19. Mai 2008 Nach dem verlorenen Abstiegsendspiel gegen den VfL Osnabrück kündigt Präsident Dieter Müller einen großen Umbruch bei den Offenbacher Kickers an.
Wie tief sitzt der Schock bei Ihnen nach dem Abstieg aus der zweiten Liga?
Ganz klar: Die Enttäuschung ist riesengroß. Das war ein Endspiel. Und wir haben heute versagt. Die Mannschaft hat zu wenig Moral gezeigt. Vielleicht waren die Spieler überfordert. Als wir zum Beispiel gegen Wehen Wiesbaden in der zweiten Halbzeit eingebrochen sind, hatte ich schon Bedenken, dass wir den Klassenverbleib schaffen angesichts unseres schweren Restprogramms.
Was müssen Sie der Mannschaft vorwerfen?
Auf ihr rumzuhacken wäre jetzt der falsche Weg. Sie hat es ja versucht. In der Niederlage muss man Größe zeigen. Wir müssen Moral zeigen.
Was ist der Hauptgrund für den Abstieg?
Es gibt mehrere Gründe. Wir hatten vielleicht nicht so diese Disziplin. Ein wichtiger Spieler wie Stürmer Aristide Bancé ist lange gesperrt worden. Die Mannschaft hatte vielleicht nicht den Charakter, das Letzte zu geben.
Was wird sich jetzt bei den Kickers verändern?
Wir stehen sicherlich vor einem großen Umbruch. Es wird unmöglich sein, alle Spieler zu halten. Der Abstieg ist auch eine Chance für einen Neuanfang.
Wird Trainer Jörn Andersen bleiben?
Ich würde gerne mit ihm weitermachen. Aber ich will erst mal eine Nacht über die Dinge schlafen. Man muss die Sache in Ruhe überdenken. An diesem Montag werden wir uns zusammensetzen. Wir dürfen jetzt keine Fehler machen, die man nachher bereut.
War der Trainerwechsel in dieser Saison richtig?
Andersen ist für mich ein guter Trainer. Ob richtig oder falsch, wir haben es nicht geschafft. Das ist der Punkt.
Hat Sportmanager Michael Dämgen eine Zukunft bei den Kickers?
Dazu will ich im Moment keine Äußerung treffen. Das ist auch eine finanzielle Sache. Wir werden auch das besprechen und alles aufarbeiten.
Wird der OFC gegen das Urteil im Fall Koblenz juristisch vorgehen?
Wir werden da eher nichts machen. Ich denke, das bringt relativ wenig, weil dabei wohl nichts herauskommt. Wir hatten unser Schicksal selbst in der Hand. Wir haben es am Ende nicht geschafft. Da ist es Quatsch, nachzukarten.
Setzt das Präsidium seine Arbeit fort?
Der Abstieg ist sicherlich eine sehr, sehr große Enttäuschung. Ich werde mal in mich gehen. Ich möchte den Verein aber nicht im Stich lassen. Dafür hängt mein Herz zu sehr an den Kickers.
Die Fragen stellte Jörg Daniels.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa
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