Bauarbeiten zur geplanten Waldschlösschenbrücke an der Elbe in Dresden

Dresdner Brückenstreit

Eins plus fünf ist was?

Die Tragödie um den Bau der Dresdener Waldschlösschenbrücke tritt in die Phase des Satyrspiels: Eine lange Reihe von Merkwürdigkeiten wurde nun gekrönt mit einem der seltsamsten Interview-Duelle der Welt. Von Reiner Burger

Lesermeinungen zum Beitrag

16. Mai 2008 14:56

Absurd und seltsam ...

Holger Stetzler (HoSte)

... - dieser Dresdner Schildbürgerstreich. Akt 1: Eine allseits bewunderte Szenerie mitten in der Stadt, schon zu DDR-Zeiten bemüht man sich um das Qualitätssiegel "Welterbestätte". Akt 2: Nach der Wende Planungen zu Ausbau des Straßennetzes, da von einer erheblichen Zunahme des Verkehrs auszugehen ist. Akt 3: Eine Vielzahl von Fachleuten unterbreitet Vorschläge, wo weitere Brücken über die Elbe möglich und sinnvoll wären. Akt 4: Die Landesregierung entscheidet, dass die Querung an der breitesten Stelle der Elbauen geschehen soll. Bemerke: Bereits 1908 erließ der damalige Stadtradt ein dauerhaftes Bauverbot an jener Stelle aufgrund "Bedenken ästhetischer Art". Akt 5: Die Stadt beantragt die Anerkennung als Welterbestätte, verbunden mit Selbstverpflichtung zur Abstimmung geplanter Änderungen mit der UNESCO. Akt 6: 67,9% der Dresdner folgen der Empfehlung des ADAC, umgehend eine Brücke durchs Naherholungsgebiet zu bauen. Akt 7: Aktualisierte Berechnungen zum Verkehrsaufkommen stellen die Sinnhaftigkeit einer Brücke an dieser Stelle in Frage. Akt 8: Baubeginn, weil Volkes Willen. Akt 9: Bürgerbegehren für einen Tunnel wird von der Landesregierung als rechtswidrig bezeichnet. ... ... Akt 13: Klimaschutz erfordert Fahrverbote.

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16. Mai 2008 09:55

Eins plus fünf ist was?

Uwe Aloé (Tolkewitzer)

Um den ganzen Streit zu verstehen, muss man wissen, dass der Werterbetitel nur benutzt wird, um die Elbquerung ganz zu verhindern! Herr Bandarin wurde von "Freunden" regelrecht manipuliert und kommt nun aus der verfahrenen Kiste nicht mehr raus. Das Einfachste wäre, Dresden gibt den Titel erhobenen Hauptes zurück, mal sehen, wie die UNESCO diese Blamage verkraftet! Den Dresdnern geht es darum, dass sie aus den Erfahrungen des Jahrhunderthochwassers dringend eine Brücke brauchen. Wie die aussehen soll, ist über mehrere Instanzen untersucht worden und ein besonders guter Entwurf wurde ausgewählt. Um den Welterbetitel-Kämpfern entgegenzukommen wurde dieser noch mal überarbeitet und nun ist eine Brücke im Bau, die man ruhigen Gewissens der nachfolgenden Generation als gelungene Integration in die Landschaft Dresdens vererben kann! Der Blick von dieser Brücke wird zudem viele Touristen erfreuen! Wissen sollte man noch bei dem ganzen Hickhack, dass ein Tunnel nicht nur immens teurer würde und die Erben schon energieseitig (24 Stunden Beleuchtung und Belüftung) stark belasten würde, er wäre auch für Fußgänger, Radfahrer und alle Nicht-Kraftfahrzeug-Benutzer gesperrt. Was wiederum bedeutete, es gäbe keinen müden Cent an Fördermitteln!

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15. Mai 2008 11:47

@Holmes

John Doe (Der_kleine_Amrumer)

Na wenn Sie schon die Regensburger Altstadt beklagen, dann schauen Sie sich einfach mal den Nürnberger Marktplatz (Rest der Altstadt sehr schön!!) an... oder noch besser den Frankfurter Römer, hier aber nicht nur starr auf den Balkon schauen wo die Fussballer stehen, sondern auch die "schönen" Häuser" rund um würdigen. Und wäre es nach Ignaz Bubis und Investoren gegangen würde es noch viel s"schöner" aussehen... Mit diesen Eindrücken fahren Sie mal nach Belgien und schauen sich in Brüssel mal marktplatz etc. an (natürlich nicht die unschönen Aussenbezirke bzw.Vororte) von Brügge ganz zu schweigen... Fairerweise muss man aber zugeben, dass 95%der Städte in Deutschland aus traurigen Gründen zumindest die Innenstädte komplett neu bauen mussten. Einige haben sich "falschen" bewussten Neuanfang entschieden, und andere haben an alten Glanz bewusst angeknüpft (Frankfurt/Stuttgart waren auch nicht "wesentlich mehr" zerstört als Hamburg und München z.B.)

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15. Mai 2008 10:13

welterbe?

Mycroft Holmes (JamesWatson)

Wenn man sich die als Welterbe anerkannte Regensburger Altstadt mit ihren 50er- und 60er-Jahre Bausünden anschaut, weiß man sowieso nicht, nach welchen Kriterien der Welterbe.-Titel vergeben wird.

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14. Mai 2008 20:11

Danke!

Tobias Richter (tobi09)

Ich bin der FAZ sehr dankbar, dass sie gleich im ersten Abschnitt erwähnt, dass die Unesco die Brücke bereits genehmigt hatte, was in den Lokalmedien gern verschwiegen wird. Oppositionelle Kräfte erreichten dann auf nicht nachvollziehbare Weise einen Wandel in der Entscheidung hin zu keiner Brücke. (Wieso toleriert die Unesco im Moment absolut keine Brücke?) Wie werden die Entscheidungen bei der Unesco gefällt, wer beeinflusst sie? Ist sie demokratisch? Das Problem von Unicef (auch eine UN - Organisation) macht nachdenklich. Die Brücke wurde in einem demokratischen Prozess von den Dresdner Bürgern bejaht. Zusammenfassend dürfte es eigentlich kein Problem mit der Brücke und dem Welterbestatus geben. Welch eine Schande, dass diese schöne Stadt so verunglimpft wird, von Kräften, die vorgeben, dass beste für die Stadt zu wollen.

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14. Mai 2008 19:48

Der deutsche Michel

Marvin Parsons (mapar)

UNESCO-Welterbe in anderen Ländern müssen ganz andere Veränderungen verkraften, ohne vorher das zu sagen, und alles was die UNESCO da tut, ist devote Briefe zu schreien mit freundlichen Bitten. Man legt sich ja nicht mit einer Diktatur an. Aber an den gehorsamen Deutschen, da können sie sich mal wieder richtig ausleben.

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14. Mai 2008 19:16

endlich mal ein Wort

Sven Orban (svorb)

Ein wirklich sehr interessant geschriebener Artikel. Eines scheint jedoch jetzt schon fest zustehen die UNESCo wird den Titel wohl aberkennen. Viel Interessanter erscheint mir da eher die Frage woher die Sturrheit seitens der Befürworter und Ihrer Gegner kommt. Die Auseinandersetzung zwischen beiden Parteien hat mit Kompromissuche absolut gar nicht zu tun. Mittlerweile artet es eher zu einen rein juristischen Streitfall aus. Wirklich schade! Doch eine Frage steht weiter im Raume: Warum kein Bürgerentscheid? Mit allen für die Bürger relavanten Informationen! (auch den möglich Mehrkosten falls eine Tunnellösung technisch realisierbar ist) Zumindest wäre das ein echter Kompromiss?! ODER?! Sicherlich ist es wirtschaftspolitisch schwer schwer den Wähler zu vermitteln das seine Steuergelder eventuell hinausgeschmissen werden. Aber seit wann interessiert es denn eigentlich die Politiker ob die Steuergelder sinnvoll investiert werden oder nicht? Aber diese Frage wird uns sicherlich der Bund der Steuerzahler beantworten können. einen schönen Abend Sven

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