"Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen." Wer hat's geschrieben? Aristoteles (ca. 350 v. Chr.) Diesen Satz sollte sich jedes der willfährigen Opfer der deutschen Angstindustrie, die sich hier wieder wundervoll versammelt haben, regelmäßig auf der Zunge zergehen lassen.
Sehr geehrter Herr Klier, mir ist bewusst das 1250 Z nicht reichen alle Einflussfaktoren ausreichend zu würdigen, dennoch bin ich der Meinung das dies keine Legitimation ist Plattitüden alá: "früher war alles besser" vom Stapel zu lassen. Des Weiteren ist mir nicht klar worauf Sie mit dem ständigen Erwähnen des Gender-Mainstreaming-Diskurses abzielen. Meiner Ansicht nach hat dies nichts mit der genannten Problematik zu tun. Fazit ist: es gibt zu wenig qualifizierte Bewerber. Ob die qualifizierten Bewerber nun mehrheitlich aus dem weiblichen Geschlecht bestehen ist für die Lösung des Problems von nachgeordneter Bedeutung. Die Zusammensetzung der qualifizierten Bewerber nach der Art des Geschlechts fällt eher in den "Problembereich" Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern und nicht in den "Problembereich" zu wenig qualifizierte Bewerber. Des Weiteren bin ich auch kein Freund der Gender-Politik da diese eine Ideologiegeprägte Politik ist und wie Sie schon erwähnt haben, die Theorien auf dessen diese basiert schon längst falsifiziert wurden. Vielleicht gehört der Kritische Rationalismus einfach in den Lehrplan weiterführender Schulen... Dann dürften solche Verfehlungen wie Sie sie genannt haben nicht auftreten. MFG M.K.
Deshalb, Herr Kimpel, sind die Postings eben holzschnittartig. Natürlich ist es nicht so, dass jeder 75er Hauptschulabgänger jeden 08er Abiturienten in die Tasche steckt. Tatsache ist jedoch, dass es 75 Hauptschulabgänger gibt, die tüchtiger sind als 08 Abiturienten. Das allein eine Katastrophe! Sehen Sie nur die sehr unterschiedliche Qualität der FAZ-Artikel. Da gibt es die großartigen Analysen von Volker Zastrow auf der einen Seite. Und auf der anderen gibt es Reporter, die es für normal halten, als Regierungssprecher aufzutreten und im redaktionellen Teil ihre Privatfehden mit anderen Journalistenkollegen auszufechten. Noch schlimmer im Genderdiskurs, wo die SchreiberInnen sich nicht entblöden, die die tausendmal widerlegten Behauptungen auch zum tausendersten Mal zu wiederholen. Und da, Herr Kimpel, geht es gar nicht um hochgestochenes wie „Analysis/Stochastik/ eine zweite Fremdsprache“. Nein, die versagen schon beim Leseverständnis und der einfachen Logik. Die Frage nach der Aufrichtigkeit wollen wir da lieber gar nicht erst stellen. By the way, der Basisartikel lässt sich aus über die Qualifikation der Lehrstellenbewerber. Über die Qualifikation der BewerberInnen oder gar Bewerberinnen lesen wir nichts. Ob´s Gründe gibt?
Die Mehrzahl der Leserkommentatoren hier hält sich offenbar für deutlich klüger als alles, was heutzutage von einer Schule abgeht - und fällt doch völlig reflexionslos auf monokausale Erklärungsmuster rein. Privatfernsehen, Youtube, Ausländerghettos? Gab's 1975 alles noch nicht - aber schuld am mangelnden Bildungsstand unserer Schüler sind, na klar, "die" 68er. Gibt es eigentlich schon Untersuchungen über den wirtschaftlichen Schaden, der dem Standort Deutschland durch seine vorurteilsbehafteten, Scheuklappen tragenden Wirtschafts"eliten" entsteht?
@Kimpel: Der Text war nicht Grundschulniveau, sondern ein normaler Zeitungsartikel. Die verwendeten Textaufgaben sind aber 3.-4. Schuljahr als "Warmup" und gehen hoch bis in fachrealistische Aufgaben (wobei ich da nicht unbedingt eine Lösung erwarte, denn das soll der AZUBI noch lernen). Aber am Warmup sind auch schon welche abgestürzt in einer Art, die mit Nervosität nicht zu begründen war. @Heidrich: Es wird nicht eine ganze Generation verdammt, aber ein signifikanter Teil ist einfach der Realität nicht gewachsen. Lesen sie mal das Buch "Generation Doof". Mein Lieblingszitat daraus: "Doof wie blöd, oder wie die Seife?" Und eine Quote von 7,9% Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss spricht ja auch für eine gewisse Qualität der Ausbildungsplatzsuchenden. Und das waren meistens auch die Obdercoolsten, mit Mütze und Lederjacke mit Gangabzeichen im Vorstellungsgespräch...
@Treczoks: ich muss Ihnen zustimmen, dass es heutzutage unter der Mehrheit der Jugendlichen eine "Doof ist cool"-Einstellung gibt. Daher muss das Ziel lauten: Einen Wandel bei diesen, bezüglich der Einstellung gegenüber Bildung, herbeizuführen. Aber wie soll dies gelingen, wenn die Medien diesen ständig suggerieren das jeder ein Dance- Music- Schauspieler- Model-Superstar werden kann und die Eltern Ihren Kids alle Wünsche erfüllen, dafür sich verschulden (Ratenzahlung/Kredite usw.) anstatt Ihnen beizubringen dass man für Güter auch etwas leisten muss. Da ist doch klar das die Jugendlichen den Bezug zur Realität verlieren! Des Weiteren würde ich gerne von Ihnen wissen, wo Sie einen Abiturienten getroffen haben der einen Text auf Grundschulniveau nicht verstehen kann. Bei allem Respekt: das ist doch Stammtisch-Palaver! @Parson: Ein Hauptschulabsolvent von 1975 soll besser qualifiziert gewesen sein als ein Abiturient JG 2007/2008? Das ist doch totaler Schwachsinn und so was von einem FAZ-Leser! Steht auf dem Lehrplan einer Hauptschule Analysis/Stochastik/ eine zweite Fremdsprache lernen etc.? Nicht wirklich! Zumindest hier in BaWü nicht. Aber wenn ich so einen Mist lese wird mir klar warum es so weit kommen konnte! MFG M.K.
Erstmal geht es nicht um eine ganze Generation, sondern um einen Teil davon. Und die Anforderungen sind nicht gestiegen, sondern stetig gesunken. Ein Hauptschulabsolvent von 1975 steckt viele heutige Abiturienten locker in die Tasche, was Schreiben und Rechnen angeht. Dümmer sind die Schüler nicht geworden, aber eine Art Verwahrlosung vieler Schulen und ihres Unterrichts ist festzustellen. Im Namen der Gleichmacher-Ideologie der beamteten 68er wurden genau die Dinge abgeschafft, die früher Schülern aus einfachen Verhältnissen die Chance zu Bildung und Aufstieg verschafften: Disziplin, Fordern und Fördern, Einübung strukturierten und konzentrierten Lernens. Mit dem Ergebnis, daß nur noch die eine wirkliche Chance haben, die das von zuhause mitbekommen. Bezeichnend ist, daß vielen der begabteren Schülern (darunter viele Mädchen) schon während der Schulzeit oder spätestens mit Anfang 20 die Schmusepädagogik, Anbiederung und "Coolness" der Lehrer und die mangelnde Disziplin zuwider ist, erst recht wenn sie mal ein Schuljahr im Ausland verbracht haben. Und sie haben höchstens Mitleid übrig für ihre Altersgenossen, die keinen ganzen Satz sprechen, geschweige denn schreiben können und auch für einfache Berufe kaum geeignet sind.
Sie wird von der Spitze herab abgebaut“ schrieb Oswald Spengler vor 90 Jahren im „Untergang des Abendlandes“. Doch während Spengler für den Verfall ein mehrhundertjähriges Stadium annahm (er war ein unverbesserlicher Optimist), sehen wir heute, dass bereits wenige Jahrzehnte reichen. Denn wir sehen dem Untergangs nicht tatenlos zu, sondern geben im den richtigen Drive, mit dem Spengler-Turbo dem Sozialstaat. „Der schafft einen Mechanismus, in dem die rechnen können keine Kinder kriegen; und die nicht rechnen können mit ihrer bildungsunfähigen Kinderschar munter die Quellen der Umverteilung anzapfen. Auf diese Weise geht es mit dem geistigen Leistungsniveau des Landes unaufhaltsam bergab.“ (Weiss). Und weil es kaum erwarten können, zünden wir den Nachbrenner, die Genderpolitik. Die sorgt dafür, dass Mittelstandmänner kaum noch Kinder kriegen können. So klappt´s bestimmt. „Nur das primitive Blut bleibt zuletzt übrig, aber seiner starken und zukunftreichen Elemente beraubt. Es entsteht der Typus des Fellachen.“ (Spengler). Denn die nächste Stufe ist schon geplant: Mehr Kindergeld für die Sozialhilfedynastien (siehe FAZ 28.04.08, Von der Leyen will mehr Geld für Kinderreiche“). Man kann gar nicht so viel essen wie man k. möchte.
Seit Jahrzehnten verfolgt die „Familienpolitik“ der Bundesregierungen das Ziel, es Mittelstandsmännern unmöglich zu machen Kinder zu kriegen. Und wir müssen zugeben, dass die Regierung (wenn sie schon auf nahezu allen anderen Gebieten versagt) erfolgreich war. Unterdessen sind 55% der studierten Männer zeugungsunfähig, 40% der studierten Frauen sind unfruchtbar. Ein schöner Erfolg! Noch schöner, dass die Sozialhilfedynastien seit Jahren eine über dem Reproduktionsniveau Geburtenrate realisiert. Und wenn wir bedenken, dass im letzten Jahr (Frau von der Leyen wird nicht müde sich für diese „Erfolg“ zu feiern) die Hälfte aller Kinder in prekären Milieus geboren wurde, können wir uns an unseren fünf Fingern abzählen wie es weiter geht. Jedenfalls werden in 10 Jahren die Unternehmen (sollte es in Deutschland dann noch welche geben) mit Sehnsucht ans erste Jahrzehnt dieses Jahrtausend denken, als wenigstens die Hälfte der Lehrstellen bildungsfähigen und Deutsch sprechenden Jugendlichen besetzt werden konnte. Eine tolle Leistung, liebe Genossen von CDUSPDS! Angst vor der Zukunft haben wir nicht. Wenn es zu wenig bildungsfähige Bewerber gibt, intronisieren wir einfach eine Geeignetelehrstellenbewerberbeschaffungsbeauftragtin. Yeah!
