ShContemporary

Neue Kunstmesse für China

Von Angelika Heinick

14. Dezember 2006 Der Markt für zeitgenössische Kunst boomt wie noch nie. Doch scheint derzeit weniger das Platzen einer Spekulationsblase wie vor fünfzehn Jahren zu drohen als - Versorgungsengpässe für Kunst-Ware mit Qualität. Lorenzo Rudolf, ehemaliger Leiter der Art Basel, der Frankfurter Buchmesse und Mitinitiator der Art Basel Miami Beach, und der Genfer Galerist und Sammler Pierre Huber haben sich nach China aufgemacht, um für die Gegenwartskunst diesen Markt zu erschließen: Vom 6. bis zum 9. September 2007 wird in Schanghai die erste internationale Messe für zeitgenössische Kunst stattfinden.

„ShContemporary“ - so heißt das ehrgeizige Projekt der beiden Schweizer - versteht sich als „neue Plattform für den Kunstmarkt“, die eine Verbindung zwischen dem asiatischen und pazifischen Raum und der westlichen Welt herstellen soll. Teilnehmen werden nicht mehr als 120 asiatische und westliche Galerien an der Schau im „Shanghai Exhibition Centre“. Messeveranstalter ist die Firma Bologna Fiere, die in Italien die „Bologna Arte Fiera“ und weltweit siebzig Messen aller Art ausrichtet.

Pierre Huber, der seit mehr als zehn Jahren regelmäßig nach China reist, will „die westlichen Sammler nach Schanghai bringen, damit sie die zeitgenössische Kunst in Asien entdecken, und die Sammler von dort mit der westlichen Kunst vertraut machen“. Das Projekt sei die logische Antwort auf die Nachfrage des Markts, erklärt Lorenzo Rudolf: Allein in China, dem drittgrößten Konsumenten für Luxusgüter auf der Welt, gebe es mehr als 20.000 Dollarmillionäre und eine wohlhabende Mittelschicht. Die Wahl der weltoffenen Metropole Schanghai als Austragungsort soll für den Erfolg als Lifestyle-Event bürgen.



Text: F.A.Z., 09.12.2006, Nr. 287 / Seite 47
Bildmaterial: REUTERS

 
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