Da nachgestellte Führerbunkeridyllen von einigen FAZ-Lesern augenscheinlich begrüßt werden, andere Leser Hitler aber lieber ohne Kopf sehen, wäre diese Figurengruppe mein vermittelnder Vorschlag im Wachsfigurenstreit.
Dieser Hitlerfigur den Kopf abzuschneiden und dabei "nie wieder Krieg" zu schreien, ist nicht mehr als Unfähigkeit im Umgang mit der eigenen Geschichte. Statt "nie wieder Krieg" zu schreien, sollte wir lieber "nie wieder totalitäre Systeme" schreien. Als ich dann zur Kenntnis nahm, dass der "Attentäter" aus Berlin-Kreuzberg stammt, wollte ich fast darauf wetten, dass dieser "Attentäter" sicher das ein oder andere T-Shirt eines Massenmörders (Che Guevara, Lenin etc.) in seinem Schrank hat. Es ist schon grotesk. Während bei einer Ausstellung mit Personen der jeweiligen Zeitgeschichte (was Hitler nun einmal ist), die grosse Empörungswelle läuft; darf man in Deutschland weiterhin die kommunistischen und sozialistischen Schadtaten leugnen; darf Shirt mit dem Konterfei eines Massenmörders (eben Che G. oder Lenin) tragen. Aber natürlich, die haben ja für eine "gute" Sache gemordet. Leider behaupten Nazis auch für eine "gute" Sache gemordet zu haben. Die Deutschen sind schlicht unfähig, vernünftig mit der eigenen Geschichte umzugehen.
da erfüllte einer den Herzenswunsch und die feste Absicht der meisten Deutschen, Hitler zuköpfen,allerdings erst nach Hitlers Tod.
Eins ist sicher: Die "Köpfung" dieser Figur hat die deutsche Gesellschaft deutlich weiter gebracht als ihre Aufstellung. Wir sollten uns ernsthaft fragen, warum wir derartige Geldmacherei mit der Figur Adolf Hitlers zulassen. Die Aufarbeitung der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts bedarf weiterhin großer Hingabe, nicht nur in Sachen DDR, was manche für mich schier unbegreifliche Kommentare bei den Lesermeinungen auf dieser Seite, z. B. in Sachen Stauffenberg, beweisen. So arm dran sind wir aber geschichtswissenschaftlich noch nicht, dass wir solch einen Ausverkauf unserer Geschichte hinnehmen müssten. Der Mann hat jedenfalls einen Preis verdient. Vielleicht kann man ja zusammenlegen, um ihm die Sachbeschädigung zu bezahlen.
Ich begreif das ganze Getöse um den Wachs-Hitler nicht. Wir können ihn ebenso wenig aus der Geschichte ausblenden wie Nero, Stalin oder andere Böslinge. Warum dann nicht ins Wachsfigurenkabinett? Genauso unsinnig erscheint mir das Fotoverbot in puncto Hitler. Wer ein Hitler-Bild haben will, findet im Internet eine reiche Auswahl davon, und wer sich unbedingt zusammen mit Adolf ablichten lassen möchte, findet dazu ebenfalls via Internet und Fotomontage etc. etc. gar reichlich Gelegenheit. Da braucht's keinen Besuch in Berlin. Und das Kopf-Abreißen macht die Jahre von 1933 bis 1945 gewiss nicht ungeschehen. Amüsant gegenüber dem ganzen Wachs-Hitler-Hype ist allerdings die Helmut-Kohl-Reaktion auf sein Erscheinen als Puppe im Berliner (Wachsfiguren-)Kabinett. Er sollte die Sache in der Weisheit des Alters mit einem Schmunzeln hinnehmen und sich nicht mit irgendwelcher Grollerei in dieser Sache lächerlich machen.
.... als Störung der Todenruhe zu qualifizieren.
Endlich mal ein gelungenes Hitler-Attentat, möchte man ausrufen - auch wenn es diesem offenbar geltungssüchtigen Kopf-ab-Antifaschisten nur gelungen ist, sich an einer toten Wachsfigur zu vergreifen. Zumindest bekommt die Studie Fromms "Adolf Hitler - ein klinischer Fall von Nekrophilie" mal einen völlig unerwarteten Drive, mit dem der Diktator in interessierten Kreisen mit antifaschistischer Hilfe gar vom Täter zum Opfer mutieren kann. Angesichts des - bei der Tat des Kopf-ab-Reißens - ziemlich hirnrissigen Attentäter-Ausrufs "Nie wieder Krieg!" - ohne den der richtige Hitler nun mal leider nie vernichtet worden wäre - muss man dem Attentäter weitere ziemlich dösbattelige Aktionen zutrauen. Wie wäre es zum Beispiel mit dem medienwirksamen rituellen Abstechen einer Gummipuppe bei Beate Uhse am Tag der Frau als Zeichen gegen die sexuelle Ausbeutung letzterer? Den dazu passenden Ausruf sollte sich der Attentäter dann allerdings etwas sorgfältiger überlegen. Naja, bis zum 8. März hat er ja auch noch viel Zeit.
Bush arbeitet sich am Iran ab, wie die SZ titelt, und Berlin an einer Wachspuppe. Bei der Neueröffnung von Madame Tussauds Unter den Linden wird die Hilter-Wachspuppe beschädigt, geköpft wie einige behaupten- und die Welt erzittert vor einem solchen dramatischen historischen Moment. Seitdem das letzte Licht im Bunker unter der Reichskanzlei verloschen ist, wird der Widerstand gegen den NS-Staat mit jedem Tag immer stärker, nun dieser glanzvolle Höhepunkt. Das hat zwar nichts mehr mit Moderne, sondern mehr mit mittelalterlichem Ikonoklasmus - der eifrigen Bilderstürmerei der Dogmatiker- zu tun. Broder gefällt's und hier ist er sich plötzlich sehr einig mit den islamischen Eiferern, die auch schon mal das Bilderverbot mit Gewalt durchsetzen. ''Du sollst Dir kein Bild von deinem Gotte machen' (Mose 20, 2-5) ließe sich in Mephisto-Allüre dann auch über den 'Dämon' Hitler formulieren, in dem einige 'das Böse' vermuten. Das wäre aber das endgültige und absurde Armutszeugnis des geistigen Bankrotts. Insofern aber schlüssig: Willkommen in der Berliner Vormoderne...
Dieser Anschlag entspricht einem erotischen Gefühl besonderer Art, bei dem die Macht über die Wehrlosigkeit von Puppen eine Rolle spielt. Marktlückenforscher ufjepasst! Es stellt sich die Frage, ob es schon aufblasbare Hitler-Gummipuppen gibt? Sicherlich könnten wir uns auch die Frage, eines globalen Nutzens, solch mutiger Menschen, stellen. Wie wäre es, mit einem staatlich finanzierten Dauerurlaub, in einem Hotel seiner WAHL, bis zum nächsten Anschlag, in Simbabwe ?
Ich verstehe die ganze Aufregung der "Gutmenschen" nicht. In der Hamburger Dependance steht die Hitler-Figur seit Jahrzehnten - und es hat sich bisher keiner darüber aufgeregt. Hitler gehört zur Deutschen Geschichte und sollte auch weiterhin ausgestellt werden, neben Stalin und Idi Amin, evtl. auch Bush und weiteren politischen Verbrechern. Deutschland wird seine Vergangenheit nie bewältigen, wenn weiterhin so verkrampft damit umgegangen wird und jedes geäußerte "Unwort" und jeder "belegte" Begriff sofort von "Gutmenschen" als Verstoß gegen die political corectness angeprangert wird. Ich habe dieses Getue allmählich satt!
Auf dem Tisch liegen soviele Bücher. Das ist bestimmt eine Geschichtsfälschung.
... wohl die Bombe !? So musste er sich ziemlich banal auf die wenig 'zündende' Idee eines Ringkampfs mit dem Wachs-Hitler einlassen . Aber wie dem auch sei: mit Hilfe von Journalisten und Medien wird dieser Stauffenberg-Abklatsch dennoch die Chance erhalten, beinahe genau so berühmt zu werden wie einst sein Vorbild - und das sogar noch unmittelbar vor dem historischen Gedenktag des 20. Juli !!! Aber Spaß beiseite: Was mich aber an dem Ereignis grundsätzlich wundert ist der Umstand, dass das Museum offenkundig nicht auf die doch sehr nahe liegende Möglichkeit vorbereitet gewesen ist, dass die Präsentation der Hitler-Wachsfigur voraussichtlich jede Menge 'gut meinender' oder bloß geltungssüchtiger Ersatzattentäter und andere Psychopathen anziehen wird und offenkundig keine entsprechenden Vorkehrungen getroffen hat ... Oder steckt das Museum selbst hinter dieser spektakulären Aktion, um auf diese Weise für sich Werbung zu machen ???
Das gesamte Unterfangen gibt die geistige Armseligkeit des Unverständnisses preis. Bar allen Vermögens die Geschichte zu ändern, stülpt man seiner Erbärmlichkeit über eine eher wehrlose Figur. Und wie es sich gehört, schreit die umherstehende Menge „Hurra“. Welch eine „Heldentat“…
Sehr geehrter Hans Albers, unternimmt man in einem totalitären Polizeistaat schlimmster Barbarei einen Staatsstreich, gehört weit mehr Courage dazu, als Sie es sich in der warmen Stube wohl so vorstellen. Mit Maulheldentum oder dümmlichen Leserbriefen ist da nämlich nur wenig auszurichten. Die nach dem 20. Juli 44 gefolterten und ermordeten Offiziere (und deren zivile Mitverschwörer) haben nicht nur ihr Leben eingesetzt, sie haben es schlichtweg zu hunderten verloren. Bevor Sie den militärischen Widerstand im Dritten Reich also mit der albernen Attacke auf eine Puppe gleichsetzen, empfehle ich Ihnen dringend, sich mit diesem einmal ernsthaft zu beschäftigen. Schon z. B. mal was von v. Gersdorff oder v. dem Bussche-Streithorst gehört? In diesem Zusammenhang lesenswert: Joachim Fest: „Staatsstreich. Der lange Weg zum 20. Juli“. Mit freundlichen Grüßen Sönke Peters
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