Unesco-Welterbe

Dresden schlägt die „letzte Chance“ aus

Spezial Mit Unverständnis reagieren sächsische Politiker auf die Entscheidung der Unesco, das Dresdner Elbtal im kommenden Jahr von der Welterbe-Liste zu streichen, sollte die Waldschlösschenbrücke gebaut werden. Die Landesregierung und die neue Dresdner Oberbürgermeisterin lehnen einen Baustopp ab.

Lesermeinungen zum Beitrag

06. Juli 2008 13:37

Demokratie?

Torsten Klier (TorstenKlier)

Ist natürlich eine Frage der Definition. Wenn wir unter Demokratie verstehen, dass die Leute ihre Angelegenheiten selbst regeln, dann fehlt der „Volksabstimmung“ zum Thema das Merkmal der Demokratie. Zum einen, weil eine Minderheit (nämlich die Einwohner Dresdens) über das Geld der Mehrheit (nämlich des Landes und des Bundes) „demokratisch“ abgestimmt“ hat. Und die Abstimmung ist auch deshalb Humbug, weil nicht etwa zwischen mehreren Varianten ausgewählt werden, sondern nur die Frage „Wollt Ihr, dass diese Brücke gebaut wird“ mit JA/NEIN beantwortet werden konnte. Ich will hier keine unpassenden historischen Vergleiche anstellen, aber auch ohne Sportpalast ist leicht nachvollziehbar, dass auf die Frage „Wollt Ihr ...?“ wohl immer die gewünschte Antwort kommt. Sinnvoll wäre eine Auswahl gewesen. Z.B. eine Auswahl zwischen der Zwei-Brücken-Lösung (Kosten ca. 110.000€) auf der einen und der Waldschlösschenbrücke (Kosten ca. 160.000€) auf der anderen Seite. Aber so viel Demokratie wollen die Protagonisten nun auch wieder nicht - weshalb m.E. die Verwendung des Terminus "Demokratie" hier nicht angemessen ist.

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06. Juli 2008 09:57

Die Frage, O Fischer (ogfblb), ist leicht zu beantworten,

Torsten Klier (TorstenKlier)

nämlich durch die Praxis. Stellen Sie sich einfach nachmittags zur Rushour auf den Körnerplatz. Sie werden sehen, dass 60% der Verkehrs vom Blauen Wunder zur Grundstr. geht (von der Linksabbiegerspur zur Grundstrass wird der Rückstau erzeugt, der den Verkehr am Schillerplatz regelmäßig kollabieren lässt), 30% die Pillnitzer Landstr. und 10% die Schillerstr. Von diesen 10% (das bestätigt auch ein Blick auf den Stadtplan) wird höchstens (das ist schon sehr optimistisch) die Hälfte von der Waldschlösschenbrücke übernommen werden können. In diesem Fall ist Widerspruch zwecklos. Ich habe jahrelang die Staus auf Bautzner Landstr. und Blauem Wunder erlebt, erlitten. Und meine Frau erlebt das noch immer alltäglich.

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05. Juli 2008 20:06

Die Frage, O Fischer (ogfblb)

Torsten Klier (TorstenKlier)

ist zunächst, ob Sie die 2...5% Entlastung des Blauen Wunder für über- oder untertrieben halten. Und dann wäre noch die Frage, was Sie und vor allen warum nicht glauben.

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05. Juli 2008 12:17

Weiterer Volksentscheid?

Josef Bujtor (Mramorak)

Es gibt Leute, die glauben Abstimmungen verlangen zu müssen, bis die Entscheidung nach ihrem Willen ausgeht. Das sind Volksentscheidungen: Entweder entscheidet sich das dumme Volk, wie diese Leute wollen oder es gibt keine Ruhe. Sowas hat mit demokratischer Entscheidung nichts zu tun!

