Norbert Hansen und Hartmut Mehdorn

Wohin steuert die Deutsche Bahn?

Hansen will Jobabbau, Mehdorn widerspricht

Der bisherige Chef der Gewerkschaft Transnet und künftige Bahn-Arbeitsdirektor Norbert Hansen hat sich in seiner neuen Rolle glasklar positioniert. In einem Interview kündigte er Arbeitsplatzabbau an und forderte mehr Effizienz: Ein Lokführer könne auch einmal ein Zugabteil aufräumen. Bahnchef Mehdorn nennt die Aussagen „an den Haaren herbeigezogen“.

Lesermeinungen zum Beitrag

18. Mai 2008 18:44

Interessanter Kommentar von Prantl in der SZ

Wilhelm Friedrich (WillyF)

In seinem Kommentar, in dem er Hansen als "Norbert Wendehals" und als Ex-Gewerkschafter bezeichnet, der sich unmöglich mache, weist Prantl in der SZ darauf hin, dass Bahnchef Mehdorn den Gewerkschafter Hansen als "nützlichen Idioten" habe einstellen wollen. Prantl kommt schließlich zu dem eigenen Schluss, dass Hansen auf Grund seines Verhaltens für die Bahn nun "nicht einmal mehr nützlich" sei. Dieser Einschätzung mag man nicht widersprechen.

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18. Mai 2008 16:03

Wenn tatsächlich jemand es schafft, sich alle Seiten

Karl-Heinz Andresen (khaproperty)

zum Feind zu machen, muß er in diesem Land etwas vollständig richtig gemacht haben! Norbert Hansen ist dieses Kunststück tatsächlich gelungen: Mehdorn schimpft und dementiert wortreich, was Hansen überhaupt nicht gesagt hat. - Stellen werden natürlich abgebaut, jedoch vorläufig niemand "betriebsbedingt" entlassen. Nahezu alle Gewerkschaftsfunktionäre heulen gemeinsam wie getroffen auf, nachdem sie sich die Wahrheit von einem Kollegen anhören müssen, was sie nicht gewohnt sind. Wenn Hansen so weiter macht, besteht Hoffnung für Bahn und Land.

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17. Mai 2008 15:27

Westlicher Wendehals

Paul Baron (seleukos)

Herr Hansen , neuer Arbeitsdirektor von Beck´s Gnadenmpfielt, . An der Person Hansen zeigt sich wieder einmal die immer wieder erstaunliche Fähigkeit eines Menschen die Seiten zu wechseln. Herr Hansen war Gewerkschaftsführer und ist Mitglied der SPD. Als Arbeitsdirektor der Bahn empfielt er, Lokomotiführer sollten Abteile reinigen und auf kleineren Bahnhöfen Hilfsarbeiten auszuführen und darüber hinaus sollten auch Arbeitsplätze abgebaut werden. In einem Land, das solche Sozialdemokraten und Gewerkschaftführer hat, bedarf die Arbeitnehmerschaft keines "Kapitalischen" und "blutsaugenden Arbetigebers" mehr." Wieso drängt sich mir der Begriff "Invertebrata" auf?

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17. Mai 2008 12:48

Was soll die Aufregung?

Magnus Heinen (magnus54)

Der moderne Gewerkschaftsfunktionär ist doch schon längst "Co-Manager" wie das in Gewerkschaftsdeutsch heisst. Er fordert heute nicht einfach etwas. Er fordert nicht einmal mehr etwas "volkswirtschaftlich Machbares", also Lohnerhöhungen in Höhe Inflationsrate plus Produktivitätszuwachs. Damit haben Gewerkschafter früher den Kalkulationen der Unternehmen und der Abhängigkeit der Beschäftigten von diesen Rechnung getragen. Und dem Ideal gehuldigt, dass doch sowohl für die Unternehmen wie die Beschäftigten etwas herausspringt. Nein, heute fordern die Unternehmen. Und die Gewerkschaftsfunktionäre sinnieren darüber wie sie diesen Forderungen entsprechen können - natürlich nur um den Schaden zu verringern. Da werden dann Flexibilisierung, Arbeitszeitverlängerung usw. usw. angeboten. Und wenn mal was von Gewerkschaftern gefordert wird, wird gleich Kompensation angeboten. Wenn schon die Bahn weiterhin höhere Löhne bezahlt als die Konkurrenz, ja dann müssen die Bahnmitarbeiter halt produktiver werden. Auf keinen Fall darf die Bahn darunter leiden. Das leuchtet doch heutzutage auch jedem Gewrkschaftsfunktionär ein und das ist doch die Transnet-Linie seit Jahren. Was heisst denn hier Verräter? Und worin besteht denn der Skandal?

