Autohandel

So schlimm wie nie

Die Deutschen kaufen kaum noch Neuwagen. Selbst Umweltautos sind Ladenhüter. Die Autohändler klagen - und so mancher Betrieb steht vor dem Aus. Geld wird nur noch in der Werkstatt verdient, nicht mehr im Handel. Von Henning Peitsmeier

Lesermeinungen zum Beitrag

05. Juli 2008 18:28

Neue Kraftwerke für Elektroautos?

Jens Schacherl (Skarrin)

Während deutsche Intelligenzprekarier die Aussage "MUHÄHÄHÄ UND DER STROM KOMMT WOHL AUS DER STECKDOSE!!!" immer noch allen Ernstes für ein Argument halten, hat man sich in den USA dazu schon echte Gedanken gemacht: nach einer aktuellen Studie des ORNL wird bei einem Anteil von 25% Elektroautos/Plug-in-Hybrids bis 2020 nur eine zusätzliche Leistung benötigt, die der von 0 bis 8 Großkraftwerken entspricht: http://www.ornl.gov/info/press_releases/get_press_release.cfm?ReleaseNumber=mr20080312-02 Erreicht wird dies durch intelligente, vernetzte Ladegeräte, die verhindern, dass alle Fahrzeuge gleichzeitig ans Netz gehen. Ist ja logisch: wenn ich um 23:00 anstecke und um 08:00 wieder zur Arbeit fahren muß, dann ist es egal, ob die Ladung von 23:00-03:00 oder erst von 04:00-08:00 läuft. "Smart grids" und "demand management" gelten hierzulande als kommunistischer Ökoterror, in den USA dagegen als Geschäftsidee.

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02. Juli 2008 18:38

Gegensätzliche Darstellung in der Tagesschau

O. Morrissey (Morrissey)

Der Kommentar von Jerry Thomas trifft es auf den Punkt. Auf der Onlineseite der Tagesschau steht das Gegenteil. Es zerfließt alles in der Beliebigkeit der Auslegung und Interpretation.

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02. Juli 2008 15:58

Umweltautos?

Guido Lambeck (guidolambeck)

Ich habe einen Neuwagen gekauft. Ein echtes Umweltauto. 1985. Damals ging ich als Student in ein VW-Autohaus in Schleswig-Holstein und erwarb unter mitleidigem Lächeln des Verkäufers eine neuen, dunkelgrünen VW Käfer, weit unter Listenpreis. In der darauffolgenden Woche wurde dieses Auto noch mit einem auf dem Flohmarkt erworbenen Becker Grand-Prix-Radio (Mono) versehen und diente mir fortan bis zum 1. Januar 2008 als für meine Zwecke perfektes Fortbewegungsmittel: Understatement pur, aber dank guter Pflege trotzdem etwas Besonderes, ausreichend schnell in der Stadt, Verbrauch um 8 l/100 km, Platz für vier Personen, absolut zuverlässig und bildschön. In den 23 Jahren hat der Wagen 270.000 km zurückgelegt, weite Strecken fahre ich mit der Bahn oder fliege; in dieser Zeit hätte der durchschnittliche deutsche Autokäufer vier bis fünf neue Autos erworben, deren Herstellung hätte ein Vielfaches dessen an Umweltbelastung verursacht, als es mein alter Käfer in den nächsten fünfzig Jahren schaffen wird. Und dann kam die Umweltplakette. Mein Käfer steht mittlerweile unbenutzt in der Garage, das (gebraucht) erworbene, moderne Auto kann, außer das es (theoretisch) schneller und sicherer ist, eigentlich nichts besser.

