Unruhen in Tibet

Dalai Lama beklagt „kulturellen Genozid“

Neue Proteste - hier in Amdo Labrang im Nordosten TibetsKonfrontation: Tibeter beobachten chinesisches Militär in XiaheStiller Protest im indischen Siliguri

Bildergalerie Tibets Hauptstadt Lhasa wird weiter vom chinesischen Militär kontrolliert. Längst wird auch in der Provinz demonstriert. In einer offiziellen Erklärung hat China zum „Volkskrieg gegen den Separatismus“ aufgerufen. Der Dalai Lama befürchtet weiteres Blutvergießen und erhebt Vorwürfe gegen Peking.

Lesermeinungen zum Beitrag

15. März 2008 22:55

Nanu, was soll das jetzt mit Tibet?..

Faruk Yalcin Dinc (fereli)

Wenn Tibet Öl gehabt hätte, wäre das alles nicht so gekommen.. Dann hätte man schon lange dieses "arme" Land vor den Krallen des gelben Drachen gerettet. Aber ein Land ohne Rohstoffe; was ist das schon?.. Noch dazu kein islamisches Land, das wenigsten zum neuen Feindbild des Westens gepasst hätte, so dass man sich in irgendeinerweise darum gekümmert hätte. Nun taucht Tibet zu allem Überfluß auch noch als Störfaktor bei den blühenden Wirtschaftsbeziehungen des Westens zu China auf.. Also bei aller Liebe für Menchenrechte und Demokratie kommt nun das Ganze ziemlich unpassend.. Na ja wie in Burma hört man bestimmt bald nichts mehr von alledem was hinter Hindikusch passiert. Man kann sich ja nicht um alle das Elend kümmern, was es so in der Welt gibt. Vor allen Dingen, wenn es sich nicht lohnt. Wie heißt es so schön: Tibet den Chinesen; Irak den Amerikanern; Falkland den Engländern; Korsika den Franzosen; Tschetchenien den Russen; Kaschmir den Indern.. Ach was soll es? Legen wir den Mantel des Schweigen darüber! Es lebe der Weltfrieden! Es lebe UNO! Es lebe Welthandel! Es lebe Exportrekorde! Es lebe Fernreisen zu günstigsten Preisen! Ach die Welt ist so schön! Aber nicht für Tibeter und andere Mittellose.. auch in Europa nicht..

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15. März 2008 22:39

Mord an Mönchen oder mordende Mönche?

Martin Berger (Martin1421)

Den Dalai Lama habe ich immer bewundert für seine humorvolle Friedfertigkeit.

Doch jetzt scheint einiges anders zu sein: Seine Medien-Abteilung (http://www.tchrd.org/ ) bringt jede Menge aktuelle Handyfotos aus Lhasa. Doch ein Foto oder sonstiger Beleg für die angeblich zu Dutzenden erschossenen Demonstranten ist nicht dabei. Im Gegenteil, diese Fotos belegen ziemlich eindeutig, dass China seine Politik geändert und eine Großdemonstration zugelassen hat.

Umgekehrt belegen Fotos mit dicken Rauchschwaden über der Stadt:
http://www.spiegel.de/fotostrecke/0,5538,PB64-SUQ9Mjk4NDEmbnI9OQ_3_3,00.html
Die chinesischen Angaben, dass dort Häuser angezündet wurden und Menschen verbrannten, könnten stimmen.

Ist es unter diesen Umständen richtig, China für etwas zu tadeln, was wir immer verlangt haben, nämlich mehr Freiheit einzuräumen und friedliche Demonstrationen zu erlauben?

Und ist es richtig, Mönche zu unterstützen, die morden?

Ich denke nein. So sehr ich den Tibertern mehr Freiheit wünsche. Den Weg, den sie jetzt eingeschlagen haben, ist der Falsche.

Friedlicher Buddhismus sollte anders aussehen!

Martin Berger


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15. März 2008 20:02

Wo bleibt Wieczorek-Zeul?

Lothar Woelfel (LWoelfel)

Wieczorek-Zeul engagierte sich verbal und mit mehreren Millionen Euro Steuergeldern für die Palästinenser. Ich bin gespannt, ob sie den Mut findet und für die Tibetaner wenigstens ein Wort der Unterstützung veröffentlicht.

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15. März 2008 18:35

Olympischer Gedanke

Dominik Karos (d.chaos)

Auch wenn Herr Bach einen Boykott der Spiele für den falschen Weg hält, den Unruhen zu begegnen, und Herr Rogge eine Verbesserung der Menschenrechtssituation nicht für die Aufgabe des IOC hält, so sollte man sich dennoch die Frage stellen, welche Verantwortung die international operierenden, wirtschaftlich und politisch (weitgehend) unabhängigen Organisationen haben. Dabei ist Tibet nur die Spitze eines gigantischen Eisbergs, der Einfluss des chinesischen Regimes reicht bereits bis nach Dafur.
Natürlich liegt es in der Verantwortung der Staatengemeinschaft und insbesondere der wirtschaftlich führenden Nationen, den Vergehen Einhalt zu gebieten und natürlich sollte der erste Weg der Dialog sein. Dennoch führen sie Monologe, während China seine Opfer verhöhnt.
Wenn das Internationale Olympische Komitee nicht in der Lage ist, Farbe zu bekennen, einzusehen, dass die Auflagen der Spielvergabe nicht eingehalten, und zu akzeptieren, dass dies nur ein weiterer gescheiterter Versuch war, China zur Zusammenarbeit zu bewegen - was natürlich personelle Konsequenzen auf der obersten Personalebene mit sich führen würde -, ist es nun Sache der Staaten und nationalen Verbände Peking zu boykottieren. Polen hat einen ersten Schritt g

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15. März 2008 18:31

@ HISAKO

thomas schimpf (tom_s)

… na ja, Godwins Gesetz drängt sich bei Olympia 2008 wirklich auf.

Ich bin en detail nur durchschnittlich über Südkorea vor zwei Jahrzehnten informiert, der Vergleich mit Rotchina 08 scheint mir aber angreifbar.

Anyway: Schön wärs, wenn Sie recht hätten. Ich zweifle dran.

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15. März 2008 18:02

Der Fehler, Herr Schimpf, war aber auch schonmal keiner!

Hisako Garanda (Hisako)

Nämlich vor gut zwei Jahrzehnten ... in einem Land, dessen Regime wesentlich näher am heutigen China war als jenes aus Godwins Gesetz, hat der "Olympia-Zuschlag" mehr demokratisiert als alle Boykotte, Sanktionen und selbstzufriedene Kommentare Außenstehender zusammen.

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15. März 2008 16:07

Gab es den Fehler nicht schon einmal?

thomas schimpf (tom_s)

Das kommt davon, wenn man aus reinen Kommerzwecken die Olympischen Spiele in das –pro forma- drittletzte kommunistische Land der Erde, de facto lebendiger „Manchester-Kommunismus“ vergibt.

Gab es Vergleichbares nicht vor einigen (gut sieben) Jahrzehnten schon mal – das vermeintliche (!) „Demokratisieren“ durch den Olympia-Zuschlag?

PS: Die Genossen (resp. Teile davon) hatten ja kürzlich getadelt, dass Frau M. den Dalai Lama angemessen empfing – wenn ich sie (A.M.) hier noch mal loben muss, gibt’s eine selbstverordnete Schreibpause… .

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15. März 2008 15:25

Tibet ist sehr wichtig, aber die Freiheit gilt es auch hier zu verteidigen!

Wilhelm Friedrich (WillyF)

Die Unterdrückung der Tibeter durch China ist schlimm. Aber die Meinungs- und Pressefreiheit gilt es auch in der BRD zu verteidigen.

Warum darf man z.B. in der FAZ keinen Kommentar zu den vielen FAZ- Artikeln die Islam-Konferenz in Deutschland betreffend abgeben? Fürchtet die FAZ den Groll von Islamisten? Meint sie, dass sich Leser mit ihrer vielleicht zu konservativen Meinung in Sachen Integration daneben benehmen könnten? Oder will sie nichts darüber verlautbaren lassen, dass die Teilnahme islamistischer Vereinigungen, die der Verfassungsschutz beobachten lässt, die Konferenz in ein zu schlechtes, verfassungsfeindlichen Bestrebungen begünstigendes Licht rücken?

Die Unmöglichkeit, dazu in der FAZ seine Meinung zu sagen, gibt mir ganz erheblich zu denken und ist m.E. einer durch und durch liberalen Zeitung mehr als unwürdig.

(Anm. d. Red.: Die personelle Besetzung der FAZ.NET-Redaktion erlaubt derzeit leider nicht, eine Diskussion zu strittigen Themen zu betreuen. Eine unkontrollierte Freigabe verbietet sich wegen einer Fülle diskriminierender und strafrelevanter Beiträge, die dann erfahrungsgemäß zu erwarten sind. Wir bedauern das und hoffen, bald auch strittige Themen wieder zur Diskussion stellen zu können.)

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15. März 2008 12:02

Das war abzusehen

Patricia Jung (jungpf)

Jeder, der die Lage in Tibet kennt, hat damit über kurz oder lang mit einer Eskalation gerechnet. Das Vorgehen der chinesischen Regierung gegen ethnischen und religiösen Minderheiten hat im Zug der olympischen Spiele an Härte zu genommen. Menschenrechte und Menschenleben zählen unter dem Regime nicht viel. In letzter Zeit haben mich die Äußerungen sozialdemokratischen Politiker über die innerchinesische Angelegenheit Tibet mit Befremden erfüllt. Bei allen politischen Divergenzen zur CDU dürfen Menschenrechte nicht zum Spielball politischer Winkelzüge werden. Im Falle der chinesischen Regierung hilft nur eine unmissverständliche Sprache, alles andere wird von der chinesischen Regierung als Billigung ihres Vorgehens gedeutet. Tibet ist widerrechtlich von den China besetzt worden, das muss klar und deutlich gesagt. Für die chinesische Regierung sind Tibeter Untermenschen, von denen Tibet gereinigt werden muss. Tibeter werden seit Jahren systematisch unterdrückt und dezimiert. Die Tibeter haben jahrelang alles geduldet, weil der Dalai Lama Gewalt ablehnt. Diese Menschen sind zutiefst religiös und friedlich. Ihre Religion gilt mehr als die Härten, die ihnen von den Chinesen aufgebürdet wurden. Dass die friedlichen Tibeter jetzt aufstehen, spricht für massive Verschärfung einer unerträglichen Situation. Tibet ist eine Angelegenheit, die uns alle angeht.

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15. März 2008 11:39

wir müssen die olympischen spiele boykotieren

christian rohloff (elvisthe)

wir müssen die olympischen spiele boykotieren.
das bild ist das gleiche wie unter hitler in deutschland.
die welt hat schade auf sich genommen als sie an der olympiade in hitler-deutschland teilnahm. jetzt kann sie das wieder gutmachen.
es wäre ein krieg ohne waffen. ein sinneswandel!

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