DDR-Grenzanlage mit Panzersperre (1978)

Frühere Stasi-Mitarbeiter

Allgegenwärtige Kontrolleure

Knapp 100.000 Mitarbeiter arbeiteten einst hauptamtlich für die Stasi. Nach der Wende gelangten viele von ihnen zu einer neuen beruflichen Identität bei Polizei, Bundeswehr, BND oder anderen Behörden. Nun wird wieder über die Zahl der im Öffentlichen Dienst weiterbeschäftigten Stasi-Mitarbeiter debattiert. Von Jochen Staadt, Berlin

Lesermeinungen zum Beitrag

11. Juli 2009 08:45

Die Dinge beim Namen nennen

uwe mildner (recfarm2)

Dazu gehört auch die Aufarbeitung Stasi, die institutionalisierte Denunziation. Dieses, Kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten ist Daueraufgabe. Von den 8 IM die auf mich angesetzt waren ist einer gekommen und hat sich offenbart, wir waren dann noch essen zusammen. Es war alles gesagt. Wenn wir vergeben wollen, dann können wir das immer, unabhängig von der Offenbarung. Allerdings bleibt es dabei, die Dinge beim Namen zu nennen und nicht den Einzelnen, sondern das Handeln, den Bezug zu verurteilen und sich damit auseinanderzusetzen. Denn, wir werden nicht erlöst, wenn wir einen Sündenbock in die Wüste jagen, die Struktur der Denunziation wohnt mitten unter uns. Demokratie braucht dringendst die Auseinandersetzung mit all diesen destruktiven Strukturen, die letztendlich von Menschen benutzt und eingesetzt werden und die die böseseten Geschwüre der menschlichen Gesellschaft werden können. Deshalb ist es gut dass wir uns alle mit der Stasivergangenheit auseinandersetzen. Es gäbe noch sehr viel mehr zu sagen zu meinen IM und ihrer Integration in der deutschen Gesellschaft und der ganzen Welt nach dem Fall der Mauer. Letztlich ist es im Sinne von Alfred Adler die Anfrage an mich, wie klein ich mich fühle.

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10. Juli 2009 13:32

Wie 45 oder doch ganz anders?

Christof Reinholz (Sidartha)

Sicher bietet sich der Vergleich zu 1945/49 an. Auch damals wurden viele ehemalige NS-Mitarbeiter in die Verwaltung der BRD übernommen und auch im Kabinett der Regierung Adenauer waren einige ehemalige NSDAPler. Die Situation ist ähnlich, aber nicht identisch!
1. 1949 gab es zu wenige ausgebildete Verwaltungsfachkräfte, um die Funktionsfähigkeit der BRD ohne Exmitglieder der NSDAP herzustellen. Die Leute waren z.T. hochqualifiziert und leider unverzichtbar. 90 wollte keiner aus der Verwaltung in den Osten, man musste nehmen, was da war.
2. Es gab genügend Unterlagen um Überzeugungstäter von Mitläufern bzw. Parteibuch-Nazis zu trennen. Die Besatzungmächte führten im Westen von 45-49 erhebliche Sondierungsprozesse durch. Entnazifizierung wurde durchgeführt, Schuld aufgezeigt und anerkannt. Ihre Unterlagen hat die Stasi vernichtet, wer was gemacht hat ist kaum nachzuvollziehen.
3. NS-Deutschland existierte "nur" 14 Jahre, davon 6 Jahre Krieg. In der Gesellschaft existierten auch kontroverse Meinungen. Die wenigsten die 49 in die Verwaltung gingen waren durch und durch in dem System großgeworden und gleichgeschaltet. Die DDR existierte dem Grunde nach 40 Jahre und hatte genug Zeit, sich die Verwaltung linientreu heranzuzüchten.

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10. Juli 2009 11:38

Stasi-Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst

Bernd Albert Wohlschlegel (snapconboerse)

Erschreckend ist, dass sich wie selbstverständlich niemand drum schert. Statt dessen wird die NAZI-Problematik hergeholt, um von diesem ungeheuerlichen Skandal abzulenken.
Hoffentlich trägt nur noch ein gewisser Teil die "innerliche STASI-Marke" mit sich herum und trotzdem kann es einem übel werden, wenn mann bedenkt, dass doch noch tausende (ehemalige) Stasi-Leute in verantwortungsreicher Position weiter Dienst (mit voller Rentenberechtigung) ausüben. Wer fragt nochmal nach denen, die Monate und Jahre im Gefängnis verbracht haben? Wo ist die Wiedergutmachung oder Sühne, sofern das überhaupt noch möglich ist. Natürlich kann man davon ausgehen, dass sich der überwiegende Teil dieser knapp hunderttausend ehemaligen STASI-Mitarbeiter in bestimmten Parteien wiederfinden und deshalb dieser/n Partei/en eine besondere Verantwortung zukommt.
Mfg Bernd Wohlschlegel

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10. Juli 2009 11:30

Ein totgeschwiegener Skandal

Ralf Vormbaum (Vormbaum)

Es ist skandalös, wie problemlos Stasi Offiziere in bundesdeutsche Behörden(!) übernommen wurden. Man kann diese Praxis auch nicht mit Unwissenheit oder einfachem Unvermögen entschuldigen, denn so dumm und blauäugig konnte man gar nicht sein. Es war wohl eher die Absicht, diese Leute in das westdeutsche System zu integrieren, um sich deren "Wissen" zunutze zu machen; vielleicht auch deren Skrupellosigekeit. Wie muß sich ein Bürger der ehemaligen DDR fühlen, der durch die Stasie direkt dransaliert wurde und nun feststellen muß, daß man diese Leute wieder in staatliche Behörden intergriert hat (ein Hohn). Es ist auch keine Frage der Aussöhnung, ob man ehemlaige Stasi Mitarbeiter in einem Landeskriminalamt beschäftigt. Deutschland hat diesbezüglich gleich zweimal massiv versagt: einmal nach 19945 und dann nochmals nach der Wende. Es kann schon Ekel erzeugen, wenn man die politische Heuchelei unserer Politiker sieht. Offenbar hat man mit totalitärem Denken weniger Probleme als man offizell behauptet. Manchem sind wohl die "Profis" aus unseren ehemaligen deutschen Diktaturen willkommene "Spezailisten" unserer Behörden. Das ist alles sehr, sehr traurig, weil wieder ein Stück Glaubwürdigkeit in unserem Land zu Grabe getragen wird.

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10. Juli 2009 11:25

Eine Krähe......

Georg Stojkov (LLCoolGeorg)

In Deutschland sind wir alles Steuerhinterzieher, Diebe usw. die überprüft werden müssen. Finanzämter überprüfen Konten von Bürgern und können Zumwinckel und Co. nicht beim hinterziehen von Steuern nicht finden??? Vielleicht sollten die ehemaligen Statsimitarbeiter dazu eingesetzt werden unsere Politiker zu überprüfen.
Es ist nicht die Frage wer sich schuldig gemacht hat, sondern wer gewinnt. Hätte sich die BRD der DDR angeschlossen wären auch die ehemaligen BND Mitarbeiter übernommen worden.
Unsere Regierung hat kein interesse der Aufdeckung da sie selbst alle Akten über sich zeigen müsste. Glauben wir wirklich, dass (egal ob West- oder Ost Deutschland) unsere Politiker nicht mit der Stasi direkt oder indirekt zusammengearbeitet haben? Sobald Akteneinsicht in die Stasiunterlagen für die Vergangenheit des Herrn XX aus seiner Regierungszeit verlangt wird, ist die Weltsicherheit in Gefahr. Ich persönlich finde, dass die Stassiakten aller MdB veröffentlich und frei zugänglich sein sollen. Ich will wissen was Brandt, Kohl usw. mit der Stasi zu tun hatten!! Doch dies wird niemals geschehen, weil wir das Volk dumm sind. Wir dürfen nur sehen, was uns die Politiker sehen lassen wollen.
Herr Schäuble haben sie versagt???

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10. Juli 2009 11:24

Natürlich sollt man die "Besserwisser" Kohl und Schäuble nicht vergessen

Rolf-Dirk Maehler (RDMAEHLER1)

Die haben den Schwachsinn mit der Wiedervereinigung in dieser Form ausgehandelt. Und die Deutschen sollten auch nicht vergessen, daß der Niedergang des Lebensstandards in Deutschland etwas mit Wiedervereinigung, EU-Erweiterung und Schuldenpolitik zu tun hat. Wer so fahrlässig mit dem Geld der Bürger umgeht hat in der Tat einen Platz in den Geschichtsbüchern verdient. Was nämlich oft vergessen wird: Die Stasimitarbeiter haben entweder wohldotierte Stellungen im öffentlichen Dienst oder sehr gute Pensionen. Aber der Herr Schäuble weiss natürlich immer noch alles besser.

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10. Juli 2009 10:47

Brandenburgs Behörden und das STASI-Netzwerk = die neue DDR light?