Jetzt mal halblang ! Hier wird pauschal eine ganze Generation als ungebildet, dumm und konsumgeil dargestellt. Und nur weil es ein paar gibt, die nicht richtig lesen können, sehen wir sofort das Jüngste Gericht über den Standort Deutschland gekommen. Das Problem ist nicht, dass die Leute immer dümmer werden, sondern dass die Ansprüche ständig steigen. Und es eben gewissen bildungsferne Leute gibt, die den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Allerdings ist die heutige Generation genauso dumm oder schlau wie die vorhergehenden. Der Unterschied ist, dass heute die Ansprüche höher sind. Und natürlich fallen deswegen mehr Leute durchs Raster. Vielleicht hat unser Bildungssystem nicht mit der Entwicklung schrittgehalten, vielleicht finden ungebildete einfach keine Arbeit mehr in Deutschland. Aber das liegt nicht daran, dass der Standort den Bach runtergeht, sondern eher daran, dass Arbeit in Deutschland so anspruchsvoll ist, dass es eben nicht mehr für jeden Arbeit gibt. Ich sehe es als positives signal, dass manche Bewerber nicht ausbildungsreif sind. Das heisst doch, dass sich das Niveau der Arbeit entschieden weiterentwickelt hat. Leider ist das Bildungsniveau stehengeblieben.
Nicht nur in Nadelstreifen gibt es Nieten, nein, auch in zerrissenen Jeans und T-Shirts. Doof ist cool. Und das ist das Problem. Wer von den Jugendlichen reißt sich denn noch den Hintern auf und lernt in der Schule was, nur um dann in der Gesellschaft als Streber ausgegrenzt zu werden? Was will ich als Ausbilder mit Jugendlichen, die sich megacool vorkommen, aber noch nicht mal genug Manieren haben, um im Vorstellungsgespräch das Handy abzuschalten? Die weder die neue, noch die alte, noch überhaupt eine Rechtschreibung auch nur annähernd beherrschen? Die mit der Formulierung eines Textes mit mehr als 30 Wörtern total überfordert sind? Die nicht mal in der Lage sind, einen anderthalbseitigen Text zu lesen und zu erzählen, worum es darin ging? Sogar allereinfachste Textaufgaben (Grundschule, 3. Klasse) stellen heute selbst für einige Abiturienten(!) ein ernsthaftes Problem dar. Aber sie sind soooo cooool. Aber für nichts zu gebrauchen. Und gegen die (fast) wichtigsten Noten im Zeugnis - die Kopfnoten - wird geklagt. Die wären "diskriminierend". Natürlich sind sie das! Sie unterscheiden (=diskriminieren) die Schüler, die fachübergreifend Kompetenzen haben von denen, denen die Schule am A... vorbeigegangen ist. Doof ist cool!
das bisher stärkste Argument des Standorts Deutschland ist die gute Ausbildung. Dieses Argument zieht nicht mehr. Neben hohen Steuersätzen und Verwaltungskratie wird damit größeren Unternehmen die Entscheidung Richtung Ausland leichter fallen, die kleineren gehen hinterher. Die höher qualifzierte Mittelschicht zieht es wegen zu hoher Belastungen ebenfalls weg. "Der Letzte macht das Licht aus" ist sicher nicht das Motto von heute oder morgen, aber übermorgen durchaus absehbar im Rentner- und Harz4-Staat.
Das ist leider noch geschönt. Viele hätten zumindest vor einiger Zeit und in Bundesländern mit brauchbarem Schulniveau spätestens in der 4. Klasse mit ihren Fähigkeiten als Schulabgänger erhebliche Schwierigkeiten bekommen, und auch heute noch in anderen Ländern, deren Schulsystem nicht durch die 68er zerstört wurde. Funktioneller Analphabetismus und die Unfähigkeit zum einfachsten Rechnen im Alltag (wieviele Apfelkrapfen je 1,50 kann ich mir für 5 Euro kaufen?) sind keine Ausnahme. Dafür wissen sie ganz genau, daß an allem nur die Bosse schuld sind und ihnen der Staat eine Rundumversorgung schuldet, und natürlich welche Mobiltelefone, Castingshows, Videospiele und Designerklamotten gerade cool sind. Klingt wie ein verzerrtes Klischee, aber nur für denjenigen, der nicht mit dieser Gruppe zu tun hat.
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