Im Gespräch: Vermögensforscher Thomas Druyen

„Reichtum ist uns suspekt"

Die Deutschen haben keinen gesunden Maßstab dafür, wer wie viel verdienen sollte, sagt Thomas Druyen von der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien. An der Neidkultur seien die Reichen aber nicht ganz unschuldig.

Lesermeinungen zum Beitrag

09. Juli 2008 19:06

Reichtum

Stefan M. Oke (stefanmoke)

Das Verstaednis, Reichtum nur auf Kosten anderer bzw. durch Ausbeutung erwerben zu koennen, zeugt von einem krassen wirtschaftlichen Unverstaendnis, das in linken Kreisen aber tre chic ist. Begriffe wie Wertschoepfung oder Innovation scheinen hier unbekannt oder einfach nicht begriffen worden zu sein. Dies wundert nicht, denn wie sollen die Prediger der Umverteilung ein anderes Konzept fuer moeglich halten?

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
09. Juli 2008 19:04

Neid

Stefan M. Oke (stefanmoke)

Nur die Geschichte des Neids zeigt uns, dass der Unterschied zwischen "arm" und "reich" nicht zu weit auseinanderklaffen sollte. Der Unterschied ist naemlich fuer eine objektive Betrachtung voellig unerheblich. Denn wenn "Armut" so wie derzeit definiert wird (siehe die "Statistiken" der Bundesregierung) und einen sehr guten und nie dagewesenen Lebensstandard einschliesst, dann sollte es jedem "Armen" egal sein, ob es ueber ihm noch Leute gibt, die unvorstellbar reich sind...denn der eigene Lebensstandard ist doch gut genug. Nur Neider leben eigentlich gut, werden aber von dem Gedanken eines noch besseren Lebens, das andere Leute fuehren, zerfressen. PS: Die vielfach angeklagte mangelnde Durchlaessigkeit in die absolut hoechsten Schichten ist tragisch, aber fuer die meisten Leute von uns absolut irrelevant. Der Weg in die Mittelschicht oder grosse Teile der Oberschicht ist modernen, strebsamen Emporkoemmlingen keinesfalls verwehrt...der kommt bloss nicht auf dem sozialistischen Silbertablett serviert.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
09. Juli 2008 17:23

Vermögen

Julius Franzot (JFranzot)

Die Definition von "Vermögen, das einem ermöglicht, nur von Zinsen zu leben" ist mangelhaft. Ein Koblenzer Single mit 50 Jahren, einer Rentenanwartschaft und einem bezahlten Eigenheim lebt bequem mit 700-800.000 Euro bis zu seiner Pensionierung mit 67, eigentlich bis zu seinem Lebensende. Wenn der Single in Cottbus lebt, braucht er noch weniger, wenn er in München daheim ist, glatt das Doppelte. Ein Verheirateter, 35 Jahre, drei Kinder und stark belastetes Eigenheim braucht mehrere Millionen Euro. Die Sache muss man differenzierter angehen.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
09. Juli 2008 16:28

@Herrlich II

Freddi Frohsinn (Frid0lin)

Bill Gates ist so ein schönes Beispiel eines reischen, gebildeten, einflussreichen Elternhauses. Ansonsten definiert sich Reichtum eben mal über Armut - kein Luxus, wenn dieser nicht auf wenige begrenzt ist. Ein geben und nehmen eben. Ein einfallsreicher Unternehmer mit Risikobereitschaft und einer zündenden Idee (und ner Menge Arbeitsstunden) wäre nicht erfolgreich, wenn eben nicht auch die andere Seite, Konsumenten, Kunden, Verlierer und eben Ausgebeutete vorhanden wären. (Oder einfach mal die Mathematik der Zinsen durchexerzieren). Ebendies hat uns GG Art. 14 gebracht - es ist eben immer die Gemeinschaft, die dem Einzelnen Hervorragendes ermöglicht. (und auch wie immer aktuell wie schon weiter unten angemerkt - siehe Gewinne und Verluste) Auch wettert hier keiner (oder wohl kaum einer) gegen die Vergütung nach Leistung. Anreiz und Bequemlichkeit (wenn keiner bequem gewesen wäre, wäre wohl niemals das Rad erfunden worden) sind die Hauptmotoren für Technik und Fortschritt. Nur zeigt uns eben leider die Geschichte, dass der Unterschied nicht zu weit auseinanderklaffen sollte. Oder anders: warum haben zwei verschiedene dringende Tätigkeiten innerhalb von 10 Jahren so Unterschiedliche Entgeltsteigerungen (bzw -Senkungen)?

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
09. Juli 2008 16:05

@Teuber

John Doe (Der_kleine_Amrumer)

Ja Herr Teuber, wenn es nicht so traurig wäre, könnte man herzhaft lachen!! Aber leider sitzen ja schon Neider auch in gewissen Onlineredaktionen, so dass nicht amal mehr adäquate Antworten auf gewisse Kommentatoren durchgelassen werden. Da sitzen wohl viele Die sich Ihre Karriere anders vorgestellt haben, was die wohl mit dem Preisgeld für den Pulitzer Preis machen würden? Bestimmt spenden... weil mit mit ein bisschen rumtippen kann man ja nicht "reich" werden... Lassen wir uns überraschen Herr Teuber ob Sie dies hier zu lesen bekommen...

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
09. Juli 2008 15:29

Herrlich II

Markus Teuber (arathorn)

statt Ihren Kindern für die Schule beizustehen,ist dies nun die Schuld von Eltern,die ihren Kindern einen Nachhilfelehrer besorgen ?! Und als Gerechtigskeitssinn definiert man,wenn man sich "kompetent fühlt",zu beurteilen,wer bei wieviel und welcher Arbeit wie gut oder weniger gut bezahlt werden darf?! So hat Bill Gates ,der die erste Million mit eigenem Gehirnschmalz "machte",die anderen nachfolgendnen aber hauptsächlich durch die Aktienentwicklung seines Unternehmens,die erste Million gerade noch vedient,die nachfolgenden aber durchwegs "dem Volke gestohlen" ?! Sicherlich werden die Kommentatoren hier auch - sollten sie einmal erben oder "wohl im Lotto gewonne ?"- ,diesen ihren "Reichtum" dann vollständig an das Volk abführen ,nicht wahr ?!

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
09. Juli 2008 15:24

@Peter Meier (xrantanplanx)

Andreas Neubert (Citizen_Kane)

"Wenn Sie keine ungleich verteilten Vermögensmassen wollen, ist die Marktwirtschaft für Sie schlicht das falsche Wirtschaftssystem." Es geht den Menschen nicht(!) darum, ob ungleich verteilte Vermögensmassen richtig sind oder falsch. Als Anreizsystem finden die meisten das richtig. Hier stellt auch keiner die Systemfrage. Die Bedenken gehen in die Richtung, bis hin zu welcher Relation(!) eine Geselllschaft ungleich verteilte Vermögen und Einkommen vertragen kann. Es gibt Millionen Möglichkeiten, Marktwirtschaft zu gestalten. Und die jetzige als alleinig mögliche zu definieren, ist entweder naiv oder will andere Meinungen vorsätzlich manipulieren. Da sind sie mit Ihrer Meinung übrigens den ehemaligen sozialistischen Staaten nicht so fern, die argumentierten auch "Friß oder stirb, sei 100% unserer Meinung, oder du bist ein Kapitalist (in underem Fall Sozialist)". Diese Verteufelung von den Meinungen der Menschen, die nicht hundertprozentig systemkonform waren hat dazu geführt, das das System sich immer mehr der Realität (eben von den Menschen) entfernte und letztlich scheiterte. Wir sind dabei, den gleichen Fehler noch mal zu machen. Und wieder heißt es "Weil nicht sein darf, was nicht sein kann".

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
09. Juli 2008 15:21

@Peter Meier: schwarz/weiß

Ivo Huber (jimmycarter1)

Nun malen sie mal nicht so schwarz und weiß. Hier geht es doch wirklich nicht um die Abschaffung von Anreizen, sondern im ihre Höhe. Waren denn die Manager früher schlechter, nur weil ihre Gehälter im Verhältnis zum Durchschnitt der Bevölkerung niedriger waren? Nein, eher im Gegenteil... Ja, ja jetzt kommt das unsinnige Argument der internationalen Konkurrenz um das Top-Personal. Vielleicht würde Herr Ackermann uns also verlassen. Vielleicht. Außerdem würden wir ihn ersetzten können. Mit Managern, die sich - bei immer noch sehr, sehr guter Bezahlung - eben nicht nur über ihr Einkommen definieren. Außerdem: gäbe es in Deutschland mehr Chancengleichheit und Offenheit der inzestuösen Wirtschaftselite, wäre die Auswahl an Top-Personal noch größer. Und durch mehr Konkurrenz würden die Gehälter fallen (und die eher mäßige Qualität des deutschen Management sich verbessern)... aber bei den Themen Chancengleicheit und Eliten-Offenheit bevorzugt die Wirtschaftelite dann doch lieber weniger als mehr Marktwirtschaft. Es geht schließlich um die Zukunft der reich geborenen Söhne und Töchter...

