Jegliche Neigung zum Pathos war ihm fremd: Hans Hermann Matthöfer

Zum Tode von Hans Matthöfer

Krisenmanager ohne Pathos

Getöse lag Hans Hermann Matthöfer nicht. Eher schon prägte strenge Sachlichkeit das Auftreten des Gewerkschafters, Politikers und früheren Finanzministers. Am Sonntag ist Matthöfer nach langer Krankheit im Alter von 84 Jahren gestorben. Von Majid Sattar

Lesermeinungen zum Beitrag

16. November 2009 06:03

Das war ein Guter

Tatiana Schmidt (tatiane)

Unvergessen Hans Matthöfers deutliche Worte gegen die Pinochet-Putschisten in Chile nach dem 11. September 1973, die er schlicht eine "Mörderbande" nannte, während Strauß ihre Untaten, die vollständig erst 30 Jahre später ans Licht kamen, damals zu verharmlosen suchte ("Wenn das Militär zugreift, geht es eben anders zu, wie wenn Franziskaner Suppe verteilen."). Matthöfer war zweifelsohne einer der Allzweckwaffen im Kabinett Schmidt, die für viele Aufgaben geeignet waren. Nicht schön, aber allzu verständlich fand ich, wie er dem ungezogenen Fritz Teufel Jahre später nach dessen Zaubertinten-Attacke in "3 nach 9" mit Rotwein Paroli bot. Ein guter Mann, den wir vermissen werden.

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15. November 2009 18:05

Ein Sozialdemokrat

Michael Menzel (Galenos)

der Art, wie es sie heute nicht mehr in seiner ehemals vertretenen Partei gibt. Er war eben vielfältig begabt, gebildet, bescheiden und fähig und wird deshalb nicht mit einem bestimmten Amt oder einer bestimmten Leistung assoziiert und leider auch nicht mehr von seinen heutigen Parteigenossen gekannt. Parteigenossen? Er hat sicher unter dem Verfall seiner ehemals ehrenwerten Partei gelitten. Ihn etwa mit einem Steinmeier in einen Zusammenhang zu bringen, wie in dem Nachruf geschehen, ist absurd.
Ein Mann, der auch von politischen Gegnern seiner einstigen Partei, hoch zu schätzen ist.

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