Wirtschaftsweiser

Rürup wird Chefökonom des Finanzvertriebs AWD

Einer der wichtigsten ökonomischen Berater der Politik wechselt in die Privatwirtschaft: Der Ökonom Bert Rürup beendet seine Tätigkeit als Wirtschaftsweiser und wechelt im Frühjahr zum Finanzvertrieb AWD - als Chefökonom. Von Steffen Uttich

Lesermeinungen zum Beitrag

20. November 2008 10:58

Der Absturz

Norman Argubi (argubi)

Vielleicht ist es nicht so schlimm wie in einem anderen Beitrag beschrieben, als ob der Kaiser von China zum Betreiber eines Bordells in Shanghai wird, aber drastisch ist es schon. Vorallem, weil ein etablierter und anerkannter Professor damit einen in manchen Bereichen zwielichten Konzern adelt. Dieser braucht ja keinen Chefökonomen, weil die Mitarbeiter sowieso nur das verkaufen sollen, was die "Führungskraft" vorgibt. Das dient nur dem Image für Maschmayer. Vielleicht sollte man es aber auch praktisch sehen: Der Mann ist 65 Jahre alt. Auch ihn trifft die Rentenlücke und er kümmert sich jetzt noch einmal ein paar Jahr um die Aufbesserung seiner gesetzlichen Rente. Man muss privat vorsorgen - hat er ja schon immer gesagt.

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20. November 2008 10:42

Die Aufregung kommt etwas spät

Lars Kuntermann (Leserlein)

AWD ist nicht das erste umstrittene Unternehmen im Finanzdienstleistungssektor, für die Herr Prof. Dr. Dr. Rürup Werbung macht. Das hat er früher schon gerne getan - wurde auch stets gut bezahlt.

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20. November 2008 09:41

Time for change!

Tobias Kretschmer (pike66)

Klasse Werbung – Zur besten Zeit Tagesschau 20 Uhr - Werbung für die „Institution“ AWD! ------------------ Falls nicht auf dieser Linie steht –> Es fehlen mir die Worte!

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20. November 2008 02:38

"Wirtschaftsweiser"

Paul Schächterle (paulimausi)

Die Bezeichnung "Wirtschaftweiser" ist ein peinlicher Euphemismus. Ich frage mich wie es sein kann, daß eine solch unsachliche und lächerliche Bezeichnung unablässig in den Medien gebraucht werden kann. Und das ist völlig unabhängig von der Meinung, die man im einzelnen über die Veröffentlichungen des Sachverständigenrats hat.

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19. November 2008 21:20

Holt sich Rürup nun den wohlverdienten Lobbyistenlohn ab?

Martin Gürsch (Betroffener)

Sehr viel anders kann man das wohl kaum verstehen. Weitere Worte kann man sich in diesem Kontext ersparen. Nach wie vor gilt immer die Frage: Wer hat etwas davon - jetzt oder später, direkt oder indirekt. Riester war gekauft, ebenso Raffelhüschen, Miegel, Rürup, und wie sie alle heissen, die unsere gut funktionierenden sozialen Sicherungssysteme kaputt geredet, kaputt gerechnet und schlecht gemacht haben mit den fadenscheinigsten Argumenten zusammen mit vielen Medien und dahinter stehenden Konzernen für private Vorsorge. Auch das ist Umverteilung von unten nach oben.

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19. November 2008 20:38

Finde es auch unfassbar

Andreas Kirsch (A.Kirsch)

was Geld aus einer solch grossen Persönlichkeit machen kann. Nicht nur Studenten die Rürup live erleben dürfen können es nicht glauben. Dazu fällt mir nur eine schöne Feststellung eines anderen Profs ein: "Mit Studium fängt der Höhepunkt der geistigen Entwicklung an. Nach dem Studium geht es nur noch bergab. Und beruflich ganz oben angekommen, hat man die geistigen Fähigkeiten eines Schulanfängers" Damit bezog er sich auf die sogenannten "Unternehmensberater" und Manager.

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19. November 2008 20:13

Unglaublich

Charles Stieger (carlis88)

Dass sich ein „Wirtschaftsweiser“, Rürup mit Namen, in die seichten Untiefen einer AWD hinabbegibt, ist natürlich schwer nachzuvollziehen. Die einzige Erklärung dazu; er ist eben auch nur ein Mensch. Für ein Unternehmen wie die AWD hätte ich keinen einzigen Euro übrig. Es ist der Firma ja nichts Schlechtes zu wünschen, doch wäre es interessant, wenn man in diesem Fall einmal die Kristallkugel zu Rate zu ziehen könnte.

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19. November 2008 18:51

enttäuschend

Uli Georgi (Pappnase79)

Eines vorweg: ich selbst war vergangenen Samstag auf dem erwähnten, sogenannten Erfolgs-Kongress in Düsseldorf anwesend, obwohl ich kein AWD-Mitarbeiter oder Kunde bin, und war verwundert und enttäuscht, wie sich Professor Rürup dazu bewegen ließ, im großen Stil für ein Privatunternehmen Propaganda zu betreiben. Nach der heutigen Meldung wird natürlich vieles klarer. Die Person Rürup, die ich selbst an der TU Darmstadt erleben durfte und schätzen gelernt habe und der als Wirtschaftsweiser aller Respekt gebührte, ist in meinem Ansehen dramatisch gesunken. Ferner trägt dieser Schritt dazu bei, das Vertrauen, sofern vorhanden, in wichtige Personen des öffentlichen Lebens und auch Unternehmen zu untergraben und man fragt sich einmal wieder, wer in diesem Land eigentlich nicht käuflich ist.

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19. November 2008 18:42

Unfassbar

Margrit Steer (Margrit-Steer)

Wasser predigen und Wein saufen. Rürup gehörte auch immer zu denen, die der Lohndrückerei das Wort geredet haben. Es konnte nie hart genug sein. Was er jetzt tut, zeigt einmal mehr, dass unsre Möchtegern-Exerten und Möchtegern-Eliten eben keine Eliten sind. Deutschland hat keine Eliten mehr, das ist das Trauerspiel. Hätten wir welche, wäre unser Land nicht so verrottet in den letzten 10 Jahren. Es ist auch eigenartig, dass all diese Möchtegerns und Abzocker aus der 68er -Generation stammen.

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19. November 2008 18:12

Die Drehtür ins Casino

heinz Kaiserbubu (Kaiserbubu)

Sieh an, der Nächste! Erst wird die Rente von Rürup, Raffelhüschen, Riester etc. so mit Schmutz beworfen, dass man nur noch an die Private Altersversorgung glaubt und dann finden sich alle wieder bei den Privaten, denen sie das Bett vorbereitet haben. Wann wachen die Menschen hier eigentlich auf? Das ist das Lobbyistenkartell, für das der Steuerzahler die Verluste trägt. Rürup ist eine neoliberale Marionette mit wissenschaftlichem Tarnanzug. Widerlich!

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19. November 2008 17:58

Rürup tritt ab, ein Glück für Deutschland

Dieter Wundrak (wundi)

Was hat dieser Mann schon alles so gesagt. Hier näher einzugehen, hiesse, nur Zeit vergeuden. Gott sei Dank beglückt er uns nicht mehr mit seinen Weisheiten. Im AWD kann er dann die Amerikaner beraten, denn dort gehört er hin mit seinem Gedankengut auch hin Also " Der Markt wird es schon richten". Ja, sehr geehrter Herr Rürop" Der Lohn wird für das Top Management dann 100 Mio Euro sein". Warum, dank Ihrer Weisheit haben wir dann eine Inflation wie in Zimbawe.

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19. November 2008 16:40

Ob ihm das Goldkettchen steht?

Mathias Frenzel (RAFrenzel)

Falls das stimmen sollte, sollte sich Rürup klarmachen, dass er mit diesem Schritt die Versicherungszuhälterei einer Goldkettchenträger-Firma mit seinem guten Namen adelt - und damit selber völlig absackt. AWD nimmt wie andere 3-Buchstaben-Drücker den Bodensatz der Werktätigen (falls überhaupt "werk"tätig) und macht sie zu "Finanzkaufleuten" oder ähnlichem unüberprüfbaren Blödsinn. Da die allenfalls Versicherungen und damit den letzten Mist am Markt drücken können, um überhaupt was zu verdienen (Versicherungen zahlen als Schmerzensgeld hohe Provisionen, damit sich überhaupt jemand überwinden kann, das seinen Mitmenschen anzutun), ist klar: solche Gestalten können nicht die Erfahrung und Ausbildung haben, die wirklich kluge und komplex aufgestellte Vermögensberatung erfordert. Wenn Rürup da hingeht, ist das so, als würde der Kaiser von China vom Thron steigen, um freiwillig die Leitung der Bordelle in Shanghai zu übernehmen.

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19. November 2008 16:14

Rürup scheint sich an den Methoden des AWD nicht zu stören

Konstantin Schneider (bundesboy)

Dass es ohne die "Drückerkolonnen" des AWD weniger Pleiten, Pech und Pannen für normale Bürger gegeben hätte, die auch ohne Finanzkrise schon alle Opfer von Vermögensberatern geworden sind, scheint Rürup nicht zu stören. Aber auf einen Wirtschaftsweisen, der einen gesetzlichen Mindestlohn gern bei 4,50 gesehen hätte, auf den kann Deutschland natürlich gut verzichten. Mal sehen wie Rürup es anstellen wird, Menschen, die für 4,50 EURO pro Stunde arbeiten gehen, den Kauf von Traumhäusern zu versprechen.

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19. November 2008 16:10

@Herrn Andresen - volle Zustimmung

Gabriele Nolte (gano)

jeder der einmal mit AWD zu tun hatte, kriegt bei dieser Meldung - wenn sie denn stimmt - das kalte Grausen.

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19. November 2008 16:04

Das paßt: Von der Weisheit über die SPD zum Strukturvertrieb.

Karl-Heinz Andresen (khaproperty)

Klarer kann die Richtung nicht sein. Fragt sich nur, ob die SPD nicht bereits das Ende gewesen sein müßte. Aber siehe da:es geht immer noch weiter. Abwärts.

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