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04. Juli 2008 19:31

Wenn die Waldschlösschenbrücke wirklich so eine tolle Sache ist,

Torsten Klier (TorstenKlier)

warum haben es deren Protagonisten dann nötig, pausenlos (und damit meine ich wirklich pausenlos) die Tatsachen zu verdrehen, die Wahrheit zu unterdrücken, ja regelrecht zu lügen? Was erzählt denn die Orosz für ein Zeug von wegen „halbfertige Brücke abreißen“? Jedermann sieht auf dem Bild den aktuellen Stand. Ein paar Planierarbeiten und zwei Baugruben, das ist alles. Die müsste man nicht abreißen, sondern auffüllen. Kennen Sie den Unterschied, Frau Orosz? Und auch hier auf der Leserbriefseite die Falschmeldung von der angeblichen Entlastung des Blauen Wunders. Nichts falscher als das! Das Blaue Wunder wird um 2, höchstens 5% entlastet. Und dafür ein Bauwerk für 160.000.000€, die teuerste Brücke Deutschlands?! Die Alternativen (eine Brücke am Thomas-Münzer-Platz und eine in Laubegast) kosten etwas mehr als die Hälfte und hätten den doppelten Nutzen wie dieses Monstrum. Frau Orosz, wie sehen Sie das? Bitte sprechen Sie lauter, Frau Orosz, ich höre nichts!

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04. Juli 2008 19:03

Gut sieht sie aus, im Originalentwurf...

Hans H Niller (Niller)

...die Dresdner Elbtalbrücke

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04. Juli 2008 16:22

Unverständnis

Michael Weiss (Kynologe)

Selten habe ich die Kommentare zu einem Artikel so verfolgt, wie zu diesem - und mein Unverständnis wächst mit jedem neuen Kommentar. Ich lese von Städten, die wachsen sollen, von irgendwelchen irrelevanten Tierchen, die da leben, von einem Volksentscheid etc. Es geht hier nicht um ein Dixi Klo, daß irgendjemand in der Pampa aufstellen will. Es geht um einen schwerwiegenden Eingriff in ein Ökosystem, von dem noch keiner genau sagen kann, was er für Auswirkungen haben wird. Ich frage mich, woher viele Leser hier die Arroganz nehmen, die menschliche Bequemlichkeit über die Belange der Natur zu stellen? Wer sind diese Menschen, die meinen, sie könnten es sich herausnehmen, den Lebensraum von Tieren nach Belieben zu zerstören? Lernen Menschen denn nichts dazu? Was sollen wir einmal unseren Kindern erzählen, wenn die letzte Wiese zubetoniert wurde? Sollen wir in Zukunft auf sterilen Plastikspielplätzen mit ihnen spielen? Es geht hier nicht nur um einen Titel irgendeiner Organisation. Es geht darum, die Natur vor der Arroganz des Menschen zu schützen. Und wenn es dazu der UNERSCO bedarf, dann hat sie vollste Unterstützung verdient. Der Kompromiß zwischen Bequemlichkeit und Naturschutz wäre der Tunnel, aber Politiker und Vernunft ...

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04. Juli 2008 15:32

Arm

gisbert heimes (gisbert4)

Aus der Jetzt- und Betroffenheitsperspektive mag es viele gute Gründe für den Brückenbau geben. Es kommt letztlich auch nicht darauf an, ob die UNESCO einen Titel aberkennt. Die Armut besteht in der Unfähigkeit der ökonomistischen Gesellschaft - die sich auch in den meisten Leserkommentaren ausdrückt - den Begriff des Kulturerbes zu leben, ja überhaupt wahrzunehmen. Das gilt für Brückenbefürworter gleichermaßen wie manche Gegner, deren Argumentation sich in eventuell verlorenen Touristenscharen erschöpft.

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04. Juli 2008 14:29

Fußgänger?

Hans Prugger jun. (LA70)

@ Manfred Koch Aber Herr Koch, Fußgänger können wie bisher über die Elbe (Fähre, die die laufen haben eh meistens eine Monatskarte für den ÖPNV)) oder beim Bau eines Tunnels mit dem Bus fahren... Es wird keinen geben, der diesen langen Weg über die Elbe läuft, weil er da zur Arbeit muss. Machen Sie sich mal die Müheund messen die Strecke aus, die ein Fußgänger zurücklegen muss, ehe er ein relevantes Ziel findet. 1,5 bis 2km! Das werden höchstens Fußgänger des Freizeitvergnügens sein. Und die können auch wie bisher an der Elbe entlang, in den Sonnenaufgang oder -untergang laufen. Sport frei!

