Stiller Protest von Exil-Tibetern

Tibet

Eine Frage der Identität

Schon die UN-Charta kennt den „Grundsatz der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Völker“. Jeder im Westen, dem das und die Menschenrechte wichtig sind, schuldet den Tibetern Einsatz für den Erhalt von Identität und Kultur. Die Tibet-Frage ist nicht nur eine innere Angelegenheit Chinas. Von Reinhard Müller

Lesermeinungen zum Beitrag

30. März 2008 19:39

Eine Frage der Identität

Benedikt Gresser (Benediktus)

Hinter der Verweigerung friedlicher und souveräner Verhandlungen steht oft eine von Fantasien gespeiste Angst vor Niederlagen.
Jeder Sieg, der einen Verlierer leer ausgehen lässt oder schädigt, kann früher oder später von einer Niederlage gefolgt werden.
Die Achtung vor anderen Interessen ist nicht der Keim einer Niederlage, wie Machtpolitiker jeden Couleurs so gerne glauben machen wollen.
Wenn die Nato-Staaten das Vertreiben von Serben aus der Wiege ihres Landes als große Tat gesehen haben wollen, lässt das aufhorchen. Woher kommen die uralten Kirchen und Klöster im Kosovo. Milosevic war es nicht.
Es ist einfach, Parallelen zu konstruieren. Vergleiche hinken manchmal nicht nur. Sie können auch stinken.
Allen Menschen, die sich wegen territorialer Ansprüche gegeneinander hetzen lassen, bleibt zu wünschen, dass sie sich die Freiheit nehmen und nachschauen, ob die Anderen auch tatsächlich die Gegner sind, die die Befehlshaber von Angriffen für ihre Rechtfertigung brauchen.

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27. März 2008 09:33

@Eckart Haerter: Einen Abzug aus Afghanistan wird es nicht geben

Hanno Meissner (hanno_meissner)

Lieber Herr Haerter,
dann bin ich weitgehend Ihrer Meinung!
Die moralischen Argumente für den westlichen Afghanistan-Einsatz sehe auch ich als vorgeschoben an. Sie dienen der politischen Durchsetzung hierzulande, nicht mehr und nicht weniger.
Eine Abzug aus Afghanistan halte ich aber für ausgeschlossen, da der Westen aus seinem ureigenen Interesse dort einen Fuß in der Tür behalten wollen wird.
Man kann freilich darüber streiten, ob der Nutzen die Kosten aufwiegt und ob die westliche Zielsetzung in Afghanistan überhaupt erreichbar ist.
Aber die Region ist für den Westen zu bedeutend, als dass man sich dort völliog heraushalten könnte.
Freundliche Grüße
Hanno Meissner

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27. März 2008 09:29

Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung

Rudolf Ortwein (rudi.rotwein)

Wer möchte denn, daß es in Tibet wieder eine Dalai-Lama-Mönchdiktatur gibt ? Das ist doch gar nicht die Alternative. Weder eine chinesische noch eine Mönchsdiktatur ist die Zukunft für das tibetische Volk. Man sollte mal nach vorn und nicht immer rückwärtsgewandt diskutieren. Allerdings haben auch diejenigen recht, die sagen, daß die "demokratische" Welt ausser Maulaufreissen keinen Finger für die Tibeter krumm machen wird, da es sich keiner mit der Wirtschaftsmacht China verderben will.

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27. März 2008 00:35

Das Individuum will meistens besser leben

Wolf Doleys (Karneades)

Da hegelt es aber gewaltig: "Tibet.
Eine Frage der Identität. Schon die UN-Charta kennt den „Grundsatz der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Völker“. Der Zahn der Zeit säbelt an allem herum - an Jesuiten und an Puritanern, an Kopfjägertraditionen und an Aderlaß-"Medizin", an Nationalismus und Marxismus - und das ist gut so. Warum sollte das Gottkönigtum des Dalai Lama eine Ausnahme bilden? Weil er so nett schauspielern kann?
Der Begriff "Volk" ist völlig zweifelhaft - es gibt nur eine Bevölkerung, die in unterschiedliche Gruppen mit verschiedenen Perspektiven zerfällt. Der Begriff MENSCHENRECHTE kann nur sinnvoll an den des INDIVIDUUMS angebunden werden, da das Individuum stets durch den GROßEN HAUFEN bedroht wird - ob in der rotchinesischen Diktatur oder im Gottkönigtum des Dalai Lama. Die religiösen Diktatoren zwingen ihre Untertanen allerdings zusätzlich zur Armut an der Existenzgrenze.

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26. März 2008 16:15

@Hanno Meissner

Eckart Haerter (E.Haerter)

Herr Meissner, wenn das nicht zu merken war, dann möchte ich es hiermit erklären: meine Frage, wann wir in China militärisch eingreifen und unsere Freiheit im Himalaya verteidigen, war rhetorisch und ironisch gemeint. Mit China wird sich nämlich auch Herr Struck nicht anlegen, selbst wenn die Chinesen Völkerrechtsverletzungen schlimmsten Ausmasses begehen würden. Ich wollte damit die ganze Verlogenheit der moralisch begründeten militärischen Einsätze deutlich machen. Jetzt wird es höchste Zeit, dass die Bundeswehr vom Hindukusch zurückgezogen wird, wo wir nichts, aber auch gar nichts zu suchen haben.

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26. März 2008 14:09

Tibet

Arjeton Beka (Shqip20)

In Tibet war die Lage ruhig bis vor der Unabhängigkeit Kosovas und erst dann hat sich die lage Dramatisch geandert, ich finde das dass einbisschen gewollt war von der Tibetischen Führung. Jedoch Greift die Chinesische Armee Leute an die keine Waffen bzw. hilfslose an und dass ist nicht ok.

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26. März 2008 11:11

@Eckart Haerter: Gar nicht

Hanno Meissner (hanno_meissner)

Dazu wird es nie kommen, weil es weder im Interesse Deutschland noch Europas insgesamt, noch der USA liegt, in einen direkten Konflikt mit China zu geraten.
Der Präsenz in Afghanistan liegen neben der Terrorismusbekämpfung klare geostrategische Überlegungen zugrunde, die sich natürlich auch auf China beziehen.
In Zentralasien konkurrieren China, Russland und der Westen, während in Tibet die Sache klar ist.
Je brutaler das chinesische Vorgehen in Tibet wird, umso lauter werden auch die westlichen Proteste werden, schon um glaubwürdig zu bleiben. Wirklich handeln wird der Westen aber keinesfalls, ich glaube noch nicht einmal an wirtschaftliche Sanktionen.
Tibet ist nicht das Kosovo und China ist nicht Serbien. Dort war damals die westliche Interessenlage eine andere.
Die Tibeter stehen so gesehen auf verlorenem Posten. Eine offene Unterstützung seitens des Westens wird es niemals geben.

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26. März 2008 09:13

Keine innere Angelegenheit Chinas

Eckart Haerter (E.Haerter)

Wann brechen wir auf, um die Freiheit Deutschlands auch im Himalaya zu verteidigen?

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