
ich bin Stolz auf die Wiedervereinigung. Geht bei mir die Galle hoch: Das was Herr Kohl gemach hat ist eine große Sauerei gewesen. Mit 100,-- Deutsche Mark Begrüßungsgeld die Ost Deutschen aus Ihren hinter Gittern stehenden Gefängnis zu froh Locken, mit der Sicherheit einen Stempel der Stasi im Pass, nicht mehr zurück nach Ostdeutschland gehen zu dürfen. Also ohne Verantwortug nach Wesiland zu gehen. Ok, es ist schön für die Ossis, was aber daraus geworden ist sehen wir jetzt, Krankenversicherung,Kapitalismus, Finanzkrise, Bankenpleiten wie Landesbanken, Privatbanken (HRE), Rentenversicherung und jede Menge "Arbeitslose". Keine Wesis sondern Ossis die für jahre im Westen gearbeitet haben und es dann auf die Arbeitslosenschiene versucht haben, natürlich im Ostdeutschenland. Leistung kennen die Ostdeutschen nicht, wenn ja würde man zum Teil im Osten mehr verdienen, aber das haben die Osis nicht geschafft, was Sie erreicht haben ist, dass ich die Mieten innerhalb von Minuten verdoppelt haben und bei der Wohungssuche damals viel unter der Hand gelaufen ist. Mehr nicht! Ich sagte damals schon es wird eine Zeit geben da ist er Osten mit Straßen besser ausgestattet worden weil man die Pflege im Westen vergessen hat, bzw es zu teuer war!

Mal abgesehen von der menschlichen Trgödie, daß den Vertriebenen das Recht auf Heimat verwehrt wird, jetzt bereichern sich die Europäer an den Früchten der Deutschen Sparer und dem deutschen Volksgut! Sie als Professor haben einen Anteil daran, wenn sie den Sinneswandel der Bundesrepublik verschweigen und verheimlichen, daß die BRD kein Staat mehr ist und als GmbH keinerlei Rechte besitzt, Deutschland zu vertreten. Als Wissenschaftler der ersten Garde bringen Sie damit nicht nur sich selber in Verruf, sondern unterstreichen die Politik des Diebstahl am Volksvermögen und die ungerechte Verteilung der Profite aus den Verkäufen, a) der Post, b) Nachrichten und Verkehr, c) der Luft und Schiifahrt und sie verunsichern Deutsche im Ausland, die vertreten sein wollen, von einem Staat, der das eigene Volk als Samariter und Lehrer verhökert! Für Kranke und Behinderte haben sie auch keinen Arbeitsplatz mehr, obwohl so viele im Ausland tätig sind, auch gestorben sind! Machen Sie uns nichts vor, die Wahlen beziffern Verluste in Politik und Wirtschaft, sie Zeigen die Zerrütung des Deutschlands mit Urheber BRD!

Als Österreicher war ich gerade zum Vision-Summit und Mauerfall-Jubiläum in Berlin und auch in Ostberlin unterwegs. Sozusagen als Unparteiischer. Das ist schon Sinn-voll, was hier formuliert ist. Auch die Wiedervereinigungs-Rauschelemente können Grundrechnungsarten nicht ausschalten. Ich wusste nicht, dass Oskar Lafontaine so nüchtern und besonnen für eine schrittweise Eingliederung war. Spricht sehr für seinen Weitblick, ja ich möchte fast sagen Vernunft. Wobei ich das deutsche Geschehen zu wenig kenne, um sein aktuelles Agieren beurteilen zu können.
Allein: Unverhältnismäßigkeiten durch Kriege, überstürzte Wiedervereinigungen, Raubbau an der Natur, ungesunde Lebensweisen usw. rächen sich immer, da der Mensch sich dadurch aus dem gottgewollten Paradies vertreibt. Zu viel bleibt immer zu viel. Deutschland hat sich überfordert. Dereinst im Krieg, nun auch an den Folgen. Sinn-voll wäre es, daraus klug zu werden, bescheidener und hoffentlich gottergebener. Beten wir um Einsicht. Danke den Sinns für so viel Sinnvolles zum Mauerfall-Jubiläum.

Aber die Ideologen unserer Zeit erzählen, mit weniger Ordnung haben wir mehr Freiheit. Der einzige Fehler darin liegt im "wir", also: wer hat mehr Freiheit? Diejenigen, die sich in diesem Chaos durchsetzen können und wollen, ebenso wirtschaftlich wie politisch. Weniger Freiheit haben diejenigen, die es entweder nicht können oder nicht wollen. Das einzige Mittel soll Wettbewerb sein, also Hauptsache sich durchsetzen, gewinnen. Kohl hat sich zum Beispiel durchgesetzt, er fühlt sich wie Konrad Adenauer, obwohl er weder den Verstand noch die Erfahrung von Adenauer hat: alle feiern ihn als "der Kanzler der Einheit". Thilo Sarrazin auch, er hat die vierte deutsche Währungskatastrophe des 20. Jahrhunderts maßgeblich geplant, er ist stolz auf seine "Erfolge" dabei und sitzt jetzt selbstbewusst im Vorstand der Bundesbank: wenn er schwätzt, wird er von der Bevölkerung (wenigstens in Faz.Net) sogar gefeiert, weil er "die Wahrheit" sagt. Manager mit hohen und immer höheren Gehalt, die ständig Boni bekommen, auch wenn ihr Unternehmen mit unseren Steuern gerade gerettet wurden, gehören auch zu denjenigen, die sich durchsetzen können und wollen. Jeder *muss* Wettbewerb spielen: das nennt man Freiheit.

Der Fehler war nicht der 1:1 Umtausch, sondern diese sofortige "Wirtschafts- und Währungsunion". Zwar wäre ein anderer Umtausch weniger traumatisch, aber immerhin traumatisch. Das Gebiet der DDR kannte von Mitte 1931 bis zu dieser "Wirtschafts- und Währungsunion" Mitte 1990 nichts als Devisenbewirtschaftung und Kontrolle des Außenhandels. Das bedeutet ganz andere Wirtschaftsstrukturen, ganz andere Preisrelationen, die nicht lediglich mit einem Faktor, mit einem Wechselkurs, neutralisiert werden können. Die Öffnung zur Wirtschaft der BRD und die Einführung der DM von einem Tag zum anderen ist die Katastrophe: eine vorsichtige Anpassung, die Zeit brauchte, war zuerst notwendig. Natürlich war das unter den damaligen Umständen, als die DDR zusammenbrach und die Bevölkerung Druck machte, eine Herausforderung, aber diese Politiker haben keinen Sinn für Herausforderung außer im Wahlkampf. Was Kohl am 06.02.1990 tat, war Benzin in das Feuer werfen: es war der schlimmste Augenblick, um mit der Hoffnung der Menschen zu spielen und die DM anzubieten, allein dieses öffentliche Angebot, eigentlich nur Worte, hat vieles geändert.

das die Politiker nicht.
Völlig richtig, die Analyse. Braucht man nichts mehr hinzuzugügne.
Die Frage ist: Hat die Politik dabei gelernt? Nein, sehen wir gerade bei Opel. Mit aller Kraft wird hier das nächste Fass ohne Boden geöffnet.
Besonders schlimm ist die Tatsache hervorzuheben:
Auch sind die Sozialeinkommen dank der Westtransfers schneller als die Produktivität gestiegen. Sie haben heute das Westniveau weitgehend erreicht und bei den gesetzlichen Renten sogar überschritten.
Meine Eltern hätten ihren Pass verbrennen sollen und sagen: "Bin vertrieben von drieben" Sie hätten eine höhere Rente erhalten als die meines Vaters war, der trotz Herzschwäche, Bluthochdruck und Zuckerkrankheit bis 63 Jahren gearbeitet hat, um mit knapp 65 Jahren an Krebs zu sterben.
Und trotzdem glauben die Menschen in Ostdeutschland noch immer, die Sozialtransfers sollten noch lange weitergehen. Nein. Das zementiert nur falsche Strukturen.
zahlen dürfen die Westdeutschen, und müssen sich von den Ostdeutschen auch noch vorwerfen lassen, dass doch die Wessis an allem schuld sind. Die werden es nie lernen, solange ihnen alles hinterhergeworfen wird. Deshalb muss gelten: Ab sofort stopp mit allen Transfers. Sollen mal selbst alles erwirtschaften

Es steht weiter zur Frage, wer sich mit wem und zu was vereinigt hat, was und wer zusammengewachsen ist oder zu sich selbst gefunden hat. Dieser ganze Rheinische Katholikenkram scheint seine Schuldigkeit getan zu haben, wertgebundene Freiheit und sowas, wozu? Der Mohr kann gehen, ist gegangen, Markenkern bleibt. Die Alte Bundesrepublik von Adenauer her bis zu den Grünen hin war scheinbar Bürgerliche Zwischenblüte. Unnütz, braucht keiner mehr, entfesselte Systeme jetzt endlich. Die Ergebnisse sind ausgesprochen unbeeindruckend. Das Personal leichtmatrosig und austauschbar über alle Reihen hinweg. Es bleibt sich damit abzufinden, aktive Beiträge unnötig, Selbstversenkung im Gange. Deligitimation eigengängiger Prozess. Gedanken und Vorbereitungen lohnen für die Zeit danach. Schöner Versuch die kleine Westmoderne, schade. Abgehakt.

Mit Brooks Ledersattel sieht es auch anstaendig aus, trotz des Rostes. Es hat einen absolut funky Gepaecktraeger. Mit 16er Ritzel kann man auf eine Gangschaltung gut verzichten und ist damit ausserdem Avantgarde. Der Westen hat leider von der DDR nicht gelernt. Damit hat er sich auch der Moeglichkeit beraubt, zu den gegenwaertigen Verhaeltnissen in ernstzunehmender Weise Stellung zu nehmen. Es war naemlich ganz sicher einiges in der DDR sehr viel besser als in der BRD. Angefangen mit dem Gesundheitssystem. Man wahr ausserdem ganz selbstverstaendlich ehrlicher, die Frauen konnten noch Marmelade kochen und Feten organisieren. Sie sind im Durchschnitt auch sehr viel schoener, auch ohne russische Vaeter, dann aber besonders.

Sinn bot immer nur neoliberale FDP-Sichtweisen. Nun legt das Ehepaar noch einen drauf, und es zeigt sich die ganze Ideologie, d.h. gegenüber den Realitäten ein falsches Bewußtsein. 1. Der Staatsapparat wurde nicht "aufgebläht", sondern blieb erforderlich wegen des tiefgreifenden Umbaus von Plan- auf Marktwirtschaft.
Die Gemeinschaftsaufgaben konnten gar nicht privat erledigt werden, weil für diese, z. B. bei Straßenerweiterungen, Kanalisation, Schulrenovierung usw., kein privater Sektor vorhanden war. Erst allmählich konnte sich das ändern, z. B. mit der Übergabe der Rostocker Wasserversorgung an Eurawasser. 2. Die Abwanderung leistungswilliger Menschen bedeutet einen irreversiblen Nachteil. Es fehlen z. B. in MV die (ungeborenen ) Kinder, es fehlen gute Arbeitskräfte und Kaufkraft. Gleichzeitig wächst der Anteil Älterer, die eine Versorgung benötigen.
Der Vergleich mit Irland hinkt, zumal Irland im Rahmen der Finanzkrise große Einbrüche erlebte und volkswirtschaftlich nicht so stabil ist. 3. Die Löhne erst niedrig zu halten, wie gefordert, hat Nachteile. Die Kaufkraft wäre noch niedriger, der Konsum gleich schwach, "Stütze" größer, Firmenanreize somit ausgehebelt. Dagegen stand ab 1990 der berechtigte Konsum-Nachholbedarf.

Das heisst Parteien, Verbände und Verwaltung (= System West) haben sich unter Inkaufnahme der bekannten Ergebnisse mit System Ost arrangiert um so die eigene Wirkbasis (Machtbereich) zu erweitern. Gut. Und ein paar Geldwirtschaftsmenschen sind mitgelaufen, um sich die Taschen vollzumachen. Im Ergebnis haben wir mehr Staat, mehr Staatswirtschaft, mehr Abhängigkeit, mehr Zentralsteuerung, weniger Freiheit, weniger Einzelchance & Perspektive, weniger soziale Sicherheit und weniger echte Gemeinschaft als zuvor. Verbands und Parteistruktur frisst also funktionierend bürgerliches: Selbstständigkeit, Eigenversorgung und Dezentralität. Wir stehen (jdf. im Westen) alle weniger auf eingenen Füßen, haben weniger Perspektive als zuvor. Demzufolge agiert System West, spätestens seit Kohl, genau so gegen die eigenen Leute, wie System Ost vorher und seitdem. Das hat weitreichende Folgen. Es sei denn, dass die Leute diese Staats-Wirtschaftsfusion, wie sie nun ist, wirklich wollen, oder der Zwischenzustand West lediglich Ausnahme war und jetzt so einer Art True Corporatism (= New Fascism im Wortsinne des ital. Erfinders) nahtlos an vorheriges in West (Ost sowieso) anknüpfen soll. Darauf läufts hinaus? Das ist unsere gemeinsame Zukunft? Grossartig.

Soso, die Sinns hatten also den Misserfolg vorausgesehen....
1) Die Wiedervereinigung ist ein grosser Erfolg, denn entgegen vieler Expertenmeinungen besteht Deutschland, das ganze Deutschland, noch als Wirtschaftsnation ersten Ranges mit leistungsfähigem Wohlstands- und Sozialstaat. Experten hatten einen Staatsbankrott oder zumindest ein langfristiges Absinken des Lebensstandards erwartet.
2) Die demokratischen und marktwirtschaftlichen Strukturen wurden weitestgehend gerettet und tragen zum Erfolg dieses Staates bei.
Die Wiedervereinigung ein Misserfolg, weil die Lebensverhältnisse hüben und drüben nicht gleich sind, es im Osten mehr Arbeitslose gibt? Und Sie bemängeln gleichzeitig, dass die Angleichung der Löhne an der Misere schuld ist?
Ja klar: man hätte die Löhne nicht angleichen dürfen, um die Industrie im Osten am Leben zu erhalten. Die Menschen hätten zwar einen erheblich niedrigeren Lebensstandard erreicht, aber diese deutsche Zweiklassengesellschaft wäre dann eine erfolgreiche Wiedervereinigung gewesen.
Ich habe eine andere Erklärung: das Gefühl, dass der "Kittel brennt", wie im Westen nach dem Krieg , das Gefühl fehlte. Deshalb hat man sich hüben und drüben halbherzig ans Werk gemacht. Ärmel hochkrempeln

hätte auch mal darauf hinweisen können, dass es sich bei der Vereinigung um eine feindliche Übernahme gehandelt hat. Die Vereinigung wurde voll und ganz nach westdeutschen Vorstellungen durchgeführt, aber leider nicht mit dem besten Personal und den besten Ideen, sondern mit drittklassigem Personal, dass im Westen "weggelobt" wurde. Diese Einschätzung teilten auch schon Anfang der 90er Jahre Wessis wie Ossis, aber es ging ja auch nie wirklich darum, den Osten wettbewerbsfähig zu machen. Hätte ja Konkurrenz für westdeutsche Unternehmen bedeutet, das geht natürlich nicht.

Ihrem Beitrag kann ich nur zustimmen. Ich habe mich schon sehr gewundert, als unser jetziger Bundespräsident vor seiner ersten Wahl von der gleichgeschalteten Presse als Seiteneinsteiger, ja Neuling der Politik angekündigt und gepriesen wurde. Das Volk schien diesen Schmarrn tatsächlich zu glauben. Der erste und entscheidende Fehler bei der Wiedervereinigung war der 1:1 Umtausch, und zwar überwiegend in ökonomischer Sicht. Die Sozialstaatsreform bei der Wiedervereinigung setzte dem ganzen noch das I-Tüpfelchen drauf. Und das war Horst Köhlers Werk, der seinem Dienstherrn Helmut Kohl mit den nötigen Stimmen aus dem Osten die beinahe verloren geglaubte Wiederwahl 1994 noch einmal sichern wollte. Kohl zeigte sich durchaus dankbar, indem er Köhler anschließend auf den Posten des Sparkassenchefs hievte, um ihn aus der Schusslinie zu bringen. Die wichtigste Ursache für die Notwendigkeit der Schröderschen Arbeitsmarktreformen (Hartz IV) lag im unprofessionellen Wirken unseres derzeitigen Bundespräsidenten Mitte der 90er begründet. Das alles verschweigt das "Duo Sinn" beflissentlich bei ihrer Analyse. Man will ja politisch nahe stehenden Parteien nicht an den Karren fahren. Wissenschaftlich ist das Werk der Sinns deshalb keineswegs.

ja ideal an die Erfolge ihrer Aufbaustrategie der 90er Jahre an. Die Finanzierung der Wiedervereinigung wurde schließlich auch ohne wesentliche Steuererhöhungen, dabei aber mit wenigen hundert Zusatzmilliarden Schulden sowie explodierten Lohnnebenkosten gestemmt. Warum sollten die Lohnnebenkosten nicht z.B. auf 50% oder mehr steigen? "Gesundheit" und Verhinderung von "Altersarmut" sind ja so viel wichtiger als "Arbeitsplätze".

Dann sehen Sie mal, wer gewonnen hat: dieselben politischen Mittelmäßigkeiten aller Parteien, die damals aktiv waren, sind heute noch aktiv, das ganze wird zu einem großen Erfolg hochstilisiert. Die größte Katastrophe war die "Währungsunion", an deren Grundzüge Thilo Sarrazin maßgeblich im Finanzministerium arbeitete: heute sitzt er im Vorstand der Bundesbank. Der Federführende im Finanzministerium ist heute Bundespräsident. Matthäus-Maier schlug vielleicht zuerst diese "Währungsunion" --- und saß bis vor kurzem im Vorstand der KfW. Beispiele gibt es unendlich. Kohl wird von Berthold Kohler sogar für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Kohl handelte ja "politisch", nicht wirtschaftlich. Diejenigen, die etwas sagen konnten, wurden nicht gehört. Berthold Kohler feiert in seinem Aufsatz, dass die Verfassung durch die Einigung nicht ersetzt wurde. Selbstverständlich musste sie nicht ersetzt werden, natürlich ist sie eine gute Verfassung, aber dass es betont oder einfach geschwiegen wird, deutet auf Angst vor Verfassungsänderung, sicher auf Angst, daß aus der ehemaligen DDR oder selbst aus der ehemaligen Bundesrepublik Bedingungen kommen: die Kapitulation zur Mittelmäßigkeit sollte bedingungslos sein.

Dass die Löhne dauerhaft nicht stärker steigen sollten als die Produktivität, ist eine Binsenweisheit. Wenn ich mir allerdings den Teil meiner Kollegen so anschau, der in den neuen Bundesländern geboren ist, dann muss ich neidlos anerkennen, dass deren Leistungs- und Qualififkationsniveau über dem Schnitt der Westkollegen liegt. Natürlich sind überwiegend die besten Köpfe von Ost nach West gewandert. Und natürlich war ein wichtiger Grund für die Wanderung, dass die Frucht der eigenen Arbeit in Form angemessener Löhne Wertschätzung erfahren soll, was im Osten nicht gegeben war. Und wiederum natürlich hängt die vergleichsweise geringe Wirtschaftskraft der neuen Bundesländer damit zusammen, dass die besten Köpfe schon lange im Westen sind. Geblieben sind allerdings die Leute, die aus unterschiedlichen Gründen auf die im Osten vergleichsweise hohen Sozialtransfers angewiesen sind (siehe Renten). Die Analyse von Herrn Sinn ist sicher nicht falsch, einen Lösungsansatz kann ich darin allerdings nicht wirklich erkennen.

Er wurde seiner Schiri-Rolle nicht gerecht (ließ quasi Oligopolkräfte wirken -> nicht marktgerechte Lohnerhöhungen im Interesse der Westkonkurrenz, diese lassen sich vor Wahlen immer gut in Stimmen umwandeln, wenn man das Timing richtig setzt) und eine Bevorzugung der Kaufkraft staatlich Bediensteter. Erschreckend: die "Ex-DDR", u . a. kann man sie leider nicht bezeichnen, hängt immer noch am Tropf. Wahrscheinlich wird aus diesen Werten eine weitere Begründung für einen dauerhaften Bestand des Soli abgeleitet. Die "Ex-DDR" bleibt also wirtschaftlich weiter abhängig vom "Westen" und diktiert (links)politisch was hier "abgeht".
Diese "weitsichtige" Willkür zeigt sich auch woanders, z. B. bei der Honorierung ärztlicher Leistungen, was ein Arzt verdienen darf und wieviel er dafür leisten muss ohne "Entlohungs-Garantie". Verantwortlich dafür ist. u.a. der Herz-Jesu-Politiker Seehofer (CSU). Der Staat mischt sich massiv in wirtschaftliche und teilweise private Interessen ein. Er ist längst nicht mehr neutraler Wächter, sondern ein Akteur mit deutlichen Eigeninteressen bei gleichzeitig mangelnder Kompetenz und Weitsicht. Z.B. die vielen Landesbanken, die unter der Finanzkrise "leiden" und das ohne medialen/öffentlichen Interesse.

Als Ökonom ist ein solcher Beitrag des Ehepaars Sinn eine Wohltat im Wust des wirren und häufig unlogischen politischen Geredes über das selbe Thema. Ich habe damals sein Buch Kaltstart gelesen, und es immer wieder aufgeschlagen. Herr Sinn hat Recht behalten.
Leider will die Politik diesem Rat nicht folgen- doch das liegt letztlich am Wahlvolk, das eben lieber der Illusion von "gerechter" Gleichmacherei anhängt als ökonomischen Realitäten ins Gesicht zu blicken.
Letztendlich ist es daher so gekommen, wie es die Mehrheit des Landes in Ost und West wollte: die DDR wurde nahtlos von einem sozialistischen Staat zu einem vom Westen gestützten Sozialstaat umgebaut. Das ist zwar kein volkswirtschaftlicher Erfolg, ist aber leider Ausdruck der politischen Präferenzen in Ost und West. Aus diesem Grund hat sich auch 20 Jahre nach dem Fall der Mauer nichts an den Grundzügen dieser Politik geändert.

Realität, Zahlen sind Dinge, die an den Sinns spurlos vorbeigehen. Gebetsmühlenartig wird ein und dieselbe These wiederholt und wiederholt. Man hat schon gar keine Lust mehr, darauf zu verweisen, dass die Bedingungen sich geändert haben. Man ist es müde, auf andere Volkswirtschaften zu verweisen. Es wirkt gar allmählich auch albern und peinlich, wenn man versucht, mit den Sinns zu diskutieren. Die haben sich auf ihr heiliges Dogma festgelegt. Man würde allerdings hoffen, weit weniger von denen zu hören.

...ist man immer schlauer. Es war ein gigantisches Experiment, mit einem sehr positiven Ergebnis - vielleicht nicht 100 %ig, aber doch beeindruckend! Nie hat es so etwas auf der Welt vorher gegeben, wo zwei sich direkt gegen ueber stehende Systeme, die lange verfeindet waren, nach Jahrzehnte langer Trennung zusammen kommen. Dies ist einmalig und etwas, auf das was man stolz sein kann. Nun hoert man auf zu jammern, ihr dichter und Denker! Aermel hoch gerollt, und weiter machen.
MfG
Gerhard.

Wie kann ich Ihnen nur danken, endlich vershehe ich die Dinge in ihrer ganzen Vollheit. Ich werfe mich in den Staub und preise, preise, preise...

Die gezielte Liquidierung der unternehmerischen Bevölkerungsschicht und die Zerschlagung der gewachsenen Eigentumsstrukturen haben offensichtlich zu einer dauerhaften Deformation geführt.
Wichtig sind alleine die Menschen und die mit ihnen verbundene Kultur und die damit verbundenen Werte. Das konnte man auch sehen, als das zerstörte Deutschland in kurzer Zeit sogar die Vorkriegswirtschaftleisung übertreffen konnte, obwohl Gegenstände von unermesslichem Wert zerstört waren. Aber die Menschen lebten noch und sie hatten ihre Kultur und Lebensweise bewahrt.
Im Osten wurde davon vieles Zerstört und im Übrigen droht heute durch den Massenzustrom der Fremden und die Multikultiideologie auch im Westen vieles zerstört zu werden. Und vielleicht dauerhaft, wenn wir nicht handeln.

Ok, irgendwelche hin- und hergewendeten strukturelitistischen Ostfiguren (aktuell Platzeck) und Ihre Interessenlage oder fragwürdigen Vereinigungen müssen hier nicht weiter besprochen werden, es ist ziemlich transparent und klar, welche Interessen Machteliten in Ostelbistan seit der Vereinigung (durchaus sehr erfolgreich) vertreten haben. Ihre eigenen. Ziemlich nachvollziehbar ist zudem, wer und warum (meist jenseits von Leistungskriterien) profitiert hat. Soweit so gut. Nur im Westen versteh ich das nachwievor nicht recht: Wer hatte im Westen welches Interesse daran, die wesentlichen Fragen so zu klären, wie sie geklärt wurden? Wer hat im Westen ein Interesse am Outcome, am Ergebnis, wie es jetzt ist? Wer genau? Da muss mehr hinterstecken als irgendwelche Wahltaktik. Ich kann keine rechten Gewinner erkennen. Für Antworten (jenseits von Mr. Kohl) wäre ich ehrlich und sehr dankbar: Ich kriege das alleine (bisher) nicht recht entschlüsselt: Jedenfalls nicht allein mit Zeitungsinformationen. Ich will wissen, wer Teile meiner Zukunft gestohlen hat. Herzlichen Dank für jede Aufklärung hier im Forum.

Für 400 Mio Europäer hatte die DDR nicht ein einziges Produkt, - ausgenommen Rotkäppchen - um diese zu beliefern. Keiner wollte einen Trabi, IFA, Robotron, nicht einmal die angeblich famosen Werkzeugmaschinen aus Chemnitz. Sämtliche Technologien waren von gestern und die damalige Situation kreirte den makabren Witz:
USA, USSR und DDR wollten gemeinsam die Ueberreste der Titanic heben. Die Vereinigten Staaten erklärten, ausschliesslich an den Tresoren interessiert zu sein, USSR wollte den letzten Stand der Technik erobern und die DDR das Orchester retten, welches bis zum Untergang spielte.
Nicht die westdeutschen Unternehmer waren an höheren Löhnen interessiert, sondern die DDR als Springbrett in den Osten zu nutzen. Vielmehr waren es die westdeutschen Gewerkschaftsbrüder, welche die Lohnverhandlungen im Namen der Gleichheit provozierten und reichlich ernteten.
Die fehlenden ausländischen Investoren kamen nicht, trotz vielfacher Bemühungen der Treuhandanstalt, weil die ganze Privatisierung ein deutch-deutsches Heimspiel blieb.
Ansonsten wird es so werden, wie von Ihnen prognostiziert.

Klasse Beitrag, Herr Schrey! Ich habe wieder mal herzlich gelacht. Allerdings wundere ich mich wiedermal über dessen "Bewertung": Entweder ergießt sich gerade der >Kampfverband Ernst Thälmann< über FAZ.Net oder viele Online-Leser haben ihn schlichtweg (kommt ja öfter bei Ihnen vor ;-) nicht verstanden.

Man schaue sich nur den Fall "Opel" an - das Primat der Politik ist und bleibt das Primat der Dummheit und Ignoranz, bedauerlicherweise unabängig von der politisch vorherrschenden Farbenlehre. Will sagen - der gleiche Unsinn, der damals betrieben wurde, würde heute genauso passieren. Die Pappnasen Rüttgers, Merkel & Co würden schon mir warmen Worten dafür sorgen.

Die Mauer ist ab 1961 gebaut worden. Es waren also bis zum Mauerfall 28 Jahre. Wenn man die verschiedenen Tabellen für Nutzungsdauern von Betonmauern z.B. für Gemeinden studiert, so findet man dort Nutzungsdauern 20 bis 30 Jahre angegeben. Es sind also die Richtwerte ziemlich genau eingehalten worden. Der in der Mauer enthaltene Arbeitsvorrat war erschöpft. Hätte die Mauer länger gestanden, was aufgrund ihrer sehr massiven Bauweise wohl möglich gewesen wäre, so hätte sie begonnen, einen Gewinn abzuwerfen. Das war nach der sozialistischen Ideologie nicht gut möglich, da der Maurer ausgebeutet worden wäre. Wir erkennen sowohl im Mauerbau als auch in ihrem Abriss das Wirken einer Arbeitsideologie. Wenn wir uns über den Mauerfall freuen, so freuen wir uns in Wirklichkeit über den Sozialismus, der an dieser Stelle seine größte propagandistische Strahlkraft entfaltete.