So drehte das ZDF die Dokumentation - in einem ausdienten Hallenbad

Fernsehkritik: „Rückkehr der Sintflut“

Bangen bei jeder dunklen Wolke

Die Sintflut kehrt zurück, mitten hinein ins Abendprogramm. So zelebriert jeder seine Katatrophe. Das Zweite versucht es mit einem zweiteiligen Klimaschocker, der die Fakten in Paniksoße tunkt. Von Joachim Müller-Jung

Lesermeinungen zum Beitrag

23. April 2008 12:24

Lieber Klimaschock als Nichtstun

M. Burth (Ma-Bu)

Nachdem unsere Politiker - insbesondere die Bundeskanzlerin und der Umweltminister - nach den hochtrabenden Zielen von Heiligendamm, Meseberg und Bali längst wieder zum business as usal zurück gekehrt sind und lieber die deutsche Autoindustrie als das Weltklima retten, ist ein gelegentlicher Weckruf in den Medien sehr zu begrüßen. Für interessierte Beobachter ist es schon sehr interessant zu sehen, wie die deutschen Medien trotz zunehmender Hiobsbotschaften aus der Wissenschaft überwiegend zum Alltag übergegangen sind.
Was ist schon die Klimakatastrophe - gerne auch als Klimawandel verniedlicht - gegen den Verlust von 20.000 Arbeitsplätzen in der deutschen Auto- oder Stahlindustrie? Wenn da das ZDF in einer Mischung aus Information und Unterhaltung das Thema Klimawandel wieder aufnimmt und natürlich ein besonders düsteres Szenario zeichnet, das vielleicht den reichen Mitteleuropäern, nicht aber den Südasiaten erspart bleibt, ist das kein Grund zur Medienschelte. Das ausgerechnet diese Zeitung ungenügende Recherche, mangelnde Ausgewogenheit und hyperaktives Schauspiel kritisiert befremdet, in der FAZ, die in der Vergangenheit den Klimaskeptikern viel Raum zur Selbstdarstellung gegeben hat. Aber die machen ja keine Panik!!

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22. April 2008 14:35

Gebt ihnen doch bloß etwas Gehirn...

curd cramer (c.cramer)

Am bezeichnendsten für die gesamte wirre Klimadiskussion fand ich folgende Szene dieser Sendung: Draußen regnet es Kuhscheiße und sie hocken lethargisch in ihrer Hütte - 'Unser Wasser ist alle...'. Genial! Wahrscheinlich sind wir bis 2032 wirklich schon so verblödet, daß uns unsere Anpassungsfähigkeit an wechselnde Umweltbedingungen abhandengekommen sein wird - die ja eigentlich das hervorstechendste Merkmal des Menschen ist.

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17. April 2008 08:46

Wo beibt der gesunde Menschenverstand ?

Edgar Gärtner (Edsches)

Es fällt auf, dass im Machwerk des ZDF, in dem fast alles gestellt ist, die wenigen interviewten Eingeborenenen als einzige mit dem gesunden Menschenverstand argumentieren. Eine schöne Bestätigung für Hannah Arendt, die schrieb, die Moderne sei durch den Verlust des gesunden Menschenverstandes charakterisiert. Ich möchte jetzt gar nicht in die Debatte Mythen versus Fakten einsteigen, weil mir klar ist, dass es mythenfreie Fakten gar nicht geben kann. Auffälig ist jedoch, dass speziell in den Programmen der öffentlich-rechtlichen Sender (bei den andern ist es sicher nicht besser) nur noch selbstzerstörerische Mythen gefragt sind. Demgegnüber haben die Mythen der interviewten Eingeborenen immerhin den Vorteil, diesen das (stammesmäßige) Überleben in einer oft feindlichen Umwelt zu sichern. Schon deswegen werden wir auch gegenüber dem in China dominanten Mythos der Rückkehr zum Reich der Mitte kaum Chancen haben. Es ist nur zu hoffen, dass sich wenigstens die "schweigende Mehrheit" ein Fünkchen gesunden Menschenverstand bewahrt hat.

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16. April 2008 19:44

Wissen

Klaus Schubert (exergie)

Verehrter Herr Anschütz, wenn Sie so viel Wissen angereichert haben sollten Sie auch wissen, dass die Hochwasserprobleme wie am Rhein, Donau, Oder und und..
hausgemachte sind und primär nichts mit dem Klimawandel zu tun haben. Wenn ich Flüsse in Kanäle umwandle und die Flutflächen nehme, passiert, was passiert. Übrigends, eine Sturmflut in den 30-iger Jahren des 19. Jahrhundert, also erst am Beginn der Industriealisierung drückte das Wasser so weit in die Elbe, das noch in Neuhaus die Häuser bis zur Dachrinne unter Wasser standen.
Leute, die das Wetter nicht mal für drei Tage vernünftig voraus sagen können, was noch vergleichsweise einfach ist, geben eine Klimaprognose für 100 Jahre. Das ist Scharlatanerie.

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16. April 2008 14:47

getroffene hunde bellen!

ewald walder (ewald49)

ja die klimakatastrophe beschäftigt insgeheim jeden. die, die am lautesten bellen wenn die veränderungen unseres klimas beim namen genannt werden (über die art und weise wie das inszeniert wird kann man geteilter meinung sein) wissen, dass sich etwas anbahnt. aber lieber "ein ruhiges ruhekissen", als den tatsachen, die nun nicht mehr zu übersehen sind, in die augen sehen.
sicher, polemik ist zu verurteilen. aber das problem mit unserem klima zu thematisieren ist legal, wenn nicht sogar nötig.

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16. April 2008 11:59

Das will doch keiner wissen- nur ein ruhiges Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen

Christoph Anschütz (TuNichtGut)

wir hier in Köln bauen weiter höhere Hochwasserschutzwände.
Gerade erst vor meiner Tür fertig geworden, die neuen Schutzsysteme in Westhoven.
Letztes Jahr in Zündorf die neuen mobilen Hochwasserschutzwände.

Genau, alles Panikmache.

Ob ich das Haus nicht kaufen wolle in dem wir zur Miete wohnen, fragte mich der Vermieter, 200 qm Wohnfl, 1000qm Grdst, das sei doch nicht zu verachten.
Nein, sagte ich, das werde ich meinen Kindern nicht mehr vererben können weil es dann unter Wasser liegen wird.
Ach, sagte er, befürchten Sie das auch.

Und, um den Meinungen hier zu folgen, wir sind beide absolut stupide Blödhansel, deshalb haben wir sechsstellige Einkommen, unsere Mitarbeit ist nicht nur aufgrund unserer jeweils doppelten Stuidengänge bei unseren Arbeitgebern geschätzt.

Mein Vater verkaufte in den 70zigern ein Traumgrundstück in Traumlage für 4 Mio DM weil er befürchtete, dass die neue Straße das Gebiet gefährde. Alles Panikmache sagte man dem Dr. Dr. Dipl., der Wert wird weiter steigen, gerade aufgrund der Straße, ist doch modernste Technik hier. Es wurde gefuscht, die Straße rutschte ab, der spätere Prozess brachte 2 Mio im Vergleich für den neuen Eigentümer.

Nur ein ruhiges Gewissen taugt als sanftes Ruhekissen.

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16. April 2008 10:23

Gibt es eigentlich den Strafbestand der Volksverdummung?

Detlef Symietz (Symietz)

Zugegeben, diese "Dokumentation" habe ich mir nicht angetan, doch es reicht das Lesen der Fernsehkritik, um meine schlimmsten Befürchtungen bestätigt zu sehen.
Ein winziges Detail:
Wenn jemand behauptet (oder es auch nur für prinzipiell möglich hält), dass das Grönlandeis in wenigen Jahrzehnten schmelzen könnte, dann ist er als Scharlatan entlarvt.Seine Berufstätigkeit muss sich dann auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen beschränken. Da schmelzen also lt. K.Steffen jährlich 150km3 Eis in Grönland ab.Bei einer Gesamtmenge von ca. 2.5 Mio km3 dauert das dann >10000 Jahre oder vielleicht auch nur 24, ich weiss genau. Prof.Schönwiese schrieb einmal:"Noch nie hat ein seriöser Klimaforscher behauptet, die Polkappen würden abschmelzen". Da hat er schon recht, das Schlimme ist nur, dass zu solchem Unsinn keiner etwas laut gesagt hat. gespannt bin ich auf die Kommentierung dieser Fernseh"dokumentation" durch die PIK-Experten Rahmstorf und Schellnhuber.
Wer schweigt, heisst es bekanntlich, macht sich mitschuldig. Das gilt nicht nur bei Menschenrechtsverletzungen, das gilt auch bei instrumentalisierter Volksverdummung.

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16. April 2008 10:07

Ökologismus

M. Steinbrix (manfred1954)

... und wer die Nerven hat, sich mit diesen und anderen Weltuntergangsszenarien und den dort meist unterschlagenen Fakten zu beschäftigen, dem empfehle ich eine meiner Lieblingsseiten im web: oekologismus.de!

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16. April 2008 09:40

Die reinste Frechheit . . .

Roman Müller (Schuster84)

das ausgerechnet die Öffentlich-Rechtlichen Sender den Klimawandel mit effekthaschenden, panikmachenden Beiträgen ausschlachten.
Was ich da gestern in Auszügen gesehen habe hatte rein gar nichts mit dem so oft beschrienen Bildungs- und Informationsauftrag zu tun. Klar waren die genannten Fakten richtig und teilweise erschreckend (Grönlandeis) - aber letztlich dienten sie nur dazu eine drittklassige Katastrophen-Reportage auf Bild-Niveau zu rechtfertigen!
Dass ich erst gestern meine GEZ-Beiträge überwiesen habe macht die ganze Sache nicht besser. . .

Gruß Schuster

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16. April 2008 08:37

Nach den ersten drei Zeilen

Harry Hain (zx10)

fällt mir ein besonderer Umstand ein. Die höchsten Pegelstände des Rheins konnte ich in Zons (bei Düsseldorf/Neuss) sehen. Diese Höchststände waren alle in der sogenannten kleinen Eiszeit (~1700-1900).

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