Reaktionen auf die Kartellamtsentscheidung

Untergang am Samstag um 15.30 Uhr

„Ein Schlag ins Kontor“, „Ungeheuerlichkeit“, „beinahe Nötigung“ - die Vereinsvorstände der Bundesligaklubs kannten die Entscheidung des Kartellamts gegen die Vermarktungspläne der Deutschen Fußball Liga bereits seit gestern Abend und reagieren heftig - mit einer Ausnahme. Von Michael Ashelm, Bonn

Lesermeinungen zum Beitrag

24. Juli 2008 17:04

BRAVO KARTELLAMT, endlich wird diesem System ein Ende bereitet

Walter F Brieke (walterbrieke)

Vergesst nicht, Ihr lebt von Zuschauern, und die Zahl ist grösser als die Zuschauer von Premiere. Fussball vor 20 Uhr, und mehr Bundesliga live im 1. oder 2.

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24. Juli 2008 17:01

Unverschämtheit der Klubs

Paul Cripps (PaulCripps)

Ich finde es ist eine Unverschämtheit, dass die Vereine nur an sich denken und nicht an ihre Fans. Natürlich wollen die Vereine im europäischen Wettbewerb mithalten können, jedoch ist mangeldes Geld nicht unbedingt schlecht für den Nachwuchs der DFB. So werden die Vereine gezwungen junge Talente zu finden statt große Stars verpflichten zu können. Dass die Vereine jedoch in erster Linie an das Geld denken, dass sie durch Fernsehverträge bekommen können, statt ihren Fans etwas zu bieten, worauf die Vereinvorstände früher bestimmt auch nicht hätten verzichten wollen, als sie aufgewachsen sind ist wirklich unter allem Niveau. Wenn man sich die englische Premier League anschaut und sieht, was für ein Geld die Vereine ausgeben um Stars zu kaufen, statt in die eigene Jugend zu investieren, wozu man gezwungen wird wenn man nicht solches Geld hat um überbezahlte Fußballer glücklich zu machen, dann kann man sich nicht wundern, dass die deutsche Nationalelf das EM-Finale erreicht hat, die U-19 Mannschaft der DFB im EM Finale steht und die Englische Nationalmannschaft nicht für die EM qualifiziert hat.

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24. Juli 2008 16:47

Weniger Geld - gut fürs System

Christian Fischer (chris_7)

Vielleicht wäre etwas weniger Geld im System der dt. Profivereine gut für die Frage, wie interessant die nationale Liga für die Zuschauer ist. Mir als deutschem Fersehzuschauer ist es doch egal, ob zwei oder drei Vereine aus der Bundesliga auf europäischer Ebene mithalten können (was de facto bei der Konkurrenz nie gelingen wird). Wegen mir können die da jedes Mal in der Vorrunde sang- und klanglos untergehen. In der Bundesliga sorgen heute die zusätzlichen Zuflüsse aus den internationalen Wettbewerben für diese wenigen Vereine dafür, daß eine Handvoll Vereine die ersten Plätze der nationalen Liga durch zusammengekaufte Mannschaften unter sich ausmachen. Weniger Geld könnte also zur Folge haben, daß auch die "Spitzenclubs" ihre nationalen Erfolge nicht mehr über Zukäufe in zweistelliger Millionenhöhe und vollkommen überbezahlten "Sportlern" erkaufen können. Vielleicht würde dann eigene Nachwuchsarbeit wieder mehr geschätzt werden und die Gagen der Ballartisten würden sich mal dem annähern, was dem normalen Bürger für etwas Ball durch die Gegend treten (und das ist die einzige Leistung) vermittelbar ist. Und wir würden eine nationale Liga zurück bekommen, die regelmäßig bis zum letzten Spieltag spannend und interessant bleibt.

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24. Juli 2008 16:44

@leschmann

Thomas Fernholz (OBIWANKENOBI)

Ich möchte mal lieber nicht wissen, wo die meisten PayTV Empfänger sitzen....... Dennoch kann ich mich mit der Entscheidung des Kartellamts ausnahmsweise mal anfreunden. Ich wäre ausserdem nicht bereit extra für den Fuppes einen monatlichen Obulus zu entrichten, sollen sie sehen für wen sie spielen, ich kann ganz gut ohne Fernsehübertragung leben. Es gibt ja noch die berühmte Konferenzschaltung im Radio.....häufig einfach grandios.

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24. Juli 2008 16:43

warum müssen deutsche Bundesligavereine weltspitzenklasse sein?

Bruno Alfred (abw2008)

eine einfache Antwort darauf: weil die Manager der Klubs dann ebenfalls im Geld schwimmen und weiter die wahren Fans arrogant und abgehoben beschimpfen können (siehe München). Die Fans interessieren sich doch nur für spannende Spiele in der Bundesliga. Klar, das die grossen Klubs sich ihre Vormachtstellung erkaufen wollen. Aber es macht doch nichts, wenn auf einem etwas tieferen Niveau für die breite Bevölkerung mit Herz gespielt wird. Talentierte Spieler werden dann eben weggekauft und stehen später, gut im Ausland ausgebildet, der Nationalmannschaft wieder zur Verfügung. Das Erlebnis im Station braucht keine Weltspitzenleistungen. Die wahren Fans gehen dorthin, weil sie sich mit ihren Mannschaften identifizieren, egal ob die in der Tabelle oben oder unten spielen. Wenn die Manager der Liga jetzt aufheulen, bedeutet das doch nur, dass sie ihren eigenen Wichtigkeitsverlust betrauern. Fußball ist und bleibt ein Massensport in Deutschland und der ist nicht nur für eine elitäre Minderheit bestimmt.

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24. Juli 2008 16:34

Hoch lebe das Amt, nieder mit den Funktionären!

Ivo Huber (jimmycarter1)

Ja, nur schade, dass das Kartellamt bei den überhöhten Manager-Gehältern nicht ebenso vorgehen kann. Da ist das Wettbewerbsargument schließlich auch größtenteils vorgeschoben bzw. sollte nicht zum einzigen Maßstab erhoben werden.

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24. Juli 2008 16:32

Protest der "Nimmersatten"

Martin Poettgen (m.poettgen)

In einer Zeit, in der Managergehälter am Pranger stehen müssen sich auch Sportler und Sport-Manager der Diskussion stellen: wo ist die Grenze? Herr Rummenige und Co. sollten in der Münchner "Beletage" mal die Beine ruhig halten und mit ihren Mega-Millionen zufrieden sein. Irgendwann ist das Verständnis-Guthaben für den Profi-Fußball auch mal aufgezehrt.

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24. Juli 2008 16:27

Gute Kartellamtsentscheidung!

Nathalie Neumann (NathiNeu)

Hervorragend! Die Bundesliga lebt davon, daß jedermann sie verfolgen kann, mitfiebert, Anteil nimmt. Es ist keine elitäre Veranstaltung, keine geschlossene Gesellschaft. Das Kartellamt hat genau richtig entschieden. Das ist jedoch nicht das Ende des Bezahlfernsehens. Das muß eben so gut sein, daß es dem Zuschauer das zusätzliche Geld wert ist. DFL und DFB erheben gerne den Anspruch, daß ihnen eine Extrawurst gebraten wird. Aber auch sie unterliegen dem Recht, und es ist gut, daß es Ämter gibt, die es wahren und sich nicht von dem Geschrei der Manager beeindrucken lassen. Was allerdings Sozialhilfeempfänger und Pay-TV angeht: Es wäre mal eine Untersuchung wert, in welcher sozialen Schicht Premiere die höchste Verbreitung hat. Es sollte mich nicht wundern, wenn es das sog. "Prekariat" ist.

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24. Juli 2008 16:20

Kartellamtsentscheidung ist korrekt

Markus Müller (Markus_Mueller)

Da soll der Rummenigge ruhig böse gucken. Dass das Bundeskartellamt so entschieden hat, ist mehr als fair für jeden, der sich eben nicht Premiere oder Arena o.Ä. leisten kann oder will. Im Allgemeinen müssen wir uns mal überlegen wie viel Geld im internationalen und auch im nationalen Fußballgeschäft fließt. Dabei handelt es sich um Unsummen - 125 Millionen Euro Ablöse für einen Spieler ist einfach inakzeptabel. Kann sich keiner leisten, brauch keiner und ist einfach viel zu teuer. Ich bin für Pay TV, wenn jeder Cent bedingungslos in die eigene Jugendförderung ginge und nicht auf dem internationalen Fußballmarkt verseriegt: Siehe beispielsweise Carlos Alberto (SVW). Also Rumme, guck weiter böse und gib dem Uli nen Weizen aus, der wird sicherlich wieder Bluthochdruck haben im Moment. Kümmert euch mal besser, um eure Mannschaft, denn die hat gestern nicht gut ausgeschaut. Liebe Grüße Markus

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24. Juli 2008 16:14

Mit dem Kochlöffel den Funktionären den Popo versohlen

Christoph Anschütz (TuNichtGut)

wäre ein weiterer guter Schritt. mit Massensport und Massenbegeisterung sowie massiver Förderung durch Steuergelder ist der Fußball Allgemeingut und nicht dazu da, einzelnen Funktionären und Spielern Millioneneinkommen zu sichern.

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24. Juli 2008 16:12

paah Sportschau - das ist doch die Dauerwerbesendung der ARD

Stefan Berger (stefberg)

Also auf die ARD-Sportschau kann man gerne verzichten. Diese besteht zu einem sehr großen Teil aus Werbung, Sponsoring und Gewinnspiel. Wenn dann sollte diese Sportschau um 20.00h / 20.15h kommen, dann wäre sie vielleicht etwas erträglicher. In der FAZ gab es mal einen schönen Artikel zur Werbesportschau.

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24. Juli 2008 15:42

@ Herr Leschmann und Befuerworter

J.A.H. A (JulianAy)

Leider muss man sagen, dass sie die Komplexitaet des heutigen Fussballs nicht verstanden haben. Wenn wir weiterhin so mit den TV-Geldern verfahren, koennen wir uns zwar Samstags frueh die Bundesliga anschauen, allerdings ist das dann eher ein "Grottenkick" und Mittwochs und Donnerstags, fuer CL und UEFA Pokal bleibt der TV dann aus, bzw wir koennen uns die europaeische auslaendische Elite ansehen. Es wird ja gerade so getan, als ob in jedem anderen Land Europas sich niemand mehr Fussball leisten kann. Wenn der Deutsche Fussball noch international mitspielen will, muss sowas geaendert werden. Und nebenbei, die von ihnen genannten "Sozialhilfeempfaenger" sind dann meist auch diejenigen, die an der Theke sich beschweren, dass die Deutschen Mannschaften international nicht so weit kommen. Schoenes Deutschland...

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24. Juli 2008 15:29

"Wenn wir weniger Einnahmen haben, geben wir eben weniger aus“

Paul Rabe (heidelpaul)

Nur der Frankfurter scheint verstanden zu haben, daß höhere Einnahmen sowieso nur 1:1 gleich wieder in die Kassen der Top Profis bzw. deren Manager fließen würden. In der Konkurrenz um gute Spieler wird so lange hoch gereizt bis das Geld ausgeht, egal wieviel Geld vorhanden ist. Vielleicht liegt es daran, daß man in Frankfurt als Bankenstadt ein besonders gutes Verhältnis zum Geld hat, wenn das dort früher als woanders erkannt wird....

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24. Juli 2008 14:39

Dank an das Kartellamt

Jens Leschmann (SV-Leschmann)

Millionen Sozialhilfeempfänger und Geringverdiener, können sich kein Pay-TV leisten und haben nun nach wie vor die Chance, wenigstens etwas vom Fußball zu sehen. Die Raffgier der Bundeligavereine mitsamt ihren maßlos überbezahlten Spielern, ist gerade zu erschreckend - insofern wurde es allerhöchste Zeit, dieser Maßlosigkeit einen Riegel vorzuschieben.

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