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04. Juli 2008 14:24

@Hinderer

Sven Michaelsen (Der_kleine_Amrumer)

Was heisst hier denn stur? und in bester Sozialismus Tradition? Falls Sie es nicht mitbekommen haben, weil sie immer nur das Neue Deutschland lesen, es gab einen Volksentscheid für den Bau der Brücke !!! Man kann die Entscheidung/Brückenbau gut oder schlecht finden, aber die demoktratische Entscheidung ist wohl eindeutig !!!! Und wenn sie den "günstigen" Tunnel fordern, mal abgesehen, vom Bürgerwillen eine Brücke zu bauen!! Wer soll den den zahlen? wieviel geben sie denn freiwillig dazu? wie wäre es mal mit 10% vom Jahreseinkommen ?` Also nur zu und die erste Tunnelspende überwiesen !!!

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04. Juli 2008 14:10

Man kann ja nun wirklich...

Ulrich Hinderer (tiger_78)

... einen Tunnel bauen. Der sieht nicht so brachial aus wie so ein Betonklotz, der langsam vor sich hin korrodiert. . Aber immerhin steht das Vorgehen der Dresdener Stadtoberen in bester Tradition: Stur wie die Betonköpfe eben sind. Ob unter der Federführung der beiden sogenannten Sozialismen oder unter derjenigen dieser Republik: Stur wie die Panzer. Um Belange der Lebenserleicherung geht es schon lange nicht mehr. Sonst hätte man schon lange angefangen einen Tunnel zu graben. . Vielmehr geht es darum, falsche Stärke zu zeigen. . Dass man sich damit einen stinkenden Haufen in's eigenen Nest setzt negiert man einfach mal; daran sind denn auch "die Anderen" schuld. Und so ein Betonklotz im Tal ist einfach wunderschön. Außerdem kann der örtliche Bauunternehmer, mit dem man am Stammtisch sitzt, den bauen. Den Tunnel nicht. Also macht man mit Nackenkrampf weiter und sich einiges kaputt. Den Krampf nennt man "erhobenen Kopf". Und freut sich dermaßen, dass ein Vergleich mit infantilem Verhalten eine riesengroße Beleidigung wäre. Für die Kinder.

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04. Juli 2008 14:02

Besser eine Unesco-Reform fordern als die Stadtentwicklung zu blockieren

Manfred Koch (MKochBS)

Die Unesco-Forderungen, das Elbtal auf einer langen Strecke nicht überqueren, sondern (evetuell) nur unterqueren zu können, sind weltfremd. Eine moderne Brücke passt durchaus in eine Stadtlandschaft mit vielen alten Gebäuden. Der alternativ geforderte Tunnel ist teurer Schwachsinn. Und wo sollen die Fußgänger dennn die Elbe dort überqueren? Es sollte nicht immer den teils sturen, verstaubten Unesco-Erpessungen gefolgt werden, sondern eine Reform dieser Institution gefordert werden. Und wenn die Brücke dann einige Jahre den Stadtverkehr erheblich entlastet haben wird, werden sich auch die dann teilweise neuen Unesco-Augen daran gewöhnt haben.

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04. Juli 2008 14:01

Hallo Michael Heiss alias veryhot88

Andreas Koerner (follow22)

Sehr heiß muss es wohl auch Ihren "ehemals sächsischen Kollegen" gewesen sein, als diese meinten, der Tourismus wäre die einzige Chance für den Osten, incl. Sachsen. In der Wirtschaftskraft der deutschen Städte 2007 kamen die vier Top-Aufsteiger gegenüber dem gleichen Test vor zwei Jahren alle aus Ostdeutschland. Das Rennen unter den Metropolen in den neuen Ländern macht Dresden, das sich von Platz 34 auf Platz 14 verbesserte. Übrigens: weltweit von den lebenswertesten Städten ist Berlin (im Osten) auf Platz 16, Leipzig (im Osten) auf Platz 68. Wie soll Europa zusammenwachsen, wenn wir nicht mal die innere Einheit Deutschlands vollziehen können, wie Sie und Ihre sächsischen ehemals Kollegen eindrucksvoll zeigen. Ich darf Sie zitieren: "Seid Ihr Ossis eigentlich immer unfährig?" Na, zumindestens der Rechtschreibung zugetan.

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04. Juli 2008 13:46

...

Andreas Breuer (IUSTINUS)

Wäre die Brücke architektonisch von Bedeutung könnte ich mich dafür begeistern, und die Entscheidung wäre eine zwischen Moderne und Barock. Aber ein solches Bauwerk mit der Anmutung einer Autobahnbrücke an dieser prominenten Lage ist jämmerlich, mindestens genauso wie die Neubauten am Neumarkt die Barockarchitektur imitieren (zu denen bereits Herr Bartzko in dieser Zeitung Stellung nahm). Was das Gejammer um den Titel anbelangt: Für uns gelten die gleichen Bedingungen wie für andere Länder der Unesco und der Katalog stellt genaue und jetzt von einer Ungerechtigkeit oder gar einem Austritt zu sprechen ist ziemlich albern.

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04. Juli 2008 13:34

Ein weiterer Volksentscheid ...

Occam Razor (Occams_Razor)

... waere wohl angebracht. Schliesslich hatten die Buerger ja bei der Abstimmung nicht gewusst, dass ihr Titel in Gefahr ist und soweit ich weiss hatten sie nicht die alternative Wahl Bruecke - Tunnel, sondern nur Bruecke Ja/Nein. Wer weiss wie sie mit dem heutigen Wissen Welterbe Ja/Nein entscheiden wuerden. Weiterhin muss man bedenken, wie sich ein solches Verhalten auswirken kann ... man kann die UNESCO kritisieren oder nicht ... das aendert aber nichts daran, dass es ein schlechtes Licht auf Deutschland wirft. Schon in Koeln wollten wir Deutschen ja Wolkenkratzer neben den Dom stellen ... Der Wert Immaterielle Gueter ist nunmal schwer abzuwiegen

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04. Juli 2008 13:21

Fluß stauen und umleiten.

O. Morrissey (Morrissey)

Kann man nicht einfach den Fluß stauen und umleiten? Dann hat sich das ganze Problem mit der Brücke oder das Problem mit dem Tunnel (hier sind ja irgendwelche seltenen Tierchen in ihrem Lebensraum gestört) erledigt. Zudem gäbe es einen netten Stausee als Bademöglichkeit und Lebensraum für viele nette Tierchen. Der ganze Titel wird ansonsten so oder so völlig überbewertet, oder glaubt Dresden ernsthaft, dass es deswegen signifikant mehr oder weniger Touristen geben wird?

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04. Juli 2008 13:16

Dresden ist kein Historiendisneyland...

Thomas Jacob (tjacob)

... sondern eine lebendige, wachsende Stadt, die im Übrigen 90% Ihre BIPs nicht mit Tourismus erwirtschaftet, wobei ausserdem signifikante Auswirkungen einer Aberkennung des Titels auf den Fremdenverkehr doch eher zweifelhaft sind. Und solange die anderen Teilen Deutschlands dominate zukunftsfeindliche Verhinderungungs und Rückbau-Fraktion nicht Oberhand gewinnt, wird die Entwicklung hoffentlich auch weitergehen. Wenn man sieht, wer sich alles dazu berufen fühlt, über der Sinn und Unsinn einer neuen Innenstadtbrücke im fernen Dresden zu urteilen, ohne meist die geringsten Kenntnisse von der tatsächlichen Situation vor Ort zu haben, fragt man sich schon nach den eigentlichen Motiven...

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04. Juli 2008 13:16

ist doch vollkommen banane....

stephan fischer (meyfisch)

dann ist das elbtal eben nicht weltkulturerbe. so what? kann sich doch keiner was für kaufen und hilft auch keinem wirklich weiter.

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04. Juli 2008 13:05

UNESCO

Rolf Huchthausen (huchthausen)

Ich frage mich, warum die UNESCO an dieser Stelle derartig prominent Schlagzeilen macht. Ich halte diesen Weltkulturwerbetitel für eine überteuerte Werbeveranstaltung, um irgendeinen Sinn darin zu finden, deutsches Geld in dunkle UNO-Kanäle zu pumpen, wo irgendein Potentat auf einem UNO-Ticket Unsummen verprassen darf. Reines Diplomatengehabe und fragwürdige Spielwiese für Excellenzen. Für Muster ohne Wert haben wir in Deutschland kein Geld mehr. Mit oder ohne Weltkulturerbetitel zieht Dresden Jahr für Jahr Millionen Besucher an. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Aus dem Renommée Dresdens wird eine unwichtige, aber teuere internationale Einrichtung aufgewertet. Übrigens die Brücke im diskutierten Entwurf sieht rassig aus und verbindet das barocke Dresden mit dem 21. Jahrhundert. Toller Entwurf.

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04. Juli 2008 12:59

Die Klassifikation als "Weltkulturerbe" ist Schwachsinn

Ingo Hertrich (hertrich)

Ich finde es schon richtig, dass man Kulturdenkmäler so weit wie möglich schützt. Aber wenn dabei Verordnungen herauskommen, die die Bevölkerung daran hindern eine vernünftige Infrastruktur aufzubauen, dann sollte man die Infrastruktur vorziehen. Wir leben nicht in einem Museum. Ich hab auch mal einen Ort gesehen, wo der Bevölkerung aus Denkmalschutzgründen ein vernünftiger Strassenbelag verweigert wurde und wo dann immer die Autos über lautes Kopfsteinpflaster donnern mussten. Solche Kulturschutzmassnahmen gehen gegen die Menschenwürde der aktuellen Bevölkerung. So etwas sollte man sich nicht gefallen lassen. Der Fremdenverkehr zu Weltkulturerbe-Stätten ist übrigens nicht sehr wertvoll, es sind oft nur anonyme Reisebus-Gruppen, die vom nächsten Flugplatz angekarrt werden und die zur aktuellen Kultur der Bevölkerung überhaupt keinen Zugang finden. Oft sind sie sogar noch arrogant, weil sie sich für etwas besseres halten, dadurch, dass sie ihre Reise bei einem überteuerten Reiseveranstalter gebucht haben. Das eigentliche Weltkulturerbe besteht nicht aus einzelnen Bauwerken oder Stadtteilen, das eigentliche Weltkulturerbe ist überall und sollte auch überall wertgeschätzt werden, aber mit Rücksicht auf die heutige Bevölkerung.

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04. Juli 2008 12:55

@K. Beermann: bißchen weiterdenken

Martin Morgenstern (Solobratscher)

Der Titel interessiert hier in Dresden kein Schwein, aber sobald das Elbtal nicht mehr Welterbe ist und die Brücke steht, wird die Stadt von einer Klagewelle finanzkräftiger Wessis überrollt werden, die ihre kleine Villa an den Elbhang bauen wollten und dafür (mit Verweis auf das Welterbe) keine Baugenehmigung erhielten. Dann verlieren wir nicht nur den schönsten Blick auf die Altstadt, sondern die Stadt frißt sich langsam an den Fluß vor, durch Elbauen, die jahrhundertelang per Dekret bebauungsfrei gehalten wurden. Jeder, der den Welterbetitel oder den unseligen Bürgerentscheid zur Basis seiner Argumentation macht, spielt de facto ein falsches Spiel; denn auch der Verkehr durch Dresden ist in den letzten Jahren schneller und WENIGER geworden. Es MUSS ja aber einen Grund geben, warum die Stadt und das Land so unglaublich hartnäckig auf dem Brückenbau besteht - oder kann sich jemand wirklich erklären, warum da kein Tunnel hinpassen würde? Die Mehrkosten entsprächen jedenfalls dem Bruchteil eines ordentlichen Manager-Jahresgehaltes, habe ich mir sagen lassen.

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04. Juli 2008 12:52

Dresdner Entscheidung!

Andreas Bächtle (Andreas_B.)

Wenn die Dresdner so oder so keinen wert auf den Prestigeträchtigen Titel legen ist es doch egal er Aberkannt wird oder nicht. Nur falls der Titel wirklich aberkannt wird dann bitte nicht nach Geld aus Berlin schreien wenn die Tourismuszahlen fallen sollten.

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04. Juli 2008 12:34

Unglaubliche Erpressung

Kai Beermann (zazzel)

Mir ist einfach unverständlich, wie man sich mit der UNESCO in diesem Fall auch nur noch eine einzige Sekunde befassen kann. Ich kenne Dresden, ich habe mir auch den (noch nicht nachgebesserten) Brückenentwurf angesehen, und ich kann daran nun wirklich nichts negatives finden. Wer ein Zuckerbäckermittelalterstädtchen haben will, soll sich das im Hobbykeller in H0-Größe nachbauen. Den Menschen in Dresden wünsche ich, dass die Brücke gebaut wird, und die Bevölkerung nicht bloß als Staffage im Vorzeigestädtchen dienen muss. Den Humbug mit der Fremdenverkehrswirksamkeit des UNESCO-Labels kann man sich als Beispiel einer Lachnummer übers Klo hängen, bis mir der erste Reisende gezeigt wird, der seine Reiseziele anhand der UNESCO-"Weltkulturerbe"-Liste auswählt.

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04. Juli 2008 12:22

Warum die ganze Aufregung?

Michael Weiss (Kynologe)

Ich versteh hier das ganze Trara um die UNESCO nicht und warum sie hier so durch den Kakao gezogen wird. Die UNESCO überwacht das kulturelle Erbe und wenn sie etwas besonders schützenswert findet dann verleiht sie ihren Titel, Dieser Titel ist eine Auszeichnung, kein Rechtsanspruch. Wenn die UNESCO der Meinung ist, diese Brücke würde das Bild so beeinträchtigen, optisch wie auch ökologisch, dann wird die Auszeichnung aberkannt. Basta und Ende der Diskussion. Die Dresdener stehen nun vor der Wahl Auszeichnung oder Brücke, beides zusammen geht halt nicht. Wenn sie meinen sie brauchen diese Brücke, dann müssen sie damit leben, daß sie dieses Tal so verändern, daß es den Titel nicht mehr verdient. Man darf das nicht relativ sehen, sondern absolut. Es gibt einen Kriterienkatalog, und dem entspricht man, oder man entspricht ihm nicht. Manchmal muss ich mich schon über Teile der Leserschaft hier wundern, wenn da verlangt wird, Zahlungen an die UNESCO zu stoppen. Steigen wir dann auch gleich aus der UNO aus? Warum sollen wir denn überhaupt Teil der Weltgemeinschaft bleiben? Brauchen wir die anderen? Ach ja, das hatten wir schonmal, vor 70 Jahren ...

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04. Juli 2008 12:20

Was will die UNESCO?

Stephan Weniger (mowsw)

Sie wusste das die Brücke gebaut werden soll! Und die Stadt Dresden seit vielen Jahren darum ringt die Waldschlösschen Brücke bauen zu können um das marode Blaue Wunder sowie die Carola Brücke zu entlasten! Die Stadt hat soweit ich weiß sogar Optionen für 7 weitere mögliche Brückenstandorte in den Welterbeantrag eingebracht und die UNESCO hat es nicht gestört. Ich glaube die UNESCO hat sich da verrannt und will ihr eigenes Versagen möglichst verdecken. Das Problem mit einen Tunnel sind weniger die Kosten sondern das er weder von Fahrradfahrern noch Fußgängern genutzt werden kann und die Planung und Bau weitere 10 Jahre benötigen würde, Zeit die Dresden nicht hat.

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04. Juli 2008 12:06

Vielen Dank Deutschland für das viele Geld :-)

Hans Prugger jun. (LA70)

Deutschland finanziert Dresden eine Luxusbrücke - wer aus einer halbwegs größeren Stadt kommt kann sich nicht vorstellen worüber die Klagesachsen jammern. Es ist sicherlich schön, wenn man vor einer roten Ampel nicht lange warten muss, aber deshalb einen derartigen Schaden anzurichten? Wenn das Geld schon weg soll, dann doch wenigsten unter die Erde - und "Geht nicht gibt es nicht!" aber das ist scheinbar in DD noch nicht angekommen. Wer die Skizze aufmerksam betrachtet kann sich den "Spaß", den ein Fußgänger bei der ("dringend notwendigen") Überquerung hat (denn spazieren kann er auch ohne Brücke) sicher Vorstellen... Deutschland wird zu Vorreiter in der Banalisierung von Weltkultur- und Naturerbe, dessen Schutz sich die Weltgemeinschaft verschrieben hat. Und Schutz hat nichts mit Touristen, die kommen oder nicht kommen zu tun. Der zu erwartende Tourismus ist sicher u.U. eine angenehme Nebenerscheinung. Jeder der sich über die Bewahrung von Kulturerbe hinwegsetzen will, kann nun getrost mit dem Finger Richtung Deutschland zeigen. Und da wird auch nicht differenziert werden, ob die Brücke bei der Antragstellung zum WKE halbrichtig oder halbfalsch dargestellt wurde!

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04. Juli 2008 12:05

Die Wartburg

Robert Schrey (etiterum)

Die Wartburg bekommt von der Unesco folgendes Prädikat verpaßt: <<Die Wartburg ist ein hervorragendes Denkmal der feudalen Epoche in Mitteleuropa.>> "feudale Epoche" ist das nicht eine sozialistische Kampfparole ? auf jeden Fall hat's ein Geschmäckle...

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04. Juli 2008 11:59

Weeltkulturerbetitel - überflüssig wie ein Kropf

Wilhelm Rggrt (Wilhelm29)

Wer meint, mit dem Weltkulturerbetitel mehr Fremdenverkehr zu bekommen, ist auf die Fallstricke der überbordenen Unesco-Bürokratie hereingefallen. Hier hat jeder sein schönes Auskommen und versucht Angs tzu erzeugen. Dresden und das Elbtal vermarket man besser mit Kompetenz, schönen Bildern vom Elbtal und Dresden sowie einer gelungenen Präsentation von Ferienmöglichkeiten usw. Der Titel ist wertlos. Bin kein Dresdner, finde die Stadt und das Umland aber wunderschön, und eine weitere Brücke stört nicht. Laßt euch nicht von der Unesco , einem nicht demokratisch gewählten Gremium verarschen.

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04. Juli 2008 11:54

Erpressung

Josef Bujtor (Mramorak)

Das ist tatsächlich ein Erpressungsversuch. Wenn der durchgeh, muss man die Kolumbianische Armee zu Hilfe rufen!

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04. Juli 2008 10:46

Seid Ihr Ossis eigentlich immer unfährig???

Michael Heiß (veryhot88)

Da bekommt Ihr in Eurem verschlafenen und zurück gebliebenen Landstrich (sagten mir hier her gezogene und hier lebende Sachsen) endlich auf günstige Art und Weise eine weltweite Wirtschaftsförderung durch Ankurbelung der Tourismuszahlen. Ein gebeutelter, ausgebluteter Teil Deutschlands könnte endlich ohne westliche Unterstützungszahlungen aufblühen. Meine ehemals säschsischen Kollegen meinten, der Tourismus wäre die einzige Chance. Und Ihr macht das durch solch eine Dummheit wieder kaputt!! Ich könnte mich zu manch einem Interview jetzt äußern, das für die Brücke sprach - möchte aber niemanden persönlich angreifen! Macht doch Dresden zu einer großen Fußgängerzone, reduziert den Verkehr und baut bei Bedarf einen Tunnel!! Politiker mit geringem Horizont und viel fremdem Geld denken nun mal nicht sehr weit!! Peinlich, peinlich!!

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04. Juli 2008 10:18

Die Dresdener Innenstadt ist voller Brücken

TOBIAS RÜGER (t.ruger)

An der Brücke scheint es ja nicht grundsätzlich zu liegen, sonst wäre Dresden der Titel ja nie zuerkannt worden. Aber was spricht eigentlich gegen einen Tunnel? Die paar Euro, die der mehr kostet, kann man bei Prestigebauten in Berlin einsparen. Dresden sollte es uns wert sein.

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04. Juli 2008 10:02

Welchen Einfluß haben die großen Beitragszahler?

Daniel J Hahn (137)

Schaut man sich das Verhalten der Deutschen an, dann liegt der Schluß nahe, Geld abgeben und Klappe halten ist für die großen Beitragszahler normal. Wenn die Unesco sich anmaßt, auf Drängen von wildgewordenen Brückengegnern, die demokratische Abstimmungen nur respektieren, wenn das Ergebnis ihren Vorstellungen entspricht (die Grünen waren maßgeblich negativ an der Unesco-Debatte zum Welterbestatus Dresdens beteiligt), dem Elbtal bei Dresden den Status Weltkulturerbe abzuerkennen, dann sollen die das ruhig tun. Als angemessene Reaktion Deutschlands wäre das Stoppen der Beitragszahlungen an die Unesco für diesen Fall in Aussicht zustellen. Wenn die Damen und Herren der Unesco jedesmal, wenn in Deutschland Entwicklung stattfindet so eine Geschrei machen, dann leben wir ruhiger wenn wir keinen Kulturerbestatus besitzen. Das Hofbräuhaus oder das Oktoberfest werden Jahr für Jahr regelrecht überrannt von Touristen, und dies ganz ohne Welterbetitel.

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04. Juli 2008 10:01

Waldschlößchen-Brücke

Kai Bockelmann (KB63)

Sicher ist ein Tunnel die bessere Lösung wenn es um das Landschaftsbild geht. Allerdings blieben dann die Fußgänger außen vor. Sie dürften den Tunnel nicht benutzen. Aber die ganze Debatte wirft auch ein bezeichnendes Licht auf die Behörde UNESCO, der ja von Anfang an bekannt war, daß eine weitere Brücke über die Elbe gebaut werden soll. Aber damals wurde dieser Fakt ignoriert, weil (so war gestern in "MDR aktuell" zu hören) dieser Hinweis nicht in der geforderten Sprache (englisch oder französisch) abgefasst war. Da der Antrag insgesamt in englischer Sprache verfasst war, hätte man den Brückenbauhinweis nun auch noch übersetzen können. Hat man aber nicht und die UNESCO hat's als nicht existent abgetan. Beamtenladen eben. Im Übrigen plante man in Dresden bereits seit dem 19. Jahrhundert (vor dem Bau der Loschwitzer Brücke, "Blaues Wunder") immer wieder, an eben jener Stelle am Waldschlößchen eine Brücke zu bauen. Und wer kann sich das Elbtal ohne "Blaues Wunder", Dresdens schönster Elbbrücke, vorstellen? Würde es heute gebaut werden, wäre der Welterbetitel genauso futsch wie er erteilt werden würde, wenn es die Waldschlößchenbrücke bereits gäbe.

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04. Juli 2008 09:42

Was ist wichtiger....!

Michael Fichtner (ebaristo)

Dresden ist und bleibt eine der schönsten Städte Deutschland, mit oder ohne dem Titel "Weltkuturerbe". Das Problem ist, das sich die Menschen mal überlegen sollten, was wichtiger ist! Ich war schön öfter in Dresden und mir ist aufgefallen, das einfach eine Brücke fehlt. Wenn ich nach Dresden fahre, muss ich mich fast schon in Meißen entscheiden, auf welche Seite in Dresden ich will, da ich sonst keine Chance habe zu Wechseln, außer durch die ganze Stadt zufahren. Die Entlastung des Verkehrs für die Innenstadt ist wichtiger, da es sich jedesmal in Dresden staut, da alle bis Dresden Mitte / Altstadt müssen, um über die Brücke zu kommen!

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04. Juli 2008 09:32

Erpressungsversuch

Marvin Parsons (mapar)

Daß die Brücke geplant war wußte die UNESCO und hatte zunächst keine Einwände. Am deutschen Michel soll jetzt vorexerziert werden, wie die Bürokraten der UNESCO, aufgehetzt von deutschen Brückengegnern, durchgreifen können. Bei viel schlimmeren Eingriffen in Weltkulturerbe-Stätten in Diktaturen beläßt es die UNESCO bei devoten Bettelbriefen an die Despoten. Es wäre sehr enttäuschend, wenn Dresden vor dem dreisten Erpressungsversuch nachgeben würde.

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04. Juli 2008 09:21

UNESCO =

Heinz Mayer (Bundespraesident)

völlig überflüssiger und teurer Verein, der nur für sich selbst vorhanden ist. Passt exakt zu den UN. Abschaffen, Geld für sinnvollere Dinge einsetzen.

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04. Juli 2008 08:51

wer legitimiert die UNESCO?

d. orth (rodeo)

meint wirklich jemand, wenn ein paar wild gewordene Bürokraten = UNESCO beschliessen dies oder das ist kein Kulturerbe mehr, deshalb würde keiner mehr zum Anschauen kommen? Wenn es nach der UNESCO ginge würde sich die Welt in ein Freilichtmusseum verwandeln.

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04. Juli 2008 08:39

Ein weiteres Ultimatum

Hagen Hirth (Xerophyt)

Wieviele Ultimaten will die UNESCO noch stellen, um den Brückengegnern ein letztes, wenn auch (hoffentlich) untaugliches Mittel zu geben, um die Brücke zu verhindern?

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