Wurde hingerichtet: Todesschütze John Allen Muhammad

Vereinigte Staaten

Heckenschütze von Washington hingerichtet

Drei Wochen lang hatte er 2002 die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt: der „Heckenschütze von Washington“. Zehn Menschen wurden von dem „Sniper“ getötet. Nun wurde John Allen Muhammad hingerichtet.

Lesermeinungen zum Beitrag

13. November 2009 23:47

@Kreamer gute Rechtsprechung ist objektiv

Paul Rabe (heidelpaul)

Eine gute Rechsprechung erfolgt auf Grund objektiver Kriterien. Da ist die individuelle neurologische Situation des Richters im Idealfall völlig unerheblich. Genauso unerheblich wie die neurologische Situation eines Mathematikers der ausrechnet was 2+5 wohl für eine Summe bilden. Egal wie der Mathematiker sich fühl und egal welche Erziehung er hatte, es wird nur 7 bei dieser Rechnung herauskommen. So sollte es im Prinzip auch vor Gericht sein. Leider ist es nicht so, wie wir wissen. Wenn Sie z.B. aus einem weißen einen schwarzen Angeklagten machen dann sinken dessen statistische Chancen auf Freispruch und es erhöhen sich seine Chancen auf ein Todesurteil. Richter sind eben auch nur Menschen...

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13. November 2009 13:00

@Paul Rabe

Ralph Kraemer (RalphKraemer)

Das habe ich jetzt nicht ganz verstanden: Herr Rabe, ich habe gedacht, es gebe keine Willensfreiheit (Ihr Kommentar vom 11.11.). Das bedeutete doch, dass es gar keinen Unterschied macht, ob ein Richter oder eine Jury einen Angeklagten zum Tode verurteilt oder freispricht. Schließlich sind sie nicht in ihrem Willen frei und das Ergebnis ihres vermeintlichen Willensbildungsprozesses (der in Wirklichkeit nur ein Resultat neurologischer Vorgänge im Gehirn ist) steht von vornherein fest. Dann ist aber auch die Alternative zwischen Todesstrafe oder Freispruch ohnehin banal, weil dann das gesamte Leben sowieso wahrscheinlich auch nur eine Vorstellung ist.

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13. November 2009 10:39

@Frei Justizirrtum bei Todesstrafe

Paul Rabe (heidelpaul)

Herr Frei es hibt einen SEHR(!) wichtigen Unterschied zwischen einem Justizirrtum mit dem Ergebnis Freiheitsstrafe und dem Ergebnis Todesstrafe. Die Freiheitsstrafe kann jederzeit(!) und sofort aufgehoben werden sobald der Irrtum bekannt wird. Die Todesstrafe können sie nicht aufheben. Ein Unschuldiger bleibt auch dann bestraft (bzw. tod) wenn seine Unschuld später festgestellt wurde. Eine materieller Schadenersatz ist auch nicht mehr möglich.

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12. November 2009 09:26

@Herrn Frei ja Ex-Mörder begehen wieder Morde, na und ?

Paul Rabe (heidelpaul)

Herr Frei, natürlich kommt es in seltenen Fällen vor, daß entlassene Mörder wieder Morde begehen. Na und ? Solange deren Mordquote nicht signifikant höher ist als bei anderen Ex-Gefangenen (was definitiv nicht der Fall ist) wird die Gesellschaft damit leben müssen, oder sie kehren wieder ins Mittelalter zurück. Die Wahrscheinlichkeit von einem nach 4 Jahren entlassenen Täter welcher z.B. wegen schwerer Körperverletzung in Haft saß ermordet zu werden ist z.B. um ein vielfaches größer als die Wahrschenlichkeit von einem wegen Mord verurteilten (der nach 15 Jahren entlassen wurde) ermordet zu werden. Wollen sie jetzt jeden Täter gleich hinrichten lassen, weil sie mutmaßen dieser könnte einmal zum Mörder werden ? Nur weil jemand schonmal Mörder war bedeutet daß eben NICHT das dessen Mordrisiko höher ist als das von anderen Risikogruppen. Im Gegenteil, bestrafte Mörder haben ein Mordrisiko welches klar geringer ist als das von anderen Kriminellen, auch wenn diese in der Vergangenheit noch keinen Mord begingen.

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11. November 2009 20:35

@Drieschel und Frei

Simon Schneider (de.simonsito)

"nehmen folglich eine höhere Zahl von Opfern billigend in Kauf"
Das ist anmassend, eine Frechheit.
Wenn ich unschuldige Opfer vermeiden will muss ich auf die Todesstrafe verzichten. Stattdessen lebenslang - und sämtliche Zwecke der Strafe, inklusive einer zivilisierten Form von Rache, sind erfüllt.
Diese Studie, welche da angeführt wird kenne ich nicht und möchte sie daher nicht kommentieren. Gerne einen Link dazu, ich werde sie tatsächlich lesen.
Ein Leser hat geschrieben, die Todesstrafe in den USA sei mit "betraechtlichen Huerden" bewehrt und daher wären Justizirrtümer reduziert bzw ausgeschlossen. Wenn man diese "betraechtlichen Huerden" vor einer möglichen vorzeitigen Entlassung aufbaut hat man genau das selbe "geringe" (gering ist nicht =0) Risiko eines irrtümlich freien Mörders wie sonst das Risiko eines toten Unschuldigen.
Und für mich ist das Leben eines Unschuldigen wichtiger!
*
Ausserdem:
Was nützt der Vorwurf, man betrachte (als "Bessermensch") das Verbrechen zu sehr aus der Täterperspektive?
Ist die Opferperspektive besser, im Sinne eines juristischen Urteils? Wohl kaum, und darum gibt es eine dritte Perspektive: den Richter, welcher notfalls den Unmut beider Seiten abkriegt.
Und was is ein "praeventiver Justizirrtum?

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11. November 2009 18:27

@Sebastian S Wer ist 'John Allen Muhammad' ?

Paul Rabe (heidelpaul)

Herr S., Wer ist 'John Allen Muhammad' ? Es ist eine Ansammlung von menschlichen Körperzellen, mehr nicht. Diese Ansammlung von Körperzellen weist eine bestimmte Funktion auf welche durch die genetischen Erbanlagen und äußere Einflüsse geprägt wurden. Womit sonst ? Kann man diese Ansammlung von Körperzellen irgendwie dafür 'verantwortlich' machen für ihre Erbanlagen oder die von außen zugefügte Prägung ? Wohl kaum, das passiert aus Sicht der dieser Körperzellen völlig zufällig (Niemand kann sich z.B. seine Eltern aussuchen). Ob sich dabei soetwas wie 'starker Wille' oder 'Moral' entwickelt ist Teil dieses Zufalls. Das diese Ansammlung von Körperzellen der Gesellschaft zukünftig Schaden zufügt mag man dadurch verhindern wollen indem man diese entgültig vernichtet (wie jetzt geschehen), aber es ändert nichts an der Tatsache, daß die anderen Geschöpfe (bzw Ansammlungen von Körperzellen) bei ihrer Prägung schlicht mehr Glück hatten....

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11. November 2009 18:26

ist heut schon wieder Stammtisch?

Simon Schneider (de.simonsito)

Wenn ich das hier so lese...?
*
Wie wäre es mit einer echten lebenslangen Strafe? "Gesellschaftlich" ist man dann tot. Und sicher verwahrt auch. Ausserdem halte ich den Tod für schön im Vergleich zu der Aussicht, mein Leben(was manchmal noch einige Jahrzehnte sein können) bis zum Ende in Unfreiheit zu verbringen.
Die Todesstrafe ist nur sinnvoll in einem fehlerfreien Justizsystem. Und das wird es nie geben, somit können(und wurden) immer auch Unschuldige oder ernsthaft geistig eingeschränkte Menschen hingerichtet. Diese Eventualität ist durch nichts zu rechtfertigen.
Im Übrigen können auch die Angehörigen eines Mörders nichts für sein Verbrechen, jedenfalls überwiegend. Mit der Exekution zerstört man damit wohl auch ein Stück weit das Leben Unschuldiger.
*
Einige hier sollten vll auch mal zur Kenntnis nehmen, dass das Strafrecht nicht zum Zwecke der Befriedigung von Rachegelüsten erdacht wurde. Auch betrachten nicht alle Angehörigen der Opfer eine Exekution als hilfreich.
*
Der Witz schlechthin ist ja, dass die Abschreckung nicht funktioniert. Weder in den USA noch in Asien oder sonstwo. Nirgendwo liegt die Häufigkeit von mit Todesstrafe belegten Verbrechen so viel niedriger wie man angesichts der massiven Strafe erwarten dürfte.

