Mehr Zivilcourage! Schützt die Hitlerfigur ;D
Während im Vorfeld schwerblütigste Ernsthaftigkeit die Wachsfigurenfrage wälzte , eine befreiend heitere Erwiederung durch den FAZ-Autor Eberhard Rathgeb. Angenehm fällt vor allem auf, das der "zweite Besucher" nicht unnötig in den Vordergrund gestellt wird, es bleibt die freie Sicht auf eine Art "Ei des Kolumbus".
Das geht nun mal gar nicht: das ist eine Straftat wie Mona Lisa Salzsäure ins Lächeln kippen! Oder? Da kommt diese britische Firma und setzt uns den Hitler vor die Nase. Und als ob das nicht Provokation genug wäre, trifft uns die Konsequenz des 'Anschlags' bis ins Mark. Oh oh oh. Gott sei Dank leben wir in einer ebenso schnellebigen wie gedankenlosen Zeit. Allein die Feuilletons werden vielleicht noch ein paar Tage tief schürfen, dann kommt die nächste Schicht.
diese Tat ist kein Ausdruck von Zivilcourage, sondern eher eine überspitzte Anpassungsleistung, im besten Fall eine unbeholfene Form des Voudou. ...Aber da auch der 'Attentäter' weiß, dass er die Zeit nicht zurückdrehen kann, wohl eher ersteres.
In der heutigen Zeit hätte wohl eher Mut dazu gehört den Täter zurückzuhalten, als die Sachbeschädigung zu begehen. Das sieht weniger nach Mut als nach Geltungsbedürfnis aus.
Die Motive des Täters sind keinesfalls unklar. Jede andere Online-Zeitung weiß, dass der Täter gegen die Ausstellung Hitlers protestieren wollte, eine Ausstellung, in der Hitler mühelos in die Gesellschaft von Popstars, Staatsmännern, Wissenschaftlern etc. aufgenommen wird. Die Belächelung als "demokratische Bewährungsprobe" droht die Demokratie selbst zu belächeln.
ob der "Attentäter" vor 70 Jahren ebenso "mutig" für Demokratie und Menschlichkeit eingetreten wäre, oder ob er da auch nur ein stiller Mitläufer gewesen wäre wie die meisten anderen...
...als ich die Schlagzeile las. Nach all der typisch deutschen Unkerei im Vorfeld, ob die Neonazis zu Wachshitler wallfahren wuerden, finde ich die Beschaedigung Wachshitlers um so lustiger und irgendwie auch verstaendlich. Ich finde, der Mann sollte straffrei ausgehen und vielleicht die Schadenssumme an Madame T. ueberweisen - ich habe mich koestlich amuesiert. Was soll man nun tun? Wallfahrten oder Wachattentate, alles schwierig fuer Aussteller - ebenso eine potetielle Sonderstellung durch Sicherung... Vielleicht sollte Hitler gleich in die Wolfsschanze gestellt werden und gegen Entgelt vom Besucher (Stauffenberg-Reenactment) nachtraeglich erfolgreich gesprengt werden koennen?
keiner der Attentäter 1944, keiner der Offiziere, hatte den Mut sein Leben einzusetzen, das waren damals Attentate "light". Genau wie das Abreißen eines Puppenkopfes. Erst die überregionale Berichterstattung schafft heute und hier neue "Helden". Aber wie sagt der gute Journalist : "Ich schreibe doch nur, was die Menschen und Menschinnen lesen wollen !"
Ist es nicht wunderbar, dass sich Menschen auch 63 Jahre nach Hitlers Selbstmord immer noch wünschen, er hätte nach Kriegsende ganz normal zum Tode verurteilt werden können, so wie Saddam Hussein? Anyway, Madame Tussaud hat sich jedenfalls übernommen und sollte jetzt schnellstens ihre Absicht korrigieren, von NPD-Eintrittsgeldern zu profitieren. Zumal sich ihre wahrscheinlich unterbezahlten Wachleute nicht gerade als wehrhaft erwiesen haben. Wenn man allerdings bedenkt, dass das Eintrittsgeld von 3 Hitlerfans ausreicht, um den Tageslohn eines Wachmann's zu finanzieren, wird einem ganz schwummrig.