Michael Jackson

Die Verpflichtung seines Körpers

Arbeit am Selbst als Arbeit am Körper: Michael Jackson versuchte die Popmoderne körperlich zu disziplinierenEs reichte nicht aus, nur Tänzer und Sänger sein zu wollenMit stählernem Fitness-Programm zum Hedonismus: Jackson auf Welttournee im Jahr 1992In den Rollen verloren, die er spielte: Jackson 1996 mit Koalabär im australischen Adelaide

Bildergalerie Er wollte doch nur für Gesang und Tanz zuständig sein: Michael Jackson konnte alles, nur nicht zeigen, wie er wirklich war. Den Hedonismus hat er nur nach außen hin verkörpert. Sein eigenes Programm setzte er mit gnadenloser Härte gegen sich selbst durch. Von Diedrich Diederichsen

Lesermeinungen zum Beitrag

06. Juli 2009 20:47

because of rythm and groove

Christina Morhardt (summerberlin)

Die Beschreibung als unreife Persona kann ich nicht verstehen. MJ hat seine Figur in allem was er tat perfekt performed, das war die Märchenfigur. Texte und Videos, mit denen er sich aufs Sozialpolitische immer platt platziert hat, zeigen nie Schauplätze einer gesellschaftlichen Realität. Es spielt immer in der Kulisse. Er besass eine ihm eingeprügelte Disziplin, die damals dafür dasein sein sollte, aus dem Soul einen Superstar zu machen. Das bedeutete bei Motown, die Attribute der weissen Musik zu adaptieren, um kommerziell zu werden. Eben das kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Ich will nicht sagen, Hip Hop kann sich dafür bedanken, durch die Motownbrücke erst entstanden zu sein, aber MJ konnte den Soul in den einstigen Glamour des Pop verwandeln. Die Auftritte waren immer perfekt choreografierte Tanztheater, wo die Einfachheit der Aussage galt. Schaut man sich die Tanzschritte an, merkt man bald, dass nach Billie Jean immer das gleiche getanzt wurde. MJ war ein multimedialer Peter Pan, und er war es total perfekt. Ein sensibler Neverlandfreak ist für Kinder eben auch sehr spannend, bis heute. Aber sowas ist nicht unreif, nur weil ein Mann mit seiner Adoleszenz nie klarkommt. Sowas ist die Perfektion genau dieser Figur.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
01. Juli 2009 00:19

War Michael Jackson ein Monster?

Oliver König (olikoenig)

Kaum ist Michael Jackson gestorben, scheuen sich die Medien nicht, ihn als einen bedauernswerten Freak hinzustellen. Spiegel Online geht am weitesten und veröffentlicht einen Artikel mit dem Titel "Ein monströses Genie". Was rechtfertigt es, einen Menschen Monster zu nennen, zumal kurz nach dessen Tod?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
30. Juni 2009 10:05

@Autor Diedrich Diederichsen hat den wahren Blick für Pop-Idole...

Else Schnabelbeiss (ElseSchnabelbeiss)

Es ging nicht um ein "Sauerstoffzelt", sondern um die tragische Figur
Michael Jackson!
Ruhe er in Frieden mit all dem Pharmaka im Bauch...

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
29. Juni 2009 23:19

Erst recherchieren, dann kommentieren

Barbara Schmidt (baschmi)

Erschütternd, dass sich der Autor Diedrich Diederichsen offensichtlich auf Berichte aus der Yellow Press beruft, um sich eine Meinung über die Person Michael Jackson zu bilden, mit der er seine scheinbar klugen Thesen stützt. Offenbar hat D.D. für seine Recherchen noch nicht einmal das Interview verwendet, das 1993 Oprah Winfrey mit M.J. führte und das z.B. die Mär vom "Sauerstoffzelt" in ein Nichts auflöst.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
29. Juni 2009 14:38

Ein gealtertes Kind von 50 Jahren fängt an...

Else Schnabelbeiss (ElseSchnabelbeiss)

zu realisieren was auf Ihn zukommt ... (50 Shows usw. nach 15 Jahren Pause aus dem Geschäft...), die Psyche schwächt sich die Versagensangst wird jeden Tag größer der Pharmatopf steht jederzeit griffbereit ... man langt zu ... die Angst schwächt sich ab die Zeit bis zum Auftritt wird immer kürzer der Körper signalisiert schwindende Kräfte ... Selbstzweifel kommen auf ... Veranstalter, Gläubiger und Erwartungshaltung der Familie zwingen Dich immer weiter in einen fatalen Zustand und so kommt was kommen musste der Griff zum "finalen Abstand" des Dilemmas... vielleicht auch nicht aber ich denke die Autopsie wird diese "These" untermauern!
Alle irdischen Qualen hast Du selbst abgelegt...

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
29. Juni 2009 14:29

Endlich fasst jemand "fachlich versiert" das Bild MJ auf...

Else Schnabelbeiss (ElseSchnabelbeiss)

Tanz in ein anderes Selbst!
Bravo für diesen trefflichen weil ehrlichen Beitrag!
Jeder der auf der "Strasse derartiges Getänzel meint zwanghaft zur Schau stellen zu müssen", sollte sich diesen Beitrag zu Hause übers Bett festnageln und seine Persönlichkeit in einer ruhigen Stunde (oder Tagen) überdenken!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
29. Juni 2009 13:13

Brilliant

Heinrich Seul (creamseul)

Das mit großem Abstand Beste was ich zum Thema und auch sonst seit längerem gelesen habe.
Gratulation.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
29. Juni 2009 13:01

Hysterie und Geschäftemacherei...

thomas ackermann (chefmixer)

Noch vor einigen Tagen lagen in einem großen Elektronikmarkt viele CD´s von Michael Jackson auf den Schnäppchen-Tischen. Es verging keine Nacht, und die CD´s waren allesamt wieder mit dem regulären Preis ausgezeichnet. Aber davon abgesehen muss man leider auch festhalten, dass der Rummel um Michael Jackson in den letzten Jahren jedes Niveau und jedes ethisch vertretbares Maß verloren hatte. Das dieser Künstler letztlich ein von seiner Umwelt aus Gründen der Gier in die Enge getriebener Irrer war, das mögen sich die Meisten nicht eingestehen. Jede Träne die jetzt öffentlichkeitswirksam in Szene gesetzt wird ist daher ein Akt der Dummheit oder zumindest Heuchelei. Wenn Sophia Loren von ihrem "blutenden Herz" spricht - zeigt das exemplarisch die elende und dunkle moralische Infertilität der Medienindustrie.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 8 von 8 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche