FAZ.NET-Spezial: 33. Spieltag

Duisburg und Rostock steigen ab - Liga vor „Finale furioso“

11. Mai 2008 Für den MSV Duisburg und Hansa Rostock ist nach dem besiegelten Abstieg der 33. Spieltag der Fußball-Bundesliga ein Tag der Tränen gewesen. Fast die halbe Liga muss aber bis zum Saisonfinale in einer Woche weiter zittern: Im Fernduell kämpfen Arminia Bielefeld und der 1. FC Nürnberg um den Klassenverbleib. Werder Bremen und der FC Schalke 04 ringen um den direkten Einzug in die Champions League. Und ein Quartett aus Leverkusen, Hamburg, Wolfsburg und Stuttgart (alle 51 Punkte) streiten sich in einem „Finale furioso“ um zwei Uefa-Cup-Plätze.

„Wir streben wieder die Bundesliga an“, formulierte Duisburgs Sportdirektor Bruno Hübner direkt nach der 2:3-Niederlage gegen Bayern München das Ziel. Der sechste Abstieg kam für die „Zebras“, die seit dem 8. Spieltag auf einem Abstiegsplatz stehen, nicht überraschend. „So wie wir uns teilweise präsentiert haben, kann man nicht bestehen“, bekannte MSV-Torwart Tom Starke. Für den längst gekürten Meister aus München war der Sieg eine Frage der Ehre. „Wir haben eine Verantwortung gegenüber den anderen Teams“, sagte Bayern- Coach Ottmar Hitzfeld: „Sie hätten die Punkte gegen andere Teams holen müssen.“

„So eine Situation kann man sich als Fan nur wünschen“

Dies gilt auch für Hansa Rostock, das Bayer Leverkusen mit 1:2 unterlag und mit dem in die Kritik geratenen Trainer Frank Pagelsdorf und schmalen Budget ebenfalls die rasche Rückkehr ins Oberhaus anstrebt. „Wir haben schon einmal bewiesen, dass wir den Weg zurück in die Bundesliga packen können“, meinte Hansa-Vereinschef Dirk Grabow. Zuletzt war Rostock 2005 abgestiegen. Die in die Krise geratene Werkself vom Rhein ist mit dem Erfolg wieder auf Platz vier geklettert und führt die Finalisten-Runde der Uefa-Cup-Rivalen an.

„So eine Situation kann man sich als Fan nur wünschen und wir sind sehr froh, noch mitten drin zu sein“, sagte Bayer-Trainer Michael Skibbe, dessen Ablösung die Fans zuletzt gefordert hatten. Die Leverkusener können mit einem Heimerfolg gegen Bremen aus eigener Kraft das Europacup-Ticket buchen. Auch der HSV, der mit dem 0:2 Energie Cottbus den Klassenverbleib bescherte, kann gegen den Karlsruher SC das Zittern um den Uefa-Cup-Einzug beenden.

Bielefeld vergibt „Matchball“

„Für so eine Leistung müssen wir uns schämen. Es ist ein Wunder, dass wir noch Fünfter sind“, schimpfte jedoch HSV-Kapitän Rafael van der Vaart. „Das nächste Spiel müssen wir gewinnen, sonst haben wir es nicht verdient“, forderte Hamburgs Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer, dessen Suche nach einem Nachfolger von Coach Huub Stevens weitergeht. Schließlich warten der VfL Wolfsburg (4:0 gegen den VfB) und Ex-Meister Stuttgart nur auf einen weiteren Fehltritt der Hanseaten.

Die Schwaben haben deshalb nichts gegen die Arminia aus Bielefeld zu verschenken, die mit dem höchst unglücklichen 2:2 gegen Borussia Dortmund nun wieder in größter Abstiegsnot sind. „Matchball vergeben - das ist bitter“, sagte Arminia-Präsident Hans-Hermann Schwick. Zum großen Pechvogel war Bielefelds Keeper Rowen Fernandez avanciert, der einen Latten-Freistoß von Alexander Frei (83.) mit dem Kopf zum 2:2 ins eigene Tor lenkte. „Wir können es immer noch aus eigener Kraft schaffen“, hofft Finanz-Geschäftsführer Roland Kentsch.

Der 1. FC Nürnberg, zwei Punkte hinter Bielefeld auf Platz 16, muss deshalb auf die Schützenhilfe des VfB bauen und einen Sieg gegen Schalke schaffen. „Jetzt haben wir gegen Schalke ein echtes Endspiel. Ich bin von unserem Klassenerhalt überzeugt“, sagte „Club“-Trainer Thomas von Heesen. Für die Königsblauen geht es allerdings auch um enorm viel: Der direkte Einzug in die Champions League wäre die Garantie für Einnahmen in zweistelliger Millionen-Höhe. „Nürnberg muss gewinnen, wir müssen gewinnen. Das wird ein interessanter Spieltag“, brachte es Schalke-Manager Andreas Müller nach dem mühevollen 1:0 gegen Eintracht Frankfurt treffend auf den Punkt.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, ddp, dpa, REUTERS

 

Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel

„Es hätte viel schlimmer kommen können“

Der Frankfurter Eintracht geht im Schlussspurt die Luft aus. Das Team von Trainer Funkel verlor auch beim Schalke 04. Doch der Coach des Tabellenelften wird nicht nervös. Ihn ärgert im FAZ.NET-Interview vor allem die Kritik an seiner Arbeit und den Spielern.

2:3 gegen München

Duisburg verschläft den Beginn und steigt ab

Schon nach weniger als 20 Minuten hatte sich Meister Bayern München in Duisburg eine 3:0-Führung herausgeschossen. Nach der Pause schlug Duisburg zurück - am Ende des Spiels stand dennoch der sechste Erstliga-Abstieg für den MSV.

0:1 in Berlin

Nürnberg darf trotz Niederlage noch hoffen

Für wenige Minuten war der 1. FC Nürnberg schon aus der Bundesliga abgestiegen. Am Ende verloren die Franken zwar in Berlin mit 0:1, doch noch immer können sie auf den Klassenverbleib am letzten Spieltag hoffen - Bielefelds Patzer sei Dank.

2:2 gegen Dortmund

Eigentor beschert Bielefeld ein Herzschlagfinale

Während der Partie waren sie schon gerettet, nun steht Bielefeld am letzten Spieltag ein Herzschlagfinale um den Klassenverbleib bevor. Die Arminia erreichte gegen Dortmund nur ein 2:2. Der zweite BVB-Treffer fiel kurz vor Ende auf äußerst kuriose Weise.

6:1 gegen Hannover

Bremer Schützenfest für die Champions League

Nach dieser Gala ist die direkte Champions-League-Qualifikation für Bremen zum Greifen nahe. Werder gewann im Nordderby nach einem Schützenfest mit 6:1 gegen Hannover 96. Nun reicht den Bremern am letzten Spieltag ein Remis für die Königsklasse.

1:0 gegen Frankfurt

Schalke wahrt die Chance auf Platz zwei

Die Hoffnung auf die direkte Champions-League-Qualifikation lebt noch auf Schalke: Gegen Frankfurt siegten die „Königsblauen“ mit 1:0. Mladen Krstajic schoss das goldene Tor für Schalke. Die Eintracht hingegen scheint das Siegen verlernt zu haben.

Wiedereinführung der Relegation

„Die Bundesliga wird wichtige Farbtupfer verlieren“

In der zweiten Liga tobt der Kampf um die Aufstiegsplätze zwei und drei. Vom kommenden Jahr an muss der Dritte sich in einer Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga bewähren. Der Mainzer Manager Christian Heidel hält das für eine Katastrophe.

2:0 gegen Hamburg

Energie Cottbus sichert sich den Klassenverbleib

Sie waren schon abgeschrieben, kämpften sich zurück - und sind nun vorzeitig gerettet. Nach dem 2:0-Heimsieg gegen Hamburg darf Energie Cottbus auch in der nächsten Saison erstklassig spielen. Der HSV muss nun gar um den Uefa-Cup-Platz bangen.

1:2 gegen Leverkusen

Rostock verabschiedet sich müde und überfordert

Der dritte Abstieg von Hansa Rostock ist besiegelt. Die Hanseaten verloren 1:2 gegen Bayer Leverkusen und müssen nach 1992 und 2005 wieder in die Zweite Liga. Dagegen ist Bayer zurück im Rennen um die Uefa-Cup-Plätze.

4:0 gegen Stuttgart

Starke Wolfsburger träumen weiter vom Uefa-Cup

Der VfL Wolfsburg darf weiter vom zweiten Uefa-Cup-Einzug seiner Vereinsgeschichte träumen. Die Niedersachsen besiegten im direkten Duell zweier Europapokal-Aspiranten den VfB Stuttgart überzeugend mit 4:0.

3:1 in Karlsruhe

Bochum überrascht mit einem Auswärtssieg

Es ging für beide Mannschaften eigentlich um nichts mehr: Bochum kam mit dieser Situation besser zurecht als Karlsruhe und siegte mit 3:1 im Wildparkstadion. Der VfL kletterte nochmal auf Platz zwölf, die Badener sind nun Zehnter.

Punktabzug für TuS Koblenz

„Der Fall ist weiter ungeklärt“

Der DFL-Vorstand hat den Punktabzug für die TuS Koblenz erhöht - und auf zwei Spielzeiten umverteilt. In diesem Jahr gehen dem Zweitligaklub nur noch sechs statt acht Zähler verloren. Ungeklärt bleibt aber, wer eigentlich verantwortlich für das Koblenzer Fehlverhalten ist. Von Daniel Meuren, Frankfurt

FAZ.NET-Spezial: Der 32. Spieltag

Brutaler Kampf um Champions League

Werder Bremen hat das äußerst hart geführte Nordderby beim HSV 1:0 gewonnen und zumindest die Champions-League-Qualifikation sicher. Nürnberg schöpft nach dem 2:0 gegen Duisburg Hoffnung im Abstiegskampf und Wolfsburg darf vom internationalen Geschäft träumen.