
Der Nomade ist sehr wichtig für die Wirtschaft.

ich moechte Ihnen antworten.
Zunaechst einmal: Das mit den "Holzhaeusern", das mag in einigen menschenleeren kanadischen Provinzen (wo ich noch nicht war) vielleicht stimmen. Im Grossraum Toronto, wo ich jetzt zuhause bin, sind mir selbige noch nie aufgefallen; auch nicht in den Vororten. Unser Haus (aus Stein...) ist so gut gedaemmt, dass meine Heizkosten auch im eisigen Winter nicht extrem hoch sein.
Doch, die deutschen Bosse, sie bekommen viel vom Staat, der ihnen wesentlich staerker ergeben ist als der kanadische meinem Chef . Die Regierungen setzen seit Jahren auf Lohndumping (geben es in vielen blumigen Worten selber zu), die Loehne sinken selbst in Boomjahren extrem. Die LNK sind in der BRD mittlerweile nur noch im Mittelfeld, betrachtet man die EU, und nicht, wie uns die entmenschlichte deutsche Wirtschaft weis macht, "spitze". Waehrend man in Kanada also den Mindestlohn immer hoeher steigen laesst; in Ontario auf bald 11$, denkt man in der BRD darueber nach, Loehne bis 4.50€ als "sittsam" zu betrachten. Die Folgen werden bekannt sein.
Die vielen vielen Zuschuesse und Boni fuer AG tuen ihr uebriges.
Waehernd es sich in CA lohnt, "ranzuklotzen", fuer AN, ist es in der BRD fast ratsam, mit allen Tricks Arbeit zu verweigern

Sicher, der Arbeitnehmer (nicht der Mensch) muss flexibel sein und hinter seiner Arbeit herziehen und dabei seine sozialen Bindungen aufgeben. Die braucht ein Arbeitnehmer ja ohnehin nicht, sie behindern ihn nur beim Arbeiten. Aber er soll zugleich auch Kinder bekommen, damit die Bevölkerung nicht schrumpft und neue Arbeitnehmer nachwachsen. Doch ohne die Nähe zu seiner sozialen Gemeinschaft ist er auf Kindergärten (sehr knapp) angewiesen, denn die Eltern sollen als Arbeitnehmer dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und Großeltern oder andere potentielle Unterstützer sind ja weit weg. Und die Kinder sollen auch alle zu Genies heranwachsen, denn unser einziger Rohstoff ist der technologische Wissensvorsprung. Und wenn er diese Flexibilität nicht aufbringt, wird er (wie in den Niederlanden) künftig auch noch mit einer Maut bestraft (der Umwelt zu liebe). Möchte er aber in der Nähe seines Arbeitsplatzes wohnen, kann er sich den Kaufpreis oder die Miete in den Innenstädten kaum leisten. Ja, der moderne Arbeitnehmer muss während eines kuzen Lebens mehrere Wunder vollbringen. Aber Work-Life-Balance wird überall sehr groß geschrieben. Ich werde das Gefühl nicht los, dass sich dabei die Katze irgendwie in den berühmten Schwanz beisst

Jeder Arbeitslose, der Stütze erhält, profitiert vom Staat - genauso wie ein Arbeitgeber, der umzugswillige und gut ausgebildete Arbeitnehmer findet. Warum denken Sie, der Arbeitgeber sei der größere Profiteur???
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Der Grund für die Austauschbarkeit von Häusern in USA/Canada liegt eher darin, dass diese sehr einfach gebaut sind (meist komplett aus Holz) und eine Katastrophe, was die Dämmung angeht. Außerdem gibt's dort fast unendlich Platz für immer neue Wohngebiete. Daher sind die Häuser verhältnismäßig billig (im doppelten Wortsinn), aber verbrauchen unheimlich viel Energie. Da diese in Deutschland nicht so günstig zu haben ist wie in Canada, sind die Häuser teurer und die Leute ziehen aus ihrem Haus nicht so schnell wieder aus, da sich Kauf, Renovierung oder Bau erst nach vielen Jahren wirklich lohnt.
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Übrigens, der Preis, den viele Nordamerikaner für die Flexibilität zahlen, ist eine grundsätzliche Skepsis vor zu engen Freundschaften mit neuen Nachbarn. Die Phrase "aus den Augen aus dem Sinn" erlebt dort eine ganz andere Qualität als es in Deutschland der Fall ist.

