Burma nach dem Zyklon

Referendum beginnt trotz Wirbelsturmkatastrophe

Durch die unnachgiebige Haltung der Militärjunta wird die Not der Zyklon-Opfer in Burma immer größer. Ausländische Helfer sollen weiterhin nicht ins Land gelassen werden. Die Militärjunta startete am Samstag ein umstrittenes Verfassungsreferendum und ignorierte Appelle aus aller Welt, sich zunächst voll auf die Opferhilfe zu konzentrieren.

Lesermeinungen zum Beitrag

09. Mai 2008 11:16

Machtdurchsetzung statt Katastrophenhilfe

Paul Reichard (paulreichard)

Es ist mehr als ärgerlich, wie die Situation in Burma politisch ausgechlachtet wird. Unter dem Titel "Machterhalt statt Katastrophenhilfe" wird die Regierung von Burma abgeurteilt und als Elendsschaffer der eigenen Bevölkerung abgeurteilt. Die westlichen Staaten spielen sich auf als Retter der Menschheit im Elend. Dazu fällt mir nur ein: Beständig verhungert ein erheblicher Teil der Weltbevölkerung. Steht da die versammelte Hilfsmannschaft der westlichen Staaten vor den Grenzen dieser Länder und ist ist nur darauf aus, das Elend zu beseitigen? Die zusätzliche Verschärfung des Hungerelends in jüngster Zeit führt zu nichts anderem als darüber zu räsonnieren, ob der Markt eventuell nicht richtig funktioniert, und ob die Verhungernden eventuell eine politische Gefahr bedeuten. Plötzlich soll alles ganz anders sein? Die Militärregierung in Burma hat deutlich gemacht, dass sie die Hilfsgüter annimmt, aber auf eigener Verteilung besteht. Die Reaktion der "Helferstaaten" ist, darauf zu bestehen mit eigenem Personal einzureisen. Und wenn das nicht geht, dann gibt es eben nichts: Welches Machtstreben soll da eigentlich apetittlicher sein? Die FAZ weiss es: Natürlich das des Westens. Die Heuchelei pur.

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09. Mai 2008 10:44

Katastrophenpolitik

San Isidro (San_Isidro)

Naturkatastrophen als Vehikel der Außenpolitik. Zwischendurch liest man schon einmal, dass die Katastrophenhilfe nur unter der Bedingung geleistet wird, dass sich "das Land öffnet". Na in welche Richtung wohl. Angela Schwarz von der Welthungerhilfe berichtet von ersten, kleinen Erfolgen. Vor allem die Wasser- und Stromversorgung funktioniere zumindest in Rangun wieder besser. Das wollte der Tagesschau-Interviewer gar nicht so genau wissen, fragte förmlich die Grausamkeiten der Militärs heraus. Da kam aber nichts. Kommen jetzt wieder "humanitäre Luftschläge"? Naomi Klein lässt grüßen.

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