Soziale Mindestsicherung

Jeder Zehnte in Deutschland lebt vom Staat

In Deutschland ist jeder Zehnte auf finanzielle Hilfe des Staates angewiesen. Das hat das Statistische Bundesamt in seiner neuen Statistik über die soziale Mindestsicherung berechnet. Dabei sind die regionalen Unterschiede riesig: Jeder fünfte Berliner, aber nur jeder zwanzigste Bayer ist betroffen.

Lesermeinungen zum Beitrag

13. September 2008 11:17

Zeit zum Handeln 500.000 Vollzeitarbeitende Harz IV Empfänger

Norbert Hoelzgen (NHoelzgen)

Staatlich geförderter Sozialbetrug durch Niedriglöhne, billiger geht nicht, mit uns schon, so werben heutzutage die Zeitarbeitsfirmen für Aufträge. Die Niedriglohnarbeitnehmer liegen dem Staat am Ende des Monats auf der Tasche und müssen zum Sozialamt ihr Gehalt aufstocken gehen. Der Staat verschleudert somit Milliarden, die den Sozialkassen fehlen und fördert somit Direkt die Ausdünnung der Normalverdiener zum Niedriglöhner. Beim Niedriglohnarbeitnehmer fallen kaum Sozialabgaben an, sie belasten die Solidarität im Ganzen, wie lange sieht der Staat noch dem Lohndumping zu und führt endlich den Mindestlohn für alle Branchen ein. Es kann nicht angehen, das dieser Eiertanz um den Mindestlohn aber Milliarden verschlingt während Debatten geführt werden wie Hoch der Mindestlohn aussehen muss. Das ganze ist doch eigentlich schon im Sozialgesetz geregelt. Der Mindestlohn sollte auf keinem Fall die Sozialhilfegrenze unterschreiten und einen Anreiz für das geleistete darstellen. Ich fordere hiermit den Staat auf, dem ganzen Einhalt zu gebieten und nicht weiterhin die Armut zu fördern. „Arbeit sollte sich lohnen, die Zeit für einen Mindestlohn ist reif, es geht um unsere Existenz“

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
08. September 2008 11:23

@Herrn Bender also mehr Einwanderung ?

Paul Rabe (heidelpaul)

Herr Bender sie schrieben Zitat "Ausländer Herr Rabe haben häufig weniger Mangel an Soft Skills als Deutsche, z. B. auch mehr Sprachkompetenz" Also mehr Einwanderung ? Interessanter Vorschlag, der aber vorraussetzt, daß die leute auch kommen wollen, sich also in Deutschland auch 'willkommen' fühlen. Ich befürchte daran müssen wir Deutschen noch arbeiten....

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
05. September 2008 20:13

bessere Lösung: Ich-AG

Franz Holzinger (franzholz)

Um die Langzeitarbeitslosen wieder in eine Arbeit zurückführen zu können, erweist sich die Ich-AG als die beste Lösung. Anstatt von Hartz-IV, wo die Arbeitslosen entweder gar nichts mehr arbeiten oder um 1 Euro pro Stunde nur einfache Tätigkeiten ausüben dürfen, wäre es sinnvoller, wenn jeder die Arbeit machen darf, die ihm Spaß macht oder die er gelernt hat. Jeder eignet sich das Wissen an, das er benötigt, um Aufträge von Unternehmern erhalten zu können. Die Arbeitsagenturen vermitteln Kleinaufträge an die Ich-AGs. Der Unternehmer kann sie auch für einige Monate fest einstellen. Es sollten Büros und Werkstätten zur Verfügung gestellt werden, wo die Leute arbeiten können und selber Geld verdienen, anstatt noch mehr Geld jenen zu geben, die nicht arbeiten wollen oder es wegen Sucht nicht mehr können. Anstatt teurer nutzloser Schulungen des Arbeitsamtes macht es mehr Sinn, den Ich-AGs Geld für den Kauf von Büchern zu geben. So kann sich jeder in ein Fachgebiet seiner Wahl einarbeiten, in dem es momentan Nachfrage gibt. Anstatt einem Stundenlohn gibt es Fixpreise für erzielte Arbeitsergebnisse. Jeder wird erfolgsorientiert vom Unternehmer bezahlt. Miete, Strom und Krankenkasse zahlt anfangs der Staat.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
05. September 2008 20:02

@ Paul Rabe - Mangel an Soft Skills.

Hans-Werner Bender (DRHWB)

Schulische und persönliche Defizite sind es, die auszubügeln sind. Das aber ist zuallererst persönliche Aufgabe, nicht die der Unternehmen. Schulische Defizite sind spätestens seit PISA bekannt. Sprach-, Ausdrucks- und Kommunikationsprobleme, die Unfähigkeit 2 Probleme geistig in Zusammenhang zu bringen, nach einem Lehrgang den Lehrinhalt nicht zu kennen und vieles andere mehr. Solche Probleme wurden mir von mehreren Seiten berichtet. Zusammengefasst: es besteht häufig ein Mangel an Soft Skills. Und dann nützt häufig auch eine Ausbildung nichts oder steht einem Wechsel/Berufswechsel im Weg, besonders wenn diese Fähigkeiten genau entscheidend für die Eignung sind. Es ist nicht unmöglich Leute zu finden, nur die Perlen muss man erst finden. Ausländer Herr Rabe haben häufig weniger Mangel an Soft Skills als Deutsche, z. B. auch mehr Sprachkompetenz.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
05. September 2008 17:14

@Herrn Bender Wie sieht ihr Vorschlag aus ?

Paul Rabe (heidelpaul)

Sie beschreiben hier die, wenig hoffnungsvolle, Situation, daß Personalverantwortliche angeblich keine geeigneten, ausbildungsfähigen Bewerber finden können. Nehmen wir mal an Sie hätten recht. Wie sieht denn ihr Vorschlag aus an der Situation etwas zu ändern ? Mehr Ausländer ins Land holen ? Mehr Geld für Kindergärten und Schulen ? (das wirkt dann aber erst in 20 Jahren) Oder an was dachten Sie ?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
05. September 2008 16:33

Die Daten des Statistischen Bundesamtes stammen aus dem Jahre 2006.....

wolf haupricht (emilgilels)

Die Daten für 2008 werden etwa 2010 bekannt werden. Das ist ein großer Nachteil, da immerhin 1 1/2 Jahre zu überbrücken sind und sich gerade in den letzten 2 Jahren vieles auf dem Arbeitsmarkt verändert hat. Auch zum Besseren. Insofern ist die Zahl der Bezieher von ALG II i.H. von 5,3 Mio nicht aktuell; die Zahl dürfte heute deutlich darunter liegen und zwar ca. 1,1 Mio. Anmerkg: 2005 wurden ALG/ALhi u. Sozialhilfe zusammengelegt= Hartz IV. Die Anzahl der Leistungsempfänger wuchs um 2 Mio auf rd. 7 Mio. Dabei fanden sich rd. 90 % der Sozialhilfeempfänger plötzlich in arbeitsfähig wieder, weil die Städte u. Gemeinden die Kosten dem Bund "unterjubelten". Davon sind heute rd. 5,5 Mio, statt 7 Mio in 2006 Leistungsempfänger. Empfehlung: BA und Stat. BA sollten ihre Daten harmonisieren.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
05. September 2008 16:02

Frage an Herrn Spethmann

Chi Tamago (tamago)

Zitat aus Ihrem Beitrag: „ ...,dass zur selben Zeit etwa 200 Millionen Bürger der Eurozone von Deutschland insgesamt 180 Milliarden Euro erhielten, um damit im Ausland einzukaufen.“ Meine Frage: wo ist die Quelle für diese Zahl? Da die EU „nur“ einen Gesamthaushalt von ca. 130 Milliarden hat, ist Ihre Zahl nicht plausibel. Für eine Aufklärung wäre ich dankbar.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
05. September 2008 16:01

Ergänzung zu „was viele nicht gerne hören werden“.

