Mit spitzen Fingern nähert sich der Banker dem Diktum des Bundespräsidenten

Finanzmärkte ein „Monster“?

Ackermann widerspricht Köhler

Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann widerspricht Bundespräsident Horst Köhler: „Es wäre schädlich für unser künftiges Wirtschaftswachstum und unseren Wohlstand, Finanzinnovationen generell zu dämonisieren“, sagt er in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Lesermeinungen zum Beitrag

19. Mai 2008 11:31

Schumpeter und die Zerstörung von Kapital ..und Arbeitsplätzen.

Fionn Huber (fionn)

Die ackermannische Denkart ist mir zu amerikanisch; mit dem Begriff von "schöpferischen" Zerstörung von Kapital (ganz abgesehen von dem Abbau von abertausenden Arbeitsplätzen weltweit) versuchen die Neo-Liberals immer wieder die verheerenden Folgen von Blasen in der Wirtschaft herunterzuspielen. Und die sog. "Finanzinnovationen" - was sind die? Häufig sind diese Hebelprodukte (bis 30 X leverage!) und Junk-Bonds - Obligationen, die teilweise mit AAA bewertet waren - wieso dies passiert war, schilderte der Chef-Oekonom bei der BNP Paribas Bank in einem Interview mit "L'Hebdo" vor einigen Wochen. In einem Interview mit einem Schweizer Zeitung vor einigen Tagen wurde Herr Ackermann zitiert: "Aus der Finanzkrise müssten die Banken nun Lehren ziehen und handeln. Wenn dies nicht geschehe, befürchte Ackermann, dass die öffentliche Hand ihre Regulierung verstärke, "und zwar in einer Art und Weise, die unserer Branche schadet".

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18. Mai 2008 20:37

@Michael Meier ..da sind Sie nicht alleine.

Alphonse Diable (lediable)

..so manche Mitbürger glauben, die Auswirkungen der Finanzkrise nicht mitzubekommen, wenn sie nur in die Zeitung schauen. Aber sehen sie sich die Inflation und die Preiserntwicklungen für Grundstoffe und Nahrungsmittel an. Können Sie sich vorstellen, dass diese Inflation, die den "kleinen Mann" besonders hart trifft (und die Ärmsten weltweit am heftigsten, weil sie dann hungern müssen) brutal angeheizt wurde durch die vielen Milliarden, ( vermütlich über eine Billion USD ) die von den Zentralbanken - besonders der FED -in das System gepumpt wurde, und zwar ZUR RETTUNG DER BANKEN UND DES FINANZSYSTEMS (Bear Stearns Fast-Pleite!) Verbunden mit Zinssenkungen, die jede Inflationsentwicklung negieren. Diese Gelder müssen ja irgendwo angelegt werden und zwar mindestens inflationsgeschützt in Sachwerte und ganz außerhalb des vorherigen Lieblingsplatzes "Immobiliensektor" wo man als Fondsmanager ja nicht weiß, ob man sein Geld je wiedersehen wird. Wenn Sie sich den Zusammenhang vorstellen können, dann wissen Sie dass die kleinen Leute die Zeche zahlen müssen. Addieren sie die Steuerausfälle durch die Bankenverluste hinzu! Sowie die Kosten Staatlicher Rettungsaktionen. Wo wird sich der Staat die fehlenden Steuern holen? ;)

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18. Mai 2008 09:28

cui bono?

Michael Meier (never1)

Herr K. möchte sicher wiedergewählt werden und äußert sich jetzt populistisch bis dümmlich. Herr A. möchte mögl. wenig an staatlichem Dirigismus für seine Branche und sein Geschäft. Fakt ist aber doch, daß bis auf die ebenso m.E. dümmlichen Kreditnehmer und Häuslebauer in den USA als Nichtaktionär niemand im Alltag von dieser Krise etwas mitbekommt, außer es in den Medien zu lesen. Der Staat hat Geld ausgegeben für Banken, die sich meist in seinem Besitz befinden, ein Zustand, der sowieso hinterfragt gehört angesichts der politischen Starbesetzung diverser AUfsichtsräte. Volkes Stimme, auch in den Online-Kommentaren der FAZ, ist oft motiviert durch unkonstruktiven Neid. Die Investment-Banker von heute sind doch fast die Juden des 3. Reiches, dabei giert auch jeder Klein-Aktionär nach Gewinn und die wenigstens legen ihr Geld in Ethik-Fonds o.ä. an. Ackermann hat sich als richtige Person zur richtigen Zeit gemeldet, ich hätte mir aber ein paar konkretere Hinweise zur Vermeidung solcher Auswüchse des Finanzmarktes gewünscht.

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18. Mai 2008 00:55

Am Finanzsystem nicht unbedingt, aber am Führungspersonal ist schon zu zweifeln!

Gabor von Zoltan (Putinras)

Sorgen bereitet ja nicht, dass es Banken gibt - selbst Altmaoisten dürfte nach ihrem langen Marsch durch die Institutionen klar sein, dass es ohne internationales Finanzsystem nicht geht. Aber die peinliche Führungsriege, die ist trotzdem nicht wegzudiskutieren. Jo Ackermann setzt sich nun wirklich schon seit Jahren unangenehm berührend in Szene. Am Personal kann somit durchaus gezweifelt werden. Dass dies trotz aller Peinlichkeiten nicht geschieht, spricht dann doch wieder gegen die Institutionen, die ich eigentlich gar nicht anzweifeln möchte. Mich hat jedenfalls nie verwundert, dass Ackermann in der damaligen Schweiz (als die Banker noch seriöser waren) keinen Hauch einer Chance auf ein derart hohes Amt besass. Spätestens seit einer Diskussionssendung mit Herrn Vasella (dem äusserst gescheiten Novartis-Boss) musste eigentlich jedem Zuschauern klar sein, weshalb: Gegenüber der Souveränität eines Herrn Vasella blieb der Bank-Chef einfach nur peinlich: Provinziell, bemüht, aufdringlich um Wirkung eifernd, die sich partout nicht einstellen wollte. Einen untrüglichen Instinkt habe ich in all den Jahren eigentlich nur für Fettnäpfchen ausmachen können, die er - vom Victoryzeichen bis zum Ruf nach Papa Staat - nie auslassen konnte.

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18. Mai 2008 00:20

Der Ackermann

gisbert heimes (gisbert4)

Mal kritisiert er seine Kollegen, mal muß auch er Verluste einräumen. Mal ruft er nach dem Staat, mal widerspricht er Köhler. Mal blickt er halt durch, mal widerspricht er sich selbst. So sind sie eben, die ganz oben. Wäre nicht weiter schlimm, wenn es ganz unten nicht so bestialisch zuginge.

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17. Mai 2008 23:18

Genau richtig.

Reinhold Eysel (Eysel)

Köhler hat sich durch den Tenor und einige Schlagworte seiner Rede im Grunde als ein ganz durchschnittlicher "liebedienerischer" Politiker geoutet. Er hätte es rein sachlich besser wissen müssen. Schön, wenn jemand, der sich von "Volkesstimme" nicht abhängig macht das auch erkennen lässt. Was mich immer wieder erstaunt, ist der garnicht kleine Teil der Kommentatoren sogar hier, der sich sehr "vordergründig", sehr im mainstream äussert.

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17. Mai 2008 20:39

Wozu NOCH einen Rat der Weisen , Herr Ackermann. Der dient

Alphonse Diable (lediable)

dann doch nur wieder Ihnen und Ihren Kollegen als bequemes Feigenblatt, hinter dem Sie sich verstecken können in wohlfeiler Apologetik nach dem Motto " Wenn der Rat nicht Alarm schlug , woher hätte ich armer kleiner Chef der größten Deutschen Bank es wissen können, dass eine Spekulationsblase entstand.. " Wird ein solcher Rat installiert, so werden die interessierten Kreise mit Sicherheit dafür sorgen, dass die üblichen Schlafmützen und Abnicker ihm angehören. Wo waren eigentlich unsere Wirtschaftsweisen mit ihren 5 teuren Instituten im Vorfeld der Krise? Es ist ja nicht so, dass es keine Warnsignale gab. Schon 2001 wandten sich amerikanische Kommunen (also Provinzbürgerneister!) ) mit Verordnungen gegen die ungezügelte Kreditvergabe und gegen teils mit Betrugsmaschen arbeitende Kreditvermittler. Diese mutigen und weitsichtigen Politiker wurden nach interventionen der Kreditlobby (!!) dann auf Staatsebene niedergebürstet. Seit Jahren wird auch in Finanzforen über die Risiken aus der Kreditblase freimütig disktutiert und clevere amerikanische Hedgefondsmaager verdienten 2007 Milliarden mit gutgetimeten Shortposis auf die Blase. Nur der Josef Ackermann braucht angeblich noch einen Alarmwecker ..wers glaubt wird selig.

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17. Mai 2008 19:52

Si tacuisses, Josef Ackermann!

Karl-Heinz Andresen (khaproperty)

In der Sache zwar zutreffend, hätte der gegenwärtige Chef der Deutschen Bank nicht gerade jetzt und gerade dem Bundespräsidenten widersprochen, der sich doch nur um die Stimmen der SPD für seine Wiederwahl bemüht und zur Sache selbst eine wirklich eigene Meinung gar nicht äußern wollte. Das weiß ein jeder, der bis Drei zählen kann und man sollte Köhler machen lassen. Es dient schließlich der guten Sache seiner Wiederwahl. Gesine Schwan zu vermeiden, rechtfertigt fast alles. Die Öffentlichkeitsarbeit für Ackermann hat immer noch ihre Mängel, wie es scheint. Ob die bei der Deutschen Bank oder im Verband zu verorten sind, mag dahinstehen. Ackermann sollte seine eigene Einschätzung schulen - oder einen persönlichen Coach beschäftigen.

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17. Mai 2008 17:04

Was haben die Monster gefressen?

arthur hund (arturhund)

Die undurchsichtigen Manöver der Erfinder von "Finanzinoovationen" haben zur Umverteilung von Geldvermögen geführt. Wohin - sicher in erheblichem Umfang zu den Managern von Banken iin der Form enormer Boni und Gehälter. Ausserdem jedoch auch zu den Aktionären der Banken. Sicher haben auch eine Anzahl von Anlegern profitiert, wenn sie Glück hatten, und wenn sie rechtzeitig verkauft haben. Aber wer hat bezahlt? Zu Lasten von wessen Geldvermögen gingen die Manöver? Zu Lasten vieler Anleger, die vergebens verdient und gespart haben, weil sie sich die Finanzinnovationen aufschwätzen liessen. Viele Anlagefonds verfügten über einen Teil von Anlagen in Finanzinnovationen, und dieser Teil des Anlagevermögens ist jetzt woanders gelandet ("abgeschrieben"). Sparbuch wäre besser gewesen. Fazit: Geschichte wiederholt sich. Eigentlich ist das doch dasselbe wie weiland Bauherrenmodelle, eben - wie der Name sagt - Finanzinnovation. Dämonisch ist das nicht, sondern eben nur eine schlaue Methode, das Geldvermögen von einem Konto auf ein anderes zu leiten. Prinzip: Die guten Anlagen ins (eigene) Kröpfchen, die schlechten ins Töpfchen (der Kunden).

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17. Mai 2008 16:11

Ackermann widerspricht Koehler

Heinz Reinert (Henry-George)

Das Wichtigste was Budespraesidet Koehler sagen wollte is; das deutsche Banken es den US Banken nachgemacht haben mit Geldern zu spekulieren die sie gar nicht hatten. Das ist der Punkt den sich die deutschen Banken hinter die Ohren schreiben sollten. Henry-George.

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17. Mai 2008 15:56

Ackermann widerspricht Köhler

Renate Gan (gani)

"Nur ein kleiner Teil des Finanzsystems hat den Markttest nicht bestanden". Selbst wenn es sich wirklich um einen kleinen Teil handelt, Herr Ackermann, kann das nicht verharmlos werden!! Warum greifen die Zentralbanken ein , warum haben Sie vor kurzem nach Staathilfe gerufen ?? Die Auswirkung kommt wie ein Monster auf uns zu; der Bundespräsident hat Recht. Die Auswirkung der Finanzkrise wirkt wie Wasserringe, dass spüren die Verbraucher peu a peu über die Inflation, über höhere Ölpreise, über höhere Lebensmittelpreise etc. Die "Täter" werden über niedrige Zinsen (in USA) geschützt. Die Verbraucher weltweit dürfen zahlen. "Nur ein kleiner Teil", aber die Auswirkung wirkt wie ein Monster. Diese Art von Geschäften -subprimekredite= unseriöse Geschäftsgebaren- muss verboten werden, Reglementierung hilft nicht. Innovation hin Innovation her.

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17. Mai 2008 15:32

Allgemeinplätze und dummes Geschwätz, Herr Josef 'Victory' Ackermann

Detlef Esser (Detlef_Esser)

'(...)bereits gesagt, daß die Banken Fehler gemacht haben(...)', das wird nun von Ackermann versucht umzumünzen in eine weissagerische Fähigkeit. So ein Mumpitz! 'Es wird regnen.' So, wo ist jetzt mein Kuchen? Des Weiteren spricht es 'Die Auswirkungen der Krise auf die Realwirtschaft nannte er „erträglich“.'. Aha. Warum wohl?! Weil die Allgemeinheit wieder zahlen darf!! Gewinne sind privatisiert, Risiken und Verlustgeschäfte sozialisiert worden. Jaja, der gute Kapitalismus. Zudem, Herr Ackermann: Seit Jahrzehnten verrecken täglich Hunderttausend Menschen an Hunger und Krieg, beides direkte Folgen des von Ihnen favorisierten Systems. Danke für alles! :-)

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17. Mai 2008 14:16

Fachliche Kompetenz

Volker Kulessa (solelite)

Wie wohltuend, wenn jemand mit fachlicher Kompetenz sich zu Wort meldet der nicht wiedergewählt werden will und dazu die Stimmen ideologisch Verblendeter benötigt und diesen daher nach dem Munde redet. Wie durchsichtig und widerwärtig und selbst disqualifizierend der eine, wie souverän dieser.

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