Der Staatsanwalt ermittelt: Haben Josef Schnusenberg (l.) und Peter Peters Schalkes Insolvenz verschleppt?

Schalke 04

Ermittlungen gegen Peters und Schnusenberg

Die Finanzkrise beim FC Schalke 04 zieht immer weitere Kreise: Gegen Josef Schnusenberg, den Vorstandsvorsitzenden des Fußball-Bundesligaklubs, und Finanzvorstand Peter Peters ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Essen wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung. Von Richard Leipold, Gelsenkirchen

Lesermeinungen zum Beitrag

10. November 2009 18:58

@Anna Schuster (Anna_Schuster): Staatsanwaltschaft - Presse rechtsfreier Raum

Markus Schulze (leser-faz)

Justiz beschränke ich halt nicht auf die Judikative. Gerade die Staatsanwaltschaft ist eine Justizbehörde, dem "Justiz"minsiterium zugeordnet. Sogar ein Rechtsanwalt ist ein Organ der Rechtspflege/Justiz.
Ich habe in der Tat wohl kein so gutes Bild mehr von der Justiz, wie Sie! Gerade auch das Verhalten der Staatsanwaltschaft in dem Fall Schalke bestätigt mich wieder einmal in meiner Meinung:
Man muss kein Jurist sein und auf die Verfassung geschwört haben um zu erkennen, dass nicht nur die Presse, sondern auch die Staatsanwaltschaft hier über das Ziel hinaus geschossen ist, wenn sie die Presse tatsächlich noch vor den Beschuldigten informiert hat.
Und man muss kein Jurist mit Prädikatsexamen sein oder Ziffer 23 der Richtlinien für das Straf- und Bußgeldverfahren kennen um zu ahnen, dass die Zusammenarbeit der Staatsanwaltschaft mit Presse und Rundfunk kein rechtsfreier Raum ist, und dass es schlicht und einfach rechtwidrig ist, wenn die Staatsanwaltschaft die Presse vor den Beschuldigten über was auch immer für welche Vorwürfe informiert. Gerade die Staatsanwaltschaft Essen, die schon mehrfach in Sachen Schalke negativ aufgefallen ist, muss wissen, was die Presse aus einer Schalke-Sache zu "machen" versteht.

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10. November 2009 17:18

Ermittlungsverfahren heißt überhaupt nichts

Anna Schuster (Anna_Schuster)

1) Dass ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde, heißt überhaupt nichts. Die Staatsanwaltschaft ist verpflichtet, ein solches zu führen, wenn ein sogenannter Anfangsverdacht vorliegt. Ein Anfangsverdacht wird aber u.a. durch eine Anzeige begründet. Wenn ich also eine Strafanzeige gegen Franz Beckenbauer erstatte, weil er auf der VIP-Tribüne des Bayern-Stadions nationalsozialistisches Gedankengut verbreitet haben soll, dann wird aufgrund dieser Anzeige ein Ermittlungsverfahren gegen ihn geführt.
2) An Markus Schulze: Die Justiz in Deutschland ist besser als ihr Ruf. Jedenfalls gehört die Staatsanwaltschaft aber nicht zur Justiz, sondern als Strafverfolgungsbehörde zur Exekutive. Da es bei uns in der Tat Gewaltenteilung gibt, ist das ein beachtenswerter Unterschied.

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10. November 2009 08:50

Gäääähhhn! Querulanten, Stimmungsmache und unsere Justiz

Markus Schulze (leser-faz)

Neid und Missgunst in Bezug auf Schalke ist bekanntlich sehr groß bei vielen, deshalb wundert es mich schon und ich bin als Schalker auch etwas enttäuscht, dass sich - wenn man der Meldung glauben darf - nur ein einziger Querulant und Schalke-Hasser ("euer Hass und eure Missgunst macht uns so stolz!") gefunden hat um in der jetzigen Zeit eine solche Nonsense-Strafanzeige zu erstatten.
Dass die Medien versuchen mit so einer querulatorischen Strafanzeige Schlagzeilen und Stimmung zu machen ist man ja schon gewohnt und lässt einen als Schalker nur noch müde lächeln.
Zur Justiz: Noch bevor die Beschuldigten von so einer querulatorischen Strafanzeige erfahren wird die Presse davon informiert. Das ist eines Rechtsstaates nicht würdig und man bekommt als Bürger den Eindruck, dass einzelne Protagonisten in Justitz und Presse einen ganz miesen Doppelpass spielen um die eigene Karriere zu befördern und zu Lasten der Rechtssaatlichkeit und auf Kosten der Glaubwürdigkeit.
Man muss sich vor diesem Hintergrund nicht mehr wundern, wenn schwerste Straftäter (zB Kinderschänder) aus der U-Haft entlassen werden müssen, weil die Justiz zu lange braucht um gegen sie einen Prozess zu führen und die Justiz immer mehr an Bürgervertrauen verliert.

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