Wenn sich nämlich die Anwohner dagegen auflehnen, wenn soetwas wie Kraftwerk, Fabrik/Industriepark, Flughafenerweiterung oder S-Bahnanschluss gebaut werden soll, passiert nicht viel, weil es ja die Wohnqualität verschlechtern würde - Sie wissen ja, dass das Geld aus dem Geldautomaten, der Strom aus der Steckdose und die Lebensmittel aus dem Supermarkt kommen - hat also nichts mit Arbeitsplätzen/Kraftwerken/Transportwesen zu tun.
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So kämpfen mittlerweile viele Einwohner der Stadt Kelsterbach gegen die Flughafenerweiterung, obwohl die wirtschaftliche Existenz dieser Stadt gerade dem Flughafen zu verdanken ist (dort sind zahlreiche Logistikunternehmen angesiedelt). Einen anderen Fall, wohl auch aus dem Raum Frankfurt, erzählte unser VWL-Prof. Nachdem die Bewohner eines Neubaugebiets jahrelang für einen Anschluss an das S-Bahn-Netz gekämpft haben, konnten sich die späteren Bewohner auf keinen Standort für den Bahnhof einigen - die Schleife für die S-Bahnanbindung ist zwar gebaut, liegt aber brach.
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Aus dieser Sicht ist der Zusammenhang zwischen immobilen Hauseigentümern und deren erhöhter Arbeitslosigkeit wohl nicht immer ganz unverschuldet.

Die Arbeitgeber, sie sind doch die groessten Profiteure des Staates. weit mehr als (unwillige und willige) Arbeitslose es je sein werden.
Die deutsche Arbeitswelt ist im Gegensatz zur JETZIGEN kanadischen Arbeitswelt in Hinblick auf die Behandlung und die Wuerde der Arbeitnehmer und im Hinblick auf die Ethik in den Chefetagen geradezu entmenschlicht.
Zudem: In Kanada ist ein Haus seit jeher nicht mehr als ein Gebrauchsgegenstand, den man wie ein en Fernseher umtauscht; in Deutschland dagegen ist es eine Scholle fürs Leben, auch seit alters her. Man sollte also in Deutschland nicht etwas einfuehren wollen, was fuer die hiesige Kultur gaenzlich unnormal waere und nicht gut fuer die Familien.
So kann es fuer immer mehr Deutsche meiner Ansicht nach durchaus vollkommen vernuenftig sein, eben NICHT umzuziehen und den entmenschlichten Bossen der deutschen Arbeitswelt zu Diensten zu sein. Sehr, sehr vernünftig sogar.

Das die Mobilität der Arbeitnehmer nach einem Hauskauf oder Hausbau sinkt dazu bräuchte man keine Statistik, fakt ist das die meisten Häuslebauer / -käufer dies als Altersvorsorge planen denn durch die erhöhungen der zweiten Miete (Mietnebenkosten) sehen sich viele Haushalte gezwungen eine haus zu kaufen um diese Kosten zu minimieren. Anderer fakt ist, dass wir in Zukunft mobilier werden müssen doch dies steht im krassen gegensatz zu den Mieten in den meisten Großstädten. Andererseits warum kann die Politik die Standorte mit den meisten Häusle besitzern nicht für die Industrie schmackhaft machen?

Darüber räsonierte schon Johannes XXIII in seiner Enzyklika "Pacem in terris" - nur kam der zu einer anderen Schlußfolgerung:
"Hier halten Wir es für angebracht, daß, soweit möglich, das Kapital die Arbeit suche, nicht aber die Arbeit das Kapital. Auf diese Weise wird vielen die Möglichkeit einer Vermögensmehrung geboten, ohne daß sie zu ihrem großen Kummer gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen, einen anderen Wohnsitz zu suchen, in einer neuen Lage sich zurechtzufinden und mit anderen Menschen neue Beziehungen aufzunehmen."
Das Seßhaftwerden und somit die Überwindung des Nomadentums gilt in der Menschheitsgeschichte nicht zu Unrecht als die Geburt der Zivilisation.

Wenn ich den Artikel richtig verstehe, wird hier eine positive Korrelation zwischen dem Anteil an Hausbesitzern und Arbeitslosigkeit in Industrieländern unterstellt. Das heisst je mehr Hausbesitzer, umso grösser die Arbeitslosigkeit und eigentlich auch umgekehrt. Ich hoffe der Schluss daraus wird nicht sein, dass man Leute aus den Eigenheimen auf die Strasse jagt, damit die Arbeitslosigkeit sinkt. Wenigstens sollten wir hier die Entwicklung in den USA abwarten - dort übernehmen die Banken glücklicherweise diese Drecksarbeit. Mal gucken, was die Arbeitslosenquote dort macht. Dort könnte man also die Richtigkeit dieser Statistik nochmals untersuchen.
Zusammengefasst: Statistik ist die neue Religion unserer Zeit. Sie erklärt uns die Welt. Oder auch nicht. Ich persönlich könnte ohne solche "Statistiken" sehr gut leben. Mehr ist dazu glaube ich nicht zu sagen :-)

Wenn ich die Statistik der Herren Richard Green und Patric Hendershott einmal zu Ende denke, wäre die Arbeitslosenquote unter Eigenheimbesitzern folglich also höher als unter Mietern? Das möchte ich aber doch mal bestreiten!
... Oder mache ich hier einen/den Denkfehler?

es kommt noch etwas hinzu: in einem typischen Mietshaus leben mehrere Parteien übereinander, während Eigenheime i.d.R. nebeneinander stehen. Der Verbrauch an Boden ist also bei Eigenheimen wesentlich höher. Ausserdem braucht man in der Mietskaserne auch nur ein Dach für viele Parteien. Die Bindung gewisser Sozialleistungen an die Wohnfläche ist also nicht so ganz richtig. Es muss auch berücksichtigt werden, wieviele Leute "übereinander" leben.

Soll das ein neuer Versuch sein, den Arbeitslosen aufgrund „mangelnder Flexibilität“ selbst die Schuld zuzuschieben an ihrer Situation? Bestimmt hat niemand sich das ausgesucht, und ursächlich sind Veränderungen der Arbeitswelt (Personaleinsparungen, zunehmende Automatisierung der Produktion etc.), die nicht vom Arbeitslosen zu verantworten sind, sondern von den Arbeitgebern, bzw. der wirtschaftl. Situation.
Außerdem besteht ein himmelweiter Unterschied im Mobilitätsverhalten z.B. zwischen USA und BRD, wobei fraglich ist, ob wir uns wünschen, so zu leben. Ich empfand nie ein so starkes Gefühl fehlender „Heimatverbundenheit“ wie in den USA.
Wer sich mit viel Mühe und persönlichem Einsatz ein Haus gebaut hat, verkauft es nicht mal eben so, leichter fällt das natürlich unseren „Eliten“, die einfach Makler und Umzugsfirma beauftragen, und deren Kinder im Internat untergebracht sind.
Sarkasmus ein:
Aber natürlich ist es ein erklärtes Ziel, ein Heer von „flexiblen“ Arbeitskräften für die ganzen schlecht bezahlten Jobs zu haben, über die man beliebig verfügen kann. Und wo kämen wir hin, besäße das Prekariat auch noch Haus und Grund!
Sarkasmus aus!

Der Wechsel einer Mietwohnung alle paar Jahre soll eine Lösung sein? Überhöhte Mieten gibt es in Ballungsgebieten überall. Dann müssen gleichzeitig zwei Kautionen bereitgestellt werden, weil man immer in der Übergangsphase beide Wohnungen gleichzeitig halten muss. Es fallen Renovierungskosten an, wenn man Pech hat, in beiden Wohnungen. Regale, Bodenbeläge, eingepasste Möbel - kann man jedes Mal zu großen Teilen nicht mehr nutzen, muss alles neu kaufen, mit Verlust dem Nachmieter überlassen oder teils wegwerfen. Flächendeckend Einbauküchen, wie in anderen Ländern, gibt es auch nicht. Man hat mit dem Vermieter Terz wegen jedem angeblich zu viel gesetztem Bohrloch. Wird womöglich mit den Nebenkosten beschissen (jahrelang erlebt) oder für angebliche "Schönheitsreparaturen" zur Kasse gebeten für Dinge, die eigentlich der Vermieter regeln muss, der aber keine Lust hat und nur zum Kassieren kommt. Nein danke, da ist mir mein eigenes Häuschen lieber.
P.S. Fragen Sie mal Ihre Kinder, wie toll sie es finden, alle paar Jahre die Schule zu wechseln und den kompletten Freundeskreis zu verlieren. Selbst erlebt. Ist ganz toll, wirklich.

Ist es dann gerade eben nicht egal? Wenn doch an Ort A Arbeitsplätze sind und dort Menschen leben, die nicht nach Ort B ziehen möchten, können diese doch die Arbeit verrichten. Genauso verhält es sich an Ort B, wo ja die Leute auch nicht weg wollen. Ansonsten hätten wir ja auch zunehmend das Problem der Landflucht. Dort, wo Arbeit ist, in der Stadt, dort ziehen alle hin. Auf dem Land bleibt niemand. Also ist das jetzt positiv oder negativ?

Wie sagte doch schon Tyler Durden: The things you own end up owning you.

Wenn der Eindruck nicht täuscht, so beanspruchen Menschen, die ein Eigenheim haben, mehr Wohnraum als Menschen in einer Mietwohnung. Im Internet findet man Zahlen aus einem Bundesland: Eigentum, 51,8 qm/Nase, Miete 40,4qm/Nase. Das sind über zehn qm Unterschied (>25%) und eine dementsprechend höhere Kapitalbindung- Kapital, welches der produktiven Industrie fehlt.

solche untersuchungen gab es schon des öfteren, immer im kontext wohneigentum zu irgendwas,
und erstaunlicherweise verliert dabei meist das selbstgenutzte wohneigentum - was aus eigener erfahrung leider stimmt
als mieter ist man unabhängiger im gesamten denken und handeln - und damit auch erfolgreicher, und mit erfolg reicher
die flexibilität eines wohnens zur miete, d.h. immer möglichst nahe an dem wohnen zu können, was einem im jeweiligen lebensabschnitt am wichtigsten ist, ist nicht zu unterschätzen - neue arbeitsstelle - neue wohnung in der nähe, d.h. kurze wege, spart geld und zeit - in der summe mehr produktive zeit.
wie viele gibt es schon, die irgendwo vermeintlich schön gelegen ihr nicht abgezahltes häuschen haben und hunderte kilometer weit weg im 1-Zimmer-Apartment hausen, um Einkommen generieren zu können. Das kann s ja wohl nicht sein.

>>Frauen sind bekanntermaßen äußerst bodenständig und weniger flexibel als Männer<< Da muss ich heftig widersprechen. Erstens kann man nicht alle Kulturen verallgemeinern. Zweitens herrscht in vielen ostdeutschen Ortschaften ein Männerüberschuss, da viele ostdeutsche Frauen in den Westen gegangen sind. Ich kenne in meinem Umfeld (Westdeutschland) viele (über 20 Frauen), die aus dem Osten stammen und hier teilweise verheiratet sind. Sicherlich sind Frauen kritischer, wenn dem Ehemann eine "tolle" neue Stelle angeboten wird, da sie weniger anfällig auf plumpe Bauernfängerei des Arbeitgebers reagieren.... Es mag sein, dass "EHE"-Frauen weniger flexibel sind, aber ich habe nur Erfahrung mit meiner jetzigen und einzigen Ehefrau. Und die ist ziemlich flexibel. Wir sind seit wir uns kennen bereits 5X umgezogen. Sie stammt übrigens aus .... Sie werden es erraten. ;)

Und lässt uns wieder frei entscheiden, ob wir Nomaden oder Sesshafte sind. So ein Blödsinn.

Der Schlussfolgerung der Autoren kann ich uneingeschränkt zustimmen. Statt die Flexibilität von Arbeitnehmern über geringere Transaktionskosten zu fördern, wird an dieser Stelle abgeschöpft. In Berlin und Hamburg sogar mit 4,5% Grunderwerbssteuer. Die ökologisch bedenkliche Pendlerpauschale (insbesondere für längere Strecken) dagegen wird beibehalten. Überhöhte Maklerprovisionen und Notarkosten (inkl. Grundbuchamt) lassen die Nebenkosten bei einer privaten Immobilientransaktion schnell auf 12% klettern. Gerade im privaten Haus- und Wohnungsmarkt sollte da Spielraum nach unten sein.

...nach Ansicht des hessischen Ökonomen P. Rabe steht die Arbeitslosigkeit vielmehr in direkt-reziprokem Verhältnis zum Konsum von Apfelwein (auf Hessisch 'Äppler'). Umfangreiche Forschungen von P. Rabe haben nämlich klar ergeben, daß die Arbeitslosigkeit von Bundesländern mit hoher Äpplerquote, wie z.B. Hesssen deutlich geringer ist als in Bundesländern mit geringer Äpplerquote wie z.B. Thüringen, dem Saarland oder Bremen.