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11. November 2009 18:26

@ Winkel

Heiner Schumann (Boeing744)

Sie ziehen abartige Parallelen in Ihrem Beitrag.

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11. November 2009 18:21

Die Todesstrafe ist aus formal-juristischen Gründen falsch

Pia Bücken (muscat)

... dies mag sich jedoch den meisten Hobby-Juristen nicht auf Anhieb erschließen.
Über die ethischen Gründe kann freilich gestritten werden. Das kann jeder souveräne Staat für sich entscheiden; in einem Land, das die Todesstrafe verhängt, würde ICH allerdings nicht leben wollen.
Eine lebenslange Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung erfüllt m.E. ebenso den Zweck, die Gesellschaft vor dem Täter zu schützen.

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11. November 2009 17:15

@Paul Rabe

Sebastian S. (sejose)

Haben Sie Ihre Art zu reden schon umgestellt? Wenn Sie beim Einkaufen sagen "Ich möchte gerne 3 Brötchen." sollten Sie besser sagen "Mein Gehirn gaukelt mir die Illusion vor, dass ich 3 Brötchen möchte." Vermutlich sehen Sie in den Menschen, die Sie lieben, auch nur Säugetiere, deren Anwesenheit/Existenz in Ihnen lediglich eine Hormonausschüttung verursacht.
.
Zu Ihrer Information - das einzige was man wissenschaftlich festgestellt hat, ist die Tatsache, dass es im Gehirn Aktivitäten gibt, die dem gedachten Gedanken vorausgehen. Leider lässt sich wissenschaftlich (noch?) nicht feststellen, wodurch diese Gehirnaktivität ausgelöst wird. Da die moderne Wissenschaft jedoch ihre selbstgesteckten Grenzen (dass nur das, was man experimentell nachvollziehen kann die Realität ist) bei der Interpretation des Beobachteten regelmäßig übertritt, indem Sie sagt: "Es passiert nichts messbares vor der Gehirnaktivität, die dem Gedanken des Menschen vorausgeht, also ist auch nichts geschehen. Folglich ist die Ursache des Gedankens die Gehirnaktivität. Also ist der freie Wille eine Illusion."
.
Dies führt zu einer Entschuldigungjustiz nach dem Motto "Der andere, die Gesellschaft, meine Kindheit/Eltern sind schuld". Dann Gute Nacht.

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11. November 2009 15:19

Jeder...

Julia Muller (Ohjemine)

is verantwotlich fur seine Taten, ganz gleich was fur eine schlimme Kindheit jemand duurchlebt haben mag, das gibt ihm noch lange nicht das Recht solche Grausamkeiten zu begehen. Im ubrigen, auch die Todesstrafe wird den Schmerz der Hinterbliebenen nicht lindern konnen. Das Bedurfnis nach wahrer Gerechtigkeit wird niemals hier auf ERden gestillt werden konnen. Ich weiss das bei vielen der Glaube an den JUngsten Tag auf wackeligen Beinen steht, aber der Wunsch von Milliarden Menschen danach ist ein Beweis dafur. Ich wohne in Washington und bin froh dass dieser Mensch aus dieser Gesellschaft entfernt worden ist, abe seine wahre Strafe hat er dennoch nicht bekommen. Schuld ist auch der Staat der Waffenbesitz legalisiert und andere Schweinereien wie Alkohol auch...Danach wundert man sich das wir solche Vorfalle hausliche Gewalt etc. haben. Schuld sind auh die Menschen die passiv und egoistisch diese Dinge unterstutzen. Nur weil sie denken bei einem Trunk schadensfrei davongekommen zu sein, muss es auch fur andere Familien so heissen... Die negativen Folgen der individuellen egoistischen Freiheit..armselig

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11. November 2009 15:09

Strafe ist nicht Rache ...

Rüdiger Drischel (rudyguy)

@Schneider: ... sonst wäre jede Strafe, auch Gefängnis- oder Geldstrafe nur Rache.
Das amerikanische Volk hat sich mehrheitlich erst für die Wiedereinführung der Todesstrafe entschieden nachdem eindeutige Ergebnisse aus mehrjährigen Untersuchungen die Abschreckungswirkung einer möglichen Todesstrafe belegten. Dies wird auch nicht von Wissenschaftlern bestritten die sich aus dennoch aus ethischen Motiven grundsätzlich gegen die Kapitalstrafe aussprechen.
Gegner der Todesstrafe nehmen folglich eine höhere Zahl von Opfern billigend in Kauf. Ein Preis mit dem ich nicht leben möchte genau so wenig wie mit unschuldig Hingerichteten. Mich persönlich erschreckt der Hochmut mit dem Gegner der Todesstrafe sich als "bessere Menschen" gegenüber den Befürwortern darstellen.

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11. November 2009 14:00

Es kommt nicht auf den Einzelnen an!

Friedrich Zenteisch (EinHyperboreer)

Ein chinesischer Staatsmann hat einmal gesagt: Lieber nehme ich in Kauf, daß 10 Unschuldige umgebracht werden, als daß mir ein einziger Mörder ungeschoren davon kommt. Hierin zeigt sich ein Unterschied zwischen dem Westen und dem (konfuzianischen) Osten. Während im (heutigen) Westen das Individuum im Vordergrund steht, kommt im Fernosten der Gemeinschaft die größere Bedeutung zu.
Wer dem Individuum den größeren Stellenwert einräumt, der ist im Übrigen auch dagegen, ein entführtes Flugzeug mit 20 unschuldigen Menschen abzuschießen, selbst wenn dadurch höchstwahrscheinlich 2000 Menschen gerrettet würden. Dieses Irrsinns sollten sich jene bewußt sein, die so vehement gegen die Todesstrafe plädieren.

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11. November 2009 13:44

Die Freiheit des Willens ist eine Illussion - siehe Robert Enke

Paul Rabe (heidelpaul)

Die Hirnforschung weis schon seit längerem, daß es soetwas wie Willensfreiheit gar nicht gibt. Alles was wir tun hat seine Ursachen in den kleinen grauen Zellen bei uns im Kopf. Die werden seit unserer Geburt (und sogar schon davor) durch Umstände beeinflusst die dem einzelnen Mensch zufällig passieren. Das Ergebnis der Beeinflussung durch Eltern, Schule, Freunde, Medien, Medikamente, genetischer Veranlagung etc. etc. ist die Illussion des Freien Willens. Im Ergebnis führt der eine ein glückliches Leben, der andere wird Nationaltorwart und bringt sich um, der Dritte wird zum Massenmörder.... "Schuld" ist daran niemand, denn es gibt keine Möglichkeit der Beeinflussung der grauen Zellen zu entgehen. Es gibt keinen freien Willen.

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11. November 2009 12:06

Ein Staat kann kein Mörder sein

Theodor Wedel (TheodorWedel)