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17. Mai 2008 05:52

Der Herr Hansen

Peter Windhöfel (peter2509)

Da haben wir ihn wieder, den klassischen Wendehals. Was sich innerhalb der Bahn abspielt ist doch wirklich nichts Neues, eher ein weiteres Beispiel, wohin Deutschland steuert. Ob Politik oder Wirtschaft, alles verkommt mehr und mehr zu einer Bananenrepublik. Bei der Bahn ist man halt nur zu blöde, es geschickt zu vertuschen. Was als Nächstes, Herr Hansen? Kleiner Urlaub in Lichtenstein? Noch was zu Herrn Soppe, der meinte, Hansen wäre für humanere Tarifabschlüsse zuständig gewesen. Den Job hat er doch gut gemacht. Zwar nur für sich, aber jeder hat mal klein angefangen ;-)

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16. Mai 2008 22:59

Größenwahn, Hinterlist, Verrat

Mona Vogelsang (Aghapi)

Ich hatte mich in Herrn Hansen getäuscht. In TV-Interviews im Vorjahr machte er auf mich den Eindruck, als gönne er der GDL/Herrn Schell keinen Erfolg, weil er deren Mitglieder seiner Transnet einverleiben wollte. Und Schell die Durchsetzungskraft neidete. - Ich hatte zu kurz gedacht. Zu diesem Zeitpunkt war er schon Teil des Skandals. Mit dem Selbstbewußtsein eines Aufsichtsratsmitgliedes, wahrscheinlich hofiert und benutzt, aber jetzt auch belohnt und mit zusätzlicher Macht, Status und Geld ausgestattet, hat er für sich persönlich alles richtig gemacht. Und das Spiel in Kooperation mit H. Mehdorn geht offensichtlich weiter. Wie sagte schon die Kanzlerin: es gewinnt meist der, der sich nicht an die Regeln hält! Er hat seine Schutzbefohlenen in perfider Weise veräppelt. - Ich an seiner Stelle hätte Angst.

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16. Mai 2008 16:54

Schmierentheater DB

G. Wander (goldaw)

Nicht nur bei der Bahn kann man jetzt beobachten, daß jeder jetzt alles machen soll, daß man in vielen Bereichen der Arbeitswelt den Versuch unternimmt Fachkräfte zu degradieren, sowohl was die Bezahlung, als auch was den Respekt vor der Leistung anbelangt. Ärzte, die den OP Saal reinigen würden in diesem Land auch niemanden mehr verwundern. Ich schlage vor, wir nehmen handwerklich begabte Putzfrauen für den ICE-Einsatz, das ist am Rentabelsten, die können nach kurzer Anleitung den Zug lenken, das Gepäck raustragen und den Zug reinigen, bedienen und auch noch handerklich nötige Arbeiten am Zug verrichten, oder wir nehmen Herrn Hansen. Er könnte doch den Zug führen als Führungskraft, die Durchsagen machen, darin hat er Geschick bewiesen und die Bahn reinigen, da spart die Bahn noch mehr. Bis auf weiteres spielt der den bösen Buben auf der Schmierebühne der DB, Herrn Mehdorn können wir heute in der ganz neuen Rolle des heldischen Retters der Arbeitnehmer besichtigen, die ihm wie auf den Leib gescheidert ist. Die Eintittskarten bezahlen immer noch wir. Applaus!

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16. Mai 2008 16:18

Aufgeräumte Abteile

Harald Decker (hd4444)

Die Abteile (zumindest im Regionalexpress zwischen Hamburg und Kiel) räumt auch jetzt schon niemand auf. Stimmt, das könnte der Lokführer dann tun, aber er wäre so sehr beschäftigt, dass es dann wieder zu Verspätungen kommt. Wenn es um Sauberkeit der Züge geht, könnte man zahlreiche Vollzeit-Stellen schaffen.

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16. Mai 2008 14:19

Die Verwandlung - die Entpuppung

Horst Lang (elokonini)

Nun, nach langem "Hü und Hott" errichtete der Bahnaufsichtsrat den Privat-Milliarden-Schnupper-Pott. Die Koalition schmiedete eine Teilprivatisierung von 24,9 Prozent. Das Ganze der Aufsichtsrat einen "ersten Schritt" nennt. Ob die jetzt in Szene zu setzende Teilprivatisierung die erhofften Milliarden beschert? 2009 wird Mehdorn lauthals verkünden, was die politische Vorsicht war wert. Die neue Holding und Tochterges. in Personalunion werden geführt. Mehdorn bis auf weiteres hierfür ist schon "gekürt". Bei der Berufung von Ex-Transnet-Chef Hansen als Konzern-Holdings-Arbeitsdirektor war unüberhörbar der Resonanz-Bedenken-Chor! Und dieser Chor sollte Recht behalten. Dem Hansen gehören aktuell die Pressespalten wegen seiner Ansichten über zukünftigen Personalabbau und das Lokführer-Arbeitsverhalten. Mehdorn verärgert die Hansen-Phrasen-Fransen dementiert. Derweil Hansen seinen neuen Posten ohne Augenmaß goutiert.

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16. Mai 2008 13:08

Hansen will Jobabbau?

Heinz Reinert (Henry-George)

Da kann man mal sehen wie schnell sich die Meinungen aendern; vorher war er Sprecher fuer die Arbeitnehmer, jetzt rueckt er rauf in die Betriebsfuehrung, und ist sofort gegen seine vorher betreuten Arbeiter. Was ist da los in Deutschland? Henry-George

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16. Mai 2008 13:08

Wunderbahn!

Joachim Mense (JMense)

Lokführer machen sauber, Ex-Gewerksschaftsführer werden zu Personalabbau-Befürwortern, Schaffner spielen Kellner und üben sich in internationalen Durchsagen... Was noch, liebe Bahn? Vielleicht verlegen ab sofort die Bahnhofsvorsteher am Wochenende 'fachmännisch' die Gleise, die ICE-Technik wird von den Fahrplanmachern mit gewartet und die Fahrgäste malen sich ihre Tickets selbst und knipsen sie auch gleich ab?? Leider haben es Daimler und Co in den letzten Jahrzehnten so unrühmlich unerfolgreich vorgemacht: Wer die Kernkompetenzen vernachlässigt und sich pseudostrategisch aufmacht, zu einer 'Welt AG' zu werden, der verliert im Stammgeschäft Kunden. Daimler ist reumütig und nachdem viele Milliarden Euro in den Sand gesetzt wurden, zurück zu seinen Wurzeln gegangen. Der Imageschaden war gerade noch reparabel. Aber statt zu lernen, glaubt auch die Bahn eine "Logistik-Welt-AG" werden zu müssen. Man kann schon heute darauf wetten, dass in 15 Jahren das teure Experiment gescheitert ist - und die Qualität des Schienenverkehrs gesunken, die Unfallzahlen explodiert und die Gewinne aus der Passagierbeförderung versiegt sind. Und genau wie in Neuseeland kauft der Steuerzahler dann die völlig abgewirtschaftete Bahn zurück. Wunderbahn!

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16. Mai 2008 12:55

Herr Hansen hat recht.

Andreas Neubert (Citizen_Kane)

"Ein Lokführer sei dann etwa nicht nur dafür verantwortlich, den Zug zu steuern, sondern könne in den Zugabteilen auch mal aufräumen oder auf einem kleinen Bahnhof mit anpacken." Einverstanden, Herr Hansen. Dann aber auch bitte konsequent sein: Wer putzt das Büro in dem Herr Hansen jeden Tag arbeitet. Eine Putzfrau? Unnötige Aussgaben, die 30 Minuten zum Putzen und Aufräumen sollte Herr Hansen jeden Abend nach seiner eigentlichen Arbeit doch noch übrig haben. Herr Hansen wird schließlich auch von der Bahn bezahlt (wie die Zugführer ja auch) und da muss jeder Arbeitnehmer flexibel sein und sich dem Markt anpassen! Ich hab aber mal wieder das Gefühl, dass die die Flexibilität von anderen verlangen, selbst dazu nicht bereit sind. Würd mich mal interessieren, was Herr Hansen zu dem Vorschlag sagt.

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16. Mai 2008 12:01

„Wer hat uns verraten?

Herold Binsack (Devin08)

Was soll man dazu sagen, außer, wer hat „uns“ verraten? – die Sozialdemokraten!

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16. Mai 2008 11:44

Hansen als Gewerkschaftsverräter ?

Stefan Soppe (stesocom)

Norbert Hansen; Gewerkschaftsverräter!!! Selten erlebt man eine so ungeheuerliche, gegen die Gesellschaft gerichtete Tat eines damalig hoch angesehenen Gewerkschaftsvertreters, wie es Herr Norbert Hansen getan hat. Erst wurde er von der Transnet Bahn-Gewerkschaft mit fast monatlich € 8.000,00,-- sehr ordentlich bezahlt, nun wechselt er in die Chefetage der Deutschen Bahn als Arbeitsdirektor . Damit verdient er deutlich mehr als € 85.000,00,-- im Monat! Im sei das Geld gegönnt. Wer würde nicht eine 1500 % Lohnerhöhung annehmen? Doch da gibt es einen gewaltigen Unterschied. Herr Hansen war Mann der Gewerkschaft. Eine Person, die sich für insbesondere humanere Lohnabschlüsse zu kümmern hatte. Warum Hansen und seine Gewerkschaft jahrelang so handzahm mit dem Bahn-Vorstand zusammengearbeitet haben, dürfte damit wohl beantwortet sein. Herr Hansen hat das Vertrauen der Bahnangestellten nicht nur missbraucht, sondern zu seiner persönlichen Bereicherung manipuliert. Schon im Vorfeld der Tarifverhandlungen zwischen Transnet und DB muss ihm klar gewesen sein, dass er in die Chefetage der Bahn wechseln wird. Dieser sehr armselige Abschluss hat mich und die ganze Republik doch verwundert.

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16. Mai 2008 11:35

abgekatert

Hillie Billy (willibilly)

Der devote Herr Hansen hat nur doch nur Mehdorns Katze aus dem Sack gelassen. Es ist das bekannte abgekaterte Spiel: Erst Provpozieren und Schockieren, dann Dementieren, gucken, was passiert. Danach Tatsachen schaffen. Eine Kunst, die Mehdorn perfekt beherrscht.

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