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
09. Juli 2008 15:20

Herrlich I

Markus Teuber (arathorn)

was zu dieem Thema zu lesen ist. Von Ausbeutung ist die Rede,die den einen Reichtum und den anderen Armut bescherte.Deutschland dürfte wohl das einzige Land auf der ganzen Welt sein,wo mit Sicherheit keine Arbeitnehmer-Ausbeutung stattfindet (vorausgesetzt,man subsumiert das,was der deutsche Staat mit Steuern,Abgaben,Gebühren und Beiträgen einem so aufbürdet,nicht als solche -aber wer weiß?!) Nirgendwo sind die Gewerkschaften mächtiger und haben mehr Einfluß als hier.Ob nicht demgegenüber die Mehrheit der Arbeitnehmer nicht ausbeutet,nämlich beim Kauf "günstiger" Sportschuhe oder Notebooks,die in Fernost oder Südamerika zu Hungerlöhnen produziert werden ?! Die "ungerechten",von dubiosen Anwälten gemachten Steuergesetze führt man an; dabei haben sich just dieselben "Ausgebeuteten" bei der letzen Wahl auf Zuruf eines dubiosen Herrn dagegen ausgesprochen,die Steuergesetzgebung durch einen ausgewiesenen Fachmann einfach und gerecht werden zu lassen!NAtürlich,das Schul- und Ausbildungssystem gilt es zu verbessern,erheblich sogar.Nur -nirgendwo sonst auf der Welt gibt es ein kostenloses,allen Schichten zugängliches Schulsystem.Wenn nun offenbar aber viele Eltern tagsüber lieber schon bei einer Flasche Bier "talk,talk,talk" ansehen,

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
09. Juli 2008 15:03

an die Ackermann basher

John Doe (Der_kleine_Amrumer)

Unter der Führung und der Verantwortung von Herrn Ackermann konnte die Deutsche Bank wieder einmal Ihre Position im internationalen Wettbewerb stärken und auch sehr gute Gewinne erwirtschaften! Damit hat sie den Finanzplatz Frankfurt/Deutschland geschützt und gestärkt und damit Arbeitsplätze gesichert, und neue geschaffen!!. Vor Ackermann sah es etwas anders aus. Wie es ohne einen Herrn Ackermann gehen kann sieht man bei der Dresdner Bank... (Ja die waren vor knapp 20 Jahren malfast gleich gross, und jetzt?) Was haben denn die klugen Forumsteilnehmer geleistet in den letzten Jahren? wieviel Arbeitsplätze haben Sie erhalten, geschweige denn geschaffen?

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
09. Juli 2008 14:55

Ja und?

John Doe (Der_kleine_Amrumer)

Lasst den Druyen doch arbeiten für wen er will!! Er kennt sich offensichtlich wenigstens aus mit der Materie des "Vermögens" und des "Reichtums". Da ist er natürlich beeinflusst... Ganz im Gegensatz zu den lustigen forschenr der Hans BöcklerStiftung z.B... Alle anderen hier reden doch wie "Blinde" von der Farbe und sind neidisch neidisch neidisch!Und schliessen von sich auf andere: "Weil ich es nicht geschafft habe, reich zu sein, konnten andere das nur durch Lug und Betrug werden..." Welch ein Beweis !!! Echt Arm!! Und alle die auf die Zumwinkels dieser Welt schimpfen, sollten mal in sich gehen, und sich z.B. fragen: sind es wirklich 34km zur Arbeit oder nicht doch nur 31km? war ich wirklich 220 Tage im Büro, und nicht nur 212Tage?Warum hab ich die Bremsbelege eigentlich von einem "Kumpel" erneuern lassen und nicht in der "günstigen" Werkstatt?Klar helf ich dir beim Fliesenlegen,du machst mir dafür die Heizung, das ist doch keine Schwarzarbeit?Toll, wieder Meilen gesammelt, die sind doch kein geldwerter Vorteil oder?Toll es gibt wieder neue Schreibblöcke im Büro,die darf ich doch bestimmt mit nach Hause nehmen? Auch ein Herr Zumwinkel ist nur ein Mensch!

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
09. Juli 2008 14:54

Es blüht die Paranoia

Andreas Noreikat (derherold)

Wir leben im reichsten Deutschland aller Zeiten. Facharbeiter verdienen häufig mehr als Juristen, LehrerInnen beginnen ihr Referendariat mit *30* und Zahnarzt-Töchtern ermöglichen wir (wieder) ein kostenloses Studium - oder zwei oder drei. Und "nebenbei" haben wir mehrere Generationen ostdt. Rentner und rd. 15 Mio. Einwohner "mit Migrationshintergrund" integriert - nicht schlecht für ein "sozial kaltes" Land. :-) Natürlich gibt es gesellschaftl. Veränderungen: Die "Unterschichten" wurden jahrzehntelang in der arbeitsfernen Sozialhilfe-Verwahrlosung belassen, es gibt ein geändertes Konsumverhalten und daß sich eine kinderarme/-lose Mittelschicht "automatisch" verringert, erschließt sich über die Grundrechenarten. Spätestens seit *rot-grün* von ´98 wird uns bewußt, daß eine "fortschrittliche" Lebenslüge nach der nächsten platzt. Vielleicht erklärt dies die irrationale Kritik an einem Wirtschaftssystem, daß uns(!) Wohlstand und ein sagenhaftes Rentenniveau bescherte. Überdies: Wenn wir alle "überzogenen Managergehälter" aufaddierten, könnten wir damit nicht einmal ausgleichen, was uns allein in einem Flächenstaat der Wahnsinn "Berufsunfähigkeit für LehrerInnen ab 50" kostet. Rechnen hilft.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
09. Juli 2008 14:05

..

Peter Meier (xrantanplanx)

eine Vielzahl der Userkommentare zeigt, dass die nationalsozialistische Unterscheidung zwischen "raffendem" und "schaffendem" Kapital auch noch die nächsten Generationen in Deutschland überdauern wird. Liebe Mitbenutzer dieses Boards, die Sie hohe Managergehälter unerträglich finden: Wenn Sie keine ungleich verteilten Vermögensmassen wollen, ist die Marktwirtschaft für Sie schlicht das falsche Wirtschaftssystem. Ob ein Wirtschaftssystem ohne Leistungsanreize und ohne Arbeitskraft als Marktware effektiver sein kann und Menschen glücklicher macht, weiß ich nicht. Bisherige Ansätze sind ja phänomenal gescheitert. Aber vielleicht haben Sie ja bessere Ideen, wie man einen CEO rekrutiert als über Angebot und Nachfrage. Vielleicht durch Parteibücher oder Wahlen. Leute wie Ackermann, die einen Konzern mit 25000 Angestellten führen können, gibts ja sicher wie Sand am Meer.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
09. Juli 2008 13:44

@Ivo Huber (jimmycarter1)

Andreas Neubert (Citizen_Kane)

Auch von mir danke für Ihren wertvollen Hinweis. Die Aussagen des Herrn Druyen kamen mir gleich etwas einseitig vor, dachte mir schon gleich, woher da der Wind weht. "(...) Direktor und Leiter der Abteilung Special Relations bei der LGT Deutschland, der Privatbank der Fürstenfamilie von Liechtenstein". Und welche Kunden hat die? Eben jene, die Druyen hier in Schutz nimmt. So was kommt dabei heraus, wenn Wissenschaft und Wirtschaft zu enge Beziehungen eingehen. Mal wieder Lobbyarbeit unter dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
09. Juli 2008 13:27

Druyen hat recht

Harry Hain (zx10)

Viele Leserkommentare bestätigen dies. :-) Einfach mehr Freiheiten (und damit Risiken) einfordern, Streben nach Chancengleichheit und keine Einkommensgleichheit fordern wird in Deutschland nu rvon einer Minderheit gewollt. Es muß sich doch lohnen viel zu Arbeiten. Mit etwas mehr Glück kommt manchmal noch etwas oben drauf. Warum auch nicht. Was ist daran ungerecht? WIr leben ja auch alle unterschiedlich lang und könne dies auch nur teilweise beeinflussen.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
16 - 30 von 55 Lesermeinungen
Zum AnfangZurück 1 | 2 | 3 | 4 VorZum Ende blättern
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche