Der für die Münchner Strecke gebaute Zug TR 09 soll auf der Versuchsstrecke i...

Transrapid-Debakel

Die Industrie sucht den Schuldigen

Eigentlich hätte die Transrapid-Strecke in München das Aushängeschild für Ingenieurskunst „Made in Germany“ werden sollen. Nun ist der Bau in München gescheitert. Ohne eine Referenzstrecke im eigenen Land gelten die Chancen auf den weltweiten Durchbruch der Technologie aber als gering.

Lesermeinungen zum Beitrag

28. März 2008 13:03

@Herrn Diesing: Bonn und Berlin??

Helmut Teichmann (teichh1)

Wir sprechen von einer vertanen Gelegenheit... statt (bisher) 19 Jahre Umzugskosten und Ausgleichszahlungen an die Bonner Beamten in Berlin...
statt des weiteren Ausbaus des Flugverkehrs dorthin (Ökologie!) aber auch der neuen ICE-Stecke von Rhein-Ruhr nach Berlin... Gesamtsumme??
Mit den Milliarden hätte man was Vernünftigeres gekriegt!

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27. März 2008 22:29

Das Problem war die Strecke, nicht die Technik

Moritz Petersen (Mo1234)

Bei der Transrapidstrecke stellte sich am Ende wieder die Frage, ob eine schnellere Verbindung zwischen Bahnhof und Flughafen überhaupt benötigt wird, was man sich schon am Anfang hätte fragen sollen.

Denn die Kosten der Transrapidstrecke bestanden am Ende hauptsächlich aus Lärmschutzmaßnahmen, die bei einer Express S-Bahn in gleichem Umfang und bei einem Schnellzug auf Schienen sogar in größerem Umfang notwendig wären. Des weiteren sind die Kosten für das Schienenbett, die Spezialschienen etc. bei einer ICE Strecke für über 200km/h in einer ähnlichen Größenordung wie beim Transrapid.

Daher wäre also eine alternative Anbindung, welche halb so schnell ist wie der Transrapid, mindestens genau so teuer.

Die Frage hätte also von Anfang an nicht "Transrapid?" heissen sollen sondern "Weniger als 40 min. zwischen Flughafen und Bahnhof?", denn von da an wäre die Antwort schon klar gewesen.

Wer sich über diese Verschwendung beschwehrt hätte, sollte sich mal die Kosten für das Deutsche ICE Netz zu gemüte führen! Ebenso sollte er den Energieverbrauch von Schnellzügen mit dem von Flugzeugen vergleichen.

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27. März 2008 22:11

Bonn und Berlin??

Till Diesing (Zabel24)

Bitte?

Herr Teichmann, Sie wollen einen Transrapid von Bonn nach Berlin bauen??
Sie reden von Öko-technischen Wahnsinn... und propagieren ihn.

Wenn Sie der Meinung sind daß das dann auch noch rentabel sein soll gehen sie doch zu ihrer Hausbank und fragen Sie nach einem 100 Milliarden € Kredit für diese Spitzeninvestition, aber verschonen Sie die Steuerzahler!

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27. März 2008 21:49

@Herrn Simon: Dem Staat die Verluste und der Industrie die Gewinne ?

Paul Rabe (heidelpaul)

Das Argument, daß der Münchner Transrapid nur eine Art größere Verkaufsdemonstration für zukünftige Megadeals sein sollte hört man ja öfters.

Mal angenommen das sei richtig und der Transrapid hätte wirklich das Zeug zu einem "Megaseller".
Warum bitteschön soll dann der Staat das schwer defizitäre Demonstrationsobjekt in München finanzieren, der potentielle Gewinn von zukünftigen Transrapid-Megadeals aber geht an die Aktionäre von Siemens und Co ??

Wenn der Transrapid wirklich das Zeug zum Exportschlager hat, dann sollen doch bitteschön diejenigen welche später die Gewinne einstreichen auch die teure 'Show' in München bezahlen !


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27. März 2008 21:08

ist doch ganz einfach...

Winfried Trebitz (wmact)

...wenn die alle Globalisisierungsgeilen das doch begreifen würden. Der Markt bezahlt nur 1,8 Mrd. – dann muss das eben zu diesem Preis geliefert werden. Oder habe ich den allgegenwärtigen Professor Sinn nicht verstanden?

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27. März 2008 19:22

Fehlleistungen

Lutz Grellmann (Lumi1)

Die Vermeidung des subprime-Spektakels in staatseigenen und staatsnahen deutschen Banken hätte den Souverän Kosten in Höhe von 20-30 Mrd EUR erspart.
Mit einem Bruchteil dieser Mittel hätte eine Subvention des sinnvollen Technologieprojektes Transrapid durchaus erfolgen können.
Stattdessen bezahlt der Souverän neue Häuser und Kreditkartenkonsum in den U.S. of A.

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27. März 2008 18:24

Im Ausland hat man

timo Meisssner (castro2)

Im Ausland hat man schon längst erkannt, was hierzulande viele nicht wahr haben wollen. Nämlich das sich eine Transrapidstrecke nicht wirklich wirtschaftlich bauen und betreiben läßt. Die Entwicklung des Transrapids wurde doch hautsächlich von den Steuerzahlern finanziert, warum investiert die Industrie nicht mehr Mittel, um das Produkt Magnetschwebebahn interessant zu machen ?. Weshalb sollen die Steuerzahler den großen Industriekonzernen Kosten abnehmen ?. Es ist halt wie so oft, Entwicklungs und Baukosten versucht man auf den Staat abzuwälzen, die fetten Gewinne steuert man dann am Finanzamt vorbei, und streicht diese selbst ein.

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27. März 2008 18:07

Technologiespitze oder Land der Gartenzwerge?

Helmut Teichmann (teichh1)

Den Herren Zeino und Wilde ist leider zuzustimmen.
Hätte man zur Stunde 0 mit einer raschen Transrapid-Verbindung Bonn und Berlin, und damit nicht nur die hauptstadtunwilligen Bonner Beamten, sondern auch den bevölkerungsreichsten Ballungsraum Europas mit eben dieser neuen Metropole verbunden, dann hätte man nicht nur das Aushängeschild gehabt, das zudem noch nach Ost und West erweiterungsfähig gewesen wäre...
"hätte", wäre"- alles Konjunktive des Unvermögens.
Stattdessen setzte man mit Hochgeschwindigkeit auf die alten Eisenbahndimensionen von 1835 - und auf immer mehr Flugverkehr.
Der öko-technische Wahnsinn lässt grüßen!
Anstatt die Münchner jetzt mit Häme zu überschütten, sollten die Verantwortlichen in dieser Republik, die nicht nur vom Börsengang der Bahn abhängig sind, ein technisch-ökonomisches und zugleich ökologisches Projekt daraus machen, das zugleich als Chefsache für die Kanzlerin (und Physikerin) taugt.

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27. März 2008 18:05

Kleinkariert

Heinrich Michatsch (Nati5317)

Anstatt in die Zukunft Deutschlands zu investieren verplempern die Damen und Herren Politiker die Steuerzahler Milliarden lieber in hasardierende Banken. Bravissimo!

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27. März 2008 17:44

@ Hernn Rabe

Simon Freyaldenhoven (floppingbird1)

Der Vergleich hinkt doch ein wenig m.E. , schließlicheht es her um den Ausbau von Infrastruktur, der nur in den wenigsten Fällen profitabel ist.
Desweiteren hätte die Chance bestanden durch eine Referenzstrecke einen Markt zu erschaffen um die Technologie weltweit zu exportieren, ein bisshcen Risiko und Unternehmergeist muss eben manchmal sein, und ist m.E. eines der Dinge die am nötigsten gebrauchen können in Deutschland.

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27. März 2008 17:32

Da...

Frank Garbe (Frank_Garbe)

..trifft die Politik mal eine vernünftige Entscheidung und wird zum Prügelknabe. Warum sollte der Steuerzahle die Interessen von Siemens, ThyssenKrupp, Hochtief usw. finanzieren? Wenn diese Konzerne einen Vorführstrecke brauchen, dann sollen sie diese gefälligst auch bezahlen. Aber so etwas entspricht der Mentalität der deutschen Vorstände: Gewinne privatisieren, Verluste und Ausgaben sozialisieren.

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27. März 2008 16:36

monströse ökonomische Fehlkalkulation

Paul Rabe (heidelpaul)

Auch die ursprünglich kalkulierten 2 Mrd Euro waren eine monströse ökonomische Fehlkalkulation.
Wenn man diese marktüblich mit 5% verzinst, dann müsste der Transrapid um allein die Zinskosten zu erwirtschaften jährlich 100 Mio einnehmen.
Das Transrapid Konsortium hat SELBER (!), und das schon sehr optimistisch, aber nur mit Erlösen für Fahrkarten in Höhe von 63 Millionen pro Jahr gerechnet.

Alein diese einfache Kalkulation, in der ja noch sämtliche Betriebskosten sowie zukünftige Preissteigerungen z.B. für Energie fehlen, zeigt wie unglaublich unseriös der ganze Transrapid Spuk war.

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27. März 2008 16:23

Made for Germany

Franz-Josef Wilde (drfjwilde)

Es scheint plausibel, dass der Transrapid nur dann international eine Chance hätte, wenn es in der BRD eine vorzeigbare Referenzstrecke gäbe. Bund und Länder investieren lieber Milliarden in marode Banken, als in ein Projekt, das einen Markt öffnen könnte - oder traut man deutscher Technik nicht? Wieder eine Chance vertan.

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27. März 2008 16:09

Schämen muss man sich....

Marco Zeino (Zeini)

Man muss sich schämen Deutscher zu sein. Die ganze Welt lacht sich kaputt über uns. Kleingärtner-Mentalität und Spießertum im ehemaligen Land der Ideen. Wo ist denn die Frau Merkel, wenn man sie braucht?

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27. März 2008 16:00

Was wirtschaftlich rentabel ist setzt sich eben durch....oder nicht?

Till Diesing (Zabel24)

Ich verstehe dieses einseitige Lamentieren der meisten Vorkommentatoren ("Münchner Transrapidstrecke wird doch nicht gebaut") nicht, hätte der Staat jetzt die Mehrkosten übernehmen sollen damit Stoiber sein Spielzeug bekommt?
Die "Realisierung der Ideen der Zukunft" ist etwas, was sich jeder mit Technologien und Ideologien auf die Fahnen schreibt.

Es ist nicht die Aufgabe des Staates ein offensichtlich von privaten Investoren WELTWEIT nicht als rentabel erachtetes System zu subventionieren!

Wo sind denn die ganzen projektierten Strecken im Nahen Osten, in den USA...?

Das bißchen defizitäres Presitgeobjekt in China rechtfertigt keine weitere Subvention durch den Steuerzahler. Punkt.

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