In der Frage der Sklaverei verließ Darwin sein Quietismus

Darwin und die Sklaverei

Der größte Fluch auf Erden

Charles Darwins Evolutionstheorie wird gerne zur Rechtfertigung von Unterdrückung genutzt; das Stärkere setze sich eben durch. Darwin war auch durchaus zurückhaltend in moralischen Fragen, die seine Lehre aufwarf. Doch bei einem Thema kannte er keine Zurückhaltung: bei der Sklaverei. Von Henning Ritter

Lesermeinungen zum Beitrag

20. November 2009 22:04

Es gibt kein Entkommen vor Aristoteles!

Harry LeRoy (Cimon)

Wenn nämlich der alte Grieche Recht hat, so nützt es den Gegnern der Sklaverei nichts, wenn diese die Einrichtung der Sklaverei abschaffen, da sie damit eben nicht den Sklaven abschaffen können: "Denn man muß sagen, daß es Menschen gibt, die unter allen Umständen Sklaven sind, und solche, die es niemals sind. Dasselbe gilt auch von der Adligkeit. Sich selbst halten sie nicht nur bei sich zu Hause, sondern überall für adlig, die Barbaren aber nur in deren Land; denn es gebe eine Adligkeit und Freiheit, die dies schlechthin sei, und eine andere, die es nicht sei, wie etwa die Helena des Theodektes sagt: „Von beiden Seiten bin ich Sproß aus Götterstamm, wer darf es wagen, mich zu nennen eine Dienerin?“ Wenn sie dies sagen, so unterscheiden sie Sklaven und Freie, Adlige und Unadlige ausschließlich nach der Tugend oder Schlechtigkeit." – denn es ändert ja an der Sache nichts, wenn man den Sklaven einen Freien nennt, wenn dieser trotzdem sklavisch von Natur bleibt; als praktisches Beispiel mag man sich den sogenannten Staat Haiti ansehen, dessen Bevölkerung aus der Nachkommenschaft von Sklaven besteht und der nur funktioniert, wenn er einen Zwingherren hat, ansonsten aber zur Selbstregierung unfähig ist...

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15. November 2009 17:45

Moral ist individuell -

Karl-Heinz Andresen (khaproperty)

Evolution nicht.

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15. November 2009 17:09

Die bitterste aller Satiren …

Herold Binsack (Devin08)

Ist es nicht ein wenig unfair, um nicht zu sagen billig, der Natur das konkrete Versagen einer konkreten Gesellschaftsordnung anlasten zu wollen? Und als hätte Engels genau dies schon geahnt, als er Darwins „bittere Satire” anmahnte. Denn damals noch, war die Bourgeoisie kess genug, ihre Gesellschaftsordnung als die „natürliche” anzupreisen, all zu oft unter Bezug auf Darwin. Heute hingegen scheint sie oberschlau die Natur als die wahre Gesellschaftsordnung denunzieren zu wollen. Und das ist mir doch die bitterste aller Satiren (aus „Herolds Weblog“/Begrüßung).

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15. November 2009 13:07

Sklaverei und ihre angeblich natürliche Rechtfertigung

Volker Duve (vowi7)

Was für Bücher können die Kaplane des Teufels über das plumpe, verschwenderische, stümperhaft niedrige und entsetzlich grausame Wirken von Menschen über Menschen schreiben (frei nach Darwin) und dieses Wirken dabei als "natürlich" rechtfertigen, indem sie Darwins Erkenntnisse langfristiger natürlicher Vorgänge zweckentfremdet auf soziale Vorgänge übertragen, um unerträgliche soziale Verhältnisse zu rechtfertigen.

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