Der amtierenden Sportdezernentin ist nicht zum Vorwurf zu machen, dass aufgrund von Fehlentscheidungen ihrer Amtsvorgänger den jährlichen 8 Millionen Euro für die Sanierung der städtischen Sportanlagen mit fast 19 Millionen Euro Zusatzkosten für das deutsche Sportfest im kommenden Jahr fast die zweieinhalbfache Summe gegenüberstellt. Immerhin ist es Daniela Birkenfelds Anstrengungen zu verdanken, die Zusatzkosten um rund 6 Millionen Euro reduziert zu haben, wenngleich die verschwenderische Gesamtsumme von 25 Millionen Euro für ein Fun-Spektakel von 5 Tagen auf Steuerzahlers Kosten immer noch skandalös hoch ist und die Frage nach der Relation öffentlicher Ausgaben aufwirft. Zweifelsohne würden die so verausgabten Gelder in der Sportförderung den Frankfurtern besser direkt zugute kommen - nur weniger publicityträchtig. Die politisch Verantwortlichen dieses dubiosen Vorgangs um das Deutsche Turnfest herauszufinden, ist Aufgabe eines Untersuchungsdausschusses der Stadtverordnetenversammlung. Es gehört aber wenig Fantasie dazu vorauszusagen, dass die Entscheidungsträger mit den ehemaligen Sportdezerneten Vandreike und Becker nicht nur in der zweiten Garnitur des Magistrats, sondern vor allem ganz an dessen Spitze zu suchen sind.
