Der Schritt zur Massenbewegung: Protest gegen das geplante Atomkraftwerk im südbadischen Whyl 1975

Ursprünglich euphorisch begrüßt, hat kaum ein Thema die Deutschen so gespalten wie die friedliche Nutzung der Kernkraft. Einst waren die Energieunternehmen skeptisch, die Sozialdemokraten begeistert. Lang ist´s her. Erinnerungen an eine erbitterte Kontroverse: Gastbeitrag des Historikers Arnulf Baring.

Lesermeinungen zum Beitrag

10. Juli 2009 07:57
Herr Sonnabend - Quelle Spiegel  
Horst Trummler (Vandale6906)

Sie geben an das der "Spiegel" Quelle Ihres Wissens ist. Wenn Sie die Artikel zum Thema Kernenergie betrachten, so koennen Sie beruhigt die Aussagen des Spiegels um 180 Grad umdrehen, dann kommen Sie der Realitaet sehr nahe.
Es ist korrekt das ein Teil der Spaltstoffe die in der Wiederaufbereitung von abgebrannten Kernbrennstoff abgetrennt werden, hoch radioaktiv sind. Dies wird niemend bestreiten.
Man koennte die Waerme dieser Spaltstoffe als Waermequelle nutzen. Ein Teil der Spaltstoffe ist sehr wertvoll. In Japan wird daran geforscht daraus wertvolle Rohstoffe wie Rhodium zu gewinnen. Man koennte diesen Abfall fuer viel Geld deaktivieren. Das wuerde jedoch keinen Juenger der Oekoreligion von seinem Glauben abbringen.
Am preiswertesten ist es jedoch bis heute dies als hochradioaktiven Muell zu deponieren.
Die Kernenergie hat nuechtern betrachtet mit das geringste Problem mit Abfaellen, ist natuerlich nicht Muellfrei.
Vandale

Bewerten: schlecht gut
10. Juli 2009 07:38
Herr Ladendorf - Kruemmel  
Horst Trummler (Vandale6906)

Kruemmel hat das Schicksal in Schleswig Holstein zu stehen. Die Atomaufsicht Schleswig Holstein steht der politischen Wahlkampfprofilierung Gabriels wesentlich aufgeschlossener gegenueber als z.B. die Behoerden Bayerns und Baden Wuerttembergs.
Der Anlass war beliebig. Es haette auch der Stuhl des Pfoertners zusammenbrechen koennen, oder ein Mitarbeiter einen Unfall erleiden koennen. Die Medien unterstuetzen die Kampagne des nicht gerade serioesen Ministers bedingungslos.
Vandale

Bewerten: schlecht gut
09. Juli 2009 21:12
Diese unwissenschaftliche Krebsstudie  
Michael Arndt (Mikel1962)

im Umfeld von Kraftwerken ist ebenso häufig zitiert wie schlicht und einfach Murks.
Leukämie bei Kindern ist - Gott sei Dank - ein extrem seltenes Krankheitsbild.
Wenn nun im Rahmen einer "Studie" gezielt nach entsprechenden Krankheitsbildern gefahndet (und dieses dann auch gefunden, weil z. B. "umgewidmet" wird), reicht im Extremfall ein zusätzlicher Fall aus, um eine signifikante statistische Erhöhung auszulösen.
Nur sind dies Fälle, die in anderen Gegenden aufgrund fehlender Untersuchungen gar nicht auffallen und somit nicht gezählt werden...

Bewerten: schlecht gut
09. Juli 2009 20:30
@Thomas Brenner-Kernkraftwerke verursachen Krebs - ein Märchen  
Armin Quentmeier (thiotrix)