Denn ein Mörder ist eine natürliche Person, die eine andere aus niederen Beweggründen tötet. Ein Staat ist eine jur. Person, ein imaginäres Gebilde, hinter dem ein Kollektiv, eine Gesellschaft steht. Ein Staat handelt auch nicht aus niederen Beweggründen, sondern nach Gesetzen, die - in einer Demokratie - ebenfalls dem Willen der Gesellschaft entspringt. Ein Staat ist kein Mörder, wenn er hinrichtet, genauso wenig wie er ein Dieb ist, wenn er Steuern eintreibt oder ein Entführer, wenn er Menschen ins Gefängnis steckt. Die europ. Ablehnung der Todesstrafe entspringt im Kern den Vorstellungen des stoischen Naturrechts und der christlichen Anthropologie, dass man gegen eine göttliche Ordnung verstößt, wenn man das Leben eines Menschen antastet. Letztlich religiöse Vorbehalte, die der Humanismus und die Aufklärung fortgeführt haben. Die Amerikaner stehen in der selben Tradition, glauben aber auf der anderen Seite fest an die Freiheit und Eigenverantwortlichkeit des Menschen. Die strafrechtliche Grundhaltung in den USA lässt sich einfach zusammenfassen: Jeder Mensch ist für seine Taten selbst verantwortlich und hat dafür die Konsequenzen zu tragen. In Deutschland ist meist die Gesellschaft schuld (Medien, Kapitalismus, usw...).

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11. November 2009 12:00

Todesstrafe

Ralf Dreßler (koenigdernachtuhu)

Die Todesstrafe ist staatlich erlaubtes Töten eines Mitmenschen.

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11. November 2009 11:58

Die Todesstrafe…

Alex Popa (apopa)

…ist an sich grundsätzlich eine pervertierte Anmaßung. Als ob unser Justizsystem ausschliessen könnte Fehler zu begehen, bei dem im schlimmsten Falle ein unschuldiger hingerichtet wird. Und das wäre unentschuldbar. Im staatstragenden Sinne. Des Weiteren ist es, entgegen einem Vorredner, äusserst notwendig herauszufinden was einen solchen Menschen dazu getrieben hat dies zu tun – um Prävention zu ermöglichen. Hier geht es überhaupt nicht um Täterschutz sondern um Gesellschaftsschutz durch Verständnis von Fehlentwicklungen. Auch ich verabscheue intuitiv den Mörder in Muhammad, aber Worte wie „böse“, „Gerechtigkeit“ und „Schuld“ im außerjuristischen Sinne in den Mund zu nehmen, sind eine gottgleiche Anmaßung des einfachen Menschen, der die Augen vor der komplexen Realität verschliessen will um Abends besser schlafen zu können. Ein naiver und gefährlicher Glaube, auf dessen Grundlage Menschen hingerichtet werden. Die Todesstrafe hat im Zeitalter der Kausalität keine Daseins-Berechtigung mehr.

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11. November 2009 11:53

Anmaßung?

Rüdiger Drischel (rudyguy)

Die Hinrichtung eines Mörders ist kein Mord sondern eine maximale Strafe. "Du sollst nicht töten" heißt eindeutig "Du sollst nicht morden" und schließt Todesstrafe, das Töten im Krieg und in der Selbstverteidigung nicht mit ein. Wer mordet und einem anderen Menschen die Chance nimmt sein Leben zu leben, sollte einer entsprechenden Strafandrohung die aufzeigt was er anderen antut, ausgesetzt sein.
Vergebung und "Gnade vor Recht" sind Handlungen individuellen oder gesellschaftlichen Ermessens. Vor dem Vergeben und dem Gnadenakt stehen Einsicht, Reue und Bereitschaft zur Buße.
Davon ist in einer gesetzlich verankerten Maximalvergebung nichts enthalten.
Wird damit die gesetzlich abgeschaffte Kapitalstrafe nicht zur Verhöhnung der Gnade und der Vergebung?
Die Todesstrafe sei Anmaßung, sagen die Gegner, den Tod könne alleine Gott verordnen.
Ist die Abschaffung der Todesstrafe nicht die gleiche Anmaßung über Leben und Tod zu entscheiden?
Die Todesstrafe ist menschlich, Vergeben und Gnade sind ebenfalls menschlich. Die Abschaffung der höchsten Strafe hingegen ist nicht menschengemäß. Die vollständige Vergebung ist vielleicht Christus gelungen.
Wer so stark ist, kann das tun. Ich bin es nicht.

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11. November 2009 11:48

Todesstrafe ist unmenschlich !

Mario Pech (Mensch2009)

Ich bin der Meinung, dass ein Staat keine Todesstrafe benötigt. Er begibt sich somit auf die gleiche Stufe wie der Verbrecher. Ganz zu schweigen darüber, welche Ausmaße das Ganze annimmt, sollte die Schuld nicht 100%ig nachgewiesen sein. Die Vergangenheit hatte immer wieder solche Justizopfer, auch in den USA. Die Verbrechensrate wird auch nicht durch die Anwendung der Todesstrafe verringert. Dafür gibt es zahllose Belege. Es schreckt einen Täter nicht ab, die Straftat nicht zu begehen. Es sind die gesellschaftlichen, vielleicht auch privaten Probleme, die schwere Verbrechen möglich machen. Wer einen Menschen tötet ist nicht "normal", häufig auch psychisch krank. Kann es nicht auch sein, dass das Wissen um die Todesstrafe Verbrechen sogar begünstigt ? Es ist doch dann egal, ob man einen oder gleich mehrerer Menschen tötet. Die Strafe ist ja vorprogrammiert. Also, alles in allem sehr zwiespältig. Über die Zustände in unseren Gefängnissen kann man sicher Diskussionen führen, aber die Todesstrafe....nein danke.

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11. November 2009 11:32

Du sollst nicht töten!

Sina Marks (sinamarx81)

Werte Todesstrafen-Befürworter,
wer hinrichtet, stellt sich mit dem Mörder auf eine Stufe. DU SOLLST NICHT TÖTEN - das gilt für alle! Ich bin froh, dass die meisten Menschen hierzulande nicht so einfach strukturiert denken wie Sie.

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11. November 2009 10:31

Es ist bekannt, dass es in USA die Todesstrafe gibt.

Sebastian S. (sejose)

Daher braucht sich niemand, der ein entsprechendes Verbrechen begeht, zu wundern, wenn er/sie tatsächlich verurteilt und hingerichtet wird. Die Opfer hatten im Übrigen nicht mal die Chance, um Gnade zu flehen. Der Mann hätte es sich eben vorher überlegen sollen, was er da tut. Wenn die kriminelle Energie dazu ausreicht, ein Auto entsprechend zu präparieren (damit man nicht erkannt wird), dann kann mir niemand erzählen, dass der Mann wegen irgendeiner geistigen Krankheit oder einem Trauma nicht wusste, was er tat.
.
Da dieser Mann ohne Zweifel der Täter war, wurde auch kein Unschuldiger hingerichtet. Mein Mitleid mit dem Mann ist wirklich sehr begrenzt...

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11. November 2009 10:29

Ich bin für die Todesstrafe !

Norbert Pütz (4nevergiveup)

weil damit die Menschheit vor weiteren Gewaltverbrechen befreit und somit ein Stück sicherer und gerechter wird! Die Verweichlichung in Europa bezüglich der Todesstrafe mache ich nicht mit.

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11. November 2009 09:57

Was es ändert (@ Falk Hammer)

Sylvia Fox (SylviaFox)

Die fatale Folge der Abschaffung der Todesstrafe ist die schleichende Etablierung eines neuen Menschenbilds. Schuld und Willensfreiheit haben darin keinen Platz mehr: böse Taten werden reflexhaft wegerklärt (schwere Kindheit, psychisch krank, gemobbt), der Fokus rutscht von der Verantwortung des Täters auf Erklärungsversuche, die dem Täter die Verantwortung nehmen. Daher kommt auch der ausgeprägte Täterschutz bei uns. Der Täter wird, ebenso wie die Opfer, bemitleidet. Das Wort „böse“ verliert seine Bedeutung. Ich bin der Meinung, eine lebenslängliche Freiheitsstrafe als Alternative zur Todesstrafe müsste unbedingt lebenslänglich (statt 15 Jahre) sein, ohne zweite Chance für Täter. Dass dies bei uns nicht der Fall ist, halte ich für eine Folge von oben gesagtem. Ich bin deshalb am Zweifeln, ob die Abschaffung der Todesstrafe wirklich so human ist, wenn wir mit einem Modell enden, das letztendlich grausam zu den Opfern und freundlich zu den Tätern ist.

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11. November 2009 09:28

Also mein Mitleid mit einem

Ewald Haberson (flyer50)

zum Tode verurteilten Massenmörder ist sehr begrenzt!
Und auf die Frage was das nützt - eine Gegenfrage: Was nützt es, wenn er weiterlebt?
So kann dieser Ar... wenigstens keine harmlosen Leute aus dem Hinterhalt mehr erschiessen. Eine Gefahr weniger und das wollen die Bewohner des Staates auf demokratische Weise so!
Was regen sich die Bestmenschen hier also auf?

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11. November 2009 08:54

Argument gegen Todesstrafe

Mandy Zwickau (mandy.zwickau)

Ja.
Das entscheidende Argument gegen die Todesstrafe ist aber, dass sie als Gesetz die Möglichkeit zulässt, dass im Extremfall Unschuldige "legal" durch den Staat ermordet werden – unwissentlich oder im krassesten Extremfall im weiteren Sinn politisch motiviert. Bei aller Schwierigkeit im Vergleich extremer Verbrechen kann ich mir kein größeres Verbrechen vorstellen.

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11. November 2009 08:48

Angemessen!

Christian Tauber (CJTauber)

Was soll das Gegreine um mögliche Ursachen vermuteter seelischer Deformationen eines emotionslosen Killers? Man sollte sich sein Mitleid für die Angehörigen der Opfer - um die sich wahrscheinlich eh keiner kümmert - aufheben. Die Vorstellung, daß in Deutschland ein solcher Täter nach einer gewissen Zeit wieder frei käme, läßt jedenfalls bei mir den Wunsch aufkommen, Artikel 102 des Grundgesetzes und Artikel 2 der EU-Grundrechtecharta für solche Fälle nicht anwenden zu müssen.
Oder will ernsthaft jemand versuchen, so jemanden zu "resozialisieren"?

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11. November 2009 08:37

Die Angehörigen der Opfer...

Volker Petersen (petersenv)

dürfen den Tod ihrer Geliebten wenigsten ein wenig gesühnt wissen.
Er war berechnend genug um ein Auto in mühevoller Arbeit umzurüsten, ein Scharfschützengewehr zu besorgen und seinen Opfern aufzulauern.
Das einzige Interesse, dass die Allgemeinheit an diesem Täter noch haben kann sind seine Beweggründe: aber nur zu dem einen Zweck, um einer Wiederholung solcher Taten vorzubeugen.
Durch die unmenschliche Grausamkeit seiner Taten hat der Täter seine Menschlichkeit abgelegt. Eine Berufung auf die von der Gesellschaft ersonnenen Rechte hat er in meinen Augen nicht mehr. Und genau das macht den Unterschied seiner eigenen Hinrichtung aus. Für die endgültige Konsequenz ist hier die Tat, die boshafte, grausame Tat maßgebend. Einzig und allein.

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11. November 2009 08:34

@Falk Hammer

Ralph Kraemer (RalphKraemer)

Nach dieser Logik würde es aber auch keinen Sinn machen, einen Mörder überhaupt in irgend einer Weise zu bestrafen: Da das Mordopfer tot ist, hätte es weder etwas davon, wenn der Täter zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilt würde, noch wenn er freiwillig eine Spende für gemeinnützige Zwecke abdrückte.
Die Todesstrafe unterstütze ich aus mehreren Gründen allerdings auch nicht, jedoch hat der Staat die Pflicht, sich nach einer solchen Tat gegen den Täter und auf die Seite der Angehörigen der Opfer zu stellen, um diesen die Unterstützung der Gesellschaft zu gewähren. Die Strafe soll daher zum Ausdruck bringen, dass die Gesellschaft, die durch den Staat handelt, solche Taten aufs Äußerste verabscheut und sich mit den Angehörigen der Opfer solidarisiert.

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11. November 2009 08:28

Was es ändert?

Elmo Schniebel (eine_Ansicht)

An den Toten sicherlich nichts, sie werden nie wieder lebendig. Aber wenn meine Verwandten umgebracht worden wären, von jemandem, der keine Reue zeigt, von jemandem, der es, wie es aussieht aus reiner Freude und Nervenkitzel gemacht hat, dann hat sein Tod für mich zwei Auswirkungen: 1. Genugtuung: Er wird kein Leben, auch kein Gefängnisleben mehr genießen, wie es auch seine Opfer nicht mehr konnten. 2. Sicherheit: Er wird niemals vorzeitig aus der Haft entlassen werden, weil ein wirrer, weltfremder Psychologe ihn für rehabilitiert erklät hat. Die Straßen sind sicherer für alle anderen. Es spielt für mich auch keine Rolle, wie es dazu kommen konnte, dass der Täter so wurde. Er hat die Taten in vollem Bewusstsein mit Planung und Vorsatz begangen. Er musste dafür büßen. Das Gejammer der Täterschützer kann ich in dem Zusammenhang schon gar nicht hören. Vielleicht ist meine Ansicht etwas archaisch, da sie viel mit dem "Auge um Auge, Zahn um Zahn" Prinzip übereinstimmt, aber mein Gerechtigkeitsempfinden ist halt so.

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11. November 2009 00:24

Opfern geholfen?

Marko Hrbat (Hrbat)

Mein Vorkommentator schreibt: >>Ich weiss nicht ob man Mord mit Mord aufrechnen kann, habe aber noch kein Opfer getroffen, dem damit geholfen waere.<<
Sicherlich hilft es den getöten Menschen nicht. Doch wer sind denn die Opfer? Die Hinterbliebenden sind die wahren Opfer. Ich kann den Schmerz gut nachvollziehen, denn ich habe Ähnliches erlebt, wenn auch nicht mit Absicht, sondern grob fahrlässig. Als der Mensch (mit Bewährung weggekommen!) erneut unter Alkoholeinfluss einen Unfall baute, war dieses Mal der Unfallgegner ein LKW und ca. 10fach schwerer und die Mittelklasselimousine war nicht mehr als solche erkennbar.... Und ehrlich. Ich war nicht traurig. Ich empfand das als Gerechtigkeit, zumal dieses Mal kein andere verletzt wurde oder starb. [PS: Ich bin nicht für die Todesstrafe, aber wenn man von Opfern spricht, dann muss man das weiter fassen....]

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10. November 2009 22:47

Todesstrafe

Mandy Zwickau (mandy.zwickau)

Ja.
Das entscheidende Argument gegen die Todesstrafe ist aber, meine ich, dass sie ein Gesetz sein müsste und dieses Gesetz die Möglichkeit zulässt, dass im Extremfall Unschuldige durch den Staat "legal" ermordet werden ... unwissentlich oder im krassesten Fall politisch motiviert - bei aller Schwierigkeit im Vergleich extremer Verbrechen kann ich mir kein größeres Verbrechen vorstellen.

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10. November 2009 22:35

über die Pathologie des Täters

lothar brunke (chinamed)

ist wenig berichtet worden. Was muss in einem Menschen vorgehen der derartig brutal mordet? Für mich stellt sich die Frage, ob er nicht selbst schwer krank ist im psychiatrischen Sinne. Blinder Haß auf andere Menschen, was muss diesem Menschen angetan worden sein, um so haßerfüllt andere niederzustrecken. War er Soldat und mußte das Morden lernen ohne es jemals wieder ablegen zu können?
Das ließe nichts gutes für unsere Soldaten in Afganistan befürchten.
Dass es niemandem, auch nicht dem Staat, zusteht andere Menschen zu töten, will ich vorsorglich nicht mißverstanden wissen.

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10. November 2009 21:37

Und was aendert es?

Falk Hammer (FalkHammer)

Was aendert diese Hinrichtung daran, dass die Opfer bereits tot sind? Macht man sich nicht selbst noch als Staat schuldig, selbst kein bischen besser zu sein? Quasi auch ein Moerder?
Ich weiss nicht ob man Mord mit Mord aufrechnen kann, habe aber noch kein Opfer getroffen, dem damit geholfen waere.

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