Solange man in unserer Gesellschaft den Wissenenden gerne als Besserwisser und Schweinchen Schlau bezeichnet und in der Folge den, der Wissen schafft, für nötig hält, für überbezahlt, ja sogar für menschenfeindlich, wird die Wissenschaft in solche Überlegungen, wie von Schöler angeführt, eintreten. Ist es nicht bezeichnend, dass solche Äußerungen aus einem fachlichen Umfeld kommen, dass mit unglaublichen Vorurteilen besetzt ist. Ich sehe die Anmerkungen Schölers als Aufforderung dazu, dass Informations- und Kommunikationsmanagement über Wissenschaft und Forschung zu verändern. So fordert er mehr offene Diskurse. Unausgesprochen fordert er damit die Abkehr vom Dogmatismus. Ich finde, es ist ein richtiger Denkanstoß zur Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Arbeit und fortschreitenden Implementierung in unserer Gesellschaft.
Das klingt auf den ersten Blick ja wirklich provozierend, und natürlich sind wir alle gegen Zensur und für Offenheit aller Diskurse - trotzdem hier ein Gesichtspunkt: ist nicht der Lebensbereich, der per defintionem am meisten "Öffentlichkeit" ist, die Politik? Ist es dort nicht akzeptierte Handlungsweise, dass Sachthemen nicht öffentlich diskutiert werden in Gremien und Konferenzen und dass erst danach sowohl ein offizielles Ergebnis von Seiten der Teilnehmer veröffentlicht wird als auch die journalistischen Recherchen und Gedanken? Fühlen wir , die Öffentlichkeit, uns dadurch zensiert?
ist diese haltung eines von öffentl. geldern finanzierten wissenschafters. auf kongressen sind immer schon unveröffentlichte daten präsentiert worden, nicht zuletzt auch um noch kritik und anregungen für die geplante peer-reviewte veröffentlichung zu bekommen. ob die darstellung in der öffentlichkeit dann zur vollen zufriedenheit des wissenschafters erfolgt, ist nicht ausschlaggebend. er kann - wenn er will - durch geduldige arbeit mit den journalisten diese zu beeinflussen versuchen, aber nicht mehr. wissenschaft ist - zumindest in demokratien - eine genuin öffentliche veranstaltung, und um diese richtig beurteilen zu können, ist es auch wichtig den entstehungsprozess verfolgen und verstehen zu können. auf das peer-review verfahren ist praktisch kein verlass, wie zahlreiche beispiele (und noch viel mehr nicht entdeckte) in der vergangenheit (z.b. in dieser FAZ-ausgabe: kalte kernfusion) gezeigt haben. daher wäre meine forderung, (öffentl. finanzierte) kongresse noch mehr als bisher der interessierten öffentlichkeit zu öffnen um schon dort, praktisch im entstehungsprozess, relevante (ethische, sozialpol., etc.) probleme zur sprache zu bringen. was wissenschafter untereinander direkt diskutieren bleibt ihnen sowieso unbenommen.
Da finanzieren Steuergelder Forschung und dann wird die Öffentlichkeit ausgesperrt? Freiheit - Sie meinen elitären Platonismus? Weshalb sollen die USA Vorbild seien? Ein Land, dessen Naturwissenschaften ohne Asiaten gar nicht existieren könnte und trotz Elite insgesamt wenige Forschungsuniversitäten hat. Bloß weil einige deutsche Professoren vielleicht mal gern in die USA möchten?! Weil die dortige Liberalität mit ihren "Spielregeln" es den "Markteilnehmern" verbieten, eine Berufung ohne entsprechende "peer reviewed" in Journals. Geht es nun um Resultate der Forschung, Prestige oder Nutzen und Erträge? Ablegegene Tagungsorte mit weniger attraktiverem Beiprogramm wären sicherlich eine Alternative.Wenn Versuchsanordnungen sofort weltweit überprüfbar und reproduziertbar. Sie manifestieren Hierachien und Paternalismus. Arme dumme Kranke mit falschen Hoffnungen, die sie vor "den Medien" schützen müssten. Damit meinen sie wohl hochqualifizierte Fachjournalisten mit Studium. Es ist gut und richtig, dass kein Forscher(team) allein die Hoheit über die Interpretation seiner Daten hat. Es geht hier nur um empirische Daten, d.h. Information. Ohne Urteil kein Wissen. Cusanus hatte die Rolle der "Idiota" revolutioniert.