Pro & Contra

Kommen Sie doch in mein Labor!

Spezial Der Hirnforscher Wolf Singer ist des Argumentierens müde. Wenn die Philosophen immer noch an die Freiheit des menschlichen Geistes glaubten, dann sollten sie doch in sein Labor kommen und sich im Selbstexperiment vom Gegenteil überzeugen lassen. Das schlägt er dem Philosophen Peter Janich vor, der davon jedoch nichts wissen will. Ein Briefwechsel.

Lesermeinungen zum Beitrag

20. Juli 2008 21:37

Grundsätzliche Bemerkungen zur Debatte (1)

Dieter Freundlieb (DFreundlieb)

Langsam wird es mir selber unangenehm, in dieser Debatte so viel Platz zu beanspruchen. Aber es geht um Dinge, die mich selbst seit langem bewegen. Deshalb: Auch auf die Gefahr hin, als jemand zu erscheinen, der immer das letzte Wort haben will, möchte ich meinen früheren Beiträgen noch einige etwas allgemeinere Bemerkungen anfügen, zumal man hier offenbar sehr leicht missverstanden werden kann. Leider kann ich das nicht mit nur ganz wenigen Worten tun. Mich erstaunt immer wieder die bisweilen doch ziemlich militante anti-philosophische (und speziell anti-metaphysische) Haltung der Verteidiger der Naturwissenschaften und deren Alleinvertretungsanspruch, wenn es darum geht, mentale Phänomene zu erklären. Ich hatte angenommen, dass der naive Positivismus des frühen 20. Jahrhunderts mit seinem Sinnlosigkeitsverdacht gegen alle Metaphysik endgültig diskreditiert ist und nicht mehr auferstehen könnte. Um nicht missverstanden zu werden: ich glaube nicht an einen cartesischen oder sonst einen Materie-Geist Dualismus. Es ist aber nach wie vor ein ungelöstes Problem, wie selbst ein bescheidener Freiheitsbegriff, ohne den wir nun einmal nicht sinnvoll existieren können, in eine naturalistisch verstandene Welt passt. (Forts. in Teil 2)

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20. Juli 2008 21:08

Unantastbare Wahrheiten?

Dieter Freundlieb (DFreundlieb)

Zu Paulsens „Glauben statt Wissen“: Ich bin nicht sicher, was genau Paulsen hier kritisiert. Er scheint zu meinen, dass ich glaube, Erkenntnistheorien verfügten über unantastbare Wahrheiten. Das ist natürlich nicht der Fall und wäre auch ganz unphilosophisch. Spätestens seit dem Ende des Positivismus im frühen 20. Jahrhundert gibt es so gut wie keinen ernstzunehmenden Philosophen, der meint, über unantastbare Wahrheiten zu verfügen. Selbst christlichen Theologen fällt das zunehmend schwer.

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20. Juli 2008 21:04

Wer blubbert hier? (2)

Dieter Freundlieb (DFreundlieb)

Völlig unverständlich ist mir Paulsens Vorwurf, ich würde (zumindest implizit) ein intolerantes, totalitäres System propagieren. Mir scheint es genau umgekehrt zu sein. Wenn die Wahrheit bzw. Geltung von faktischen oder normativen Aussagen durch Mehrheitsbeschlüsse zustandekommt, dann ist das nur eine weitere Version einer intoleranten, totalitären Machtausübung (die andere Version ist, dass Einzelne soviel Macht besitzen, dass sie eine Meinung als verbindlich und unangreifbar durchsetzen können – nach dem Prinzip „Might is right“). Wissenschaftlichen Fortschritt konnte es nur gegeben, indem sich eine kleine Minderheit (oft ein einziger Forscher) gegen herrschende Mehrheitsmeinungen durchsetzen konnte. Und zwar deshalb, weil seine/ihre Theorie objektiv den Vorgängern überlegen war. Und davon mussten sich die einzelnen Individuen in der Forschergemeinschaft überzeugen können. Sonst wäre die neue Theorie verworfen worden. (Für Kenner der Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte: Ich glaube, dass Thomas Kuhn und Paul Feyerabend hier falsch liegen).