Ende 2007 wurde eine Studie veröffentlicht, nach der innerhalb von 23 Jahren im Umkreis aller 16 deutschen AKW-Standorte 20 Kinder mehr an Leukämie erkrankt seien als statistisch zu erwarten wäre, also etwa ein zusätzlicher Fall pro Jahr. Eine so geringe Zahl ist wohl eher als statistisches Grundrauschen zu betrachten: pro Jahr sterben 200.000 bis 220.000 Bundesbürger an Krebs. Einige zehntausend dieser Krebsfälle sind auf Tabakkonsum zurückzuführen, ca. 3000 (sic!) auf Passivrauchen, viele weitere auf ungesunde Ernährung oder Alkoholmißbrauch. Wie viele rauchende Eltern qualmen ihre Kinder hemmungslos zu und nehmen keinerlei Rücksicht auf deren Gesundheit, auch nicht auf ihre Mitmenschen in Kneipen und Restaurants und früher am Arbeitsplatz? Hier schert sich kaum jemand um die gesundheitlichen Folgen; es hat Jahrzehnte gedauert, bis (immer noch halbherzige) Rauchverbote erlassen worden sind. Auch andere Verhaltensweisen sind um viele Größenordnungen gefährlicher, z. B. Autofahren (ca. 4500 Tote pro Jahr, darunter 500 Kinder). Die „wahren Killer“ (Prof. Walter Krämer und Gerald Mackenthun in ihrem erhellenden Buch „Die Panikmacher“) werden verdrängt; statt dessen folgt eine Hysterie über eingebildete Gefahren.

Bewerten: schlecht gut
09. Juli 2009 19:54
Herr Brenner - Kinderkrebsstudie  
Horst Trummler (Vandale6906)

Die Kinderkrebsstudie die den vermeintlichen Zusammenhang zwischen Leukaemie und der Naehe zu Kernkraftwerken nahelegen soll gibt es seit den 70er Jahren in vielen Varianten. Sie beruht statistisch auf einer seltenen Krankheit. Die Studie weist Schwaechen auf. Es ist aehnlich als wenn in 4 Wochen 2 Hamburger im Lotto gewonnen haben. Dann koennte man sage die Haelfte aller Lottogewinne geht nach Hamburg. Nach den vielen Varianten der Studie wissen die Autoren sehr genau wo sie die Krebsfaelle finden. Es gibt ein Cluster in Kruemmel. Der fruehere Leiter des Bfs sagte zu den Autoren dieser Studien.. wenn sie sich selbst beluegen wollen..
Das BfS als Behoerde hat sich von der Studie distanziert.
Laden sie sich die Studie doch mal aus dem Netz herunter
Vandale

Bewerten: schlecht gut
09. Juli 2009 18:43
@Trummler  
Jan Ladendorf (ladendorf)

Hallo Herrr Trummler,
ich vermisse Ihren Kommentar zu den neuesten Entwicklungen der Abweichungen im KKW Krümmel. Sie wissen doch genau was da los ist, oder?

Bewerten: schlecht gut
09. Juli 2009 13:45
An die selbsteinannten "Atomexperten" wie zum Beispiel Herrn Trummler...  
Peter Sonnabend (peters22)

Eigentlich wollte ich auf folgende Argumentation des o.g. "Experten" garnicht mehr reagieren, der da schreibt:
"Herr Sonnabend, es ist korrekt das bei der Wiederaufbereitung von Kernkrennstoff -PUREX Prozess - Salpetersaeure und TBP zum Einsatz kommen. Das hoert sich natuerlich recht chemisch an und ist es auch.Seitens Oeko- organisationen wie Greenpeace wird das natuerlich gerne verbreitet um einen Schauer und eine anschliessende Spendenbereitschaft hervorzurufen Rein chemisch betrachtet wird der groesste Teil der Salpetersaeureproduktion fuer Amoniumnitrat genutzt die zur Duengung der Felder verwandt wird."
Es erschien mir völlig sinnlos, solche aberwitzige Argumentation zu diskutieren.
Aber heute schreibt der SPON folgenden Artikel "Atomsuppe wird zu Kugeln verglast" (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,635200,00.html)
bezüglich obiger Problematik:
"Es ist eine der giftigsten Altlasten der deutschen Atomindustrie: 60.000 Liter einer strahlenden Brühe, die in der Wiederaufbarbeitungsanlage Karlsruhe entstanden sind. Jetzt soll die strahlende Suppe zu Kügelchen verglast werden ...."
Da kann jeder objektive Leser für sich selbst nachvollziehen, wie es um den Sachverstand zumindest dieses Herrn bestellt ist.

Bewerten: schlecht gut
08. Juli 2009 12:39
Auftreten von Leukämie (Herr Brenner)  
Thomas Frieling (TFrieling)

"Es gibt Studien in Deutschland und Großbritannien, die für Kinder ein erhöhtes
Leukämierisiko gefunden haben, die in Gegenden lebten, wo Kernkraftwerke geplant, aber niemals gebaut wurden. Dieses Risiko war in Art und Stärke ähnlich wie in der Nähe existierender Kernkraftwerke." So schreibt das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Kernkraftwerke benötigen immer große Flüsse und bestimmte geologische Gegebenheiten. Nicht unwahrscheinlich, daß diese die Ursache für das im Beobachtungszeitraum vermehrte Auftreten von Leukämie verantwortlich ist. - TF

Bewerten: schlecht gut
08. Juli 2009 11:30
Wer ist der Realität hier wirklich verlustig?  
Thomas Brenner (HerrBrenner)

Lange Zeit bemühte ich mich, als Physik-Studierter, um emotionsfreie faktenbasierte Debatten. Das fällt mir schwer, seitdem ich vor knapp zwei Jahren in Grohnde bei Freunden ein paar Urlaubstage verbrachte - mit permanentem Blick auf das KKW und mit dem Wissen um die etwa in dieser Zeit veröffentlichte Kinderkrebs-Studie des BfS. Ihr zufolge gibt es einen „Zusammenhang zwischen der Nähe der Wohnung zu einem KKW und dem Risiko, dass ein Kind vor seinem fünften Geburtstag an Krebs und besonders an Leukämie erkrankt.“ Und weiter: „Nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand kann die Beobachtung nicht durch die von den KKW ausgehenden Exposition mit ionisierenden Stahlen erklärt werden.“. Wir wissen also nicht, WARUM, aber DASS es so ist, dass „29 der insgesamt von 1980-2003 in Deutschland aufgetretenen 13.373 Krebserkrankungen dem Wohnen innerhalb der 5-km-Zone um ein Kernkraftwerk zuzuschreiben“ sind und „20 der 5.893 Leukämieerkrankungen bei Kindern...“. Das klingt als wäre es statistisch nicht relevant – Eltern, deren Kind zu den knapp 50 Erkrankten gehören (29 Krebs, 20 Leukämie) werden darüber anders denken.
Jeder sollte sich fragen, ob er mit einem KKW in Sichtweite in seiner Wohngegend einverstanden ist.

Bewerten: schlecht gut
07. Juli 2009 20:23
Kernenergie und der Realitätsverlust von Arnulf Baring  
Gernot Horstmann (G.Horstmann)

Für die Risikobewertung der Kernernergie sind zunächst die physikalischen sowie anderen physischen Realitäten zu betrachten.
So darf eine seriöse Risikoabwägung zwischen Atomenergie und Klimawandel nicht nur die Gefahren der Stromerzeugung aus Kernkraft, also nur den Kraftwerksbetrieb, betrachten. Bei der Kernenergie sind dies außerdem noch die Aspekte: Wiederaufbereitung, Endlagerung, terroristische Anschläge bzw. (para-)militärische Angriffe, begrenzte Uran-Vorkommen bzw. die Abhängigkeit von Uran-Importen.
Auch ein Vergleich von Deutschland mit dünn besiedelten Standorten wie in China oder Tschernobyl ist unzulässig.
Ein GAU in einem Kernkraftwerk zusammen mit der Freisetzung großer Mengen an radioaktiven Material kommt schlagartig. Hier werden innerhalb weniger Stunden und Tage ganze Landstriche unbewohnbar. In einem dicht besiedelten Land wie Deutschland müssten von einem Tag auf den anderen Millionen von Menschen ihre Wohnungen und Häuser verlassen, auch Industrieanlagen etc. wären verloren.
Dabei gibt es ökologische Alternativen. Z.B. Solaranlagen in benachbarten europäischen Sonnenstaaten. Die erzeugte Energie könnte in für Brennstoffzellen geeigneten Energieträgern gespeichert und zum Endkunden transportiert werden.

Bewerten: schlecht gut
06. Juli 2009 20:31
Herr Rabe - Plutonium, Alpha Strahlen  
Horst Trummler (Vandale6906)

Sie verkuenden Erkenntnisse zu Plutonium und Alpha Strahlen die mein Vater in 40 Jahren als Wissenschaftler auf diesem Gebiet nie erlangt hat, die auch sonst in dem Metier nicht bekannt sind.
Warum veroeffentlichen Sie diese nicht in einer Fachzeitschrift. Vielleicht wird man Sie fuer einen Nobelpreis nominieren.
Vandale

Bewerten: schlecht gut
06. Juli 2009 12:38
@Trummler  
Jan Ladendorf (ladendorf)

Früher, dass waren noch Zeiten. Da konnte nicht einfach jeder per PV, BHKW oder WKA sich zum Stromproduzenten aufschwingen. Und wenn dann doch ein paar Spinner Strom einspeisen wollten, dann wurden eben nur 1ct./KWh gezahlt.
'Entsorgen' können Sie doch sicherlich auch zu geringeren Kosten, Sie haben doch bestimmt noch ein paar Qm im Garten frei, oder? Wer ist denn eigentlich ihr Sponsor?

Bewerten: schlecht gut
06. Juli 2009 12:31
@thiotrix  
Klaus Keller (kkeller)

@thiotrix es freut mich für sie das sie sich erst Sorgen machen wenn sich im Nuklearen bereich Störungen ereignen. Keine Todesfälle..das möchte ich bezweifeln.Der radioaktiv verursachte Tot ist oft ein langsamer (erhöhte Krebsrate).Ein größere Störfall, wie auch immer verursacht,bleibt kein lokales Ereignis wie eine Explosion in einer Biogasanlage.
Das wir den Tot in anderen Bereichen eher akzeptieren macht Kernkraftwerke nicht sicherer.
Ich bin der Meinung das menschliches handeln dort an Grenzen Stößt wo die Folgen im Falle des versagens zu groß werden oder wir sie garnicht einschätzen oder kontrolliern können.
In Deutschland wurde dehalb entschieden
A-Die Bundeswehr wird nicht mit Atomwaffen ausgerüstet.
B-Aufgrund der Risiken der Kernenergie wird von uns dieser Weg nicht weiter beschritten.
C-läßt sich vortsetzen...zb Unkalkulierbarkeit des Krieges läßt sich u.a. in Afgahnistan beobachten ups..sry wir haben uns einwickeln lassen..
klaus keller hanau
PS siehe auch ihr text in der TAZ-onlineausgabe-neineAntwort ist die gleiche.

Bewerten: schlecht gut
06. Juli 2009 11:17
@Trummler Tod die Lebenserwartung meiner Kinder ist größer als 30 Jahre...  
Paul Rabe (heidelpaul)

Herr Trummler, Plutonium ist ein besonders tückisches Gift weil der Tod nicht sofort eintritt, man die Vergiftung also erst gar nicht bemerkt. Bei anderen Giften ist die Sache viel 'digitaler'. Entweder man stirbt oder man überlebt. Wenn man überlebt, dann war die Dosis klein genug. Glück gehabt ! Bei Plutonium ist das anders. Hier geht es nicht um eine chemische sondern um eine radioaktive Vergiftung. Da gibt es keine untere Schwelle ab der man sicher überlebt. Da Plutonium, wie sie richtig schreiben, sehr energiereich ist, ist auch die potentielle Schädigung für Zellen in Nachbarschaft eines Plutonium-Alphastrahlers wesentlich größer als z.B. bei Natururan. Wenn sie also auch nur winzige Mengen von Plutonium über den Nahrungskreislauf aufnehmen so werden sich diese als Schwermetall irgendwo bei ihnen im Körper einlagern und genau an dieser Stelle Knochen- Leber- Bauchspeichel- Darm etc. etc. Krebs verursachen. Wenn Sie Glück haben vielleicht erst in 30 Jahren. Vielleicht liegen diese 30 Jahre deutlich über ihrer Lebenserwartung von der sie persönlich ausgehen. Die Lebenserwartung meiner Kinder ist größer, da wären auch 30 Jahre nicht zu akzeptieren...

Bewerten: schlecht gut
06. Juli 2009 10:01
@Herrn Trummler Haftpflicht für KKW  
Paul Rabe (heidelpaul)

Herr Trummler, sie sagen, daß ein KKW unproblematisch versicherbar ist. Prima ! Dann sind wir uns also einig, daß man demnächst folgenden Wortlaut mit ins Gesetz aufnimmt: "Beim Umgang mit radioaktiven Stoffen ist eine Haftpflichtversicherung mit unbegrenzter Schadensdeckung abzuschließen".
Sind wir uns da einig ? Dieser kleine Satz sollte, wenn sie Recht haben, ja keinerlei Probleme oder besondere zusätzliche Kosten verursachen. Denn schließlich sollte eine Versicherung für Ereignisse die gar nicht auftreten können auf dem privaten Markt extrem günstig sein...

Bewerten: schlecht gut
1 - 15 von 84 Lesermeinungen
1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 VorZum Ende blättern
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche