
"ist es doch kaum politisch vermittelbar, dass verantwortungslose Ausgabenpolitik in anderen Ländern von Deutschland mitfinanziert wird."
Ja, wenn es darum geht, welche herrschende nationale Schicht wie viel von der anderen herrschenden Schicht bekommt, dann wird kritisch auf den Geldfluss geachtet. Aber wenn es darum geht, die Mehrheit der Bevölkerung auf Kosten des schlechten Spiel privater Zocker ausgenommen wird, na dann ist es okay, nicht?
Diese elitaristische Bevorzugung der Megareichen finde ich schade und ich hoffe wohl vergeblich, dass diese sich in christliche Nächstenliebe auflöst.
"das deutsche Rentensystem und seine Finanzierung. Experten sehen hier bereits den Keim für die nächste große Krise gelegt. Es wird interessant sein zu lesen, wie auch diese von der Linken dem Kapitalismus als Systemversagen untergeschoben wird."
Es ist ganz einfach. Im Rahmen der kapitalistischen Produktionsweise ist es völlig logisch, dass Rentnern nicht die Priorität beigemessen wird. Profit hat Priorität. Daher passiert es auch schnell, dass Rentner, die Geld benötigen dieses nicht ohne Kampf bekommen, weil dies unprofitabel wäre. Und das, obwohl Deutschland unvorstellbar reich ist und bei der Produktion alle Renter versorgen könnte.

Es ist schon faszinierend zu lesen, wie sich einige Vorkommentierer in der Rolle gefallen irgendwelche Interessen und Wünsche der Bevölkerung zu erkennen, denn der Weg in die Hölle ist gepflastert mit guten Absichten. Das Problem jeder Krise ist und bleibt: der Freiheitsverlust des Einzelnen. Staatliche gelenkte "Anzreizsysteme" und Einschränkungen der Entscheidungsmöglichkeiten führen direkt dazu, dass der einzelne gar nicht mehr in der Lage ist, rechtzeitig die Bremse zu ziehen, weil jeder gleichgeschaltet im Kollektiv ist. Eine Rückkehr zum Individualismus und der Freiheit würde helfen, Krisen zu verhindern. Nicht erstaunlich ist in diesem Zusammenhang, dass die Krisenhäufigkeit direkt korreliert mit dem Ansteigen der sog. "Markregulation" (=Euphemismus pur) und der Staatsquoten....

heissen 'Ein solches Wirtschaftssystem gilt es zu entwickeln'. Aber bevor man ein solches Wirtschaftssystem entwickelt, muss den Meisten daran Beteiligten klar sein, dass das alte System nicht mehr funktioniert. Und hieran scheitern nach meiner Meinung alle bisherigen Ansätze dazu. Es gilt im ersten Schritt das Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass es so nicht weitergehen kann. Ähnlich dem Entstehen der Ökobewegung in den 70iger Jahren. Heute ist ein ziemlich breiter Konsens in unserer Gesellschaft hinsichtlich der Notwendigkeit eines schonenden Umganges mit unserem Planeten vorhanden. Okay, die Umsetzung ist noch nicht so ideal. Bzgl. einer Änderung unserer Wirtschaftsordnung fehlt dies völlig. Man geht von reparablen Fehlsteuerungen aus. Die Systemfrage geht in der allgemeinen Ratlosigkeit unter. Mögliche Ansätze sind dem breiteren Publikum nicht bekannt. Keine politische Gruppierung vertritt neue Konzepte. Populistische Entscheidungen ersticken kritische Nachfragen. Es gibt keine Plattform für die notwendige Diskussion. Und ja, eine Teilung von Arbeitsplätzen bei gleichzeitiger Lohnteilung wäre ein kurzfristig machbarer Ansatz. Aber wer will die Lohnhalbierung in die Debatte einbringen? Er wäre am nächsten Tag politisch tod!

"Selbst in der großen Weltwirtschaftskrise 1929 hat sich das System der Marktwirtschaft nicht selbst zerstört, und diese hatte wahrlich andere Dimensionen als die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise."
"Damals waren in Amerika und in Deutschland Arbeitslosenquoten von mehr als fünfundzwanzig Prozent zu verzeichnen."
Roosevelt unternahm seit seinem Amtsantritt 1932 bis zu seinem Tod 1945 eine konsequent keynesianische Politik, um der Krise Herr zu werden. Dazu stieg beispielsweise die Schuldenquote von 16% auf 33,6% im Jahr 1932. Aber mit welchen volkswirtschaftlichen Ergebnis? Die Arbeitslosenrate sank von 24,9% im Jahr 1933 auf gerade einmal 19,0% im Jahr 1938! Viele anerkannte Wirtschaftshistoriker gehen davon aus, dass die Weltwirtschaftskrise erst durch den 2. Weltkrieg beseitigt wurde.

Glaube schon das es Arbeit für alle gibt, auch wenn es halt nicht mehr die üblichen 40 Std. Wochen sei. Man könnte ja ganz einfach alles Stellen, mit doppel soviele Personen besetzten als Zwang vom Staat. Ob das was fürs Einkommen gerecht ist, mag ich mal da Stehen lassen. Aber das intressiert mich nicht, dass ist jedermann sein Problem.

@ Peter Schwarz
Die Schlußfolgerung aus Ihrer Aussage "Ein Wirtschaftssystem, das heute eine (halbwegs) gleichmässige Verteilung von Arbeit und Einkommen garantiert gibt es nicht! Nur diese Wahrheit will niemand hören!" müßte lauten: Ein solches Wirtschaftssteuerungs-System gilt es zu entwickeln. Die subjektiven und gesellschaftlichen Widerstände gegen ein solches Projekt - psychischer, geistiger und machtstrukureller Art - dürften groß sein, deshalb gibt es auch kein solches Projekt in Wissenschaft, Politik, Gewerkschaften usf. . Auch in den Medien - Fehlanzeige. Dort gilt rundum die Devise 'Wehret den Anfängen'. Der Club of Rome geht unter dem Titel 'A New Path for World Development' wohl dieses Projekt nebenbei mit an. Bis dort etwas Diskussionwürdiges herauskommt, werden Sie wohl nur bei mir und bei meinem evolutionären EPIKUR-Projekt fündig werden. Vorrevolutionäre Krisen- und Übergangszeiten sind gute Zeiten für ernsthafte Außenseiter, die auf's Ganze gehen und sich nicht scheuen, die Machtsystemfrage nicht nur auf der geistigen Ebene stellen.

"Bedrohlicher erscheint hingegen etwas...: das deutsche Rentensystem und seine Finanzierung. Experten sehen hier bereits den Keim für die nächste große Krise gelegt. Es wird interessant sein zu lesen, wie auch diese von der Linken dem Kapitalismus als Systemversagen untergeschoben wird." meint Gotthelf. Das Systemversagen ist leicht zu erkennen an der nichtbestreitbaren Ansicht dreier Graphen, auch gerne über mehrere Jahrzehnte: der (exponentiell) verlaufen, ansteigenden Kurve der Staatsverschuldung, der ähnlich verlaufenden Kurve der Arbeitslosigkeit und der ansteigenden Kluft zwischen den Einkommen, bzw. der Vermögensverteilung. Im Kapitalismus findet demnach langfristig eine Umverteilung von unten nach oben statt, bzw. eine Geld-/Vermögen-/Machtkonzentration in den Händen immer weniger Menschen. Und daran ändert auch der sogenannte steigende Massenwohlstand (für mich ein nicht nachhaltiger Pseudo-Wohlstand zur Ablenkung), bzw. der Gini-Koeffizient nichts. Und das diese ganze Angelegenheit jetzt nicht mehr nur national abläuft, sondern "global", macht es bei weitem nicht besser.

Welch ein Erkenntnisgewinn, an dem mich, wenn auch sehr spät, der Autor teilhaben lässt. Die politischen Banken haben an vorderster Front die Löcher gerissen. Das von der Politik beauftragte Aufsichtspersonal hat versagt, und wer ist hier wieder an erster Stelle zu nennen? Noch ein Aha-Erlebnis der schockierenden Art: Der Lafo schon wieder! Wer sonst?
Genug von den schlechten Bankiers, reden wir noch von den guten. Oder lassen wir einen gewissen Herrn Steinbrück auf FAZnet reden: Der Minister kritisierte die Vergabepraxis der Banken. Diese bekämen derzeit von der Bundesbank sehr viel Geld für den extrem niedrigen Zinssatz von einem Prozent. „Doch die Banken stecken das Geld derzeit viel lieber in den Handel mit Devisen, Rentenpapieren und Aktien statt es als Kredite weiterzugeben“, sagte Steinbrück.

Menschen gibt. Überflüssig im Sinne von Teilnahme am Wirtschaftsprozess. Das vielbeschworene Modell der 'Sozialen Marktwirtschaft' im Nachkriegsdeutschland hat nur deshalb so gut funktioniert, weil unter den speziellen Bedingungen der Nachkriegszeit (Kriegstote&Zerstörung) jede Hand gebraucht wurde, um das Land wieder aufzubauen. Deshalb hat das, auf stetiges Wirtschaftswachstum basierende, Modell bis zur ersten großen Krise Ende der 60iger Jahre auch prima funktioniert. Und funktioniert heute in Ländern mit entsprechendem Nachholbedarf ebenfalls wieder (halbwegs) gut. Alle saturierten Gesellschaften (allen voran die USA) zeigen, dass es kein passendes Wirtschaftsmodell ist. Der Kreditboom in den USA hat die Wirkungslosigkeit dieses Systems noch eine Weile kaschieren können. Aber die Krise macht deutlich: in den entwickelten Volkswirtschaften werden immer weitere Teile der Bevölkerung nicht mehr 'gebraucht'. Arbeit ist unter den aktuellen wirtschaftflichen Bedingungen nicht für alle vorhanden und das Einkommen dieser 'Überflüssigen' wird per Umverteilung geregelt. Ein Wirtschaftssystem, das heute eine (halbwegs) gleichmässige Verteilung von Arbeit und Einkommen garantiert gibt es nicht! Nur diese Wahrheit will niemand hören!

war ein schöns Jahr, nur....... Wieso schauen viele auf 29, weil viele Fehler gemacht wurden die dann zu einen schweren Krieg führte. Es herschte eine Aufbruchsstimmung bis 1929, es war ja ein Krieg davor der am 11.11.1918 um 11:oo uhr mit einen Waffenstillstand zum ruhen der Waffen beschloss. Also kann man sich Vorstellen wie die Lage nach dem Europäischen Krieg war! Deutschland hatte viel Geld bekommen für die Instrustrie usw. Ich glaube kaum das 29 mit den heutigen Börsen zuvergleichen ist. Man muss sich nur mal Vorstellen was in den 80 jahre so passierte. Es wurden z.Bsp PC erfunden bzw. so gut verarbeitet, dass die Menschheit davon gebrauch machen kann. Für Berechnung von Gewichtungen, des Börsen Index zur Aktie, um damit Abitraggewinne zu erzielen. Einziger Vor-oder Nachteil sind die Terminfälligkeiten wie Sie Hexensabatt genannt werden. Sowas gab es 1929 noch nicht. Der einzige Vorteil von 1929 war das die Politiker gesagt haben, die Banken können das selbst der Staat braucht keine Eigenhilfe. Die Lage war dramatisch, weil viele ArbeiterInnen keine vorsoge gemacht haben wie Ersparten in Gold. Sondern sich Waren gekauft haben die nichts mehr Wert waren! Die Rente ist ein Thema für die BRD, weil dieses System ausläuft!

aber, die Lenkung diverser Geldströme (auch Riesterrente) in die verschiedenen Anlageformen und der damit verbundene Zwang von Banken dieses Geld "unterzubringen" kommt bei ihnen nicht vor. Klar Bush ist ein Idiot und sein "jedem Amerikaner sein Haus" war übertrieben, aber der Sinn war ja, daß die amerikanischen Haushalte Werte bilden und damit ihre Verschuldung decken. Die Amerikaner sind militärisch stark, der Rest ist Asche.
Unsere Politik wußte zumindest seit 5 Jahren, daß die Amerikaner ihre Bilanzen fälschen. Die Abspaltung der HRE und der Politikwechsel Stoibers sprechen für mich eine deutliche Sprache. Das sind 2 Bundesregierungen im Amt und die offene Frage, wer demokratisch legitimiert war, dieses Verhalten auch zu verantworten. Es fehlt auch der Mann / dei Frau die sagt "ich trage die Verantwortung für ....".
1929 ist so treffend, weil die Auswirkungen nachvollziehbar sind. Das Expertengefasel ist oft so eindeutig gekauftes nach dem Bart gerede, daß man halt in Fakten sucht.
Die Exportabhängigkeit abschaffen ist keine Alternative, aber den Binnenmarkt über Einkommenssteigerungen zu stärken schon. 850 Milliarden ohne Sicherheiten und demokratische Diskussion zu vergeben war falsch. Keine Lehren zu ziehen auch.