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02. Juli 2008 15:57

beliebige Berichterstattung

Jerry Thomas (initial)

vom heutigen Tage gibt genau gegenteilige Artikel, z.B. in der SZ: "Autoindustrie trotzt dem hohen Ölpreis Durchatmen bei den Autobauern: Trotz des Ölpreisschocks haben die Konzerne seit Jahresbeginn im Inland mehr Fahrzeuge abgesetzt." Und, ja dann schaun wir mal, vom heutigen 2.7.08 in der FAZ: "Zahl der Neuzulassungen leicht gestiegen: Ungeachtet der hohen Spritpreise hat die deutsche Autoindustrie im ersten Halbjahr 2008 ihr heimisches Geschäft ausgeweitet. Wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Mittwoch in Berlin mitteilte, legten die Pkw-Neuzulassungen in den ersten sechs Monaten in Deutschland um 4 Prozent auf 1,63 Millionen zu." Na dann waren ja alle Kommentare hier heute auf einer reichlich virtuellen Basis.

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02. Juli 2008 15:45

alles klar

O Fischer (ogfblb)

Wenn ich mir heut ein überteuertes Fahrzeug kaufe, das 2 Liter weniger verbraucht, ist diese Ersparnis nächste Jahr schon flöten. Weil? Weil nämlich dann der Sprit wieder so viel teurer geworden ist, und damit alles, inkl. guten Willen, aufressen wird.

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02. Juli 2008 15:42

@Fiedler

John Doe (Der_kleine_Amrumer)

Meinen Sie den 2.0 TDI mit 170PS und Automatik, Voll-Exclusiv-Leder. grossem Navi, Bose Soundsystem,Sportsitzen, 18 zoll Rädern, Standheizung, Bi Xenon, Kurvenlicht, Abstandhalter und und und der dann am schluss auf über 50.000€ kommt nach deutscher Bepreisung das verstehe ich nämlich unter VOLLAUSSTATTUNG oder meinen Sie den 2,0TDI mit 140 PS 6 Ganggetriebe, nem Radio, ner Handyhalterung u. evtl Freisprechfunktion, 4 Fensterheber 2. Schminkspiegel etc.? Den bekomme ich auch hier für unter 30.000.... Ok Scherz Beiseite. sie haben schon recht, deswegen werden ja auch so schön viele Autos aus der Schweiz entweder als Tageszulassung oder jungwagen importiert. bin ja mal gespannt, wann ich dann Ihren als Einjährigen für 22.000€ bekomme...

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02. Juli 2008 14:45

Die Paläste wollen finanziert werden

Julia Wegener (juli-in-offenbach)

Früher waren Autohäuser Ladengeschäfte um die Ecke mit Werkstatt, heute sind es Gebäude von den Ausmaßen einer kleinen Stadthalle mit dem Chic von Messepavillions. Das VW-Museum hatte mal Lagercharakter, heute ist es eine ganze Autostadt. Wieviel müssen Autos kosten um all das zu finanzieren, bzw. wieviel Auto steckt den noch in den 30.000 €, die ein VW Passat heute kostet?

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02. Juli 2008 13:12

Eine Frage der Einstellung und anderer Faktoren

Melanie Schmidt (yummibaerchen)

Der Kauf eines Autos hat mit vielen Faktoren wie Sozialem Umfeld, Nutzen, Einstellung Geld, usw… zu tun. 1. Soziales Umfeld: Mittelstand, Eigentum, verheiratet, 1 Kind (16 J, fährt Roller, ist also selber mobil). Ich fahre mit dem Bus zu Arbeit. Welch ein Glück, denn 2 Autos können und wollen wir uns auch nicht leisten. 2. Nutzen: Mein Mann muss damit zur Arbeit (22KM= ein Weg) kommen, mal ins Bauhaus oder einkaufen (Lebensmittel) fahren oder zu Bekannten. Dazu einmal im Jahr meinen Vater in Ossiland besuchen. Einstellung: Ein Auto muss bequem, warm und trocken die Insassen von A nach B bringen. Sparsamkeit ist i.O., sollte aber nicht überbewertet werden. Denn 7,2-7,5 l/100KM bei 2500ccm und 170-180PS (BMW 323ti, 97er Modell) sind nur 1-1,5l mehr als beim Vorgänger Honda JAZZ 1.4 ES von 2005 (6,2l/100KM). Vom Fahrgefühl und Reserven beim Nervenschonenden Schlafmützenüberholen auf der Landstrasse ganz zu Schweigen. Das ist es Wert. Nun noch zum Geld: Hinreichend wurden von den anderen Kommentatoren die hohen Preise von Neuwagen geschildert. Komfort u. Sicherheit haben nun mal Ihren Preis. Die Fahrzeuge sind nicht unbedingt zu teuer aber wir sind nicht bereit, für einen VW 20.000 Euro und mehr zu finanzieren.

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02. Juli 2008 12:05

Was Wunder...

Nathalie Neumann (NathiNeu)

Zum einen sind neue Autos so teuer geworden, daß sie sich kaum noch jemand leisten kann, zum anderen schießen die Betriebskosten in die Höhe, zum dritten sind die vorhandenen Autos so haltbar, daß man sie problemlos zwanzig Jahre fahren kann. Im übrigen geht auch das Kalkül von Automobilindustrie und Politik nicht auf, den Leuten einzureden, sie könnten die Umwelt schonen, indem sie ein neues Auto kaufen. Der alte Schluffen kann im Leben nicht mehr soviel Abgas produzieren, wie zur Herstellung eines neuen anfallen. Wer kann, läßt die Karre stehen. Wir brauchen einen bestens vernetzten und ausgestatteten öffentlichen Personennahverkehr mit klimatisierten, bequemen Bussen und Bahnen. Die wären zwar teurer und umweltbelastender als die heute eingesetzten Fahrzeuge, aber viel mehr Menschen würden umsteigen. Wer nämlich in überfüllten Zügen und Bussen fahren muß, klatschnaß geschwitzt aussteigt und noch kilometerweit laufen muß, bleibt beim Auto.

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02. Juli 2008 12:02

Die teure teure Schweiz...

Matthias Fiedler (msalcapone)

von der ich mich hier melde, soll Ihnen preislich zeigen, wie unflexibel und träge das Konstrukt Automobilindustrie in DE geworden ist --> alles basiert auf dem Brutto-Preis (von der Anschaffung über Versicherung, h-Preise Werkstatt, Steuern bis zur Parkgebühr)... Jeder ist von dem angeschafften Auto eines Deutschen abhängig. Der Herrsteller, der Lobbypolitiker Wissmann (seinerseits Verkehrsminister a.D.), der Bund bis zu den Gemeinden, die Händler etc. bis zur Politesse. Und alle sehen auch nur diesen Preis in frohlockender Hoffnung auf Wachstum, Umsatz, Gewinne, Rendite, Gebühren & Steuern. Was der Kunde wirklich wollte, interessiert(e) keinen dieser Protagonisten oder verschwand in Schubladen (wie der jüngst vorgstellte Bi-Turbodiesel im amerikanischen X5 oder der M-Klasse). Doch was solls - die riesigen Werke müssen laufen und als der glänzende Chrom auch nicht mehr zog, wurde man halt gemein gegenüber der eigenen Vertriebsstruktur & verschleuderte das Blech selbst. Doch auch das ist Vergangenheit - was bleibt? In der Schweiz habe ich einen Passat Variant, 2.0TDI Comfortline (vollausgestattet), neu für umgerechnet 32.000 Euro erworben - bei einem VW-Händler. Der deutsche Autokäufer kann also nur verlieren!!!

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02. Juli 2008 11:47

Die Ära des Autofahrens ist bereits vorbei ...

Jutta Künzel (juttakuenzel)

