Weltmeister Luca Toni mit seinem 14. Saisontor (41. ) und Dribbelkönig Franck Ribery (64.) schossen den 150. Erfolg für ihren Trainer auf der Bayern-Bank heraus. Der war entsprechend zufrieden: Wir haben zum zweiten Mal die Möglichkeit gehabt, gegenüber Bremen davon zu ziehen. Heute ist uns das zum ersten Mal gelungen.
Der FC Bayern überzeugte trotz der kurzen Pause nach seinem Betriebsausflug nach Belgien über weite Strecken mit der reiferen Spielanlage. Wir wussten, dass es ein Laufspiel wird, erklärte Hitzfeld: deshalb auch die vielen Wechsel. Wir haben die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht.
Gewünscht, dass wir besser Fußball spielen
Die Europapokal-Träume der Badener erhielten dagegen einen kleinen Dämpfer. Karlsruhe hielt zwar tapfer dagegen und erlaubte sich nicht allzu viele Fehler - die wenigen Nachlässigkeiten wurden von den Hausherren aber gnadenlos bestraft.
Trainer Edmund Becker war enttäuscht: Wir sind Bayern in keinster Weise gefährlich geworden. Zwischen der 45. und 50. Minute hatten wir die beste Phase. Leider haben wir in da das 0:2 bekommen. Dadurch war das Spiel entschieden. Ich hätte mir gewünscht, dass wir besser Fußball spielen.
Sagnol und Podolski wurden rausrotiert
Hitzfeld ließ wieder rotieren: 69.000 Fans in der ausverkauften Münchner Arena begrüßten eine auf sechs Positionen veränderte Bayern-Elf. Kapitän Oliver Kahn kehrte gegen seinen Ex-Klub ins Tor zurück und durfte sich im letzten Duell mit seinem Stammverein über sein 203. Ligaspiel ohne Gegentreffer freuen. Wir halten uns momentan konstant auf dem Niveau, frohlockte Kahn. Trotzdem sei noch keine Vorentscheidung im Titelkampf gefallen, betonte der Torwart.
Christian Lell und Marcell Jansen bildeten das Außenverteidiger-Duo um den genesenen Abwehrchef Lucio. Zudem rückten Ribery und Miroslav Klose wieder in die Startformation. Willy Sagnol und Lukas Podolski standen nicht einmal im Kader der Münchner.
Kahn weitgehend beschäftigungslos
Die Gäste machten die Ankündigung von Coach Edmund Becker, sich nicht verstecken zu wollen, von Beginn an wahr. Karlsruhe stand zudem defensiv sicher und ließ gegen feldüberlegene Münchner lange Zeit keine echte Torchance zu. Das änderte sich erst in der 25. Minute: Nach einem Freistoß von Ribery kam Klose aus kurzer Distanz zum Abschluss, doch Markus Miller im KSC-Tor parierte glänzend.
Für die Bayern war die Chance so etwas wie ein Weckruf - zweimal Ribery und erneut Klose hatten im Anschluss Möglichkeiten zur Führung, ehe Toni das 1:0 glückte: Der Italiener nahm einen Pass von Lell im Strafraum an, drehte sich um Gegenspieler Maik Franz herum und schoss ins lange Eck ein. Becker brachte nach der Pause mit Sebastian Freis für den unauffälligen Christian Timm einen zweiten Stürmer - sein Team erarbeitete sich aber zunächst keine nennenswerten Chancen.
Dagegen hatten Klose und Hamit Altintop die Möglichkeit zum 2:0 (52./59.), bis Ribery nach einem tollem Solo von der Strafraumgrenze das 2:0 und damit die Vorentscheidung besorgte. Kahn blieb auch danach weitgehend beschäftigungslos. In der 72. Minute musste er erstmals eingreifen, als Tamas Hajnal ihn mit einem Schuss aus 25 Metern prüfte. Die Bayern beschränkten sich in der Folge ihrerseits auf pures Halten ihres Vorsprunges.
Bayern München - Karlsruher SC 2:0 (1:0)
Bayern München: Kahn - Lell, Lucio, van Buyten, Jansen - Demichelis (86. Ottl) - Altintop, Schweinsteiger, Ribéry (89. Kroos) - Klose (80. Sosa), Toni
Karlsruher SC: Miller - Görlitz, Stoll, Franz, Eichner - Mutzel (80. Kapllani), Porcello (76. Staffeldt) - Timm (46. Freis), Hajnal, Iaschwili - Kennedy
Schiedsrichter: Drees (Mainz)
Zuschauer: 69.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Toni (41.), 2:0 Ribery (64.)
Gelbe Karten: Demichelis (3) / Stoll (1)
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, ddp, dpa, REUTERS
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