Hans-Werner Bender (DRHWB)

Der Beitrag wurde auf Zeitarbeiter verkürzt, weil Zeitarbeiter arbeiten möchten und dies jeden Tag beweisen. Das ist eine wichtige Feststellung. Tatsache ist aber auch, das sollte deutlich geworden sein, dass gewisse Defizite den Berufswechsel erschweren oder auch scheitern lassen können. Beispiel für ein häufiges Defizit das jeder kennt, die Verkäuferin/der Verkäufer im Kaufhaus darauf hinweisen zu müssen, dass deren Einkommen von den Kunden abhängig ist. Und da gibt es noch sehr viel kritischere Bereiche als das Kaufhaus. Anstelle ihr Weltbild in fragwürdigen Studien zu veröffentlichen wäre es angebracht, dass sich die Sozialwissenschaftler einmal aufmachten und in die Unternehmen gingen um zusammen mit den Personalverantwortlichen der Unternehmen herauszufinden, wo die häufigsten Defizite liegen, wann und wo (Elternhaus, Schule) sie entstanden sind usw.. Das wäre ein Ansatz, den Betroffenen gezielter helfen zu können als sie wahllos in Fortbildungsmaßnahmen zu stecken. Das wäre allerdings auch aufwendiger. Wie die Erfahrung zeigt, die berufliche Qualifikation allein reicht nicht immer aus. Unternehmen bilden im eigenen Interesse fort, Defizite ausgleichen jedoch ...

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
05. September 2008 13:50

@Ro3ert Schrey (etiterum)

Andreas Neubert (Citizen_Kane)

"Bei einer Staatsquote von 50% (...)". 2005 lag die Staatsquote in Deutschland bei 46,8 Prozent und nicht bei 50 Prozent. Mit dieser Staatsquote liegt Deutschland im unteren Mittelfeld der (alten) EU-Staaten und liegt insgesamt an neunter Stelle. Man kann natürlich streiten, ob dieser Staatsquote dennoch immer noch zu hoch ist, dennoch sollte man mit den richtigen Zahlen argumentieren.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
05. September 2008 12:59

@Schrei

John Doe (Der_kleine_Amrumer)

Ist ja nicht gerade grundfalsch was Sie sagen, aber verraten Sie mir doch mal wie Sie nun gerade auf die Bankangestellten als hervorzuhebende Gruppe kommen. Meinen Sie dass, weil der Staat viele bürokratische und gesetzliche (teilweise nutzlose) Tätigkeiten Banken auferlegt, bzw. diese verlagert hat? Banken ziehen Steuern ein, nutzlose Geldwäscherichtlinien (bis heute keine Verurteilung aufgrund der GW-Gesetze!) Oder verwechseln Sie hier Bankangestellte mit Angestellten im öffentlichen Dienst bei Einrichtungen des öffentlichen Rechts, auch bekannt als Sparkassen? Letztere bezeichnen sich zwar immer gern als Banken bzw. diese nehmen auch Bankaufgaben/geschäfte vor, sind jedoch nicht mit einer Bank zu vergleichen (siehe Rechtsform) ...Insofern haben Sie schon wieder Recht, nur muss die Aussage dann lauten wer braucht schon Sparkassen bez. einen öffentlichen Dienst im Bankensektor? (ausser natürlich Landräte,Bürgermeister und diverse Parteien für abgeschobene Mitgliederposten in der Führung)

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
05. September 2008 11:56

Staatsquote 50%

Robert Schrey (etiterum)

Bei einer Staatsquote von 50% lebt durchschnittlich jeder zweite vom Staat. Und so macher, der glaubt privatwirtschaftlich tätig zu sein, verdankt sein Gehalt zum Teil dem Staat, z.B. das Heer der Bankangestellten sowie die allermeisten Dienstleister. Ohne die Bereitschaft des Staates, die Verschuldung zu erhöhen, haben diese Leute ein viel niedrigeres Einkommen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
05. September 2008 11:03

Stich ins Wespennest - was viele nicht gerne hören werden.

Hans-Werner Bender (DRHWB)

Der Personalchef eines großen und bekannten Unternehmens erzählte mir vor längerer Zeit, dass seine Firma auf Zeitarbeit zurückgreifen müsse. Einfach weil nicht genügend qualifizierte Bewerber (anspruchsvolle Büroarbeit, Gehaltsniveau „Besserverdienende“) im freien Markt zu finden seien. So griffen sie auf das Pool der Zeitarbeit zurück, in der Hoffnung dort noch geeignete Bewerber zu finden und in Festanstellung nehmen zu können. Von diesen Bewerbern (mit qualifizierter Ausbildung) sei jedoch eine Mehrheit bereits bei Bewerbungsgesprächen erkennbar ungeeignet. Von denen, die dann doch genommen werden, übersteht wiederum ein zu großer Prozentsatz der Kandidaten die intensive, vielwöchige Schulung oder die darauf folgende Einarbeitungsphase nicht und „wirft das Handtuch“, viele weil sie sich überfordert sehen. Trotz persönlichem Mentor in der Einarbeitungsphase, der dem Bewerber für längere Zeit den ganzen Arbeitstag über zur Seite steht. Also beste Bedingungen. Am Qualifizierungsangebot liegt es also nicht, auch das gerne gebrauchte Argument vom „Dumpinglohn“ zieht nicht. Darüber sollte man sich einmal Gedanken machen, sonst wird man das Problem nicht lösen können. Die üblichen einseitigen Schuldzuweisungen helfen nicht weiter.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
05. September 2008 10:48

@ Dieter Spethmann - Wasser auf die Mühlen von Oskar L.

Hans-Werner Bender (DRHWB)

Aus der EU austreten und diese Kosten sind nicht mehr. Die Kritik ist sicher berechtigt, führt aber bei vielen zu falschen Schlussfolgerungen. Siehe oben. In anderen Blogs besser zu beobachten, und nicht nur seitens "Die Linke".

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
05. September 2008 07:46

Da haben Sie Recht Herr Seidl, leider is es in Deutschland jedoch so, dass

Hans-Werner Bender (DRHWB)

die, die diese Leistung erbringen in die Ecke gedrängt werden und anfangen müssen sich zu verteidigen. Einer lautstarken Minderheit ist es gelungen so viel Aufmerksamkeit zu erreichen, dass dies auf die zwar wohlmeinende aber uninformierte Mehrheit Eindruck macht und diese für eigene Zwecke in die Irre geführt wird. Ein großer Teil der Medien trägt tatkräftig dazu bei. Das erleichtert es der Politik, ihre eigenen Süppchen zu kochen. Es wird an der Zeit aus der Ecke herauszutreten und selbst lautstark zu werden. Auch die Unternehmen sollten daran Interesse haben. Es ist die Leistungsbereitschaft in Gefahr und noch mehr Abwanderung kann doch auch nicht gewünscht sein.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
05. September 2008 07:13

Harz IV und Berlin

Alexander Sobeslavsky (Sobeslavsky)

Wenn man durch Berliner Bezirke wie Wedding und Neukölln fährt, weiß man als Berliner ganz genau, warum in Berlin 20,.. % der Bevölkerung von Sozialhilfe usw. leben. Ja und wenn schon Schüler in der zum 5ten Mal nachgeholten 6.Klasse bekanntgeben: Isch will Sozialhülfe werten.... das ist ja wohl die Zahl noch sehr niedrig gegriffen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob denn in diese Statistik die auf "Duldung" sitzenden und genauso Sozi beziehende Palästinense, Libanesen, Kurden aus Libanon usw. einbezogen sind, das dürft dann die Statistik kräfit in die Höhe gehen lassen. Alles sehr bedenklich"

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 15 von 36 Lesermeinungen
1 | 2 | 3 VorZum Ende blättern
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche