
vorneanstehend Herr Uli Hoeneß sind so etwas von arrogant, dass man ihn wie früher auf dem Feld spielend von seinem Chefsessel stellen sollte. Wenn ein Spieler mal etwas moniert, muss er das bedauern. Herr Hoeneß, wo leben wir denn? Der Fussball ist aus der Sklavenhaltung heraus, dass einem bei diesen Summen, die heute für Mittelklassespieler ausgegeben werden, Angst und Bange werden kann. Hoeneß hat gewiss Erfahrung als Manager, aber wahrscheinlich hat er seinen Zenit schon 10 Jahre überschritten und weiss es nocht nicht. Es wird Zeit, dass bei Bayern München die Geschäftsführung neu aufgestellt wird. Mit diesem Trio kann es nur noch bergab gehen. Ich meinte damit Hoeneß, Rummenigge und Beckenbauer. Wenn denen der FC gehört, naja, dann sollen sie halt bleiben. Wenn nicht, dann sollen sie schleunigst die Sessel räumen und einem fähigem Team Platz machen.

Es war eine Wohltat: Ein Spieler bringt lange, selbst gedachte und gesprochene Passagen in sicherem, gut verständlichen Deutsch. Seine Aussagen treffen alle Nägel der Münchner Bretterbude auf den Kopf und sind absolut konstruktiv; könnten gleichsam als rote Linie der mittel- und langfristigen Kaderplanung der Bayern dienen. Seit Paul Breitner hat kaum ein Spieler des FCB so dezidiert, treffend und unerschrocken über die Verhältnisse im Klub und in der Mannschaft berichtet wie nun Philipp Lahm. Wieviel differenzierter und sorgfältiger die Aussagen als die einstige, adrenalin gesteuerte Phrasendrescherei a la Effenberg und Kahn oder das langweilige Gerede des Rests. So sieht Mündigkeit eines modernen, intelligenten Spielers für meinen Geschmack aus. Der Klub täte gut daran, die Substanz der Kritik zu filtern und zu diskutieren und sich nicht an den Sekundäreigenschaften des Interviews (Zeitpunkt, an der Medienabteilung vorbei, etc.) abzuarbeiten oder die jetzt schon peinlichen Bedrohungsszenarien ggü. dem Spieler weiter zu verfolgen. Sonst sind die bald weg, die der Mannschaft heute auf dem Platz noch ein Gesicht geben, das Ihr ein überforderter Trainer und ein konzeptloses Management offensichtlich nicht geben können.

Wenn Lahm nicht ein so wertvoller Spieler wäre, könnte die Lösung einfach sein: In seinem Interviewe benennt Lahm die Probleme der Bayern so präzise, sachlich und unaufgeregt, dass man sich für die Bayern eigentlich kaum einen besseren Manager vorstellen könnte.

Lahm hat sich für eine öffentliche Kritik entschieden - das ist an sich unkollegial. Andererseits hat er inhaltlich recht. Ich nehme an, seine Motive waren im Rückblick auf die letzte Saison begründet, als die Mannschaft zu lange geschwiegen hat. Man sollte das jetzt vereinsintern nicht aufbauschen, wie es Herr Hoeneß getan hat, sondern selbstkritisch beurteilen. Tatsächlich ist das, was der FCB zur Zeit abliefert, eher leblos und zu wenig offensiv. Andere Trainer finden bei einem neuen Verein auch zu 80-90% Spieler vor, die sie nicht selbst gewünscht hatten, und machen trotzdem das Beste daraus - siehe S04, Leverkusen und ganz zu schweigen von Klubs, die kaum Geld für Neueinkäufe haben.
Wenn ich mir die Tabelle ansehe, so hat der FCB gegen alle Mannschaften, die vor ihm stehen, schon gespielt - außer Bayer 04. Gegen alle dieser Mannschaften außer Wolfsburg haben sie Punkte verloren. Und ich behaupte mal, daß sie in der aktuellen Form gegen WOB auch keine Chance mehr hätten.

Wenn es die Bayernführung ernst meint an der europäischen Spitze mitzuspielen, dann muss man eine Mannschaft aufbauen. Zur Zeit ist es ein Trümmerhaufen aus Solisten.
Hinten dichtmachen ist seit Jahren das Erfolgsrezept für jeden Gegner. Die Bayern können nicht schnell und präzise spielen und es ist generell zu wenig Bewegung im Spiel. Daran sind alle Bayerntrainer der letzten Jahre gescheitert. Nur wenn der Geger gnädig ist und Platz lässt läuft das Bayernspiel.
Man kann eine funktionierende Manmschaft durch Zukäufe verstärken, aber man keine Mannschaft zusammenkaufen. Das erlebt Bayern gerade, die Einzelspieler sind besser sind als die Mannschaft.
Das Ballgeschiebe im Schlafwagentempodas machen die Bayern seit Jahren. Aber ich denke nicht dass van Gahl verboten hat in die Spitze zu spielen, ebenso wenig wie Klinsmann verlangt hat, dass beim Stoppen der Ball 3 Meter vom Fuß spritzt. Keiner von beiden hat das Laufen verboten. Man sieht jetzt wie weit man mit dem Rauschmiss von Klinsmann gekommen ist. Natürlich hat van Gahl Fehler gemacht, aber muss er deswegen gehen? Wer soll kommen, Daum? Die Bayern entwickeln sich zu einem "untrainierbaren" Verein. Van Gahl muss bleiben, um eine eine neue Mannschaft aufzubauen.

1.) Lahm hat mit seiner Kritik vollkommen Recht.
2.) Wenn nun Beckenbauer oder Hoeneß sagen, Lahm solle sich an die eigene Nase fassen, haben sie aber dummerweise auch Recht. Die Leistung von Lahm in dieser Saison ist auch zumeist sehr durchschnittlich. Das ist kein persönlicher Angriff wie der FAZ Autor meint, sondern ein Fakt.
3.) Jeder der hier direkt die Meinungsfreiheitskäule schwingt sollte mal überlegen was mit ihm passiert wenn er selber seinen ARBEITGEBER, dessen Produkte und seine Führungsmannschaft öffentlich in dieser Weise kritisiert. Mein Arbeitgeber hat ebenfalls eine Presseabteilung, würde ich morgen, an dieser Abteilung vorbei, munter ein Interview in einer Zeitung geben und da die Missstände im Unternehmen erläutern, ich käme genau noch einmal auf das Betriebsgelände und zwar um meine persönlichen Sachen zu holen und ich wette, dass ist bei jeder Firma so!
4.) Die Drohung an Lahm ist absolut witzlos und da geht es ihm zu Punkt 3 wesentlich besser als jedem "normalen" Arbeitnehmer, denn wirkliche Konsequenzen kann das für Lahm, der finanziell ausgesorgt hat nicht haben. Lahm hätte schnell einen neuen Topverein in Europa, sicher einen besseren als den derzeitigen FCB und der FCB hätte ein Personalproblem mehr.

Man wirft Lahm ja immer vor, zu still und zu wenig kritisch zu sein. Nun hat er den Mund aufgemacht und wo er recht hat, hat er recht. So ganz versteht man den etwas seltsam zusammengestellten Kader wirklich nicht. Das verbindende ist, daß tolle, teure Fußballer gekauft wurden. Aber passen sie zusammen? Warum spielen vorher tolle Spieler bei Bayern dann plötzlich unter ihren Möglichkeiten? Ist doch seltsam.
Und will Hoeneß Lahm jetzt vergraulen? Ich denke, es gibt Vereine, die nehmen ihn mit Kußhand und dort würde er auch sein volles Potenzial wieder bringen. Er ist ohnehin einer derjenigen, der einigermaßen Konstanz zeigt. Er war aber zuwenig 'Typ'. Vielleicht wird er jetzt einer. Schreihals ist er allerdings nicht.
Apropos van Gaal: der Anfangs vor Eitelkeit und Arroganz platzende Startrainer gibt mittlerweile ein reichlich auf sein wahres Maß zurechtgestutztes Bild ab. Irgendwie kommt da erstaunlich wenig.

Es scheint mir angesichts der Kommentare einerseits richtig zu sagen, dass es u.U. eine verfehlte Einkaufspolitik bei Bayern gibt. Möchte man aber endlich nach einem gewissen System spielen und langfristig Erfolg verzeichnen, sollte man als Bayernspieler wie als -vorstand endlich mal Geduld mitbringen. Lieber in dieser Saison nur auf Platz fünf oder sechs stehen, aber dafür für die Zukunft gestärkt aus diesem Umstellungsprozess kommen.

Wie immer in Deutschland: der Unglücksbote wird umgebracht!
Ein Maulkorb verhindert das die wirkliche Wahrheit ans Tageslicht kommt. Ohne Wahrheit keine Leistungssteigerung. Die Bayern sollten endlich lernen, dass sich Erfolg nicht kaufen läßt. Nur mit wirklicher Überzeugung und kollegialer Führung kann man die letzten Reserven aus einer Mannschaft herausholen. Bayern hat eben überholte Führungsstrukturen. Hoeness mochte Lahm sanktioniern und ist der falschen Meinung, damit die letzte Leistung aus seinem "Unkollektiv" herausholen zu können. Er sollte sich lieber mal auf seine Grillwurst konzentriern. Das kann er vielleicht.

Warum empfinde ich die zunehmende Boulevardisierung der FAZ? Weil ihre Wortwahl in einigen Fällen (zunehmend?) von der Realität abweicht.
"So konnten sie allesamt zum Glück nichts sagen zu den heftigen Vorwürfen des Kollegen Philipp Lahm. Der Verteidiger war zur Attacke übergegangen, hatte im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ Klubführung und Mitspieler angegriffen."
Die Worte "heftige Vorwürfe", "zur Attacke übergegangen" und "Klubführung und Mitspieler angegriffen" übertreiben in einem üblen Maße die Wahrheit und spiegelt in keinster Weise die tatsächlichen Intentionen des Bayern-Spielers wieder. Warum der Autor, in diesem Falle Christian Eichler zu solch dramatsichen Mitteln greift, ist mir unverständlich, und auch zum Teil unverschämt Philipp Lahm gegenüber. Da kann man nur hoffen, dass kein Bayern-Mitglied die FAZ liest, denn dadurch würden gewaltige (von Herrn Eichler gar bewusst hervorgerufene?) Missverständnisse entstehen.
Herzlichen Glückwunsch.

Ein Fussballer muss auf den Wertbeitrag seines Vereins zu seinem Lebenslauf achten. Das gilt für einen Ausnahmespieler wie Lahm erst recht. Wird sein Verein schlecht gemanagt, beeinträchtigt dies den Wert seines Lebenslaufs. Da seine aktive Zeit begrenzt ist, muss er darauf achten, in jeder Saison unter optimalen Bedingungen spielen zu können.
Fairerweise hat Lahm dies mittels Interview sein Management wissen lassen und diesem damit Zeit gegeben, seine Führungsqualität zu verbessern. Das hat Stil und passt zu seinen bisherigen Engagements, auch außerhalb des Spielfeldes.
Dafür sollten Hoeneß und Rummenigge ihrem Leistungsträger dankbar sein.

..... sollte sich mal daran erinnern, wie er zu seinem Job gekommen ist. Auch damals waren ältere Herren am Werk, die sich über jüngere Spieler aufgeregt haben weil diese es wagten gegen die Führungsetage das Wort zu ergreifen. Uli Hoeneß war damals einer der wichtigsten Wortführer. Er hat sich also in jungen Jahren auch etwas erlaubt, was nicht jedem im Club gefallen hat sich dann aber durchgesetzt und schließlich recht behalten. Was die Geschichte des Clubs unter seiner Führung eindeutig beweist.
Wenn jetzt Herr Lahm, dessen Interview vielleicht zwei Tage später angebrachter gewesen wäre, auch so offen Probleme beim FC Hollywood anspricht sollte er vielleicht mal zuhören anstatt ihm Konsequenzen anzudrohen. Und in Absprache mit dem Trainer vielleicht mehr Kompetenzen im Team anbieten, damit er Philosophie in das Spiel bringen kann. Zum Beispiel als Kapitän. Van Bommel ist sichere in guter Fußballspieler, aber ich habe das Gefühl dass er seitdem er die Binde trägt nicht unbedingt besser spielt. Er konzentriert sich nicht mehr so auf sein Spiel und schafft es wohl nicht zwei Dinge gleichzeitig wirklich gut zu tun. Ist ja nicht weiter schlimm, es ist halt nicht jedem gegeben. Also Herrn Lahm zum Kapitän machen.

30 Mio für einen Gomes und einen Zee Roberto umsonst abgeben! Das sagt doch schon alles.. Nicht die Trainer müssen immer gehen sondern auch die Vereinsführungen mit.. Die "Fußballbeamten" des FC Bayern versagen seit Jahren.. Würden sie ein Unternehmen führen, wären sie längst entlassen.. Es darf nicht irren, dass das Stadium immer voll wird und große Konzerne Unsummen in den Verein pumpen.. Die dadurch entstandene wirtschaftlich solide Situation ist bei Bayern München ohne Managementgeschick sowieso der Fall.. Wo gibt es sonst für Erfolglosogkeit volle Kassen?
Mit "Tolpatsch Toni" und "Beinhart Gomez" sind keine Pokale zu holen.. Auch ein launischer Ribery und ein ausgemusterter Robben sind eigentlich nicht vielmehr als bißchen über den Durchschnitt.. Der Rest ist sowieso Durchschnitt. Wer diese Mannschaft zusammengekauft hat und höchste Ansprüche meldet , trägt die Verantwortung.. Nur Lahm zeigt ab und zu Charakter und versucht die Mannschaft mitzureißen. Ausgerechnet ihm zu drohen, weil er die Wahrheit gesagt hat, spricht nicht für Charakterstärke.. Fehlende Charakterstärke scheint überhaupt das Problem der meisten Spieler, zu sein. Einziger Trot ist, dass dises Problem eine weit verbreitete Erscheinung unserer Zeit ist...

Lahm hat in dem Interview nur sachlich und fundiert seine Analyse vorgetragen. Bestimmt hat er dies auch intern schon zum besten gegeben und wurde ignoriert. Ein gutes Timing für Kritik gibt es beim FCB nicht.In dem Schlamassel in dem der FCB in der Liga und international sitzt ist jedes Spiele ein Endspiel und von Entlastung keine Spur. Soll Lahm etwa warten, bis um die Qualifikation für den UI Cup gebangt wird? Das Management ist vor lauter Borniertheit ja nicht zur Einsicht bereit, geschweige denn kritikfähig. Peinlich Uli Hoeneß, einem intelligenten Spieler wie Lahm zu drohen. Warum? Ihm war doch vor dem Interview klar, dass dies Konsequenzen haben kann und wird. Wenn er nun trotzdem kein Blatt vor den Mund nimmt, dann zeigt dies nur Charakter und Leidenschaft. Außerdem zeigt es auf, dass m¨gleiche Konsequenzen wie ¨ffentliche Rügen und Geldstrafen eben auch nur sehr begrenzte Wirkung haben, um einen Spieler mit Charakter zu beeindrucken. Es wird immer nach „Typen“ gerufen, im Grunde will man ja eben doch nur Anpasser und Duckmäuser, sowohl als Trainer als auch als Spieler und wundert sich dann über die Ergebnisse.

Fangen wir mit dem Richtigen an: die Führung, voran Hoeneß, davor Schwan, hat in den letzten vierzig Jahren insgesamt gut gearbeitet. Der FCB ist der reichste und erfolgreichste Verein in D. Der Versuch mit Klinsmann war aller Ehren wert; vielleicht hätte man etwas mehr Geduld haben müssen. Der neue Versuch mit van Gaal ist ebenfalls aller Ehren wert; man sollte jetzt die Geduld haben. Falsch ist dagegen die Zusammensetzung des Kaders gelaufen. Unverständlich, einen Gomez zu holen, wenn man schon einen Toni hat. Für dieses Geld hätte man sicher auch Diego haben können - exakt der Typ, den Lahm zu recht vermißt.

Seit Jahren kauft Hoeneß die falschen Spieler. Weil er keine Ahnung hat und die Spieler kauft, die in der BILD-Zeitung hochgeschrieben werden. Gomez - der 30 Mio-Flop, für die man Dzeko plus Ibisevic bekommen hätte. Schweinsteiger - ein völliger Reinfall, wann merkt das mal einer, ein Dribbling und dann ein Querpass, weil er keine Ideen hat und nur durch Weitschüsse über das Tor auffällt (in der 2. Liga würde der gar nicht auffallen).
Ze Roberto, der beste Spieler neben Ribery wurde leichtfertig verschossen, Lucio, der mit Kampfgeist oft für eine Wende sorgte, wurde abgeschoben.
Früher hat der FC Bayern unbekannte Spieler aus Skandinavien oder Osteuropa geholt, groß gemacht und dann teuer verkauft. Heute kauft Hoeneß vor lauter Faulheit für teuer Geld Spieler, die dreimal in der BILD-Zeitung stehen, und wenn die dann glauben, sie wären jetzt beim FC Bayern und bräuchten nichts mehr zu tun, werden sie für billig Geld wieder verkauft. Bei Klinsmann als Trainer war es ebenso. Der wurde nur wegen dem "Sommermärchen" verpflichtet, wer hat mal gefragt, was ihn als Trainer vom FC Bayern prädestiniert? In der 2. Liga wäre der nach 4 Spieltagen weg.
Das ist die clevere Transferpolitik von Hoeneß und Co., und das schon seit Jahrzehnten.

Ich würde gerne guten, unterhaltenden Fussball sehen. Wer interessiert sich auf Dauer für die Interviews von Ball-Künstlern und deren Managern? Diese Interviews sind m.E. so attraktiv wie die meist nur mässig entwickelten Fussballkünste von Journalisten und anderen Wort-Künstlern. Schuster sollten bei ihren Leisten bleiben.

Die Äußerungen von Hr. Hoeness kann ich nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen. Die Analyse von Lahm trifft den Nagel auf den Kopf, daher auch die geharnischte Reaktion der Führung vom FCB. Als Fußballer habe ich Lahm schon immer für einen der Besten in der Liga gehalten, aber das Interview hat deutlich gezeigt, dass er auch noch andere Potenziale besitzt. Weiter so, Philipp Lahm, ob es nun Ihren "Chefs" passt oder eben nicht, egal. Angebliche Nestbeschmutzer“ egal wo auch immer, hatten in dieser Republik schon immer einen schweren Stand

Es ist nicht mehr als recht, wenn Lahm seine Meinung sagt. Das Problem ist bei uns in Deutschland, daß man recht haben kann,ohne es zu bekommen.
Sarrazin war ein Beweis dafür. Bleibt zu hoffen, daß einer der Herren mit Verstand den Manager Hoeneß an die kurze Leine nimmt, damit aufrechte Menschen wie Philipp Lahm nicht zu Speichelleckern werden müssen!

Sarazinismus, das ist, wenn man die Wahrheit sagt, die keiner hören will. Das ist, wenn man den Mut hat, Fehlentwicklungen offen anzusprechen. Das ist, wenn man denen, die Mist gebaut haben, mehr oder weniger direkt ihr Versagen offenbart. Sarazinismus ist aber auch, wenn man dafür, das richtige getan zu haben, fertig gemacht wird, demontiert, ruiniert, mundtot. Ja Herr Lahm, Sie werde das Interview noch bereuen. Nicht so sehr wie manch anderer manch anderes Interview. Aber leider ist es um Sachlichkeit, Objektivität und Meinungsfreiheit in unserer Gesellschaft nicht allzugut bestellt.

Nicht nur, dass er Lucio praktisch rausgeekelt hat. Er hat Gomez demontiert, lässt den Müller ständig spielen, statt ihn langsam heranzuführen. In wichtigen Spielen darf man ruhig mal auf routiniertere Spieler zurückgreifen.
Allerdings stimmt es, dass die Bayernmannschaft seit dem Weggang von Stefan Effenberg keinen Chef mehr hat, der den anderen sagt, wo es lang geht. Ballack hat das auch erst bei Chelsea gelernt.
Sie hätten nicht unbedingt einen Robben gebraucht, wenngleich der bestimmt sehr gut ist. Aber ein Spielmacher ist viel nötiger. Und den haben sie nicht. Hat der Lahm völlig recht.

Leider ist von aufkeimender Selbstkritik bei der FCB-Clubleitung (immer noch) nichts zu spüren; im Gegenteil: in einem Akt hypertonischer Selbstbeherrschung droht Hoeneß dem - zugegebenerweise ungeschickt terminierten Interview gebenden - Lahm Konsequenzen an. Dieser machte seiner berechtigten Enttäuschung über die sich häufenden Fehlgriffe der Clubleitenden öffentlich Luft. Lahm ist zuzutrauen, dass er dies mit intelligenter Berechnung tat, da er infolge des Interviews nach der Winterpause ggfs. bei einem spanischen, englischen oder italienischen Verein mit mehr fußballerischer Perspektive spielen kann. Offenbar hat er die Entscheidung zum Verbleib bei den Bayern schon bedauert.
Die anhaltende Mittelmäßigkeit des FCB und die sich daraus ergebenden Flatulenzen der Clubführung sind jedenfalls für einen Großteil Fußball-Deutschlands unterhaltsam, wenn auch inzwischen die fehlende Fähigkeit der FCB-Führung eigene Entscheidungen selbstkritisch zu hinterfragen, nicht einer gewissen Peinlichkeit entbehrt.

Philipp Lahm hat mit seiner Kritik inhaltlich vollkommen recht. Zum einen wäre es verwunderlich, wenn der bisher erfolgreiche und als knochenharter Stratege bekannte Trainer van Gaal auf einmal sein Handwerk verlernt haben sollte. Zum anderen sind die spielerischen Probleme der Bayern seit anderthalb Jahren etwa ähnlich - und aus meiner Sicht offenkundig an der mangelnden Qualität und Vereinbarkeit der Spieler festzumachen.
Darüber hinaus reagieren die Verantwortlichen bereits seit mindestens zweieinhalb Jahren auf dem Transfermarkt ohne Instinkt, dünnhäutig und eingebildet. Begonnen hat das mit dem Weggang von Ballack und der wirklich naiven Annahme von Uli Hoeneß, dass Schweinsteiger oder van Bommel diesen ersetzen könnten. Bayern hat seitdem keinen Spielmacher, der gleichzeitig Integrationsfigur ist.
Momentan steuert der FC Bayern in ungewohnter Zielstrebigkeit auf seine Konkurrenz zu, und zwar abwärts. Wolfsburg, Gelsenkirchen und Hamburg freut es bestimmt, dass man (nach dem sportlichen Gleichschritt) in vier Jahren auch finanziell auf der selben Höhe sein wird. Hoeneß sei Dank.
Lösung: Hoeneß weg, Rummenige weg - sofort! Kader umstrukturieren, systematisieren - sofort!

Es ist nicht das "was", sondern das "wie" das Sorgen macht. Inhaltlich hat Lahm ja unstrittig Recht. Dies der Öffentlichkeit im Stile eines Premiere-Experten zu erzählen ist allerdings fehl am Platze - zumal der Gute ja mal Kapitän der Bayern werden will.
Noch mehr Sorgen macht die Abfahrt von Luca Toni in der Halbzeit.
Auch die Verantwortlichen reagieren auffallend dünnhäutig - das Gepoltere von Beckenbauer und Hoeneß ist, wenn nicht peinlich, dann doch jedenfalls nicht souverän. Es stimmt aktuell nicht bei den Bayern!
Schade und falsch ist, dies am Trainer auszulassen...