da kann man bei einem neuen Job mit mehr Macht und Geld ja doch schonmal verleitet werden, gegen seine eigenen Interessen zu arbeiten - obwohl, die eigenen Interessen sind ja der neue Job und das neue Geld. Ist na auch egal, aber es war ein kluger Schachzug von Mehdorn, vor allem wenn ein ehemaliger Gewerkschaftsvorsitzender jetzt ins gleiche Horn bläst. Da hat er immer jemanden, auf den er die Schuld schieben kann und das ein ehemaliger Gewerkschaftler ja nie etwas schlechtes für die Gewerkschaft tun kann. Naja, eins muss man ihn für gut halten: Wieso sollten Lokführer nicht auchmal ein Zugabteil aufräumen, schließlich ist ein LKW-Fahrer auch für sein Fahrzeug und dessen Zustand verantwortlich.
Was für ein abgekartetes Spiel ! Ob Politik, Großkonzernmanagement oder gar die "Arbeitnehmervertreter": Abgrundtief verdorben, dekadent und käuflich. Dieses Land ist nicht zu retten. Schon in wenigen Jahren werden diese "Vorbilder" und "Eliten" für Anarchie und Chaos in diesem Land verantwortlich sein.
Nichts Neues. Da hat schon mal einer einem einen positiven Demokratie-Attest ausgestellt, ganz ehrenamtlich. Überraschenderweise wurde er danach, ohne jeglichen Zusammenhang belohnt. Das ist die Kraft der guten Taten: du mir was, dann ich dir was. Zum Kotzen!
Es ist ja nicht so, dass man sagen könnte, später, wenn wir englische Verhältnisse haben werden, man habe nichts gewusst! Personalabbau, weiter Einschnitte bei Service und dem, was man als Kunde der Bahn heute noch als selbstverständlich nimmt. Bemerkenswert ist das: das rollende Material ist zunehmend verschlissen - was niemand, der in den letzten Jahren einen "IC" genutzt hat, bestreiten können wird (defekte Toiletten, durchgesessene Sitze, Klimaanlagen, die den Namen nicht verdienen) - die Personaldecke ausgedünnt, das Management zunehmend überfordert. Aber nein, zur Steigerung eines möglichen Börsenwertes geht man den schon so oft falsifizierten Weg des Personalabbaus. Gleichzeitig hofiert man die Erste-Klasse Reisenden mit Schokolade und Snacks. In den "louges" der Bahn wird sogar noch der Erste-Klasse Pasagier einer weiteren absurden Klassifizierung unterzogen. Ich kann gerne darauf verzichten. Ich fahre eigentlich hauptsächlich Bahn um entspannt anzukommen, und wüsste gerne das Unternehmensziel auf die Realisierung dieses bescheidenen Wunsches ausgerichtet! Statt dessen muss der "Logistikkonzern" "Die Bahn" Speditionen in aller Welt zukaufen. Das muss man mir mal erklären. Ganz ehrlich.
Strukturwandel nennt sich so ein Vorgang, oder ?
Es ist schon ein starkes Stück, was bei der Bahn für eine Wendehals-"Politik" möglich ist. Aber beide der Mehdorn leibeigenen Gewerkschaften und deren Führungsköpfe werden von ihm nach Gutsherrenart als Hampelmänner und willfähriges Instrument benutzt. Also der Geist, der dahintersteckt war schon immer derselbe nur jetzt, nach der lobbyistisch erschlichenen "Teilprivatisierung", läßt sich jedes Arbeitnehmer feindliches Manöver durchführen. Mehdorn ment nun, er habe eine Generalvollmacht auch ganz offiziell mit dem "Menschenmaterial" "seiner Bahn" machen zu können was ihm beliebt. Der Politik soll's recht sein. Sie hat ihm diese Generalvollmacht gegeben und wollen mit von dem unappetitlichen Unternehmen nichts mehr hören oder zu tun haben. Die Totalprivatiserung wird nach Salami-Art automatisch ohne großes Aufheben sehr schnell folgen und die Bahn als Beförderungsmittel für Menschen ganz entfallen. Toll, - das WAR ein Teil Deutschlands.
was er wohl dafür gekriegt hat, daß er die verrät, die ihn groß gemacht haben mit ihrem Vertrauen.
Wer denkt, dass irgendwelche Funktionäre eine Funktion ohne Eigennutz inne habe, der ist schon ziemlich naiv. Sie machen ihren Job und vermeiden es eine Konzernideologie auszuprägen wenn es nicht nötig ist. Objektiv gesehen ist also in keinster Weise etwas gegen den Wechseln von der Gewerkschaft zum Konzern zu sagen. Nur: Man wechselt eben nicht von 'Dortmund' zu 'Schalke' ohne den Unmut der 'Fans' auf sich zu ziehen und irgendwann im Derby dem einstigen 'Verein' die Hölle heiß zu machen.
tja, so lohnt es die Gewerkschaft ihren Mitgliedern, indem sie einfach die Seiten wechseln. Fehlt nur noch Manfred Schell als Bahnvorstand...