@ Martin Seyfahrth
Verstehe ich Sie richtig: Der Steuerzahler soll in einer weltweiten Aktion dafür aufkommen, dass "Millionen Amerikaner" (die das eigentlich absehbarerweise nicht bezahlen konnten) sich ein Häuschen leisten konnten?!
Die Wahrheit sieht doch so aus: Vermeintlich clevere Bankmanager haben einen Markt geschaffen, wo eigentlich keiner ist. Und andere Banker rund um den Globus haben dieses Instrument zur Spekulation genutzt - und sind grandios gescheitert. Für dieses Scheitern, das in aller Regel in die Insolvenz ihrer Institute münden müsste, haben sie fette Prämien kassiert. Und nun, da das Scheitern ihrer Spekulation offenkundig wird, soll Vater Staat zahlen?!
Aber dann bitte auch nicht wundern, wenn noch der letzte bürgerliche Wähler den Lockrufen der Altkommunisten erliegt! Schluß mit dem Irrsinn: Wer in der Marktwirtschaft fette Gewinne will, soll gefälligst auch die Verluste tragen - die Eigentümer der Banken zahlen - oder verlieren ihr Kapital. So einfach ist das.l
Und wieder hat das allseits hochgelobte anglo-amerikanische Finanzsystem eine extreme (Welt-?)finanzkrise ausgelöst. Die Renditeerwartungen der Banken waren einfach abenteuerlich und nur zu erreichen, wenn man Roulette spielte.
Das wäre nicht schlimm, wenn man diese Hasardeure jetzt im eigenen Saft in die wohlverdiente Pleite gehen lassen würde. Nun kommt aber der altbekannte "Too big to fail"-Gedanke, nach dem jetzt die Steuerzahler den Dreck wegräumen sollen.
Es ist grotesk, dass nun die Allgemeinheit quasi für die Gewinne der Banken bzw. die Boni der Investmentbanker einstehen soll. Dann kann künftig jede Bank ohne Risikobewusstsein ihre Geschäftsmodell durchziehen...
Im Übrigen sind die Konstrukte nicht so komplex, wie immer behauptet wird. Die Leute sind lediglich zu faul, um wirklich einmal nachzuvollziehen, was in den strukturierten Papieren überhaupt drinnsteckt. Dies war in der Anfangsphase dieser Verbriefungen noch ganz anders: da wurden die zu Grunde liegenden Forderungen noch auf Herz und Nieren geprüft.
Hinterher war es nur noch hipp, dabeizusein.
Keinem Obsthändler auf dem Wochenmarkt wäre so etwas passiert; dem hätte sein gesunder Menschenverstand schon weitergeholfen.
Was für eine Super-Idee, die dann auch noch als "Rettung des Finanzsystems" (was immer das sein mag) gefeiert wird. Der Effekt einer solchen Aktion wird doch wohl ganz klar der sein: Bankvorstände werden künftig noch sorgloser mit dem ihnen anvertrauten Geld umgehen. Es wird spekuliert, was das Zeug hält - oder eben auch nicht. Risiken? Egal, Hauptsache meine Erfolgesprämie stimmt. Und wenn dann doch mal einer merkt, dass wir auf heiße Luft spekuliert haben - Schwamm drüber, der Steuerzahler löhnt, am besten weltweit.
Es gibt nur einen Weg aus der Krise: Hausaufgaben machen, Risiken offenlegen und notfalls in die verdiente Insolvenz gehen. Unternehmen, die Risiken eingehen, die sie nicht mal im Ansatz kennen geschweige denn beherrschen, sind am Markt ohnehin überflüssig da nicht lebensfähig. Diese künstlich auf Kosten der Allgemeinheit am Leben zu erhalten ist schwachsinnig und politisch brandgefährlich, da es den Sozialisten in die Hände spielt - Oskar Lafontaine und Konsorten frohlocken doch schon!
Aber niemand ist bereit, die entscheidende Erkenntnis daraus auszusprechen.
Außer Josef Ackermann, und auch der schreckt vor den weiteren Konsequenzen wieder zurück.
Die Idee halte ich für großartig. Das Problem gemeinsam, auf internationaler Ebene anzugehen, wäre in Zeiten der Globalisierung angemessen. Und selbstverständlich wird der Steuerzahler, werden wir alle für die Verluste aufkommen müssen. Sollte das Finanzsystem entgültig zusammenbrechen wird der Schaden noch viel größer sein.