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20. Juli 2008 21:01

Wer blubbert hier? (1)

Dieter Freundlieb (DFreundlieb)

Zu Paulsens „Kommunizieren oder Blubbern“: Zwei Punkte müssen hier genügen. Schon aus rein logischen Gründen macht Paulsens Behauptung, dass man ohne Vorabeinigung über Sprache nur individuelles Geblubber produzieren kann, keinen Sinn. Unser Vokabular ist endlich. Es ist also strikt unmöglich, alle Begriffe durch andere Begriffe zu definieren. Man geriete bei einem solchen Versuch unvermeidlich in einen vitiösen Zirkel. Trotzdem ist Sprachverständnis möglich. Also ist es auch möglich, viele Begriffe ohne vorangehende verbale Definitionen zu verstehen (ein Gemeinplatz in der Linguistik). Auch Paulsen selbst hat hier nirgendwo seine Begriffe definiert. Meint er also, dass er nur blubbert? Sicherlich nicht. Popper hatte völlig Recht, gegen die Definitionssucht zu polemisieren. Sie bringt uns in der Sache nur selten weiter. Fortsetzung in Teil 2

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20. Juli 2008 20:58

Über das Denken denken

Dieter Freundlieb (DFreundlieb)

Zu Paulsens „Geld arbeitet nicht“: Was die Unterschiede zwischen den Natur- und den Geisteswissenschaften angeht, bin ich mit Paulsen weitgehend einer Meinung und weiss daher nicht, was in seinen Bemerkungen gegen mich sprechen könnte. Allerdings muss man sich darüber klar sein, dass man von Beeinflussung geisteswissenschaftlich bzw. sozialwissenschaftlicher Phänomene durch Theorien über diese Phänomene sinnvoll nur im Rahmen EMPIRISCHER Wissenschaften reden kann. Von denen habe ich aber gar nicht gesprochen. Auf die (selbstreflexive!) Bewusstseinsphilosophie trifft das jedenfalls NICHT zu. Hier geht es überhaupt nicht um Theorien im Sinn empirischer Wissenschaften, die Erklärungen und Voraussagen möglich machen sollen. Ich kann nur wiederum betonen: Philosophisches und empirisch-wissenschaftliches Argumentieren sind in entscheidenden Hinsichten grundverschieden. Und alles wissenschaftliche Argumentieren hängt in seiner Geltung von bestimmten philosophischen Annahmen über unsere Welt ab, die nicht selbst wissenschaftlich sind oder durch wissenschaftliche Resultate widerlegbar sind. Das heisst natürlich nicht, dass sie nicht anderweitig rational kritisierbar sind.

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20. Juli 2008 16:39

The Body in the Mind (und nicht umgekehrt...)

Hartmut Krompner (gesundheitskrank)

@Enrico Zapato (porompom): "Natuerlich ist das Gehirn "groesser" als der menschliche Geist!?" Nein, die physikalische Welt ist ein Produkt des Geistes und nicht umgekehrt. Materie sind Erscheinungen im Bewusstsein und Manifestation von Geist, die umgekehrte Argumentation ist in sich nicht schlüssig. Das ist eigentlich auch für Naturwissenschaftler nicht unbedingt etwas Neues: Max Planck: "Meine Herren, als Physiker, der sein ganzes Leben der nüchternen Wissenschaft, der Erforschung der Materie widmete, bin ich sicher von dem Verdacht frei, für einen Schwarmgeist gehalten zu werden. Und so sage ich nach meinen Erforschungen des Atoms dieses: Es gibt keine Materie an sich. Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Alls zusammenhält. Da es im ganzen Weltall aber weder eine intelligente Kraft noch eine ewige Kraft gibt - es ist der Menschheit nicht gelungen, das heißersehnte Perpetuum mobile zu erfinden - so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewußten intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie. " (Quelle: Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft, Abt. Va, Rep. 11 Planck, Nr. 1797.)

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20. Juli 2008 16:21

Mangelndes interdisziplinäres Wissen

Fabian Harmanus (Revaros)

Das Grundproblem ist hier nicht, dass Singers Ansprüche nicht philosophischen Ansprüchen genügen, sondern auch nicht wissenschaftlichen. Defizite in Grundbegriffen erkennt man auch, wenn so mancher bei dem Wort Kausalität oder Kausalkette dies sofort mit Newton´scher Mechanik gleichsetzt und damit mit Determiniertheit, was schlichtweg falsch ist. Determiniertheit ist definitiv kausal, Kausalität oder Kausalketten sind aber nicht zwangsweise determiniert (siehe z.B. Quantentheorie)! Singer postuliert definitiv einen kausalen Zusammenhang zwischen neuronaler Aktivität und folgender Handlung, sonst würde sein Experiment schlichtweg als nicht zusammenhängend und damit aussagelos gelten müssen. Den Fehler, den er aber begeht, ist dass er diese Kausalität mit Determiniertheit gleichsetzt und u.a. damit den aktuellen Wissenstand der Physik einfach ignoriert. Er behauptet sinngemäß einfach, dass die Initiierung der neurolaen Aktivität sich gänzlich deterministisch aus dem gesamten Umwelteinfluss und der Genetik ableite, wo er von schlüssiger Ableitung (Neuronale Aktivität->Handlung) zu bloßen und v.a. - wissenschaftlich unbewiesenen - rein spekulativen Vermutungen (Umwelt/Genetik->Neuronale Determinierung) verfällt.