Jörg Rengel (joergrengel)

Für Menschen die die Auswüchse der aktuellen STASI Netze nicht wahr haben wollen eine Beobachtung aus Brandenburg: Das STASI-Netz hat sich in einer brandenburgischen Polizeidienststelle so sehr etabliert dass dort Menschen mit STASI Methoden eingeschüchtert werden. Ausländerfeindliche Übergriffe werden erst gar nicht aufgenommen. Aussagen von Schwarzen abgeschmettert. Nigger ist für einen Polizisten dort Amtsdeutsch. Eine Polizisten, die zu DDR-Zeiten über Ausreisanträge mitentschieden hat, deckt die ausländerfeindlichen Kollegen. Und da diese Region auch das Netz in Gerichten gesponnen hat, werden zivil couragierte Bürger von Richtern, die in der DDR studiert haben mit Ordnungsstrafen belegt. Eine andere brandenburgische Behörde fühlt sich so STASI-abgesichert, und macht sich intern lustig über zivil couragierte Bürger mit Hinweisen wie man diese in die Knie zwingt: Zitat: Widerspenstige private „Kapitalisten“ durch entsprechende Lenkungsmaßnahmen ökonomisch in die Knie zwingen, Lenkungsmaßnahmen, die wohlgemerkt als solche keine Schädigung nach §… darstellen. Und dass alles nach der Wende.

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10. Juli 2009 09:45

Ach so!

Harry Hain (zx10)

Der Feind im Inneren? Deswegen fast allerorten "DDR light".

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10. Juli 2009 09:22

Ist schon sehr lustig,

Ewald Haberson (flyer50)

was da so abläuft. Die STASI dürfte wohl eine Hilfsorganisation gewesen sein!

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10. Juli 2009 09:02

was ist denn da schon dabei

Winfried Trebitz (wmact)

wo war denn die Offenheit und das Schuldeingeständnis der Nazigrößen nach dem Krieg? Bis in höchste Regierungsämter hat sich die braune Soße hoch geschafft (Globke, Kiesinger und wie sie alle hießen). Und von der Durchdringung der Justiz mit ehemaligen Nazi-Richtern hat sich bis heute kaum jemand aufgeregt - geschweige denn aufgearbeitet.
Und die CDU hat die Blockparteien nach der Wende samt Vermögen geschluckt. Und heute stellt man sich hin und jammert, weil ein paar ehemalige Stasi-Leute das System des nicht-aufarbeiten-wollens erkannt haben und genau das machen, was ihnen von ihren braunen Vorgängern vorgelebt wurde...

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10. Juli 2009 08:06

Irgenwie

resi mayer (kimwales)

erinnert dasGanze an die Zeit nach 1945.Es ist immer schwierig, die Spreu vom Korn zu trennen.
Gilt besonders für die Angehörigen der ehemaligen Stasi.Man sollte aber schon bereit sein,die Angehörigen der ehemaligen NVA nicht in den selben Topf zu werfen.

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09. Juli 2009 22:58

Was ist heute anders als in den Nachkriegsjahren?

Dunni Loon (Dunniloon)

Lieber Herr
ich bin der Meinung das Sie da nicht genug nachgedacht haben und zu schnell aus dem Bauch heraus eine - für mich jedenfalls - durchaus nachvollziehbare Meinung abgegeben haben.
Einige Generäle aus der Werhrmacht bis hin zu einigen deutschen hochrangigen Ministerpräsidenten (Kanzler?) hatten eine Vergangenheit derer sie sich auch nicht unbedingt rühmen durften. Dennoch hatte der Deutsche Staat nicht das Bedürfniss auf deren Qualitäten zu verzichten. Ebensolches gilt z.B. für einen Wernher von Braun, dessen Dienste sich die USA versicherten. Ich will damit nicht die ehemaligen Stasimitarbeiter freisprechen, aber haben Sie die Gründe der weiteren Beschäftigung jedes einzelnen überprüft so das Sie sich darüber eine Meinung bilden können? Ist -weil ehemalige Stasi Mitarbeiter beschäftigt werden - der Staat linkisch-link? Oder war der Staat wegen der ehemaligen NSDAP-Angehörigen recht rechts??

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09. Juli 2009 21:56

zu Gerhard Mühlhausen

Henning Reinhardt (henning.reinhardt)

Versöhnung kann es im eigentlichen Sinne nur da geben, wo Schuld nicht geleugnet, sondern eingestanden wird. Diese Form der Offenheit und Wahrhaftigkeit ist unter den ehemaligen Mitarbeitern der STASI aber anscheinend heute Mangelware.

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09. Juli 2009 20:56

Makabres auf Horrendes gesetzt,

Stan Kowalski (Naschfreudiger)

zeichnet die dünkelhafte Wirklichkeit dieser linkisch-linken Krummenrepublik bereits seit ihren Bestehen aus.

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09. Juli 2009 20:29

@otto schwein (Otto49)

Bertram von Steuben (Elim_Garak)

Tja mein lieber Otto49, eigentlich haben Sie das Problem durch Ihre Frage auf den Punkt gebracht. Ich weiß nur nicht, ob Sie sich über die Tragweite dieser Tatsache auch im Klaren sind...

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09. Juli 2009 19:53

Und wo ist jetzt das Problem?

otto schwein (Otto49)

Warum sollten nicht bewährte DDR-Stasi-Leute für die gesamtdeutsche Stasi arbeiten?

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