Falsch ist die Vorstellung, die Schäden seien veruracht worden von ein paar verantwortungslosen Spekulanten und Bankern, die ihre eigenen Erfindungen nicht verstanden haben. Es handelt sich um viel mehr: um einen Fehler im System. Am Anfang stand shareholder-value. Das hat im Verhältnis zwischen Arbeit und Kapital den Wert der Arbeit entwertet. Zu viel "freischwebendes" Kapital (als Resultat schlechter bezahlter Arbeit) hat nach immer besserer Verzinsung gesucht. Wo die eine Blase platzt, werden sie woanders schon wieder aufgepustet. Inzwischen ist es der Ölpreis, der zum Objekt für "Fantasie" geworden ist und die wirtschaftliche Entwicklung behindert. Es gibt zu viel Geld, das nach Anlage sucht. Arbeit muß sich wieder lohnen!
Der Skandal ist dass die Bänker seit Jahren immun gegen Regulierungen waren und das Hohelied des freien Marktes gesungen haben. Die Renditen, die Ackermann ausgibt, sind pervers. Eine Besinnung zur Vernunft wäre der erste Weg. Weg von 20 bis 30 Prozent Rendite. 10 Prozent tun es auch.
Die Tobinsteuer auf alle Finanztransaktionen. Damit der Staat, der jetzt helfen soll auch zu Geld kommt.
Eine bodenlose Frechheit, was die Banken da verlangen. Offenbar haben uns die Bank so im Griff, dass wir Ihnen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind. Wenn die Banken Taumeln, muessen die Steuerzahler einspringen.
Wenn nun Notenbanken die Schrottanleihen kaufen, so werden Sie geschwächt, den Banken wird Geld "geschenkt" und alles nur, weil insbesondere in den USA die Menschen über Ihren Verhältnissen gelebt haben. Wir alle wissen, dass die Immobilienblase nur eine der vielen Blasen ist, die sich insbesondere in den USA aufgebläht haben. Wenn nun die Konjunktur in den USA den Bach runter geht, könnte es zum platzen der Kreditblase führen. Und dann sieht es mal ganz böse aus.
Toll gemacht USA ! Aber wie immer: Die dummen Europäer werden euch schon helfen. Keine Angst
Selbstverständlich repräsentieren alle Hypotheken immer noch einen gewissen Wert, selbst wenn es nicht mehr derselbe ist wie vor dem Platzen der Immobilienblase. Genau das ist, was Bernanke auf Befragung im Kongress antwortete: "Das Problem ist, dass kein Mensch weiß, was die blöden Dinger eigentlich wert sind." Das Beste ist vermutlich, dass man sie zunächst ganz abschreibt. Später, wenn ihr wirklicher Wert feststeht -- selbst wenn es nur 10% ist -- kann man dies als Gewinn verbuchen.
Auf dem Artikelbild, das eigentlich die New Yorker "Spitzen" noch knapp aus dem "Nebel"-Meer ragend zeigt, da sehe ich die Rückenflossen von gierigen Haifischen, und die Treuhänder der Steuergelder schauen sie an und überlegen, "wollen wir sie füttern?"
Dem Laien scheint die Idee nicht so abwegig. Allerdings wäre es keine faire Arbeitsteilung, wenn die Privaten einseitig die Chancen und die Notenbanken bzw. Staaten die Kosten und/oder Risiken bekämen. Aber warum sollen nicht Notenbanken, Privatbanken und andere private Kapitalgeber versuchen, die Gegenstände, bei denen es keinen vernünftigen Preis durch Angebot und Nachfrage gibt, über einen Fonds zu einem Preis aus dem Markt zu nehmen, der bei der Abwicklung einen anständigen Gewinn erwarten lässt ? Sinnvoller ist natürlich, wenn man stattdessen die private Spekulation in dem Bereich anregen kann, d.h. - wie anfangs von einigen Banken in USA geplant aber ua. von der Deutschen Bank nicht unterstützt - ein Privater Fonds die Wertpaiere zu ihrem inneren Wert abzüglich Gewinnspanne aufkauft. Aber wenn das scheitert, ist zu prüfen, ob die Staaten mit ins Boot gehen. In einem solchen Fall hätten die Banken den moralischen Anspruch auf Staatsfreiheit des Bankenwesens (d.h. den Verbot von Wettbewerb durch Staatsbanken) allerdings verspielt. Aber dem deutschen Steuerzahler wird man auch dann nicht empfehlen können, die Bank für Gemeinwirtschaft auf Steurzahlers Risiko neu aufzuziehen.
Versteht eigentlich einer der vorausgegangen Kommentatoren das Prinzip Verbriefung?
Ich stelle die etwas provokante These auf, dass keiner dieser Spezialisten jene
Profite quantifizieren könnte.
Im Nachhinein peifen die Spatzen natürlich jede Weisheit von den Dächern raffgierige Manager und Hedgefonds haben dieses Debakel ausgelöst, um sich die Taschen zu füllen ... das ist Bild Niveau.
Für eine wirklich vertiefte und vor Allem NEUTRALE Betrachtung sollte sich der geneigte Leser
Anson, Mark J. P. / Fabozzi, Frank J. / Choudhry, Moorad / Chen, Ren-Raw
Credit Derivatives Instruments, Applications, and Pricing
anschauen.
Zu den horrenden Gewinnen der Bänker: Der typische Profit der Banken bei diesen ABS liegt bei ca. 80 BPS = 0,8% ! Merril hat knapp 120 Mio. dadurch verdient und knapp 10 Mrd. USD verloren. WOW
Durch diese Derivate, die nichts anderes als eine VERSICHERUNG für einen Kredit darstellen, wurden Millionen Amerikaner eigene Häuser ermöglicht. Davon sind ca. 30% zahlungsunfähig ... und 70% können sich über ein Eigenheim freuen, dass sie sonst NIEMALS bekommen hätten durch ihre schlechten Kreditratings. Dank dieser Securities.
Durch die Panik der normalen, kleinen Investoren ist dieses Boot gesunken, nicht andersrum
Ankauf von diesem Scheißdreck mit unseren Steuergeldern?
Habt ihr noch alle Tassen im Schrank ?
Genau darauf spekulieren diese niederträchtigen SUV Fahrer, Bonikassierer.
Wenn das passiert, wähle ich die Linken bis zum Lebensende !
Langsam wird es zum Witz!. Irgendwelche Leute haben sich die Taschen richtig voll gestopft. Ich warte nur noch auf die Big Fish. Dann gehts richtig ab.
Staat gegen MoneyPower. Viel Spass. Ich freue mich schon darauf. Lesen Sie mal eins der aktuellen "Soros" Interviews. Wow.
Man kann nur hoffen das es nicht soweit kommt!.
... wünschte ich, es stünde eine große Wahl vor der Tür. Damit meine ich nicht irgendeine kleine Landtagswahl, sondern eine Bundestagswahl, bei der die Parteien wirklich um Macht ringen. Dann wäre das Thema ohne zu Zögern vom Tisch und sowohl die Volksparteien, als auch die kleinen würden sich mit Protesten überschütten um sich beim Wähler einzuschmeicheln. > Denn dieser ist, entgegen landläufiger Meinung, kein dummes Schäflein, das das Kreuzchen dort macht, wo Vati das auch gemacht hat. Jahrelang hat man ihm versucht die Selbstregulierung des Marktes zu verinnerlichen und nun merkt er genau, dass dort oben, weitab seiner kleinen Wohnung die richtig Reichen und richtig Dreisten jahrelang geglaubt haben nach anderen Regeln spielen zu können. Wenn der 'kleine Mann' Fehler macht, wird er zur Rechenschaft gezogen, nun aber sieht er, dass die 'großen Bosse' ihre Fehler gar nicht ausbaden wollen und er bangt und fürchtet, dass sie es auch nicht müssen und das damit bewiesen wäre, dass für ihn eine andere Gerechtigkeit gilt, als für sie. ... ... ... <
Genau dies ist das Denken, dass so eine nächste Wahl bestimmen würde. Schade, dass das Gedächtnis des Wählers nur bis morgen reicht.
Sollte es tatsächlich zu einem solchen "Notankauf" kommen, wäre dies ein Treppenwitz der Geschichte. Alle Bücher, die jemals zum Thema "Moral Hazard" geschrieben wurden, wären letztlich nur noch akademisches Schmuckwerk. Auch bedeutet ein solches Vorgehen nichts anderes, als das gescheiterte Geschäftsmodell von Carlyle, Bear Stearns., Peloton, etc., diesmal auf Kosten des Steuerzahlers zu betreiben, da auch vorgenannte sich ausschließlich dem Kauf von CMBS verschrieben hatten.
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<br>Eines lässt der Artikel m.E. vollkommen außer acht: Es handelt sich hier um ein Regulierungs- und Aufsichtsdefizit: Kein Gesetzgeber und keine Aufsichtsbehörde hat dem skruppelosen Treiben zu irgendeinem Zeitpunkt Einhalt geboten. Das FBI ermittelt nun (nachträglich) gegen die Geschäftspraktiken der großen Investmentbanken im Hinblick auf die Emmission minderwertiger Wertpapiere. Und gerade diese wollen die Zentralbanken jetzt aufkaufen. Mir fehlen die Worte.