Majid Tavakoli in Frauenkleidern

Das iranische Regime gab einen Studenten der Lächerlichkeit preis, indem es ihn in Frauenkleidern fotografierte. Die Opposition schlägt jetzt zurück. Sogar der religiöse Führer Chamenei erscheint auf Plakaten als zarte Schönheit mit Lippenstift. Von Christiane Hoffmann

Lesermeinungen zum Beitrag

19. Dezember 2009 00:26
Die üblichen orientalischen Zoten…  
Harry LeRoy (Cimon)

Man fühlt sich angesichts dieser derben Zoten an die Worte Hegels über den Orient erinnert: "Die Orientalen wissen es noch nicht, daß der Geist oder der Mensch als solcher an sich frei ist; weil sie es nicht wissen, sind sie es nicht; sie wissen nur, daß Einer frei ist, aber ebendarum ist solche Freiheit nur Willkür, Wildheit, Dumpfheit der Leidenschaft oder auch eine Milde, Zahmheit derselben, die selbst nur ein Naturzufall oder eine Willkür ist. Dieser Eine ist darum nur ein Despot, nicht ein freier Mann." – und fragt sich gleichzeitig, höchst gelangweilt, wie lange dieses Posenspiel noch andauern soll; denn es bleibt noch immer vollkommen unklar wie die Frontenverläufe und Kräfteverhältnisse im Lande Persien sind; die Medien liefern hier wenig fassbares, sondern nur viele Berichte über vergänglichen Lärm und derbe Posen, aber eben nichts substanzielles; man weiß daher nicht zu sagen, ob hier eine ohnmächtige Opposition ein gefestigtes Regime ärgert oder sich ein veritabler Bürgerkrieg zusammenbraut; eine Revolution scheint zumindest bei der Masse an loyalen Sicherheitskräften und Anhängern der gegenwärtigen Machthaber relativ ausgeschlossen zu sein…

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15. Dezember 2009 23:19
Vernunft und Glaube ...  
Reza Hosseini (hosseiniar)

Die Befreiung von der Religion sollte nicht zum Hass ihr gegenüber führen. Diese Reaktion ist in einigen Fällen zwar nachvollziehbar, sie ersetzt Religion jedoch bei den Betroffenen in der Regel durch Substitute, die im Lichte der Vernunft betrachtet nicht als bessere Alternativen erscheinen. Vielmehr sollte die Befreiung von der Religion mit einer intensiven Auseinandersetzung mit ihr und dem Respekt ihr gegenüber einher gehen. Religionen erfüllen eine wichtige verbindende Funktion in Gesellschaften. Nicht jedem Menschen ist es "a priori" möglich zu erkennen, dass "Das Gute" auch ohne Religion denkbar ist. Die Aufklärung wäre ohne ihre Vorgeschichte nicht denkbar, so wenig wie jede Befreiung ohne eine ihr vorangegangene Unterdrückung möglich wäre. Der Aufklärungsphilosoph Kant mag wohl formal ein Christ gewesen sein, ich bezweifle jedoch, dass er später ein frommer und sehr religiöser Mensch gewesen war. Daher bitte ich die Diskutanten jeglicher Religionszugehörigkeit mit dem Streit aufzuhören, welche Religion nun besser oder schlechter ist und ob sie nun gleich oder fundamental verschieden sind. Jede Religion hat das Potential zur Unterdrückung. Es wird von ihren Institutionen ausgenutzt, wenn sie auf wenig Aufklärung treffen.

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15. Dezember 2009 20:30
und wen unterstützt unsere Regierung?  
Georg Speck (Bauer123456)

Hier wäre ein klares Votum für die unterdrückte Mehrheit im Iran dringend notwendig. Der Regierungschef ist ein Rassist und Kriegstreiber - leider mit viel Geld. Und nette Worte werden ihn nicht ändern. Sobald er Atomwaffen hat, wird er sie gegen den 'Westen' einsetzen. Und wir liefern ihm noch das Know How. Und bei seinen Reden vor der uNO bekommt er für seine Hetzreden noch Beifall! Unsere und andere Regierungschefs lassen sich in Kopenhagen bestens mit hässlicher Science Fiction unterhalten, statt klare Worte für das Volk im Iran zu sprechen.

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15. Dezember 2009 17:53
Götzendiener..  
Michael Posthoff (MisterMischa)

..zu sein, ist etwas schlechtes, oder? Naja, aber was wäre Istanbul respektive Konstantinopel ohne die Römer? Mir stehen immer die Tränen in den Augen, wenn ich die weiss übertünchten Basiliken sehe oder auf der Konstantinsmauer stehe.
nach uns wird kommen: nichts Nennenswertes.

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15. Dezember 2009 16:43
@ Thorsten Schulze (captain-blaubaer)  
Sönke Peters (soenkepeters)

Sie schreiben an Frau Mohr: "Das Christentum war im Mittelalter auch nur ein Mittel zur Unterdrückung, usw. (...). Ich lehne daher Pauschalverurteilungen des Islams ab."
.
Werter Herr Schulze, Ihre Beschreibung des Christentums im Mittelalter etc. zeichnet Sie nicht gerade als einen Kenner europäischer Geschichte aus. Und genauso, wie Sie den Islam nicht pauschal beurteilen möchten, sollten Sie es daher auch nicht mit dem Christentum tun! Da es mir mit 1.250 Zeichen selbst kaum möglich ist, nicht zu pauschalisieren, rate ich Ihnen einfach mal, sich mit dem Unterschied zwischen christlichen und moslemischen Vorstellungen über einen "Märthyrer"; exemplarisch für die Gegensätzlichkeiten beider Religionen; zu beschäftigen: Sie werden überrascht sein, wie unvereinbar diese Glaubenswelten sind. Mohammed sagte (durch Allah) eben „tötet eure Feinde“, während Jesus „liebet eure Feinde“ predigte. Dass man in der europ. Geschichte die Lehre Jesu oft missbraucht und auf den Kopf gestellt hat, ist klar. Vor laufenden Kameras, Köpfe abzuschneiden, widerspricht allerdings nicht der Lehre Mohammeds! Es entspricht ihr eher.

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15. Dezember 2009 16:29
Relegion?  
Christian Schmidt (Chris2612)

Was sind das eigentlich fuer Relegionen? Predigen Gewalt und Unterdrueckung, richten sich gegen Gruppen (Frauen)? Nur weil die Maenner dort so g... sind und eine unverhuellte Frau wahrscheinlich gleich auf der Strasse vergewaltigen wuerden? Das kann keine Relegion sein, das ist nur eine Machtdemonstration. Das gleiche haben auch die christlichen Relegionen hinter sich und zum Glueck ist das vorbei. Aus dem einst so offenen Islam ist heute nur noch eine geschlossene terroristische Vereinigung geblieben. Traurig...

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15. Dezember 2009 15:38
@ ...  
Stefan Neudorfer (sttn)

@Sebastian Schneider (kritischerbeobachter85)
@Thorsten Schulze (captain-blaubaer)
Ohne Christentum hätte es keine Aufklärung gegeben die letztendlich nur das weiterführt was an guten Gedanken im Christentum vorhanden ist. Jeder der was gutes zur Aufklärung beigetragen hat, war Christ.
Leider hat man zu früh angefangen weiterzudenken, man könnte mehr erreichen wenn man möchte und sich nicht zurücklehnen würde und sagen würde: Passt schon.
Noch ein paar Details: Im Mittelalter gab es keine Hexenverbrennung (kann jeder nachschlagen) und Warlords gab es früher genausoviel wie Heute bzw. genauso wenig wie in den letzten 100 Jahren in Europa. Überhaupt waren die letzten 100, 50 oder 20 Jahre in Europa nicht sooo friedlich und auch nicht so freiheitlich ... aber das vergisst man gerne.
Ob der Islam zu Aufklärung auch dazu fähig weiß ich nicht. Der Islam ist anders als das Christentum, man kann aber hoffen das es geht. Nur ganz sicher geht es nicht wenn man auf Religionslosigkeit setzt, denn das würde bedeuten das man das ursächlich Gute beiseite lässt - um nichts zu bekommen.

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15. Dezember 2009 14:50
Cabaret paradox oder Integration auf Augenhöhe in Europa  
Karin Frost (Westerland11)

Da habe ich kein Bedenken. Die Behauptung ist real. Kein Albtraum.
Vielmehr sollten wir mit unseren Tabus nicht/weiter machen. Auf dem jetztigen Kurs ist unser aller endgültige Schwund vom Erdboden/unser aller Sieg nur eine Frage der Zeit. Da wird überall Islam/Christentum, christliche/islamische Welt übriggeblieben sein. Das römische Reich ging zwar zu Grunde. Gewiss. Aber die Römer waren Götzendiener. Sie wurden zu grundegerichtet. Wir aber sind Muslime/Christen. Zumindest möchten wir Christen/Muslime sein. Wenn ein man "hier" sich wie eine Frau kleidet, tut er dies aus bösen/ohne Absichten. Es ist falsch den Vorgang mit eurem/unserem Mass abzuwägen. Wo wir - dank unserer christlichen/islamischen Gesinnung - den Unterschied Man/Frau nicht/akzeptieren und nicht/verstehen können. Religiöse Führer ohne/mit Lippenstift? Und? Ich denke das soll für uns kein Grund zum weinen/lachen sein. Unsere (Schein)Demokratie wird nie und niemehr/immer wieder in Asien, Afrika und in Latein Amerika Fuss fassen. Sie bleibt/nicht unser ureigenstes Eigentum an dem/durch das - wie dargelegt - wir und unsere (Schein)Kultur eines Tages vom Erdboden verschwunden sein/die Welt beglücken werden. Integration/Konvergenz auf Augenhöhe: Die einzige Chance.

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15. Dezember 2009 14:43
Islam, Christen usw. wo is der Unterschied?  
Timo Strauß (green-magic)

@ faribors Maleknasri (fariborsm) bitte setze dich mal mit der Deutschen Sprache und Schrift auseinander.
Der Glaube, egal wer an was glaubt, sollte niemals bestandteil des Staates sein. Wir hier in Deutschland haben leider auch noch "christliches Zeug" im Staat was eigentlich nicht sein sollte.
Ich bin der Meinung das diese Proteste im Iran im Moment nix bringen, aber auf lange Zeit hin gesehen werden sie etwas verändern.
Entweder es wird hart Durchgegriffen im großen Stil(Krieg und nicht nur in dem Land sondern Weltweit) oder es findet eine nahezu gewaltfreie Änderung statt, zu was weis ich nicht.

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15. Dezember 2009 14:33
Da würde die Burka...  
Karl Hammer (cromagnon)

...doch mal Sinn machen.

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15. Dezember 2009 13:43
Unfreiwillig der Propaganda gefolgt?  
Hermut Loehr (Muensteraner63)

Die Haltung des Berichts ist eindeutig. Aber warum wird nur das für das Opfer in seinem kulturellen Kontext vermutlich demuetigende Foto gezeigt? Warum nicht die auf diese Anprangerung reagierenden Plakate der Opposition? Gedankenlosigkeit? Angst vor einer Art "Karikaturenstreit"?

ANMERKUNG DER REDAKTION: Das zweite Bild war zunächst schlicht vergessen worden und ist nun auch angehängt worden. Wir bitten um Nachsicht. FAZ.NET

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15. Dezember 2009 13:39
Maximal 6 Monate ...  
Inanc Bardakcioglu (HurraTuerkiye)

bis die Revolution das Land kippt und Chamenei nach einer ordentlichen Verurteilung den Tod durch die Axt erfährt. Das können auch Länder wie Frankreich nicht verhindern, die bei dem Status quo ordentlich mit Erdölverträgen (mit dem Regime) absahnen. Im Iran brechen jetzt alle Dämme. Und der Iran sucht sich neue Wirtschaftspartner. Endlich, dieses totalitäre Regime wurde viel zu lang im In- wie auch im Ausland geduldet.

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15. Dezember 2009 13:38
Lustig! Und hierzulande?  
Juri Garkov (JuriGarkov)

um die Diskussion etwas um zu lenken - denn zum Iran kann ich nicht viel sagen: warum tragen muslimische Männer denn hier nicht auch ein Kopftuch, wenn es doch so gottgefällig und einfach ist. Was für Frauen gut ist, kann Männern nicht schaden. Aber anscheinend ist es doch eben nur eine Erniedrigung der Frauen. Wann unsere Frauenrechtlerinen das kapieren werden, steht in den Sternen. Selbst Frau Roth findet das ja total toll - Sonne Mond und Sterne.

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15. Dezember 2009 13:29
Neuanfang unmöglich?  
Sebastian Schneider (kritischerbeobachter85)

Geehrte Frau Mohr, Ähnliches bis Gleiches hätte man noch vor 400 Jahren vom Christentum gesagt und könnte man aus dem Studium des Alten und in Teilen auch des Neuen Testaments herleiten. Ich persönlich halte die die Proteste im Iran für höchst spannend, weil man hier in Echtzeit Zeuge der Emanzipation der Bevölkerung von der Religion werden kann, ein Vorgang, den man sonst nur im Geschichtsunterricht unter der Überschrift "Aufklärung" mehr oder weniger trocken kredenzt bekam. Dass das nicht einfach und das Ergebnis vermutlich nicht ideal aussehen wird, ist klar. Aber es ist ein überzeugender Gegenbeleg zu der weit verbreiteten These, Muslime seien ewig gestrige Unterdrückungsfetischisten. Ich jedenfalls blicke vorsichtig optimistisch in Richtung Iran.

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15. Dezember 2009 13:05
Religion muss Privatvergnügen sein/bleiben/werden  
Moritz Liedtke (Folko)

Ein Neuanfang ist (fast) nie möglich, solange eine Religion dominanten Einfluß auf die Bevölkerung hat.
Sie Rom, das erst in Bewegung kam, als auch die damalige Religion in eine Neue überging. Europa hatte stagnierende Jahrhunderte unter dem dominaten Katholizismus, damals war teilweise die islamische welt der weltoffenere und fortschrittlichere Part, bis die Religion dort quasi Staatsform wurde.
Und seit in Europa die Religion nur noch eine begleitende, aber nicht mehr zwingende, Rolle hat, haben sich auch hier Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft wieder weiterentwickelt.
Der erste Schritt ist immer Glaube privat zu machen und jede/n mit ihrer/seiner Religion oder Nichtreligion glücklich werden zu lassen.

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