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20. Juli 2008 14:51

Das Manifest ist von 2004

Peter Schwaderer (Einbauschrank)

Diese Debatte ist von 2008. Vielleicht hat sich ja was getan in den letzten vier Jahren.

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20. Juli 2008 14:40

Nochmaliger Versuch einer Klärung

Heinz Georg Schuster (H.G.Schuster)

Singer sagt: 1.“Geistige Phänomenen beruhen auf neuronalen Prozessen“.2. „Es gibt kein immaterielle Agenten die geistige Prozesse anstoßen“. Klärungsversuch: Ad1. Verschiedene Beschreibungsebenen prallen aufeinander. Ähnlich wie Janich würden wir aufschreien wenn jemand sagte, ein Orgelkonzert „beruht“ darauf, dass Luftsäulen in Rohren zum Schwingen gebracht werden. Natürlich stimmt das physikalisch, aber es erfasst die Schönheit eines Orgelkonzerts nicht. Ad2. Auch Janich wird nicht ernsthaft an immaterielle Agenten glauben? - Janich sagt: 3.“Ein Experiment ist eine Prozedur, die nicht selbst in ein Verhältnis zu einer Theorie treten kann“. 4. „Es geht z.B. um das Problem ob es bei instruierten Versuchspersonen überhaupt ein vom Experimentalausgang unabhängige Reproduzierbarkeit von Daten geben kann“. Klärungsversuch: Ad3. Theorien können durch Experimente widerlegt werden. Wenn Janich die Theorie aufstellte, dass Steine von der Erde zum Himmel fallen, könnte er selbst ein Experiment machen, das seine Theorie falsifiziert. Ad 4. Wenn man ein neurobiologisches Experiment mit sehr vielen unterschiedlichen Versuchpersonen oft genug wiederholt erhält man ein statistisch gesichertes reproduzierbares Resultat für das mittlere Ver

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20. Juli 2008 14:07

Exakt

Ingo-Wolf Kittel (iwk)

Herr Lich greift einen wichtigen Punkt auf: dass neuronale Vorgänge bei geistigen Leistungen - die heutzutage sicherlich meist und jetzt auch von mir gemeint sind, wenn pauschal von "Geist" gesprochen wird - von diesen "nicht zu trennen" sind. (In der "Philosophie des Geistes" wird hier von "Identitätstheorie" gesprochen. ) Ausdrücke wie Einheit oder Identität führen nur kaum weiter, solange ihre Bedeutung nicht präzise angegeben wird. Ein Beispiel dürfte das Gemeinte aber ausreichend verdeutlichen: es gibt bekanntlich einen Tanz, der "Walzer" genannt wird. Seine Ausführung "beruht" (sicher - und sogar im Wesentlichen!) "auf" Muskelkontraktionen. In exakt gleichem Sinn "beruhen" sicher auch alle real ausgeführte geistigen Leistungen "auf" Neuronenaktivitäten. Hierüber dürfte kaum Dissens bestehen. Singer scheint mit "beruhen" jedoch viel mehr zu meinen, nämlich 1. eine klare Kausalvorstellung, die 2. vor allem auf einem Rest- oder Kryptodualismus "beruht", wenn er schreibt, dass geistige Leistungen neuronalen Vorgänge "folglich"... "nach- und nicht vorgängig sind" oder sein sollen. - Wenn ich die Sachlage richtig erfasst habe, sind es real diese beiden mitlaufenden Vorstellungen Singers, die 'eigentlich' zu diskutieren sind.

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20. Juli 2008 13:55

Manifest der Hirnforschung II

Volker Kulessa (solelite)

Weier Zitat: "Ohne diesen entscheidenden Zwischenschritt über die »mittlere« Organisationsebene bleiben die Aussagen über den Zusammenhang zwischen neuronal beobachtbarer Aktivität und kognitiven Leistungen weiterhin spekulativ.“ Zu den Unterzeichnern gehört auch Singer. Offenbar hat er selbst nicht verstanden was er dort mit unterschrieben hat. Zur philosophischen Reflexion verweise ich auf alle hier gemachten Beiträge von Dieter Freundlieb.

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20. Juli 2008 13:50

Manifest der Hirnforschung I

Volker Kulessa (solelite)

Ich zitiere aus dem Manifest der Hirnforscher: „Nach welchen Regeln das Gehirn arbeitet; wie es die Welt so abbildet, dass unmittelbare Wahrnehmung und frü- here Erfahrung miteinander verschmelzen; wie das innere Tun als »seine« Tätigkeit er -lebt wird und wie es zukünftige Aktionen plant, all dies verstehen wir nach wie vor nicht einmal in Ansätzen. [..]: Es ist überhaupt nicht klar, wie man dies mit den heu- tigen Mitteln erforschen könnte. In dieser Hinsicht befinden wir uns gewissermaßen noch auf dem Stand von Jägern und Sammlern. Die Beschreibung von Aktivitätszentren mit PET oder fMRI und die Zuordnung dieser Areale zu bestimmten Funktionen oder Tä- tigkeiten hilft hier kaum weiter. Denn dass sich all das im Gehirn an einer bestimmten Stelle abspielt, stellt noch keine Erklärung im eigentlichen Sinne dar. Denn »wie« das funktioniert, darüber sagen diese Methoden nichts, schließlich messen sie nur sehr in -direkt, wo in Haufen von hundert Tausenden von Neuronen etwas mehr Energiebe- darf besteht. Das ist in etwa so, als versuchte man die Funktionsweise eines Computers zu ergründen, indem man seinen Stromverbrauch misst, während er verschiedene Aufgaben abarbeitet.

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20. Juli 2008 13:10

Falsche Fragestellung, interessante Nebenerkenntnisse

Herr Lich (Karamagos)

Die Frage, ob nun der Geist oder die Neuronen zuerst kommen, ist meines Erachtens eine falsch gestellte Frage, da sie die meiner Meinung nach richtige Antwortmöglichkeit, dass beides eins ist und sich gar nicht trennen lässt, ausschließt. Käme der Geist zuerst, müsste ich gläubig sein, käme das Synapsenknacken zuerst, stellte sich die Frage, ab wann man die elektrischen Impulse, die durch die Nervenbahnen schießen, denn als Geist oder Gedanken bezeichnen müsste - denn wenn der Gedanke nichts anderes als Neuronenfeuer ist, ist eine Abgrenzung und damit eine zeitliche Reihenfolge schwierig; wann uns unser Gedanke bewusst wird, ist eine andere Frage bzw. es handelt sich dabei um einen neuen und damit nachfolgenden Vorgang. Interessanter finde ich die Bemerkungen Singers über die Einflüsse der sozialen Welt. Was hier letztendlich geschieht ist, dass die Neurowissenschaften die Position der Sozial(nicht der Geistes-)wissenschaften stärken - neben unseren genetischen Grundlagen, auf die wir (noch) wenig Einfluss haben, ist der Mensch vor allem Kind seiner Umgebung (Gesellschaft, Kultur, Familie, Klasse, natürliche Umwelt und Ressourcen, Moral etc) - und nicht seines freien Willens. Gute Beziehungen statt gute Menschen.

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20. Juli 2008 12:28

Glauben statt Wissen

Uwe Paulsen (Wohlmeinender)

letzmalig @ Freundlieb: Zitat "Moderne Erkenntnistheorien haben mit Religion nichts zu tun. Darüber ist man sich in der Philosophie wohl einig." - In vielen Religionen und Ideologien ist man sich auch einig, über unantastbare Wahrheiten zu verfügen - was nützt das? .... Zitat "Eine experimentelle Widerlegung einer Erkenntnistheorie ist ein Widersinn." Auch Religionen behaupten, dass ihre Erkenntnisse nicht experimentell zu widerlegen sind. ... Zitat "Es macht also gar keinen Sinn, einer Erkenntnistheorie vorzuwerfen, dass sie nicht experimentell widerlegbar ist." Ebensowenig macht es Sinn, Religionen vorzuwerfen, dass sie nicht experimentell widerlegbar sind - die sind immun gegen jede Art von Kritik. Warum also nach widersprüchlichem Wissen streben, wenn man doch widerspruchsfrei glauben kann?

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20. Juli 2008 12:13

Kommunizieren oder Blubbern?

Uwe Paulsen (Wohlmeinender)

@ Freundlieb: Sie schreiben "Es ist m.E. aber definitiv unrichtig zu behaupten, dass Erkenntnis- bzw. Wissenschaftstheorien mit Axiomen und Definitionen beginnen." Wenn Ihre Einschätzung zutrifft, ist Verständigung nicht möglich. Ohne Vorabeinigung über Sprache und Begrifflichkeiten erzeugen Sie nur individuelles Geblubber ohne Informationsgehalt für andere. ... Sie formulieren "Und die Geltung bzw. diskursive Begründung von Normen ist auch nicht eine Sache von Mehrheitsentscheidungen. Vielmehr geht es darum, ob die Begründung für jedes denkende Subjekt im Prinzip einsichtig ist." - Sind Ihnen die Implikationen dieser Aussage bewußt? Sie propagieren hier ein intolerantes, totalitäres System! Freiheit basiert, ob es Ihnen gefällt oder nicht, auch auf Mehrheitsentscheidungen, auch mit der Möglichkeit falscher Entscheidungen. Daran sollte man auch aus wissenschaftstheoretischer Sicht nichts ändern. Leider stehen Sie mit Ihrer intoleranten Prinzipienbesessenheit nicht allein, Janich ist auf dem gleichen trip, deshalb scheitert ja auch der Diskurs zwischen ihm und Singer.

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