Finanzkrise

Löscheinsätze

Merkel und Steinbrück haben den Sparern in Deutschland zugesagt, dass ihre Einlagen sicher seien und der Staat im Notfall für sie eintrete. In Großbritannien kann man beobachten, welche Folgen ein solcher Eingriff haben kann. Jeder weiß um das ordnungspolitische Debakel, aber niemand kennt eine bessere Lösung. Von Holger Appel

Lesermeinungen zum Beitrag

08. Oktober 2008 12:00

Waren wir wirklich besser?

Josef Bujtor (Mramorak)

Was mich am meisten irritierte und viele Freund unseres Landes auch verschnupfte, war das triumpale Auftreten unserer Regierung so wie sovieler Besserwisser und selbst ernannter Welterlöser. Wir waren doch besser, wir wollten auch besser als unsere europäischen Freunde sein. Mir wurde gesagt, dass die amerikanische Regierung mit der britischen, französischen und italienischen Regierunge Kontakt aufgenommen hatte aber nicht mit unserer. Das würde mich allerdings nicht wundern. Denn der Hass, der aus unserem Land dahinüber geschickt wurde, kann die Amerikaner sehr wohl verstimmen. Die demokratische Einstellung in unserem Lande ist also noch nicht gefestigt.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
07. Oktober 2008 14:21

Out of Order

Marco Pino (Neutrino)

Dieser Beitrag zeigt, dass sich die Krise längst verselbstständigt hat. Ausgelöst durch falsche Zinspolitik auf der anderen Seite des Atlantiks schadet die Krise unlängst auch jenen, die mit den dortigen hochriskanten Kreditpaketen gar nicht/kaum gehandelt haben. Mehr noch, absurderweise tragen nun staatliche Rettungsaktionen dazu bei, jene Banken zu schwächen, die sich korrekt verhalten haben. Es ist ja nicht so, dass flächendeckend die "bösen Bänker" reihenweise Milliarden verzockt haben. Die großen Deutschen Banken haben eigentlich gut und seriös gewirtschaftet. Absurderweise waren es vermehrt gerade die Landesbanken, die sich vom Reiz des schnellen Geldes haben locken lassen. Doch nun ist eine andere Dimension erreicht. Der Schaden ist längst nicht nur bei denen, die direkt an der Ursache gewirkt haben. Das ist besorgnis erregend. Die Einmischung durch die Politik ist an einem gewissen Punkt verständlich und begrüssenswert. Doch muss sie - aller Dringlichkeit zum trotz - umso besonnener agieren. Ein EU-weites Massnahmenpaket erscheint zunehmend sinnvoll, um die Chancengleichheit in allen Märkten zu gewährleisten. Lediglich die Haftung für insolvente Institute sollte national geregelt werden. Vielleicht ist das der Mittelweg.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
07. Oktober 2008 13:09

Nicht die Bankaktionäre bestrafen !

Robert Schrey (etiterum)

Der Bankaktionär ist ohnehin das verlassenste Geschöpf auf Erden. Eine Bank kann heute ihr Eigenkapital 10, 20, 30 oder wievielfach auch immer hebel. Da könnt ihr euch leicht vorstellen, wie wenig so ein Bankaktionär in Wirklichkeit zu sagen hat. Die Bankbürokratien werkel heute vollkommen autonom vor sich hin. Deshalb kann man hier auch nicht, wie diesertage gerne zu hören, auf das "Kapital" schimpfen. Das "Kapital" spielt im normalen Bankgeschäft die allergeringste Rolle. Es ist allerdings in der Krise dann auch keines da.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
07. Oktober 2008 11:25

@Seidl

Marc Heirbaut (marcheirbaut)

Genau durch das Anwerfen der Gelddruckmaschine werden sich die westeuropäischen Länder den Versprechen der Sozialversicherungssysteme in näher Zukunft entledigen. Die Bürger bekommen dann zwar noch ihre Rente, Arbeitslosengeld usw. in nominaler Höhe, aber der reelle Wert wird in Folge der Ausweitung der Geldmenge hervorgerufe Inflation minimal sein. Eine kollektive Verarmung ist die Folge.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
07. Oktober 2008 10:43

@ASeidl

John McGregor (mcgregor1)

Das stimmt nicht: Eine Garantie auf Spar- und Girokonten würde nie "über die Gelddruckmaschine" erfüllt. Die Konten sind bereits ein Teil der Geldmenge, sogar ihr größter, und ein reines Verhindern des Verschwindens von Konten durch einen Bankenkrach vergrößert die Geldmenge nicht. Darüber hinaus hat der Staat nicht die Macht, die "Gelddruckmaschine" anzuwerfen, da ist die Lektion aus den frühen 1920ern längst gelernt. Zwei Dinge sind hier festzuhalten: a) ein Run auf die Banken macht diese insolvent, da sie nicht auf einen Großteil der Einlagen verzichten können, ohne handlungsunfähig zu werden; das ist jedoch ein völlig anderes Phänomen als Inflation und hat damit nichts zu tun; b) der gern salopp von der Presse genutzte Begriff der "Geldddruckmaschine", der "angeworfenen Notenpresse" und dergleichen ist völlig irreführend, da neugeschaffenes Geld in unseren modernen Volkswirtschaften nur aus Konten besteht und über die Vergabe von Krediten durch die Geschäftsbanken in den Wirtschaftskreislauf kommt. Jeder Bankkredit läßt neues Geld entstehen; seine Rückzahlung vernichtet es wieder. Das können Sie in jedem Lehrbuch für Bankkaufleute nachlesen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
07. Oktober 2008 10:20

das ist alles nur PR

Hendrik Fischbach (cujo1303)

Vielleicht sehe ich das etwas zu negativ, aber der Staat lebt auf Pump und schafft es selbst bei Rekordsteuereinnahmen nicht, einen ausgeglichen Haushalt ohne Neuverschuldung vorzulegen - von Tilgung will ich gar nicht reden. Wenn es denn jetzt zu einer dramatischen Weltwirtschaftskrise käme, mit Massenentlassungen, Firmenpleiten und Konsumeinbruch könnte der Staat seine Garantien doch gar nicht erfüllen, weil er nicht mal genug Steuern einnehmen würde, um den geplanten Haushalt zu stemmen. Wenn die Einnahmen aus Mineralölsteuer und MwSt wegbrechen, haben wir Ende nächsten Monats nicht mal genug in der Kasse um die Renten in voller Höhe auszuzahlen !!! Die Politik redet zudem scheinheinlig, denn man hat dem Spekulationstreiben gerne zugesehen und sich lange an den Steuern auf die Kapitalerträge erfreut. Seriöse Ökonomen warnen schon lange!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
07. Oktober 2008 10:15

Niemand bei Ihnen kennt eine bessere Lösung...

Michel Meyer (Valant)

...dann machen Sie sich doch schlau und lesen Sie Murray Rothbard "The Mystery of Banking". Gerade neu aufgelegt für Leute wie Sie, die ostentativ Ihre Unwissenheit zu Markte tragen. Um Nichtwissen zu verbreiten, braucht's doch keine Zeitung.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
07. Oktober 2008 09:19

"Wollt Ihr den totalen ...."

Markus Teuber (arathorn)

...totaler und brutaler,als man es sich je vorstellen kann ?!". Der Totalzusammenbruch der Banken (ob nun in den USA oder in Europa) hätte die unangenehmsten Folgen ,die man sich in der Tat vorstellen kann.Für solch einen Fall (und einige sowohl in der Politik wie auch in der Gesellschaft scheinen sich in geradezu morbider Wollust an dieser Vorstellung zu weiden-das sieht man auch an so manchem Kommentar in der FAZonline während der letzten Wochen ) sei an das Jahr 1929 erinnert.Genauer : an den 25. Oktober 1929.Was in der Folge dieses Tages geschah -weltweite Depression,politischer,wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Niedergang,Massenarbeitslosigkeit allerorten,Hyperinflation und dann der ungehinderte Aufstieg der radikalen,menschenverachtenden Bruderideologien Kommunismus und Faschismus - ist mit SIcherheit nichts für schwache Nerven ! Vor allem nicht,weil gerade die Europäer in solchen Fällen ihre Affinität für gefährliche Ideologien praktisch zur Schau stellen !

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
07. Oktober 2008 08:36

"Garantie"?

Wilhelm Friedrich (WillyF)

Die "Zusage" Merkels ist allein eine politische Absichtserklärung. Juristisch einklagbar ist sie jedoch nicht! Solche wesentlichen Entscheidungen, wie sie Merkel hier verkündet hat, können bei uns allein vom Parlament beschlossen werden. Eine derartige Parlamentsentscheidung liegt aber nicht vor. Punkt! Und so werden Merkel und Steinbrück den Sparern mit ihren Erklärungen offenbar allenfalls mit ihrem Privatvermögen haften wollen ;-)

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
07. Oktober 2008 04:48

Was wäre, wenn im Krisenfall die Sicherheit von Spareinlagen nicht garantiert

TOBIAS RÜGER (t.ruger)

würde? Dann hätten die Banken wegen des grundsätzlichen Vertrauensdefizits ebenfalls ein bedeutsames Problem. Ein Dilemma. Es führt kein Weg daran vorbei, unsolide Finanzpraktiken durch staatliche Kontrolle im Vorfeld einzugrenzen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
06. Oktober 2008 22:29

Mich plagt da ein schlimmer Gedanke

Robert Schrey (etiterum)

Stellt euch vor, das ganze Theater war nur eine Art politische "Bärenfalle". Also eine Art Scheinpanik, die nur dazu diente, alle beteiligten Spieler auf ihre Entschlossenheit hin zu testen, ob sie die Grundsätze der Marktwirtschaft noch hochhalten, oder ob sie in den tiefen ihres Bewusstseins sozialistische oder staat-protektionistische Gedanken hegen. Da wären wir ja dann volle Kanne reingetappt. Na ja, macht nichts, können wir jetzt eben besser mit China kommunizieren.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
06. Oktober 2008 22:04

Jetzt ist wieder "Staatskunst" gefragt

Konstantin Schneider (bundesboy)

Nachdem alle allzu willig den Staat schon abgeschrieben haben, ist er plötzlich wieder gefragt. Die Kunst der Regierungen sollte allerdings auch darin bestehen, das Ruder wieder richtig rumzuwerfen und sich von Zockern nicht nur als Fussabtreter missbrauchen zu lassen. Die hohe Staatskunst wird dann auch wieder der Staatengemeinschaft zugute kommen. Island geht mit der Verstaatlichung seiner Banken vielleicht den richtigen Weg. Das Vereinigte Königreich dagegen eher nicht.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
06. Oktober 2008 21:47

Letztendlich ist so eine Garantie nichts wert

Andreas Seidl (ASeidl)

denn sie kann nur über die Gelddruckmaschine erfüllt werden. Was nützen gesicherte Spareinlagen, wenn eine zweistellige Inflation sie dahinschmelzen läßt bzw. dramatische Steuererhöhungen sie wieder einziehen? Mann will nur verhindern, daß die Menschen in Panik ihr Geld abheben und so das Finanzsystem ausblutet. Wer aber ein bischen nachdenkt wird erkennen, daß ihm das auch nicht hilft. Anschaulich wird das anhand einer Erbschaft von meiner Oma, einige Milliarden Mark in Noten aus den 1920ger Jahren, die es mir gestatten, mich an dem bunten Papier zu erfreuen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
06. Oktober 2008 21:30

Geplante oder zumindest in Kauf genomme Betrugereien.Warum Irland als Sitz ?

Daniel Kleiner (Kleinermann1)

Eine Postfachadresse haette es auch getan. Eine gewaltige Bank waehlt Irland als Sitz.Der "Besitzer' ist aber eine Muenchner Mutter... Ein maechtiger Man fragte mal:Wieviel Divisionen hat der Vatikan? Wieviel Banken hat Irland?Wieviel Grundstuecke,Bauplaetze,Haeuser-also Immobilien hat Irland,dass eine so gewaltige Bank dort ihre "Residenz" waehlte? Wieviel Banken hat nun Irland? Soll es Liechtenstein abloesen? Wo liegt das beste Geldland der Welt,bitte?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
06. Oktober 2008 19:43

Eine sehr kluge Entscheidung der Regierung........

wolf haupricht (emilgilels)

Da sage noch einer, die Koalition mit der Kanzlerin an der Spitze sei nicht handlungsfähig. Im Gegenteil, Frau Merkel zeigt Führungsstärke in bester Tradition. Sie strahlt Zuversicht aus und gibt damit den Bürgern als Privatsparer die notwendige Sicherheit und das Vertrauen, auf das Ersparte nicht verzichten zu müssen, weil der Staat dafür bürgt.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
06. Oktober 2008 19:31

Die Garantie der Spareinlagen

Chi Tamago (tamago)

bedeutet letztlich, daß alle Steuerzahler und Leistungsempfänger, ob sie Spareinlagen besitzen oder nicht, im Falle des Zusammenbruch des Bankensystems über höhere Steuern, höhere Abgaben oder Leistungskürzungen diese Spareinlagen finanzieren. Wenn andere zahlen, spricht man gerne Garantien aus.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
06. Oktober 2008 18:59

Elefanten im Porzellanladen ??

Karl Friederichs (KFrieder1)

Manchmal fragt sich der Marktwirtschaftler, ob die Entscheidungsfreude der Politiker in einem so ungewöhnlichen Prozess des gestörten Geldmarktes mehr Vor- oder Nachteile hat. Gibt es im Beraterkreis der Politik nicht auch Kritiker, die die möglichen Nachteile der Aktionen ungebremst formulieren, anstelle nur höflich "weiter so !" zu rufen ? Vielleicht wäre man dann auf die einfache Idee gekommen, nur die Einlagen der Stunde 1:00 am 5.10. zu garantieren und neue Einlagen nur, soweit die Gesamtsumme unter der Garantiesumme liegt. Oder einen Prozentsatz der Garantiesumme am Tax 1/ Gesamteinlagen ? Stattdessen produziert man gewaltige Marktverschiebungen und lässt das Ausland erst mal rätseln, was denn gemeint ist. Hätte man das Marktversagen nicht ausgleichen können, indem man das antizykliche Staatsbank agiert, Darlehen vergibt, sichere Anlagen zu niedrigerem Zins bietet ? Da wären die Rezepte und Wirkungen überschaubarer. Die spontane Planwirtschaft erinnert mehr an die Elefanten....

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
16 - 17 von 17 Lesermeinungen
Zum AnfangZurück 1 | 2
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche