15. Dezember 2006 Reaktionen auf das BGH-Urteil im Fall Hoyzer:
Wolfgang Holzhäuser (DFB-Vizepräsident): Mein Zweifel am deutschen Rechtssystem ist beseitigt worden. Es wäre eine fatale Entscheidung gewesen, wenn Hoyzer freigesprochen worden wäre. Schließlich ist es erwiesen, dass Spiele manipuliert wurden - und mit Erfolg.
Monika Harms (Generalbundesanwältin): Das ist ein Ergebnis, das man - wenn man die Hauptverhandlung verfolgt hat - erwarten konnte. Daß es nicht im Sinne der Bundesanwaltschaft ausfiel, war in der Hauptverhandlung durch die kritischen Nachfragen erkennbar. Das ist auch nicht dramatisch. Es ist auch keine Niederlage. Es sind unterschiedliche Rechtsauffassungen deutlich geworden.
Hartmut Schneider (Bundesanwalt): Es ging um offene Rechtsfragen, die das Gericht nun mit seinem Urteil geklärt hat. Begriffe wie Sieg, Niederlage oder Enttäuschung sind nicht angebracht. Jetzt ist klar, wie in solchen Fällen in Zukunft Recht gesprochen wird.
Thomas Hermes (Hoyzer-Anwalt): Das Urteil ist bitter für unseren Mandanten. Die Freiheitsstrafe bleibt bestehen, und Robert Hoyzer muß ins Gefängnis.
Horst Heldt (Manager VfB Stuttgart): Dieses Urteil entspricht meinem Rechtsempfinden. Für den gesamten Fußball von der Kreisliga bis zur Bundesliga ist dies ein klares Zeichen, daß solche Machenschaften in unserem Rechtsstaat nicht geduldet werden.
Jürgen Gehb (Rechtspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion): Auf die lebensnahe Auslegung unserer Strafgesetze durch den BGH ist Verlaß. (...) Damit ist das Rechtsempfinden der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung und die professionelle Rechtsauslegung wieder ins Lot gebracht worden.
Text: dpa
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