Frühaufsteher

Dax startet gut behauptet

05. Juni 2007 Gut behauptet ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag in den Handel gestartet. Bis 9.31 Uhr steigt der Dax um 0,1 Prozent oder 12 auf 7.988 Punkte. Die am Mittwoch anstehende EZB-Sitzung dürfte den Dax laut Händlern zwar etwas bremsen, allerdings stützten positive Impulse aus China. Dort ist es am Berichtstag an den chinesischen Börsen zu einer dramatischen Tendenzwende gekommen. Nach zunächst neuerlichen Einbußen von rund 7 Prozent in Schanghai hat sich der dortige Composite-Index der A-Aktien in die Pluszone vorgearbeitet. Die B-Aktien schlossen sogar mit Aufschlägen von über 9 Prozent nach vorherigen deutlichen Verlusten.

Mit Blick auf die Tendenzwende in China warnen Börsianer allerdings davor, damit die Korrektur in China als beendet anzusehen. Die hohen Kursausschläge seien vielmehr Ausdruck der dort herrschenden starken Unsicherheit unter den Marktteilnehmern. Das Ganze sehe stark nach einer Bärenmarktrally aus, heißt es. Unterdessen sei ein stärkerer Dax-Rückgang derzeit auch deshalb kaum zu erwarten, weil viele Anleger nach wie vor eher unterinvestiert seien und Rückschläge zum Einstieg nutzen könnten. Impulse könnten am Nachmittag vom ISM-Index für Dienstleistungen ausgehen, heißt es. Psychologisch unterstützt sei der Dax um 7.900 Punkte, eine technisch stärkere Unterstützung sehen Händler erst bei 7.780 Punkten.

Die Nachrichtenlage ist wie bereits in den vergangenen Tagen dünn. Deutsche Post könnten laut Händlern von der Entwicklung um das Briefmonopol gestützt werden. “Die Welt“ schreibt unter Berufung auf die Wirtschafts-Staatssekretärin Dagmar Wöhrl, das geplante Aus für das Monopol Ende 2008 sei nicht mehr zu erreichen. In den ersten Minuten notiert das Papier wenig verändert bei 24,06 Euro. Merck stehen zweifach im Blick des Marktes. Neben der für den Abend erwarteten Kür zum Dax-Mitglied stützten auch Aussagen vom ASCO- Kongress die Stimmung für die Aktie, heißt es. Sowohl ein Darmkrebsmedikament als auch ein Medikament gegen Gehirntumore hätten positive Studienergebnisse gebracht. Merck rücken um 2,5 Prozent auf 101,20 Euro vor.

Überraschend positiv reagieren Tui auf die Genehmigung der First-Choice-Übernahme durch die Kartellbehörden. Die Auflage eines Verkaufs von Budget Travel in Irland sei erwartet worden, heißt es. Tui steigen um 1,7 Prozent auf 20,65 Euro. Allianz gewinnen 1 Prozent auf 174, 35 Euro. Die Aktie steigt gemeinsam mit BNP-Paribas in den “Dow Jones Global Titan 50 Index“ auf.

Europäische Anleihen bleiben grundsätzlich in der Defensive

Die europäischen Rentenpapiere bieten in einem anhaltend optimistischen wirtschaftlichen Umfeld abgesehen von taktischen Erholungsbewegungen - möglicherweise ausgelöst durch ausgeprägt negative Markterwartungen oder schwächelnde Börsen - fundamental keine Kursphantasie nach oben. Im Gegenteil: Die Risiken liegen nach dem Bruch des langfristigen Trends ganz klar auf der unteren Seite. Die Zentralbanken dürften angesichts der knapper werdenden Kapazitäten, der nach wie vor überproportional wachsenden Geld- und Kreditmengen, der noch in der Pipeline befindlichen inflationären Impulse und der langsam überschießenden Finanzmärkte dazu gezwungen sein, restriktiver zu werden. Denn nur auf diese Weise läßt sich eine Krise vermeiden, die nach einem überzogenen Boom mit blasenartigem Charakter unweigerlich folgen würde. Kluge Notenbanken werden die Wiederholung der Erfahrung Japans in den neunziger Jahren vermeiden wollen. Dabei werden sie erkennen müssen, dass regional begrenzte Geldpolitiken alleine in globalisierten Finanzmärkten nicht sehr weit tragen können. Im frühen Handel liegt der Bund-Future mit einem Minus von neun Stellen bei 111,69 Prozent.

Euro auf neuem Rekordhoch zum Yen

Der Euro tendiert am Dienstag kaum verändert. Die europäische Gemeinschaftswährung liegt im frühen Handel bei 1,3498 Dollar und damit in etwa auf dem Niveau des späten Handels in New York. Dollar-Yen liegt bei 121,92 Yen je Dollar, was in der Kombination zum einem Euro-Yen-Kurs von 164,44 führt. Damit setzt der Yen seinen Abwertungstrend gegen die europäische Einheitswährung fort und befindet sich praktisch auf Rekordtief.