Die Rohölknappheit wird's schon richten, was den Rest angeht ... Behilflich beim Todesstoß ( nicht nur im Bezug auf die Autoindustrie alleine, sondern auf den Faktor "Konsum" als solchen) war/ist nicht zuletzt der vorsätzliche Betrug mittels Euro: Preise vor der Einführung kräftig anheben ..... die angehobenen Preise dann nicht korrekt umrechnen - wir erinnern uns: g e t e i l t d u r c h 1,98-irgendwas ...- , sondern einfach eine wundersame Wandlung der DM-Preise in doppelwertige Euro durchknüppeln; fast ausschließlich nur die Gehälter jedoch akribisch durch den angeblichen Berechnungsfaktor teilen. Und da wundert man sich, daß Otto-Normalverbraucher keine neuen Umwelt-Hightech-Bomben zu überteuerten Preisen mehr kaufen kann? I c h wundere mich, daß sich noch so viele Normalverdiener von ihren halbierten Einkommen überhaupt noch einen Gebrauchtwagen auf Ratata leisten können.... Der Ausweg: weg mit dem ganzen Technik-Schnick-schnack-Firlefanz! Kleine, leichte verbrauchsgünstige kostengünstige Autos, die man ( wie die z. B. aus den 70-ern ) wieder auch mal selbst mit geringen finanzielen Mitteln reparieren kann, würden dem sterbenden Autohandel neues Leben einhauchen!

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02. Juli 2008 11:32

Auto Konsumausgabe Nr.1

Andreas Breuer (IUSTINUS)

Die Deutschen geben so viel wie keine andere Nation in der EU für den Autokauf aus, während Spanier, Griechen und Portugiesen lieber mehr Geld zum Weggehen ausgeben oder Franzosen und Italeiner leiber für Kleidung uä. Es handelt sich um die Korrektur einer Fehlentwicklung. Das was ein Mittelklassewagen (das Auto eines Angestellten) kosten darf, ist längst überschritten, und so wundert es nicht das man lieber die alte Kiste weiterfährt, bevor man die Deklassierung in Kauf nimmt und auf einen Kleinwagen umsteigt. Dass Autos heute fast die Preise von Immobilien erreichen ist nicht zu rechtfertigen.

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02. Juli 2008 11:28

Autohandel

kurt schupp (Platino99)

Da ein Neuwagen nicht mehr finanzierbar ist (wer will sich noch für ein poliertes Stück Blech verschulden), ist der Neuwagenverkauf direkt beim Hersteller eine zwingende Alternative, wenn man dadurch rund 30% sparen kann. Es ist auch keineswegs sinnvoll, logisch und wirtschaftlich, wenn man bei einem Neuwagen, den man gerade gekauft hat und nur ein einziges Mal um die Ecke fährt, satte 20% beim Wiederverkauf verliert. Diese Händlerkaste sollte man aus dieser Tatsache heraus eliminieren, denn sie treiben den Preis nur künstlich hoch. Ich bin überzeugt davon, dass bei einem bundesweiten Hersteller-Werksverkauf auch wieder mehr Autos gekauft würden. Also, weg mit den schmarotzenden Händlern!

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02. Juli 2008 11:24

Die Zahlen lassen Gutes erhoffen

Jerry Thomas (initial)

Endlich weniger Autos, weniger Lärm und Gestank, weniger Ölverbrauch. Schade, dass es so lange gedauert hat. Ich glaube auch nicht, dass es jemand gibt, der aufgrund genetischer Veranlagung ausschließich in der Autoindustrie zu arbeiten in der Lage ist. Eine neue Zukunft zu suchen ist ein aufregender Prozess! Der Wind sei mit euch, ihr Heroen von morgen!

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02. Juli 2008 11:08

Heiliges Blechle ade

stephan halbeisen (drhalbeisen)

Carsharing,Elektroautos,Brennstoffzellenantrieb mit 42 % Gesamtwirkungsgrad (von Ölquelle bis Antriebsrad,Diesel mal gerade 20%) und Bus und Bahn und natürlich das gute alte Fahrrad sind die Lösung. Natürlich brauchen wir die Solartürme in der Sahara und Südeuropa und die Hochspannungsgleichstromübertragung und wir haben Strom satt.Der saudiarabische Ölminister macht sich schon Sorgen: Da gibt es weltweit noch 14 Billionen Barrel ÖL, bisher wurde mal gerade insgesamt 1 Billion verbraucht, aber kaum einer wird sie noch haben wollen ?! Dem Land in Afrika, das uns das Land verkauft/verpachtet, könnte man dafür eine Trinkwasserpipeline runter legen. Algerien,Marokko, Tunesien werden Schlange stehen...

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