Aktien tendierten in Tokio leicht freundlich

Die Aktienmärkte in Asien haben am Dienstag uneinheitlich tendiert. Sorgen der Anleger nach einer erneuten Berg- und Talfahrt in China stand eine positive Stimmung angesichts guter Quartalszahlen aus den Unternehmen gegenüber. Zudem gab der wieder relativ hohe Ölpreis den Aktien von Öl-Konzernen Auftrieb. „Ich finde keine Worte für diesen Markt - er ist einfach verrückt“, sagte Analyst Wu Nan von Xiangcai Securities zur Entwicklung an Chinas Leitbörse Schanghai. „Die Leute haben eine Erholung erwartet, aber das ist nicht eingetroffen. Und jede kleine Erholung zieht nur eine neue Verkaufswelle nach sich, weil das Vertrauen weg ist.“ Tatsächlich war der Index SSEC auch am Dienstag wieder auf heftiger Berg- und Talfahrt und lag kurz vor Handelsschluss knapp ein Prozent im Plus. Im Tagesverlauf hatte er zeitweise mehr als sieben Prozent im Minus gelegen. Der Nikkei-Index in Tokio schloss 0,45 Prozent fester und mit 18.053 Punkten erstmals seit Ende Februar oberhalb der Marke von 18.000. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,21 Prozent auf 1776 Zähler. In Taiwan und Südkorea ging es ebenfalls leicht bergauf, Singapur und Hongkong notierten etwas schwächer. Die amerikanische Börsen hatten am Montag wenig verändert geschlossen. Zu den Gewinnern in Tokio zählten unter anderem die Anleger der Hausbaufirma Sekisui House, deren Aktien um rund drei Prozent nach oben kletterten. Das Unternehmen hatte zuvor Quartalszahlen vorgelegt, die über den Erwartungen des Marktes lagen. Papiere von Firmen, die im Öl-Geschäft sind, legten zu, nachdem der Preis für Öl der Nordsee-Sorte Brent am Montag in London um knapp zwei Prozent auf 70,40 Dollar pro Barrel gestiegen war. Nippon Mining gewannen 2,4 Prozent, Nippon Oil 3,8 Prozent.

Aktien in Hongkong tendieren etwas leichter

Etwas belastet von der anhaltenden Baisse am chinesischen Aktienmarkt zeigen sich die Kurse an der Börse in Hongkong am Dienstagmittag (Ortszeit) mit einer etwas leichteren Tendenz. Der HSI sinkt nach relativ hohen Umsätzen bis zum Ende der ersten Sitzungshälfte um 0,3 Prozent oder 60 Punkte auf 20.670. In Shanghai fällt der Index um 5,7 Prozent, der Shenzhen um 6,1 Prozent. “Die Konsolidierung in China ist weithin erwartet worden, aber der einheimische Markt reagiert langsam und gemäßigt“, sagt Peter Lai von DBS. Er sieht den HSI den Rest des Tages zwischen 20.500 und 20.800 Punkten. H-Aktien - in Hongkong gelistete Titel chinesischer Unternehmen - geben im Schnitt etwas deutlicher um 0,9 Prozent nach. Unter den Einzeltiteln steigen CNOOC um 2,6 Prozent auf 7,91 Hongkong-Dollar, nachdem die CLSA das Kursziel auf 9 von 8 Hongkong-Dollar erhöht hat. Cheung Kong rücken um 0,5 Prozent auf 103,10 Hongkong-Dollar vor und SHK Properties um 1 Prozent auf 90,60 Hongkong-Dollar.

Nachbörsliche Meldungen aus Amerika

Die amerikanischen Börsen haben am Montag nach dem Ende des offiziellen Handels leichter geschlossen. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator verlor 1,47 Punkte auf 1.932,26 Zähler.

Openwave Systems haben sich am Montag im nachbörslichen Handel in den Vereinigte Staaten deutlich reduziert, nachdem ein Teilgebot von Harbinger Capital Partners Master Fund I Ltd. und Harbinger Capital Partners Special Situations Fund L.P. zurückgewiesen worden war. Das Angebot, 49 Prozent der umlaufenden Titel für 3,80 Dollar je Aktie zu kaufen, wurde von Openwave Systems als unzureichend bezeichnet. Der Kurs fiel um knapp 13 Prozent auf 9,05 Dollar. Bob Evans Farms fielen nach anfänglichen Gewinnen um 0,3 Prozent auf 39,00 Dollar, obwohl die Quartalszahlen des Unternehmens über den Analystenprognosen gelegen haben. Im vierten Quartal wurde ein Nettoergebnis von 0,42 Dollar je Aktie erzielt, während Analysten 0,37 Dollar je Aktie erwartet hatten.

Wall Street hält am Montag das erreichte Niveau

Gut behauptet haben die Aktien an Wall Street am Montag den Handel beendet. Nach kleineren Gewinnmitnahmen zum Start konnte sich der Markt in den letzten Handelsstunden in ein leichtes Plus retten. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) stieg um 0,1 Prozent oder 8 Punkte auf das neue Rekordschlusshoch bei 13.676.

Der S&P-500 gewann 0,2 Prozent oder 3 Punkte auf 1.539. Der Nasdaq-Composite erhöhte sich um 0,2 Prozent oder 4 Punkte auf 2.618. Umgesetzt wurden 2,71 (Freitag: 1,48) Milliarden Aktien. Dabei wurden 1. 868 Kursgewinner und 1.381 -verlierer gesehen. 136 Titel schlossen unverändert.

Impulse waren rar, der Markt wurde von Unternehmensmeldungen dominiert. Der eine halbe Stunde nach Handelsstart veröffentlichte Auftragseingang der amerikanische Industrie ist im April mit einem Plus von 0,3 Prozent hinter den Erwartungen zurückgeblieben, blieb aber ohne nachhaltigen Folgen. Auch die Auswirkungen der chinesischen Marktschwäche hielten sich in Grenzen. Mit jedem erneuten starken Rückgang in Shanghai wirke sich dies weniger auf die Weltaktienmärkte aus, hieß es am Markt. Am Berichtstag war der Shanghai Composite Index um 8,3 Prozent gefallen, doch bereits die asiatischen Märkte hatte sich hiervon wenig beeindruckt gezeigt.

Wal-Mart stiegen um 3,5 Prozent auf 51,21 Dollar zu. Nach Aussage aus dem Handel profitierte die Aktie dabei von einer ganzen Reihe von Hochstufungen. Die Analysten von J.P. Morgan und HSBC haben die Aktie des Einzelhändlers auf “Overweight“ von “Neutral“ hochgestuft, Morgan Stanley auf “Overweight“ von “Equalweight“. In Zukunft dürfte bei der Eröffnung neuer Geschäfte selektiver entschieden werden, was sich positiv auf die Profitabilität niederschlagen sollte, heißt es zur Begründung.

General Electric profitierten von einem Artikel in Barron's, in dem die Möglichkeit einer Aufspaltung des Konzerns beschrieben wurde. Der Kurs stieg um 1 Prozent auf 37,81 Dollar. Palm haussierten mit 9,2 Prozent auf 17,57 Dollar, nachdem das Unternehmen bestätigt hat, eine 25 Prozent- Beteiligung an das Private-Equity-Unternehmen Elevation Partners verkauft zu haben. Apple legten um 2,5 Prozent auf 121,33 Dollar zu. Nach Aussage aus dem Handel habe die Nachricht gestützt, dass das iPhone am 29. Juni in den Vereinigte Staaten auf den Markt kommt. Das iPhone verbindet die Technik eines Handys mit der des iPod-Players. Das iPhone soll je nach Ausstattung zwischen 499 und 599 Dollar kosten.

Leichter „Rebound“ bei amerikanischen Anleihen

Etwas fester haben die amerikanische Anleihen am Montag im späten New Yorker Handel tendiert. Trotz der starken Abschläge am Freitag habe es aber nur wenig Gelegenheitskäufe gegeben, sagten Teilnehmer. Sie führten das leichte Kaufinteresse auf die Schwäche am chinesischen Aktienmarkt zurück. Dort ist es am Montag zu Verlusten von im Schnitt rund acht Prozent gekommen. Ohne Einfluss blieb der amerikanische Auftragseingang der Industrie für April, der mit plus 0,3 Prozent etwas unter der Erwartung von plus 0,6 Prozent lag. Im späten Handel stiegen zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 4,500 Prozent um 6/32 auf 96-21/32 und rentierten mit 4,929 Prozent, nach 4,954 Prozent am Freitag. Die mit 4,750 Prozent verzinste 30-jährige Staatsanleihe gewann 16/32 auf 95-25/32. Ihre Rendite fiel von 5,058 auf 5,023 Prozent.

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.

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Text: FAZ.NET

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NamePunkteProzent
Dax 7.156,55 +1,07
TecDax 866,04 +0,54
DowJones 12.986,80 -0,05
Nasdaq 2.528,85 -0,19
STOXX 50 3.862,91 +0,21
Nikkei 225 14.219,48 -0,23
S&P 500 Zert. 14,25 +1,28
Euro/Dollar 1,56 +0,00
Bund Future 113,46 -0,09
Gold 899,85 +0,00
Öl 124,13 +0,99
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